NFL: Power Ranking: Newcomer, Kellerkinder, alte Bekannte

Nach dem spektakulärsten Teil der Free Agency ist jetzt auch der Draft beendet - die Grundgerüste der 32 Teams für die kommende Saison stehen also. Das lässt eine erste Einschätzung mit Blick auf die 2017er Saison zu: Das SPOX Power Ranking!

Nach dem spektakulärsten Teil der Free Agency ist jetzt auch der Draft beendet - die Grundgerüste der 32 Teams für die kommende Saison stehen also. Das lässt eine erste Einschätzung mit Blick auf die 2017er Saison zu: Das SPOX Power Ranking!

Seite 1: Von den Jets bis Washington

32. New York Jets

Gelinde gesagt eine schwierige Offseason für ein Team, das sich - auch wenn sich die Verantwortlichen bemühen, das Gegenteil zu sagen - ohne jede Frage im Umbruch befindet. Die Jets haben sich von Nick Mangold, Ryan Clady und Ryan Fitzpatrick getrennt, auch Brandon Marshall ließ New York ziehen. Josh McCown ist der vorläufige Quarterback. Bis irgendwann - so die Gerüchte - Christian Hackenberg seine Chance erhält. Dass die Jets Jamal Adams im Draft abgestaubt haben, ist ein Pluspunkt. Das Cornerback-Corps bleibt dagegen ein großes Fragezeichen, genau wie die Receiver, das Run Game und einige weitere Picks im Draft.

31. Cleveland Browns

Ich bin ein großer Fan der Moves der Browns, in vielerlei Hinsicht: Sowohl was den Draft und das Erwirtschaften zusätzlicher Picks - inklusive des kreativen Osweiler-Trades - als auch was die personellen Entscheidungen angeht. Warum nicht die Offensive Line stärken, bevor man einen Quarterback dahinter ins Feuer wirft? Genau das haben die Browns mit Kevin Zeitler und J.C. Tretter gemacht, gemeinsam mit Joel Bitonio und Joe Thomas schon eine starke Besetzung an der Line of Scrimmage. Cleveland könnte im Run Game einige Teams schon kommende Saison überraschen. Myles Garrett sollte die Defense sofort auf ein neues Level heben, auf Jabrill Peppers bin ich gespannt. Besonders wichtig ist es bei ihm, dass er richtig eingesetzt wird. Es bleiben große Fragen beim Quarterback, in der Secondary und - durch den ehrlich gesagt für mich unverständlichen - Abgang von Terrelle Pryor auch bei den Receivern.

30. Chicago Bears

Der teure Trubisky-Draft wurde bereits ausreichend diskutiert, ein großes Problem mit dieser Bears-Draft-Klasse: Auch abgesehen vom möglichen Quarterback der Zukunft gibt es viele Unsicherheiten, angeführt von Zweitrunden-Tight-End Adam Shaheen. Gut denkbar, dass die Bears von keinem ihrer 2017er Draft-Picks in der kommenden Saison allzu viele wertvolle Snaps erhalten. Was nach wie vor für Chicago spricht, sind die Front Seven sowie die gute Interior-O-Line, nicht die schlechteste Basis. Mike Glennon in einer neuen Offense dagegen sorgt für nicht allzu viele Vorschusslorbeeren.

29. San Francisco 49ers

Dass die Niners Solomon Thomas UND Reuben Foster in der ersten Runde abgestaubt haben, katapultiert sie hier vorbei an den Bears. Die Front Seven sieht jetzt mit Armstead, Thomas, Buckner, Bowman, Brooks und Foster schon ziemlich formidabel aus und sollte den Cornerbacks deutlich helfen. Offensiv erhält Kyle Shanahan verdientes Vertrauen: Mit Garcon, Juszczyk, Goodwin und natürlich Hoyer hat er Spieler geholt, die sein System entweder schon kennen, oder aber sehr gut rein passen. So sollte San Franciscos Offense früher konkurrenzfähig sein als die anderer neuer Head Coaches.

28. Los Angeles Rams

Eines kann man den Rams nicht vorwerfen: L.A. tut in dieser Offseason vieles, um Jared Goff in seinem zweiten Jahr zu unterstützen. Zwar ließen die Rams Receiver Kenny Britt ziehen, im Gegenzug kamen aber Robert Woods sowie vor allem im Draft Gerald Everett, Cooper Kupp und Josh Reynolds. Kupp und Everett sollten Goff Ziele über die Mitte geben, während der ebenfalls neu verpflichtete Andrew Whitworth der O-Line endlich etwas Stabilität geben soll. Die großen Fragen: Kann Goff auch wirklich den nächsten Schritt machen? Sind O-Line und Receiving-Corps wirklich ausreichend verbessert? Mit Spannung darf außerdem erwartet werden, wie die 3-4-Defense unter Defensiv-Meister Wade Phillips aussieht.

27. Jacksonville Jaguars

Ich würde die Jaguars gerne weiter oben einordnen, denn die Defense sieht zumindest auf Papier hervorragend aus: Ein tolles Cornerback-Duo mit Ramsey/Bouye, dominante D-Liner mit Jackson und Campbell sowie talentierte, explosive Linebacker mit Jack und Smith. Letztlich aber haben die letzten Jahre gelehrt, dass man gerade bei den Jaguars erst abwarten muss, ob sie ihre theoretische Qualität auch auf den Platz bringen. Immerhin: Die Defense war im Vorjahr gegen Ende schon merklich verbessert. Letztlich aber wird das alleine nicht reichen, denn das noch viel größere Fragezeichen ist die Offense: Kann Leonard Fournette hinter einer unterdurchschnittlichen Line wirklich genügend Druck von Blake Bortles nehmen? Und vor allem, kann Bortles seine Mechanik wieder auf die Reihe kriegen und so nach der desolaten Vorsaison wieder an 2015 anknüpfen?

26. Buffalo Bills

Die Bills hatten einen guten Draft: Receiver Zay Jones übernimmt sofort die Mitte des Feldes und sollte Druck von Watkins' Schultern nehmen, Tre'Davious White kann mindestens als Slot-Cornerback sofort helfen und Guard Dion Dawkins könnte früh in die Rotation rutschen. Dazu kommen einige grundsolide Neuzugänge in der Free Agency, allen voran Safety Micah Hyde sowie der variable Fullback Patrick DiMarco, der LeSean McCoy noch gefährlicher machen wird. Trotz Jones habe ich aber große Fragen rund um das Receiving-Corps, Watkins hat aufgrund seiner Verletzungsprobleme die Vertragsoption auf das fünfte Jahr nicht bekommen. Fällt er wieder aus, sind die Bills hier nach den Abgängen von Goodwin, Woods und Hunter noch immer äußerst dünn besetzt. Die Cornerbacks spielen im aus Carolina bekannten Scheme des neuen Head Coachs Sean McDermott eine geringere Rolle, trotzdem tut der Abgang von Stephon Gilmore weh - genau wie der von Linebacker Zach Brown.

25. Washington Redskins

Wir kommen langsam in das extrem dichte Mittelfeld dieses Power Rankings, wo Teams mitunter auf mehreren Plätzen austauschbar sind. Dazu gehören auch die Redskins, und das primär aufgrund des riesigen Umbruchs in der Hauptstadt. Mit Offensive Coordinator Sean McVay ist das Hirn der Offense weg, Defensive Coordinator Joe Barry wurde entlassen - ohne die vermeintlichen Nachfolge-Wunschkandidaten zu bekommen. Außerdem ging mit Chris Baker Washingtons bester D-Liner sowie die beiden 1000-Yard-Receiver Pierre Garcon und DeSean Jackson. Dazu noch die vermeintliche Unzufriedenheit rund um die Vertragssituation von Kirk Cousins, die jederzeit wieder hochkochen könnte, ergibt in der Summe ein sehr schwer einschätzbares Team. Pluspunkte gibt es auf jeden Fall für den starken Draft, angefangen mit Erstrunden-Steal Jonathan Allen. Vorausgesetzt seine Schultern sind wirklich in Ordnung.

Seite 2: Von den Saints bis zu den Cardinals

24. New Orleans Saints

Von wegen Defense verstärken! Die Saints verwendeten zwei ihrer Top-4-Picks im Draft für die Offense, darunter ein teurer Trade nach oben für Running Back Alvin Kamara - wenige Tage nachdem Adrian Peterson verpflichtet wurde. Und Mark Ingram gibt es ja auch noch. Ich bin sehr gespannt, wie die Saints das auf den Platz bringen, aber wenn man eine Sache über Sean Payton sagen kann, dann, dass er kreative Offenses zu designen weiß. Und Punkte wird es brauchen, auch wenn die Defense zumindest besser sein sollte als im Vorjahr (nicht schwierig): Mit Marshon Lattimore fiel der beste Corner der Draft-Klasse den Saints in den Schoß, zudem wurde Defensive Tackle Nick Fairley gehalten. Bleibt zu hoffen, dass Alex Okafor und Trey Hendrickson irgendeine Art Pass-Rush gegenüber von Cameron Jordan kreieren können. Und dass bei den Linebackern irgendwer aus dem Nichts überrascht.

23. Philadelphia Eagles

Das Rams-Phänomen ist auch in Philly zu beobachten - der junge Quarterback soll, nach einer Saison mit einem teilweise desolaten Receiving-Corps, möglichst viele Waffen erhalten. Das begann in der Free Agency mit Alshon Jeffery und Torrey Smith und ging im Draft mit Mack Hollins und Darren-Sproles-Klon Donnel Pumphrey weiter. Generell bin ich ein großer Fan des Eagles-Drafts, mit Edge-Rusher Derek Barnett sowie den Cornerbacks Sidney Jones (der nach seinem Achillessehnenriss eventuell tatsächlich in der zweiten Saisonhälfte spielen kann) und Rasul Douglas wurden dringende Defense-Needs angegangen. Trotzdem habe ich zumindest für 2017 noch meine Zweifel rund um die Eagles-Secondary, während Carson Wentz nach einer Saison mit Hochs und Tiefs erst zeigen muss, dass er den nächsten Schritt mit mehr Unterstützung auch wirklich machen kann.

22. Cincinnati Bengals

Die Free Agency der Bengals habe ich nicht wirklich verstanden, zumindest was die Offensive Line angeht. Hier hatte Cincinnati schon letzte Saison große Probleme - und ließ dann Kevin Zeitler und Andrew Whitworth, die beiden besten O-Liner in der vergangenen Saison, ziehen. Weder im Draft, noch in der Free Agency folgten dann hier nennenswerte Verbesserungen, so dass ich fest mit erneuten Problemen für Andy Dalton rechne. Das kann den ganzen Rhythmus der Offense zerstören, auf der anderen Seite erwarte ich einen frühen Big-Play-Einfluss von John Ross und Joe Mixon auf die Bengals-Offense. Pluspunkte gibt es außerdem dafür, dass Cincinnati mit Jordan Willis und Carl Lawson sein Pass-Rush-Duo der Zukunft in der dritten und vierten Runde des Drafts gefunden haben könnte.

21. Indianapolis Colts

Die neuen Verantwortlichen haben in Indianapolis durchaus ansprechend die Umstellung des Kaders - mit Fokus auf die seit Jahren schwache Defense - eingeleitet. Das begann in der Free Agency mit den Verpflichtungen von Johnathan Hankins sowie Jabaal Sheard und ging mit einem beeindruckenden Draft weiter: Malik Hooker und Quincy Wilson dürften 50 Prozent der Starting-Secondary 2017 ausmachen und den Colts mehr Blitz-Freiheiten geben. Pass-Rush und Linebacker machen mir nach wie vor Sorgen - genau wie die Pass-Protection, die in der vergangenen Saison einmal mehr ein Problem war. Die deutlichen Upgrades in der D-Line und der Secondary sowie natürlich der Luxus, Andrew Luck zu haben, sorgen für Hoffnung in Indy. Tatsächlich hatte ich Philly, Cincinnati und die Colts mehrfach hin und hergeschoben. Der Quarterback gab letztlich den Ausschlag.

20. Minnesota Vikings

Ein weiteres schwer greifbares Team - Minnesota erhält allerdings einige Pluspunkte: Einmal dafür, dass dringend benötigte Verstärkungen für die O-Line geholt wurden. Wie Riley Reiff und Mike Remmers letztlich auftreten, bleibt abzuwarten. Ein klares Upgrade im Vergleich zum Vorjahr ist es aber ohne jede Frage, zumal die Vikes in der dritten Runde noch Pat Elflein gedraftet haben. Mit Latavius Murray und Zweitrunden-Pick Dalvin Cook wurde auch das Backfield generalüberholt und sollte sich 2017 wesentlich explosiver präsentieren. Aus Vikes-Sicht hätte ich mir gewünscht, dass Cordarrelle Patterson als Returner (und Teilzeit-Receiver) gehalten wird. Die gut besetzte Defense muss erst zeigen, dass sie die Form aus den ersten Saisonspielen im Vorjahr wiederholen und konservieren kann. Wenn das eintrifft und wenn die O-Line wenigstens Durchschnitt ist, werden die Vikes Anfang Oktober deutlich höher zu finden sein.

19. Detroit Lions

Prognose: Die Lions haben 2017 eine Top-8-O-Line - mindestens. Ich bin großer Fan der Verpflichtungen von Ricky Wagner und T.J. Lang, im Draft wurden mit Linebacker Jarrad Davis und Cornerback Teez Tabor zumindest zwei Needs erfüllt. Insgesamt aber begeistert mich die Draft-Klasse wenig, definitiv positiv ist dagegen die Entwicklung von Matt Stafford und der gesamten Offense unter Jim Bob Cooter, die jetzt endlich Ameer Abdullah zurückerhält. Meine große Frage: Woher soll der Pass-Rush - abgesehen von Ziggy Ansah - kommen? Das war schon in der Vorsaison, als die Lions trotzdem viele enge Spiele für sich entscheiden konnten, das große Problem. Hier hat Detroit überschaubar investiert und dürfte auch kommende Saison Schwierigkeiten bekommen. Enge Spiele gehen dann auch schnell mal in die andere Richtung aus.

18. Denver Broncos

Ein weiteres O-Line-Sorgenkind, das seine Probleme adressiert hat: Guard Ron Leary und Tackle Garett Bolles sollten die O-Line zumindest stabiler machen, Domata Peko und DeMarcus Walker geben der Front Seven Rotationsmöglichkeiten. Denver könnte in dieser Liste aufgrund seiner nach wie vor starken Secondary in Kombination mit dem Pass-Rush auch weiter oben stehen. Allerdings müssen die Broncos erst zeigen, dass sie, nachdem sie letzte Saison 4,3 Yards pro Run zugelassen haben, in der Run-Defense zu alter Stärke zurückfinden. Und die O-Line muss sich ebenfalls erst beweisen. Andernfalls wird die Offense, egal, wer der Quarterback ist, erneut nicht konstant liefern - auch wenn ich auf den Einfluss von Jamaal Charles gerade im Passing Game gespannt bin.

17. Arizona Cardinals

Quarterback der Zukunft? Win-Now ist angesagt! Die Cardinals waren offenbar von der QB-Draft-Klasse wenig beeindruckt, stattdessen wurde die Defense mit zwei weiteren explosiven, variablen Spielern verbessert: Haason Reddick und Budda Baker sollten jeweils sofort starten. Zwei elementare Fragen: Kann Vorjahres-Top-Pick Robert Nkemdiche dabei helfen, den Abgang von Calais Campbell aufzufangen - und wer besetzt den Cornerback-Spot gegenüber von Patrick Peterson? Offensiv hat Carson Palmer in der zweiten Saisonhälfte gezeigt, dass er noch einiges im Tank hat. Die O-Line sollte mit dem wieder genesenen Jared Veldheer sowie womöglich mit Rookie Dorian Johnson in der Startformation stabiler sein, Receiver John Brown hat seine Sichelzellen-Erkrankung Berichten zufolge seit etwa Februar im Griff. Beides aber bleibt abzuwarten. Indes darf man durchaus davon ausgehen, dass die Offense noch stärker um David Johnson und das Run Game aufgebaut wird.

Seite 3: Von den Ravens bis zu den Buccaneers

16. Baltimore Ravens

Dass die Ravens ihr Wide-Receiver-Corps in der Free Agency und jetzt auch im Draft komplett ignoriert haben, gefällt mir überhaupt nicht. Theorie zur Rechtfertigung: Baltimore wird endlich wieder balancierter auftreten und deutlich mehr laufen als letztes Jahr und Danny Woodhead bekommt eine ausgeprägtere Rolle im Passspiel. Trotzdem bleibt diese Seite des Balls eine Wildcard und Erinnerungen an die vergangene Saison sind noch präsent. Ganz anders dagegen die Defense: Brandon Williams gehalten, Tony Jefferson und Brandon Carr verpflichtet und dann noch im Draft Marlon Humphrey für die Secondary sowie Tyus Bowser, Chris Wormley und Tim Williams für die Front Seven geholt. Baltimore hatte in der vergangenen Saison teilweise schon eine Top-5-Defense, es würde mich nicht wundern, wenn sie diesen Status 2017 permanenter einnehmen.

15. Houston Texans

Setzt irgendwer dagegen, wenn ich sage, dass die Texans in der kommenden Saison die beste D-Line der Liga haben? Antworten gerne in die Kommentare oder via Twitter direkt an mich. Aber wer Whitney Mercilus und Jadeveon Clowney in der zweiten Saisonhälfte gesehen hat, und weiß, dass da jetzt noch J.J. Watt dazu kommt - die Quote auf meinen Tipp dürfte nicht allzu hoch sein. Der Abgang von A.J. Bouye tut weh, zumindest wird Kevin Johnson wieder zur Verfügung stehen. Und offensiv? Ich sehe Deshaun Watson durchaus noch kritisch und Houstons Offense ist herausfordernd für den Quarterback. Das wird auch Watson nach zahlreichen 1-Read-Plays im College lernen müssen, die RB-Kombination Miller/Foreman sollte aber helfen. Und seien wir ehrlich: Schlechter als mit Brock Osweiler wird die Texans-Offense nächste Saison nicht sein.

14. Carolina Panthers

Gute Offseason für Carolina bisher. Während Neuzugang Matt Kalil eine Wildcard ist und zunächst einmal nicht mehr tut als Mike Remmers zu ersetzen, lässt Zweitrunden-Pick Taylor Moton tatsächlich hoffen, dass die O-Line in Charlotte endlich verbessert werden könnte. Dabei werden auch Christian McCaffrey und Curtis Samuel helfen: Die Panthers geben Cam Newton endlich zwei schnelle Waffen für den Slot, um den Ball schnell loszuwerden. Eine Umstellung der Offense-Philosophie, Option-Spielzüge mit McCaffrey, dürften zusätzlich eine große Freude für den neutralen Zuschauer werden. Defensiv gefällt es mir, dass Carolina mit Julius Peppers, Mike Adams und Captain Munnerlyn Erfahrung für kritische Positionen geholt hat. Gerade Peppers wird neben Lotulelei und Short einige Eins-gegen-Eins-Duelle bekommen. Die Panthers sollten in der kommenden Saison wieder deutlich besser aussehen.

13. Tennessee Titans

Schon letzte Saison hatte Tennessee eine der besten Run-Blocking-Lines, das Duo Murray/Henry funktionierte gut und Marcus Mariota gab - mit einem sehr begrenzten Receiver-Arsenal - den Game-Manager. Diese Offense wird 2017 den nächsten Schritt machen: Mit Corey Davis und Taywan Taylor sicherten sich die Titans im Draft zwei super Route-Runner mit massig Yards-nach-dem-Catch-Potential, die Mariota in Szene setzen wird. Adoree' Jackson und Logan Ryan machen die Secondary derweil zumindest ein wenig solider, wenngleich hier weiter der große Kritikpunkt bleibt, der eine noch höhere Einordnung unmöglich macht.

12. Miami Dolphins

Zwei Mal Playoffs in Folge für Miami? Wundern würde es mich nicht! Die Dolphins haben mit dem Running Game ihre Identität gefunden. Mit Guard Isaac Asiata gelang hierfür in der fünften Runde des Drafts ein möglicher Steal, während Ted Larsen und Jermon Bushrod für Erfahrung und Absicherung sorgen. Bleibt die O-Line fit, ist das Potential für die Offense groß. Das gilt umso mehr, da Julius Thomas via Trade kam - der Tight End spielt in der Offense von Adam Gase eigentlich eine sehr große Rolle, Thomas könnte diese ausfüllen. Lawrence Timmons ist eine gute Übergangslösung für die Linebacker-Probleme, Zweitrunden-Pick Raekwon McMillan hilft hierbei ebenfalls. Mit Top-Pick Charles Harris hat Miami zudem endlich eine weitere Pass-Rush-Präsenz an der D-Line und DeVante Parker traue ich den nächsten Schritt zu. In der Secondary könnte Cordrea Tankersley früh Snaps sehen.

11. Los Angeles Chargers

Vielleicht meine kontroverseste Platzierung - jedenfalls sehen viele Experten die Chargers deutlich tiefer. Ich bin allerdings ein großer Fan der Verpflichtungen bislang: Tackle Russell Okung mag überbezahlt sein, trotzdem macht er die Line sofort besser. Das gilt auch für Zweitrunden-Pick Forrest Lamp, ein möglicher Steel. Dazu wurde Guard Dan Feeney für die Rotation geholt - und vor allem mit Mike Williams einen großen, physischen (Downfield-)Receiver mit riesigem Catch-Radius für Philip Rivers. Sollte Keenan Allen jetzt endlich fit bleiben, hätten die Chargers in Kombination mit ihrem Tight-End-Duo und Speedster Travis Benjamin ein herausragendes Receiving-Corps. Dahinter hat Melvin Gordon gezeigt, dass er es doch kann, während die Front Seven um Joey Bosa und Melvin Ingram zu den besseren der Liga gehören sollte. Das gilt auch für die Cornerbacks, nicht zuletzt, weil die Chargers Desmond King in der fünften Runde abgestaubt haben. Einzige echte Sorgenfalte: Die Safetys.

10. Kansas City Chiefs

Es ist zumindest in meinen Augen kompliziert, ein Team zu kritisieren, das seinen Quarterback der Zukunft sucht und dafür teures Draft-Kapital investiert. Bei den Chiefs aber zwickt es im Hinterkopf immer ein bisschen - gefühlt hätte KC mit einem Impact-Spieler in der ersten Runde eine echte Chance auf den nächsten Schritt gehabt. Noch immer aber ist es ein sehr starker Kader, es ist davon auszugehen, dass Andy Reid etwa für Tyreek Hill eine noch bessere Rolle findet. Der Abgang von Jamaal Charles fällt hier nicht wirklich ins Gewicht, verpasste er doch nahezu die komplette Vorsaison. Ware, West und Rookie Kareem Hunt sollten die Running-Game-Last schultern können. Schwieriger dagegen einzuschätzen ist der Abgang von Dontari Poe, auch wenn im Gegenzug Bennie Logan aus Philly kam.

9. Tampa Bay Buccaneers

Es besteht eine gute Chance, dass die Bucs das diesjährige heiße Preseason-Team werden, das links und rechts in die Playoffs getippt wird. Das allerdings liegt nicht nur daran, dass Tampa in der neuen "Hard Knocks"-Staffel zu sehen sein wird, die Bucs haben sich vielmehr beeindruckend verstärkt - mit klarem Ziel: Jameis Winston soll den nächsten Schritt machen. Dafür erhielt er einen Speedster (DeSean Jackson), den besten All-Around-Tight-End im Draft (O.J. Howard) sowie einen weiteren Deep-Threat-Receiver (Chris Godwin) und einen vielseitigen Running Back (Jeremy McNichols). Tampa könnte verstärkt aus 2-TE-Sets heraus agieren und eine der Top-Offenses der Liga stellen. Vorausgesetzt, die O-Line hält. Derweil wurde aber auch in die Defense investiert, vor allem in Person von D-Liner Chris Baker und dem Safety-Duo J.J. Wilcox/Justin Evans. Ein großes Fragezeichen: Welchen Doug Martin sehen wir 2017, nachdem er seine Sperre abgesessen hat?

Seite 4: Die Spitzengruppe: Jede Menge bekannte Gesichter

8. Green Bay Packers

Als alles dachte, dass die Packers eine weitere Free Agency lächelnd winkend an sich vorbei ziehen lassen, gab es den Coup: Martellus Bennett wurde verpflichtet und ersetzt Jared Cook, ein deutliches Upgrade. Bennett gibt den Packers wieder die Matchup-Waffe, die Green Bay in der häufig zu starren Offense benötigt. Zudem wurde die Secondary mit Kevin King und Josh Jones im Draft früh adressiert. Nachdem infolge der großen Probleme im Vorjahr auch noch Micah Hyde gehen durfte, war das auch dringend nötig. Sorgen bereiten die Abgänge in der O-Line, neben J.C. Tretter tut vor allem T.J. Lang weh. Die Line hatte einen großen Anteil am starken Schlussspurt letztes Jahr. Während Aaron Rodgers wohl auch damit arbeiten kann, bereitet das Running Game mehr Fragezeichen: Der vom Receiver umgeschulte Ty Montgomery geht als Nummer-1-Back in die Saison, gefolgt von drei Rookies. Umso wichtiger wird die Line sein. Der jüngst verpflichtete Jahri Evans könnte hier eine große Rolle spielen.

7. Seattle Seahawks

Seattle hat, ohne schwerwiegende Abgänge, einige interessante Namen verpflichtet, um die eigenen Problemzonen zu adressieren: Luke Joeckel darf sich für ein Jahr als Guard beweisen, Dion Jordan an der D-Line. Eddie Lacy kam als neuer Power-Back und sollte den Seahawks hier eine neue Dimension geben. Im Draft legte Seattle dann nochmals nach: Malik McDowell für die D-Line, Ethan Pocic für die O-Line und Shaquill Griffin als Upside-Cornerback. Der könnte früh wichtig werden, DeShawn Shead ist nach seinem in den Playoffs erlittenen Kreuzbandriss noch in der Reha. Es sind, rein sportlich gesprochen, mehrere High-Risk-High-Reward-Spieler, denen Seattle eine Chance gibt. Sollte die O-Line aber mit dem in Jacksonville auf Tackle enttäuschenden Joeckel sowie mit Pocic tatsächlich endlich wenigstens durchschnittlich sein, wird man mit den Seahawks wieder rechnen müssen. Andernfalls droht Russell Wilson eine weitere harte Saison.

6. New York Giants

Zugegeben: Ich bin etwas enttäuscht, dass die Giants ihre Tackle-Probleme in der Free Agency und jetzt auch im Draft so gekonnt ignoriert haben. Das kostet sie hier ein, zwei Plätze. Stattdessen investierte New York weiter in seine Skill-Player, neben Brandon Marshall kam mit dem Erstrunden-Pick Tight End Evan Engram. Der mag zwar als Tight End gelistet sein, tatsächlich aber ist er primär ein großer Slot-Receiver. Somit bleiben zwei Fragen: Wie wollen die Giants im Run Game für ihren aktuellen Nummer-1-Back Paul Perkins Wege frei blocken, und wie sieht die Pass-Protection mit Ereck Flowers auf Left Tackle aus? Kurze Erinnerung: Allzu gut wirkte Eli Manning hinter der Line letzte Saison nicht. Bei beidem bin ich eher skeptisch, auch wenn Marshall und Engram einiges davon kaschieren werden. Keine Sorgen gibt's derweil auf der anderen Seite des Balls - abgesehen vom schon traditionell schwachen Giants-Linebacker-Corps. Doch die Kombination aus einem starken Cornerback-Trio und einer herausragenden D-Line wird auch 2017 funktionieren.

5. Oakland Raiders

Wer weiß, was mit Derek Carr in den Playoffs möglich gewesen wäre...? Die meisten Raiders-Fans dürften dem noch immer nachtrauern, bei vielen aber wird auch der inzwischen beschlossene Umzug nach Las Vegas die Gemütslage bestimmen. Rein sportlich dagegen sind die Aussichten glänzend: Die Rückkehr von Marshawn Lynch gibt den Raiders eine neue Präsenz im Backfield, Lynch dürfte hinter der physischen O-Line große Freude haben. Zudem wurden die Probleme in der Secondary adressiert, Gareon Conley - sofern die Vorwürfe gegen ihn tatsächlich fallen gelassen werden - und Obi Melifonwu sollten beide direkt starten. Auch das Special Team wurde mit der Verpflichtung von Returner Cordarrelle Patterson aufgewertet, während Jared Cook Carr noch eine weitere Waffe gibt. Das große Sorgenkind der Raiders bleiben die Linebacker, auch letztes Jahr schon eine Problemzone. Der Tausch Malcolm Smith (nach San Francisco gewechselt) gegen Jelani Jenkins (aus Miami geholt) ändert daran wenig.

4. Dallas Cowboys

Nach wie vor hat Dallas die beste Offensive Line der Liga, auch wenn der Abgang von Guard Ron Leary noch wehtun könnte. Mit einem fitten Darren McFadden sollte auch Ezekiel Elliott etwas mehr Pausen bekommen, während Dak Prescott nach dem Rücktritt von Tony Romo endgültig unanfechtbar ist. Mit Ryan Switzer hat er eine sehr gute Slot-Waffe im Draft dazu bekommen, problematischer aber war der Aderlass in der Secondary (Church, Carr, Wilcox, Claiborne) - reichen hier Neuzugang Nolan Carroll sowie die Rookies Chidobe Awuzie, Xavier Woods und Jourdan Lewis wirklich aus? Zumindest der Pass-Rush wird mit Top-Pick Taco Charlton endlich verbessert, ein ganz wichtiger Faktor.

3. Atlanta Falcons

Rein auf den Kader bezogen meine Nummer zwei, aber man kann die Rolle, die Kyle Shanahan in der letzten Saison für dieses Falcons-Team gespielt hat, überhaupt nicht überschätzen. Jetzt ist Shanahan weg, und den aktuell besten Offense-Play-Caller in der NFL ersetzt man nicht eben so. Insofern tippe ich, dass die Falcons 2017 offensiv einen kleinen Schritt zurück machen - erwarte gleichzeitig aber mindestens einen Schritt nach vorne von der jungen, hochtalentierten Defense. Top-Pick Takkarist McKinley gibt den Falcons endlich eine zweite Pass-Rush-Präsenz, Dontari Poe kam für die D-Line und Cornerback Desmond Trufant ist wieder fit. Guard Sean Harlow könnte früh im Run-Blocking helfen, wo die Falcons auch in der kommenden Saison zu den Top-Teams zählen sollten.

2. Pittsburgh Steelers

Pittsburgh hatte eine klare primäre Baustelle, und das war der Pass-Rush - Erstrunden-Pick T.J. Watt sollte hier gegenüber von James Harrison beziehungsweise Bud Dupree Abhilfe schaffen. Die Offensive Line war gegen Ende der Vorsaison mindestens in der Top-3 der Liga zuhause, in Kombination mit Le'Veon Bell ein brandgefährliches Paket. Der hat mit James Conner jetzt einen hochinteressanten Backup bekommen, während Ben Roethlisberger und das Passing Game den unter Auflagen wieder spielberechtigten Martavis Bryant zurück begrüßt. Neben Bryant und Antonio Brown wird sich außerdem Rookie JuJu Smith-Schuster beweisen wollen - ein teilweise spektakulärer Receiver, vor allem für die Mitte des Feldes, aber noch äußerst inkonstant. Die Steelers gehen erneut als oberster Patriots-Herausforderer in der AFC in die Saisonvorbereitung.

1. New England Patriots

Eine Offseason, wie man sie nicht häufig erlebt: Als amtierender Super-Bowl-Champion waren die Patriots das aggressivste Team in der Free Agency und schnappten sich nicht nur mit Stephon Gilmore den - gemessen an den Garantien - teuersten Spieler der Free-Agency-Klasse, sondern holten zusätzlich via Trade auch Brandin Cooks, Kony Ealy, Dwayne Allen und Mike Gillislee als Restricted Free Agent. Zudem bewahrheiteten sich die Trade-Gerüchte rund um Malcolm Butler nicht, so dass er mit Gilmore das beste Cornerback-Duo der Liga bilden könnte. Mit den verbleibenden wenigen Draft-Picks wurde in Person von Derek Rivers und Deatrich Wise sogar die größte Baustelle, der Pass-Rush, adressiert. New England geht mit dem komplettesten Kader in die Saisonvorbereitung.

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