NFL: Ranking: Die 50 besten Free Agents auf dem Markt

SPOX

Die Free Agency steht vor der Tür! Ab kommendem Montag dürfen die Berater angehender Free Agents offiziell mit Teams verhandeln, mit dem Start des neuen Liga-Jahres am Mittwoch geht es dann in die Vollen. SPOX bereitet euch darauf vor: Mit den besten Free Agents, die ihr vor dem Start der Wechselspiele kennen solltet!

Seite 1: Die Plätze 50 bis 40

Eine Priorität bei dieser Top-50 war es, Spieler aufzulisten, die auch eine realistische Chance haben, auf den Markt zu kommen. Durch die mehrfache Verschiebung der Franchise-Tag-Deadline herrscht hier noch keine Klarheit, doch anhand der Berichte wurden einige Namen - die ansonsten nahezu alle in der Top-20 zu finden wären - hier ausgeklammert, bei denen die Chance, dass sie auf den Markt kommen, äußerst gering einzuschätzen ist.

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Konkret sind das:

  • Drew Brees, Quarterback, Saints

  • Dak Prescott, Quarterback, Cowboys

  • Amari Cooper, Wide Receiver, Cowboys

  • Chris Jones, Defensive Tackle, Chiefs

  • A.J. Green, Wide Receiver, Bengals

  • Justin Simmons, Safety, Broncos

  • Hunter Henry, Tight End, Chargers

  • Bud Dupree, Edge, Steelers

Insbesondere Brees, Cooper, Prescott, Jones und Green wären fraglos Top-15-Spieler in dieser Liste, Simmons und Henry würden mindestens an der Top-15 kratzen. Dupree wäre der einzige Name, der hier etwas aus der Reihe fällt.

Knapp die Liste verpasst:

  • Michael Pierce, Defensive Tackle, Ravens

  • HaHa Clinton-Dix, Safety, Bears

  • Shelby Harris, Defensive Tackle, Broncos

  • Kendall Fuller, Defensive Back, Chiefs

  • Jarran Reed, Defensive Tackle, Seahawks

  • Blake Martinez, Linebacker, Packers

  • Bradley Roby, Cornerback, Texans

  • Vonn Bell, Safety, Saints

  • Jimmy Graham, Tight End, Packers

  • Jimmy Smith, Cornerback, Ravens

  • Shaq Lawson, Edge, Bills

  • Jamie Collins, Linebacker, Patriots

  • Mackensie Alexander, Slot Cornerback, Vikings

Ranking: Die 50 besten NFL Free Agents 2020

50. Quinton Jefferson, Defensive Tackle, Seahawks

Scheint noch unter dem Radar zu fliegen, dabei hatte Jefferson eine exzellente Saison: ESPN listet seine prozentuale Pass-Rush-Win-Rate unter Defensive Tackles auf geteiltem fünften Platz, vor etwa Calais Campbell oder Ed Oliver. Dabei hatte er es zwar verhältnismäßig selten mit Double Teams zu tun, doch schlug er diese auch auffallend häufig mit beachtlicher Geschwindigkeit. Jefferson verzeichnete 44 Quarterback-Pressures und war ein verlässlicher Run-Verteidiger. Ein Kandidat für ein Schnäppchen in der zweiten Free-Agency-Welle.

49. Ndamukong Suh, Defensive Tackle, Buccaneers

War die vergangene Saison der Beginn des Spätherbsts in der Karriere von Ndamukong Suh? Der 33-Jährige hatte in Tampa - obwohl er neben einem sehr stark aufspielenden Vita Vea agierte - für seine Verhältnisse zumindest eine unauffällige Saison und war merklich weniger effizient als im Jahr davor bei den Rams, obwohl er dort fast 200 Snaps mehr spielte; selbstredend die aber auch neben Aaron Donald, dem besten Defensive Lineman der NFL. Und vielleicht ist das der beste Weg um Suh vor der anstehenden Free Agency zu beschreiben: Mit seiner Power kann er noch immer den Run sehr gut verteidigen und ist solide im Pass-Rush. Er ist aber an diesem Punkt tendenziell eher eine Nummer 2 für eine Interior Defensive Line und wäre am besten aufgehoben entweder neben einem dominanten Defensive Tackle oder auch in einer Rolle, in der er einer jungen D-Line Stabilität verleihen könnte.

48. Melvin Gordon, Running Back, Chargers

Hat sich mit seinem Holdout komplett verzockt, doch Gordon ist kein schlechter Running Back - und sollte durch die eigene Fehlkalkulation deutlich günstiger werden. Gordon ist ein Big-Play-Back und ein potenziell explosiver Runner, der dafür aber auch die notwendige Hilfe braucht. Als Receiver bringt er mehr mit als etwa Derrick Henry, verblasste letztes Jahr Team-intern insgesamt aber im Vergleich zu Austin Ekeler. Könnte mit einem kurzfristigen Vertrag für vergleichsweise überschaubares Geld zu haben sein.

47. Breshad Perriman, Wide Receiver, Buccaneers

506 Receiving-Yards sowie fünf Touchdowns in den letzten fünf Saisonspielen - als Tampa Bay Mike Evans und Chris Godwin im Saison-Schlussspurt verlor, hatte Perriman den Breakout, auf den die Ravens einst mehrere Jahre gewartet hatten, nachdem sie den Receiver 2015 in der ersten Runde gedraftet hatten. Zumindest könnte das die optimistische Sichtweise sein. Der 26-Jährige hat noch immer eine verlockende Size-Speed-Kombination und könnte als vertikale Big-Play-Option als Nummer-3-Receiver schließlich doch noch seine Rolle in der NFL finden.

46. Jason Pierre-Paul, Edge, Buccaneers

44 Quarterback-Pressures bei nur 408 Pass-Rush-Snaps - zum Vergleich, JPP brauchte im Vorjahr 536 Pass-Rush-Snaps für 46 Pressures. Pierre-Paul kam von einer schweren Nackenverletzung zurück und ist 31 Jahre alt, doch dass er mindestens als situativer Pass-Rusher noch Value mitbringt, hat Pierre-Paul letztes Jahr bewiesen.

45. Jimmie Ward, Safety, 49ers

Der schwierige Fall eines Spielers, der seit sechs Jahren in der NFL ist und pünktlich zur eigenen anstehenden Free Agency seine mit Abstand beste Saison gespielt hat - in einer insgesamt exzellent besetzten 49ers-Defense. Wards bestes Argument ist die Vielseitigkeit: Der 28-Jährige kann im Slot spielen, er kann in der Box spielen, er kann Free Safety spielen: Ward kann eine defensive Matchup-Waffe sein. Wenn er sein Top-Niveau konservieren kann.

44. Gerald McCoy, Defensive Tackle, Panthers

Womöglich erwarten McCoy jetzt mehrere kurzfristige Verträge nacheinander - doch solange der 32-Jährige sein aktuelles Level hält, sollte er die auch mit durchaus lukrativem Gehalt bekommen. McCoy hatte letztes Jahr 42 Quarterback-Pressures für die Panthers, vier mehr als im Vorjahr in Tampa Bay, wo er 25 Pass-Rush-Snaps mehr hatte. Der Routinier ist noch immer ein sehr verlässlicher Interior Lineman mit unheimlich konstanter Pass-Rush-Production, und ist zumindest eine ideale Übergangslösung für Defenses, die hier Probleme haben.

43. Joe Schobert, Linebacker, Browns

Kam als Pass-Rusher in die NFL und wurde dort auch zunächst von den Browns eingesetzt, ehe er zum Linebacker umfunktioniert wurde. Schobert hat konstante Schwierigkeiten gegen den Run, ist aber ein sehr guter Cover-Linebacker, einer der ligaweit besseren Linebacker in dieser Kategorie über die letzten beiden Jahre. Könnte er noch mehr in einer Hybrid-Rolle glänzen wie etwa Kyle Van Noy zuletzt bei den Patriots?

42. Logan Ryan, Slot Cornerback, Titans

Kommt nicht gerade aus seiner besten Saison, was vielleicht seinen Preis auch etwas drückt. Insgesamt aber noch immer ein grundsolider Cornerback für den Slot, der in vielen NFL-Defenses sofort ein Upgrade und klarer Slot-Starter wäre. Ryan ist nicht nur verlässlich in Coverage, er ist auch ein guter Tackler und ein physischer Spieler und somit auch gegen den Run kein Risiko wie manch anderer Verteidiger im Slot.

41. Marcus Mariota, Quarterback, Titans

Während die großen Namen das Quarterback-Karussell prägen, ist es um Mariota ruhiger - der Hawaiianer ist einer für die zweite oder gar dritte Welle auf der Quarterback-Position. Denn - und das scheint relativ sicher - kein Team wird ihn als festen Starter verpflichten. Am wahrscheinlichsten ist eine Rolle wie sie ironischerweise Tannehill in Tennessee letztes Jahr hatte, als High-End-Backup und ernsthafte Alternative, sollte ein angezählter Starter wackeln (Chicago lässt grüßen). Gleichzeitig braucht Mariota auch einen Neustart, nachdem er letztes Jahr enttäuschte. Hielt den Ball zu lange, zögerte, hatte Probleme mit engen Fenstern, attackierte zu wenig Downfield. Mit Tannehill machte die Offense einen Quantensprung nach vorne.

40. Trae Waynes, Cornerback, Vikings

Waynes ist 27 Jahre, hat Top-Speed, ist stark gegen den Run - und solange man ihn hinter eine klare Nummer 1 packt, kann Waynes eine sehr gute Nummer 2 sein. In eine solche Rolle sollte er auch jetzt verpflichtet werden; holt ihn ein Team als potenziellen Nummer-1-Corner, wartet eine Enttäuschung. Ein realistischer Kandidat für einen kurzfristigen Prove-It-Deal.

Seite 2: Die Plätze 39 bis 30

39. Austin Hooper, Tight End, Falcons

Kommt aus einer statistisch sehr guten Saison, mit 75 Catches für 787 Yards und sechs Touchdowns in nur 13 Spielen, Hooper konnte auf einer guten Vorsaison aufbauen und sich noch steigern. Die große Herausforderung bei Hooper liegt darin, die richtige Rolle in einer Offense zu finden: Pro Football Focus führt 75 Prozent seiner Receiving-Production seit 2016 aus Situationen, wo er unterhalb der Coverage oder zwischen Zones arbeiten konnte, also keinen direkten Gegenspieler schlagen musste. Hatte er einen direkten Gegenspieler, hat er sich verhältnismäßig deutlich schwerer getan, was Fragen aufwirft, in wie weit der 25-Jährige eine echte Matchup-Waffe sein kann. Doch selbst mit dieser Frage im Hinterkopf ist Hooper eine spannende Option, solange er keine primäre Rolle in einer Offense einnehmen muss. Die Gefahr ist jedoch, dass er gemessen an dem, was er mitbringt, zu teuer bezahlt werden wird.

38. Randall Cobb, Slot Receiver, Cowboys

Cobb hat seinen Prove-It-Deal in Dallas exzellent genutzt: Verzeichnete 1,66 Yards pro gelaufener Slot-Route, ein Top-12-Wert (Minimum: 200 Snaps). Cobb fing drei Touchdowns im Slot und verzeichnete rein aus dem Slot heraus 716 Yards. Mit bald 30 Jahren ist er nicht mehr der jüngste Spieler, dennoch sollte Cobb auf einen Vertrag über etwa drei Jahre realistisch hoffen dürfen - und wäre auf einen Schlag für viele Offenses ein klares Upgrade als Nummer-2/3- beziehungsweise Slot-Receiver.

37. Eric Ebron, Tight End, Colts

Eric Ebrons Karriere-Stat-Splits sind noch immer eindrucksvoll: In vier Jahren bei den Lions fing er zusammengerechnet elf Touchdown-Pässe - zwei weniger als in seinem ersten Jahr in Indianapolis. Verletzungsbedingt war die 2019er Saison dann verkürzt, der 26-Jährige könnte seine Karriere aber mit dem ersten Jahr in Indy wiederbelebt haben. Ein ultra-athletischer Receiving-Tight-End, der im richtigen Scheme jede Menge Schaden anrichten kann. Allerdings ist Ebron als Blocker maximal Durchschnitt, sein neuer Coach muss also genau wissen, wie er Ebron einsetzt. Dann kann er auch ein konstantes Matchup-Problem für Defenses sein.

36. Graham Glasgow, Center/Guard, Lions

Seit Jahren ein verlässlicher Interior Lineman für Detroit, gut als Pass-Blocker und im Run-Blocking. Spielte für Detroit zunächst primär Guard, wechselte dann auf Center und wurde letztes Jahr wieder auf Guard geschoben, um Frank Ragnow auf der für ihn besser passenden Center-Position spielen zu lassen. Glasgow kann beides spielen und wäre für zahlreiche Interior Lines in der NFL ein deutliches Upgrade, sollten die Lions es nicht schaffen, den 27-Jährigen zu halten.

35. Jason Peters, Left Tackle, Eagles

Jon Gruden hat in der vergangenen Saison den Satz geprägt, dass "Elite Pass-Rusher schwer zu finden sind". Das trifft ebenfalls auf Elite-Pass-Blocker zu, und genau das war Peters über nahezu seine gesamte NFL-Karriere. Die geht jetzt fraglos dem Ende entgegen, und das Alter des 38-Jährigen ist auch das maßgebliche Argument dafür, dass Peters in der Liste nicht höher steht. Doch ein Team, das eine kurzfristige Lösung benötigt und jetzt angreifen will, könnte in Peters für ein Jahr ein massives Upgrade finden.

34. Bryan Bulaga, Right Tackle, Packers

Verletzungen waren bei Bulaga über die letzten Jahre immer wieder ein Thema, doch ansonsten ein guter Right Tackle - mindestens. Bulaga ist gerade 31 Jahre alt geworden und in Kombination mit den verletzungsbedingten Ausfällen wird er vermutlich etwas günstiger werden als ein Spieler seiner Qualität sonst als Free Agent sein würde. Sehr guter Pass-Blocker, ließ letztes Jahr bei 612 Pass-Blocking-Snaps nur 27 QB-Pressures zu.

33. Derrick Henry, Running Back, Titans

Ein fantastischer Contact-Runner, und es wird hochspannend sein zu sehen, welchen Wert die NFL dem gibt. Denn wahr ist auch: Etwas anderes sollte man von Henry nicht erwarten. Er hat nur einen minimalen Value im Passspiel, er kommt mit einer immensen Anzahl an Runs (601 über die letzten beiden Jahre, 1.524 seit 2013 inklusive College), und auch letztes Jahr war überdeutlich, wie er von den Umständen abhängig ist: Erst als Tannehill und das Passspiel Defenses aus der Box zogen, nahm auch Henry Fahrt auf - im übertragenen Sinne und im wahrsten Sinne des Wortes. Henry ist ein physischer Power-Runner und rein als Runner einer der Top-Spieler in der NFL. Welchen Wert hat das 2020 in der NFL?

32. James Bradberry, Cornerback, Panthers

Ein guter Zone-Corner, der am besten spielt, wenn er aus einer Cover-3 oder Cover-4 heraus Quarterbacks und die Routes lesen und antizipieren kann. Bradberry ist ein solider Corner, doch ist er eine Nummer 1? Stimmen die Gerüchte, könnte er sehr wohl als solcher auf dem Free-Agent-Markt bezahlt werden - obwohl seine vergangene Saison merklich schwächer war als 2018. Der 26-Jährige ist nicht der beste Run-Defender, alles in allem aber ein guter Spieler. Doch kann er mehr sein?

31. Matt Judon, Edge, Ravens

Ein Free Agent, der die Gemüter ein wenig spalten dürfte. Auf den ersten Blick hatte Judon letztes Jahr 9,5 Sacks, und das nicht zufällig - auch 63 Quarterback-Pressures sind ein sehr guter Wert, um genau zu sein: Nur 15 Edge-Rusher hatten letztes Jahr mehr QB-Pressures, alle 15 hatten mehr Pass-Rush-Snaps als Judon. Warum also nur Platz 35? Judon profitierte massiv vom Scheme in Baltimore. Der 27-Jährige hatte eine extrem hohe Quote an ungeblockten Pressures und "Clean-Up"-Pressures; also Plays, bei denen er durch das Play-Design, durch die sehr hohe Blitz-Quote der Ravens und dergleichen, Pressures und Sacks sammelte, ohne dass er einen Gegenspieler schlagen oder durch einen Move schnell zum Quarterback gelangen musste. Die Balance daraus zu finden ist die Aufgabe der Interessenten, und diese Situation macht Judon zum perfekten Kandidat für einen Franchise Tag oder einen Prove-It-Deal.

30. Leonard Williams, Defensive Line, Giants

Hatte nach seinem Wechsel zu den Giants im Laufe der vergangenen Saison einige gute Spiele, Williams' Kernproblem aber bleibt: Er ist ein sehr guter Run-Stopper - aber nur ein durchschnittlicher Pass-Rusher. Er ist als Pass-Rusher gut genug, dass er ein in der Summe guter 3-Down- und sehr guter Early-Down-Verteidiger sein kann; sein Value liegt allerdings nicht im Spiel gegen den Pass. Das wiederum drückt seinen Value insgesamt.

Seite 3: Die Plätze 29 bis 20

29. Brian Poole, Slot Cornerback, Jets

Eine der positiven Überraschungen der vergangenen Saison: Poole hatte nach seinem Wechsel von Atlanta nach New York unter allen Cornerbacks mit mindestens 200 Snaps die sechstmeisten Coverage-Snaps pro zugelassener Reception, war geteilte Liga-Spitze was zugelassene Yards pro Coverage-Snaps angeht und verzeichnete vier Pass-Breakups. Poole könnte ein Kandidat für einen Prove-It-Deal sein, die Realität ist aber vermutlich, dass sein Markt dafür zu stark sein wird. Bestätigt er die vergangene Saison, könnte sich der 27-Jährige als Top-10-Slot-Corner etablieren.

28. Andrew Whitworth, Left Tackle, Rams

War in einer wackligen Rams-Line der eine Stabilisator. Nach Pass Block Win Rate von ESPN hatte er die zweitbeste Win Rate aller Tackles, nur David Bakhtiari war besser. Whitworth ließ 29 QB-Pressures bei 710 Pass-Blocking-Snaps zu und war auch letztes Jahr unter dem Strich ein Top-10-Tackle. Eine kurzfristige Lösung, doch der 38-Jährige würde viele Lines auf einen Schlag ohne jeden Zweifel deutlich verbessern.

27. Kyle Van Noy, Linebacker, Patriots

Einer der flexibelsten Front-Seven-Spieler in der NFL über die letzten beiden Jahre. Van Noy fand nach für beide Seiten enttäuschenden Jahren in Detroit bei den Patriots seine ideale Rolle: Ein Hybrid aus spielintelligentem Edge-Rusher, Blitzer, Cover-Linebacker. Das macht seine Prognose für die Free Agency auch etwas schwieriger, denn Van Noy kann in einer derartig flexiblen Rolle exzellent sein - man muss gleichzeitig aber auch davon ausgehen, dass er eine solche eben auch braucht. Das wiederum verkleinert den Kreis möglicher Interessenten. Könnten die Patriots ihn so vergleichsweise günstig halten? Auch eine Rückkehr nach Detroit in die Patriots-ähnliche Defense unter Matt Patricia wäre nicht auszuschließen.

26. D.J. Reader, Defensive Tackle, Texans

War über die ersten drei Jahre seiner NFL-Karriere vor allem ein Run-Stopper und profitierte davon, dass er exzellente Pass-Rusher um sich herum hatte. Das änderte sich im vergangenen Jahr mit dem Abgang von Jadeveon Clowney und der Verletzung von J.J. Watt - Reader nutzte die sich daraus bietenden Gelegenheiten, um für die anstehende Free Agency ein paar Dollar mehr zu verdienen: 36 Quarterback-Pressures verzeichnete er bei 409 Pass-Rush-Snaps, ein solider Wert für einen Defensive Tackle. Als Run-Stopper ist der 25-Jährige ein Elite-Spieler, wenn er als Pass-Rusher nur das Vorjahres-Level halten kann, dann ist er ein guter 3-Down-Lineman, der als Anker einer Line fungieren kann.

25. Tre Boston, Safety, Panthers

Ein klassischer Single-High-Safety, der Jahr für Jahr für überraschend günstige und kurzfristige Verträge unterschreibt. "Überraschend" deshalb, weil Boston nunmehr seit mehreren Jahren einer der konstantesten Cover-Safeties in der NFL ist - die Liga ihn aber nicht in dem Maße zu bezahlen scheint. Womöglich hängt das mit einer gewissen positionellen Inflexibilität zusammen: Boston ist eben auch nicht mehr als ein Deep Safety. In der Rolle aber kann er viele Defenses deutlich verbessern, und da zahlreiche NFL-Defenses bevorzugt aus Single-High-Coverages agieren, sollte er auch einen gewissen Markt haben.

24. Everson Griffen, Edge, Vikings

Tolle Comeback-Saison für Griffen in Minnesota. Als Nummer-2-Rusher gegenüber von Danielle Hunter hatte der 32-Jährige ein echtes Bounceback-Jahr: 66 Quarterback-Pressures in der Regular Season, Platz 14 unter Edge-Rushern. Angesichts seines Alters eher ein Kandidat für eine kurzfristige Rolle, als Nummer 2 aber eine deutliche Verstärkung für viele Defenses.

23. Robert Quinn, Edge, Cowboys

Den Cowboys stehen noch turbulente Tage bevor, mit Dak Prescott und Amari Cooper muss Dallas versuchen, zwei der größten angehenden Free Agents zu halten - idealerweise wäre zusätzlich auch Cornerback Byron Jones noch auf dieser Liste, der aber scheint den Markt testen zu dürfen. Umso wahrscheinlicher ist es, dass dahinter für gute Role-Player nicht die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden - Spieler wie Robert Quinn. Der Pass-Rusher hatte im vergangenen Jahr seine beste NFL-Saison seit Jahren, 57 Quarterback-Pressures verzeichnete der 30-Jährige, zusätzlich zur höchsten Pass-Rush-Win-Rate (33 Prozent) aller Defensive Linemen in der NFL. Quinns Tage als dominanter Nummer-1-Speed-Rusher sind vorbei, aber er wäre der perfekte Kandidat für eine Rolle als starke Nummer 2, wie es in Dallas gegenüber von Demarcus Lawrence der Fall war.

22. Devin McCourty, Safety, Patriots

Ein prototypischer Matchup-Safety und noch immer einer der Besten seines Fachs in der NFL. McCourty kann in der Box spielen, er kann den tiefen Safety spielen, er kann sogar vereinzelt im Slot aushelfen. Er ist mit der zentrale Grund für die Flexibilität in der Patriots-Defense; einzig sein Alter - McCourty wird im August 33 Jahre alt - wird seinen Wert auf dem Free-Agent-Markt schmälern. Kurzfristig aber eine exzellente Lösung für vielseitige Defenses.

21. Philip Rivers, Quarterback, Chargers

Was hat Philip Rivers noch im Tank? Das ist die primäre Frage, die sich alle möglichen Interessenten bei Rivers stellen müssen. Beispielsweise in der Offense von Bruce Arians in Tampa Bay wäre Rivers tendenziell eher eine schlechtere Version von Jameis Winston - kommt er dagegen in eine Situation wie Indianapolis, könnte er noch ein bis zwei gute Jahre im Tank haben. Und das ist auch das Fenster, Rivers selbst hat durchblicken lassen, dass er auf einen kurzfristigen Deal aus ist. In der vergangenen Saison wollte er zu häufig Dinge erzwingen, warf zu viele Katastrophen-Pässe Downfield und übersah schlicht zu häufig Verteidiger. Doch es war auch noch immer viel Positives dabei. Wenn Rivers endlich eine vernünftige Offensive Line bekommt, könnten die Fehler auch wieder etwas runter gehen. Zwar war sein Release teilweise etwas langsamer, die Armstärke aber ist noch da.

20. Teddy Bridgewater, Quarterback, Saints

Ein irre spannender Spieler. Über die letzten Jahre wurde Bridgewater vor dem Start der Free Agency als möglicher Sleeper gehandelt - dieses Jahr ist es wirklich so weit. Aus Bridgewaters Sicht lief das vergangene Jahr nahezu ideal; er entschied sich gegen eine Rolle als Übergangslösung in Miami und kehrte stattdessen als Backup zu den Saints zurück, wo sich Drew Brees verletzte und Bridgewater in der Folge fünf Spiele als Starter spielen konnte - und überzeugte. Ja, er braucht eine spezifische Offense; eine Offense, in der er mit Präzision, mit dem Kurzpassspiel und Spielintelligenz gewinnen kann. So wie die der Saints. Bridgewater dürfte im Starting-Quarterback-Vergleich einen moderaten Deal erhalten und könnte in der richtigen Situation (Chicago?) aber ein mindestens durchschnittlicher Quarterback sein und unter dem Strich damit ein immenser Value.

Seite 4: Die Plätze 19 bis 11

19. Yannick Ngakoue, Edge, Jaguars

Streng genommen müsste Ngakoue eigentlich bei den "Tag"-Kandidaten stehen - allerdings ist der Fall bei ihm anders gelagert. Ngakoue selbst hat via Social Media mitgeteilt, dass er Jacksonville verlassen will, er scheint ein offensichtlicher Tag-and-Trade-Kandidat zu sein. Somit wird er voraussichtlich schon für andere Teams verfügbar sein, nur eben nicht frei auf dem Markt. Ngakoue ist ein talentierter Edge-Rusher, der Double-Teams in einer akzeptablen Quote schlägt und sehr konstante Quarterback-Pressures liefert. An seine 2017er Elite-Saison konnte er über die vergangenen beiden Jahre nicht rankommen, dass er Probleme gegen den Run, hat ist kein Geheimnis. Aber: Ngakoue ist erst 24 Jahre alt, er ist rein als Edge-Rusher bereits im ligaweit oberen Drittel und sollte einen guten Markt haben. Ein Team darf nur nicht den Fehler machen, ihn als fertigen Elite-Edge-Verteidiger zu sehen.

18. Robby Anderson, Wide Receiver, Jets

Ein Deep Threat mit Potenzial für mehr: Anderson hat den Speed und die Explosivität, um Coverages zu diktieren und einen Game Plan maßgeblich mit zu gestalten - laut PFF wird seine durchschnittliche Target-Tiefe über die letzten vier Jahre (15,7 Yards) nur von DeSean Jackson getoppt. Aber Anderson kann inzwischen ähnlich wie Jackson mehr sein, er hat sich als Route-Runner verbessert und er ist vielseitiger in seiner Rolle innerhalb der Offense geworden, wenngleich er weiterhin nahezu ausschließlich Outside spielt. Es besteht die Chance, dass er sehr gut der beste verfügbare Receiver sein könnte, sollten A.J. Green und Amari Cooper erwartungsgemäß bei ihren Teams bleiben.

17. Javon Hargrave, Defensive Tackle, Steelers

Hat sich zu einem wirklich kompletten Interior Lineman entwickelt. Hargrave, ähnlich wie D.J. Reader lange primär ein Run-Stopper in der Mitte der Line, wurde ebenfalls in der vergangenen Saison verletzungsbedingt in eine größere Rolle gedrängt und konnte dort überzeugen. Kreierte konstant Druck über die Mitte, als Run-Stopper ohnehin ein sehr konstanter Spieler. Schwer vorstellbar, dass die Steelers Hargrave finanziell halten können und dann dürfte er mit einem Schlag auf dem Board mehrerer Teams der Nummer-1-Free-Agent für die Interior Defensive Line sein.

16. Dante Fowler, Edge, Rams

In Jacksonville sah der einstige Nummer-3-Overall-Pick bereits wie ein Draft-Bust aus - dann kam der Wechsel zu den Rams. Fowler hatte über die letzten eineinhalb Jahre seine eindeutig besten NFL-Spielzeiten und nachdem er im Vorjahr einen Einjahresvertrag unterschrieben hat, wird er jetzt auf einen langfristigen Deal aus sein. Fowler profitierte bei den Rams fraglos von der Präsenz von Aaron Donald, gleichzeitig aber war er auch einer der produktivsten Edge-Rusher in puncto Pass-Rush Win Rate (23 Prozent/Platz 9 unter Edge-Verteidigern), QB-Pressures (67/Platz 12) und das bei immerhin noch rund 18 Prozent Double Teams gegen sich. Fowler ist ein interessanter Kandidat und könnte sich unter dem Strich als bester verfügbarer Edge-Rusher entpuppen.

15. Brandon Scherff, Offensive Guard, Redskins

Verletzungen sind beim einstigen Top-5-Pick inzwischen ein Thema geworden, das könnte auch seinen Markt etwas dämpfen - sollte er es überhaupt dorthin schaffen, immerhin gilt eine langfristige Einigung mit Washington nach wie vor als durchaus vorstellbar. Ist er fit, ist der 28-Jährige einer der besten Guards in der NFL: Ein Elite-Run-Blocker und sehr gut in Pass-Protection. Scherff wäre für nahezu jede einzelne Offensive Line in der NFL ein deutliches Upgrade.

14. Joe Thuney, Offensive Guard, Patriots

Ein Elite-Pass-Blocker und überdurchschnittlicher Run-Blocker, erst 27 Jahre alt und seitdem er 2016 in die NFL kam, hat er jedes einzelne Regular-Season-Spiel von Beginn an bestritten: Guards sind zwar was den Wert der Position angeht eher im unteren Segment zu finden - eine schwache Interior Offensive Line kann dennoch schnell zu einem größeren Problem werden und die Offense einschränken. Im Gegensatz zu Washingtons Brandon Scherff deutet bei Thuney vieles darauf hin, dass er auf den Markt kommt und damit wäre er die Premium-Lösung für Teams mit Problemen in der Interior Offensive Line.

13. Arik Armstead, Defensive Line, 49ers

Ein schwieriger Fall. Armstead wurde zwar seinem Status als Erstrunden-Pick über die ersten vier Jahre in der NFL nicht wirklich gerecht - aber schlecht war er auch nicht. Ein solider, überdurchschnittlicher Spieler. Bezahlt werden wird er jetzt aber wohl gemessen an seiner fünften NFL-Saison, und die stellte eine krasse Leistungsexplosion dar. Insbesondere als Pass-Rusher hatte Armstead seine mit Abstand beste Saison; jetzt gilt es, zu extrahieren, wie viel Prozent davon der 26-Jährige wiederholen kann und wie viel durch eine exzellent besetzte 49ers-Front um ihn herum auf der einen, sowie die Tatsache, dass er im Vertragsjahr war, auf der anderen Seite nach oben gepusht wurde. Armstead ist ein guter Spieler, doch es besteht die Gefahr, dass er jetzt überbezahlt und in der Folge womöglich auch in eine Rolle als Nummer-1-Rusher gedrückt wird, in der er vermutlich enttäuschen würde.

12. Emmanuel Sanders, Wide Receiver, 49ers

Der In-Season-Trade zu den 49ers war ein absoluter Glücksgriff: Sanders machte die Offense merklich besser, für das Passspiel war er so etwas wie das fehlende Puzzleteil. San Francisco wäre somit gut beraten, den Routinier zu halten - gelingt das nicht, hätte er in einer durchwachsenen Free-Agent-Receiver-Gruppe vermutlich einen sehr starken Markt. Sanders ist ein spektakulärer Route-Runner, kann Outside und im Slot spielen (und gewinnen), ist gut nach dem Catch. Falls er verfügbar wird, sollten Teams wie die Packers oder die Patriots ganz oben auf der Liste stehen.

11. Cory Littleton, Linebacker, Rams

Off-Ball-Linebacker sind eine zunehmend gefährdete Spezies, zumindest was den Value in der modernen NFL angeht. Doch es gibt eine Ausnahme: Off-Ball-Linebacker mit Coverage-Qualitäten sind gefragter denn je. Sie können den Matchup-Schaden minimieren, den gegnerische Tight Ends verursachen, sie können Pass-Catching-Running-Backs neutralisieren und vor allem können sie das, ohne dass man die Front mit mehreren Defensive Backs zu leicht und zu anfällig gegen den Run macht. Littleton ist so ein Spieler: Ein exzellenter Cover-Linebacker und damit ein 3-Down-Spieler, entsprechenden Value bringt er auch mit. Die Berichte, wonach die Packers ihn zu ihrem Top-Target für die anstehende Free Agency auserkoren haben, sind durchaus vorstellbar.

Seite 5: Die Top-10

10. Shaquil Barrett, Edge, Buccaneers

Die Chance, dass Shaq Barrett auf den Markt kommt, ist nur minimal - vielleicht könnte die offene Quarterback-Situation dazu führen, dass Tampa Bay den Franchise Tag am Ende doch Jameis Winston gibt. Realistisch aber sollte Barrett bei den Bucs bleiben. Er ist der prädestinierte Kandidat für einen Prove-It-Deal: Seine erste komplette Saison als Vollzeit-Starter beendete Barrett als NFL-Sack-Leader, und das bei 82 Quarterback-Pressures; ein sehr guter Wert. Doch hatte der 27-Jährige in seinen vier Jahren in Denver davor zusammengerechnet 104 Quarterback-Pressures, das alleine zeigt, was für ein Outlier die vergangene Saison war. Jetzt lautet die Frage: In welchem Ausmaß kann Barrett an seine 2019er Saison anknüpfen? Das würde dann entscheiden, welchen Deal er in der Free Agency 2021 erhält.

9. Ryan Tannehill, Quarterback, Titans

Tannehill ist ein faszinierender Spieler für die anstehende Free Agency. Berichten zufolge basteln die Titans an einem längerfristigen Deal statt ihm einfach den Franchise Tag zu geben; wie aber könnte so ein Deal aussehen? Tannehill hatte seine mit weitem Abstand beste Saison, nachdem er von Marcus Mariota übernommen hatte. Doch wie viel davon ist reproduzierbar? Kann Tannehill die immense Effizienz gerade im vertikalen Passspiel aufrecht erhalten? Greifen in Tennessee die offensiven Rädchen nochmals so gut ineinander? Wie wirkt es sich auf die Offense aus, sollten die Titans Right Tackle Jack Conklin verlieren? Tannehill hat eine große NFL Sample Size mit sehr viel durchschnittlichem Quarterback-Play - in wie weit sind Teams bereit, ihn anhand seiner (zumindest bisher) Outlier-Saison zu bezahlen? Es könnte sich als Glücks-, aber auch als teurer Fehlgriff entpuppen.

8. Jack Conklin, Right Tackle, Titans

Hier haben sich die Titans fraglos verzockt. Tennessee verzichtete darauf, Conklin die Fifth-Year-Option zu geben, und so wird der einstige Erstrunden-Pick bereits nach vier NFL-Saisons Free Agent. Conklin bestrafte das mangelnde Vertrauen mit seiner bislang vielleicht besten Saison. Ein ultra-physischer und dominanter Run-Blocker, stabilisierte sich aber auch in Pass-Protection. Conklin ist erst 25 Jahre alt und kann die rechte Seite einer Offensive Line für die nächsten fünf Jahre absichern.

7. Anthony Castonzo, Left Tackle, Colts

Castonzo könnte auch in der Liste mit Prescott, Brees und Co. auftauchen - schwer vorstellbar, dass die Colts ihn wirklich ziehen lassen, bislang hört man auch viel Positives aus Indianapolis mit Blick auf den 31-Jährigen. Castonzo ist seit über sechs Jahren einer der konstantesten Tackles in der NFL, ein exzellenter Pass-Blocker und gut genug im Run-Blocking. Ein Spieler dieser Qualität auf einer wichtigen Position kommt kaum einmal auf den Markt.

6. Chris Harris, Cornerback, Broncos

Spätestens der Trade für A.J. Bouye dürfte letzte Zweifel beseitigt haben - die Broncos lassen Chris Harris auf den Markt kommen. Bereits zur Trade-Deadline während der vergangenen Saison kursierten Trade-Gerüchte, jetzt endet das Broncos-Kapitel für Harris. Der 30-Jährige hatte 2019 nicht sein bestes Jahr, wurde dabei aber auch ungewohnt einseitig eingesetzt: Der einstige Slot-Corner verbrachte 937 seiner 1.046 Snaps als Outside-Corner, nur 40 Mal spielte er im Slot. Das war auch der personellen Lage in Denver geschuldet, sollte sich aber bei seinem neuen Team ändern. Harris' Value ist dann am größten, wenn er primär im Slot spielt und dann bei etwa einem Drittel seiner Snaps nach außen rückt.

5. Jameis Winston, Quarterback, Buccaneers

Ja, Platz 5 liest sich erst einmal sehr hoch für Jameis Winston. Aber zwei Punkte seien hier erwähnt: Der Positional Value ist ein offensichtlicher Grund - der Quarterback wird in der heutigen NFL immer wichtiger und selbst ein durchschnittlicher Quarterback ist in aller Regel für sein Team "wertvoller" als ein Elite-Offensive-Lineman. Der andere Grund, und hier gehen die Meinungen entschieden weiter auseinander, betrifft Winstons Qualitäten als Quarterback. Noch ist völlig unklar, ob die Buccaneers den einstigen Nummer-1-Pick überhaupt halten wollen; Signale sind in beide Richtungen lesbar. Das ist offensichtlich kein Nachweis seiner Qualität, letztlich kommt es auf eine Frage an: Wie gravierend und wie nachhaltig schätzt man Winstons Turnover-Problematik ein? Gibt es einen statistisch "normalen" Rückgang? Wie viel könnte man via Scheme neutralisieren? Und dann sind es vor allem die Big Plays und das Potenzial in diesem Bereich, die Winston so interessant machen. Ich nehme Winston über die Derek Carrs, Jacoby Brissetts und Andy Daltons dieser Welt, die eine sicherere Base Line mitbringen, aber auch nicht das Ceiling nach oben haben.

4. Anthony Harris, Safety, Vikings

Übernahm im Laufe der Vorsaison und hat seitdem einen Raketenstart hingelegt: Anthony Harris war über die letzten eineinhalb Jahre einer der Top-Cover-Safeties in der NFL, und dabei wurde er, ganz typisch für die Vikings-Defense, durchaus flexibel eingesetzt. Harris spielte in der Box, er verteidigte im Slot und er spielte als tiefer Free Safety. Harris ist erst 28 Jahre alt, zeigte exzellente Physis als Tackler und mit seiner Antizipation, seiner Explosivität, seinen Ball-Skills und seinem Spielverständnis ist er genau die Art Spieler, die Defenses auf Safety gegen den Pass in der heutigen NFL brauchen.

3. Byron Jones, Cornerback, Cowboys

Ein sehr guter, vielseitiger Cornerback. Jones wäre am besten in einer Zone Defense aufgehoben, der vom Safety zum Cornerback umgeschulte Jones ist erst 27 Jahre alt, er hat eine enorm hohe Quote an erzwungenen Incompletions und lässt insgesamt betrachtet schlicht nur ganz wenig zu. Die Big Plays im Sinne von Turnover und ganz konkret Interceptions fehlen, doch ist Jones im zentralen Aufgabengebiet eines Cornerbacks - Pässe zu verhindern und möglichst nichts zuzulassen - ein unheimlich konstanter Spieler. Ein Spieler wie Byron Jones, der zum oberen Liga-Drittel auf einer Premium-Position gehört, unter 30 Jahre alt ist und ohne Vorgeschichte an Verletzungen oder anderen Problemen ist, kommt schlicht selten auf den Markt. Das dürfte die Free Agency für ihn sehr lukrativ gestalten.

2. Jadeveon Clowney, Edge, Seahawks

Die Sack-Zahlen mögen nicht sonderlich eindrucksvoll sein, doch Clowney ist ein Musterbeispiel dafür, wieso man über eine so vergleichsweise wenig aussagekräftige Statistik hinwegsehen sollte. Clowney hatte in der vergangenen Saison insgesamt 58 Quarterback-Pressures, er hatte eine hohe Pass-Rush Win Rate (24 Prozent, Platz 7 unter Edge-Verteidigern) und das obwohl nur Green Bays Za'Darius Smith und Trey Hendrickson von den Saints unter Edge-Rushern es prozentual häufiger mit Double-Teams zu tun hatten. Clowney war der klare Fokus in der Seahawks-Defensive-Line und wurde von Offenses dementsprechend betrachtet, und trotzdem hatte er eine exzellente Saison - wenn man über die offensichtlichen Zahlen hinausgeht. Das macht Clowney nicht zum Elite-Edge-Rusher, aber er ist ein Elite-Run-Verteidiger und ein sehr guter Pass-Rusher, und diese Kombination könnte ihn über die nächsten Tage zu einem der bestbezahlten Verteidiger der Liga machen.

1. Tom Brady, Quarterback, Patriots

Sicher, die vergangene Saison war ernüchternd, und man kann sehr gut argumentieren, dass 2019 den eindeutigen Beginn des Abstiegs von Brady raus aus der Quarterback-Top-10 markierte. Vielleicht muss man das sogar so argumentieren. Aber deutlich mehr Vorsicht ist geboten, wenn es darum geht, sein kurzfristiges Leistungsniveau einzuschätzen: Bradys Arm zeigte keine Probleme, sein Pocket-Verhalten ist noch immer in Ordnung und an seinem Spielverständnis und seiner Art, Defenses zu lesen und dort zu attackieren, wo es besonders wehtut, hat sich nichts geändert. Letztes Jahr hatte er allerdings das Problem, dass selbst wenn er eine Defense richtig gelesen hatte und genau wusste, wo der Ball hinsollte, eine reelle Chance bestand, dass der entsprechende Receiver dennoch nicht frei war. Brady ist selbstredend eine kurzfristige Option, doch für die nächsten ein bis zwei Jahre gedacht gibt es keinen wertvolleren Free Agent auf dem diesjährigen Markt.

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