Nzeocha: So hart ist der Konkurrenzkampf in der NFL

Raphael Weber, Eric Böhm
Sport1

Mark Nzeocha hält in der NFL die deutschen Fahnen hoch und will mit den San Francisco 49ers mit einem Jahr Verspätung für Furore sorgen.

Während die anderen Deutschen in der besten Liga der Welt zu kämpfen haben, geht der Linebacker bereits in sein fünftes NFL-Jahr und hat seinen Platz im finalen 53-Mann-Kader sicher.


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2015 wurde der 1,91 Meter große Nzeocha von den Dallas Cowboys in der siebten Runde gedraftet. Seit September 2017 spielt er für die 49ers und unterzeichnete im März einen neuen Dreijahresvertrag.

Im SPORT1-Interview spricht er über seine Ziele für die kommende Saison, die Aussichten der 49ers und die Entwicklung der NFL in Deutschland.

SPORT1: Herr Nzeocha, Sie gehen in ihr fünftes NFL-Jahr, haben im Frühjahr einen Dreijahresvertrag unterschrieben - fühlen Sie sich angekommen in der Liga oder ist es manchmal noch wie im Traum?

Mark Nzeocha: Klar ist es einerseits immer noch ein Traum. Aber in der NFL weißt du nie, selbst wenn du einen Dreijahresvertrag unterschrieben hast. Du musst dich immer weiter beweisen. Du bist nie wirklich angekommen, sondern du musst immer um deinen Platz kämpfen. Das hört nie auf.

Nzeocha: "The sky is the limit"

SPORT1: Letzte Saison wären Sie als Special Teamer fast in den Pro Bowl gekommen, durften schon drei Mal starten. Ist der Stammplatz das große Ziel für 2019?

Nzeocha: Natürlich will man immer mit einer noch besseren Saison nachlegen. Ich will so viel wie möglich spielen - ob als Starter oder nicht ist egal. Wie immer ich dem Team helfen kann, diese Rolle werde ich akzeptieren. Ich will mein Spielverständnis verbessern, körperlich nochmal zulegen - bigger, faster, stronger, das ist der Schlüssel im Football.

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SPORT1: Das Defensiv-System hat sich etwas verändert. Der Strong Side Linebacker wird nicht mehr so nahe an der Line spielen, um den Lauf zu verteidigen, sondern mehr im Raum. Das sollte Ihnen als früherer Safety ja liegen, oder?

Nzeocha: Eigentlich schon, aber es ist auch für mich eine Umgewöhnung, weil ich die letzten Jahre jetzt immer an der Line war, und mich auch daran gewöhnt habe. Aber die Umstellung geht schon wieder schnell. Natürlich hilft da die Erfahrung als Safety, die Automatismen kommen schneller wieder zurück.


SPORT1: Letzte Saison galten die 49ers als Geheimtipp, erlitten aber viele Verletzungen - wird 2019 der Durchbruch mit Verspätung?

Nzeocha: Wir glauben an das, was wir machen und haben auf jeden Fall sehr gute Spieler. The sky is the limit. Wir müssen sehen, wie die Saison verläuft, aber wir bereiten uns natürlich so gut wie möglich vor.

Garopppolo? "Super Typ, super-bodenständig, super Teamleader"

SPORT1: Quarterback Garoppolo kommt nach einer langen Verletzung zurück – steht mit dem großen Vertrag unter Druck. Wie ist er als Typ? Kommt er damit klar?

Nzeocha: Auf jeden Fall. Er ist ein super Typ, super-bodenständig, ist ein super Teamleader. Er macht einen richtig guten Job und lässt sich auch von so etwas nicht nervös machen.

SPORT1: Haben Sie einen besten Freund im Team?

Nzeocha: Man kann da keinen herausheben. Wir sind als Linebacker eine richtig eingeschworene Truppe, eine ziemlich große Gruppe, ungefähr zehn Jungs. Wir hängen viel zusammen ab, machen unser Linebacker-Diner. Das ist eine richtig gute Truppe.


SPORT1: Sie sind in diesem Jahr auch zum ersten Mal Vater geworden. Verändert das auch die Sicht auf den Job in der NFL, ist das eine zusätzliche Motivation?

Nzeocha: Natürlich ist das eine riesige Motivation! Du willst für dein Kind sorgen und so viel wie möglich schaffen, ein gutes Vorbild sein. Im Augenblick sind Frau und Kind noch in Dallas, wo wir eigentlich wohnen. Deswegen geht es mit dem Schlafmangel auch (lacht). Sie kommen erst nach dem Camp her. In der Offseason leben wir in Dallas, das hier ist der Job.

Kontakt mit den anderen Deutschen? "Nicht so viel"

SPORT1: Wie sehen Sie die Entwicklung der NFL in Europa und Deutschland? Die Fans warten schon lange auf ein Spiel in Deutschland - ist das realistisch in nächster Zeit?

Nzeocha: Ich denke auf jeden Fall, dass es realistisch ist. Das wäre auf jeden Fall supercool. Ich bekomme auch viel mit von den Jungs, die jetzt über das Pathway-Programm nachrücken. Der Hype ist riesig geworden, das ist richtig cool zu sehen. Wenn jetzt noch ein Spiel nach Deutschland kommen würde, würden die Fans das Stadion auch vollpacken und richtig gute Stimmung machen. Das wäre schon richtig cool!

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SPORT1: Haben Sie viel Kontakt mit den anderen Deutschen in der NFL?

Nzeocha: Nicht so viel. Ich habe mit Jakob (Johnson, New England Patrtiots, Anm. d. Red.) ab und zu mal gequatscht. Aber ansonsten eigentlich nur mit den Alten, den OGs Björn Werner, Kasim Edebali.

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