NFL: Die AFC West im Kader-Check: Eine neue Waffe für die Chiefs-Offense

SPOX

Mit dem Draft und dem größten Teil der Free Agency im Rückspiegel wird das Bild der 32 Teams klarer: Wie könnten die offensiven und defensiven Startformationen aussehen? Und wo sind dort potenzielle Stärken und Schwächen? SPOX blickt in der Offseason-Starter-Serie auf alle acht Divisions. Heute geht es um die AFC West um World-Champion Kansas City Chiefs.

Seite 1: Die Denver Broncos

Eines der spannendsten Projekte dieser Saison könnte die Offense der Denver Broncos werden. Nach jahrelanger Suche scheint Teampräsident John Elway fündig geworden zu sein: Drew Lock könnte der langersehnte Quarterback der Zukunft in Colorado sein.

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Um dies zu untermauern wurde die Offense auf links gedreht und signifikant in Draft und Free Agency verstärkt. Nun gilt es, die einzelnen Teile zusammenzufügen und sich dann im Kollektiv weiter zu entwickeln.

Denver Broncos: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Drew Lock

Left Tackle:

Garett Bolles

Running Back:

Melvin Gordon

Left Guard:

Dalton Risner

Wide Receiver:

Courtland Sutton

Center:

Lloyd Cushenberry III

Wide Receiver:

Jerry Jeudy

Right Guard:

Graham Glasgow

Slot-Receiver:

K.J. Hamler

Right Tackle:

Ja'Wuan James

Tight End:

Noah Fant

Denver Broncos: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Defensive Line:

Shelby Harris

Cornerback:

A.J. Bouye

Defensive Line

Jurrell Casey

Cornerback:

Isaac Yiadom

Edge:

Bradley Chubb

Slot-Cornerback:

Bryce Callahan

Linebacker:

Todd Davis

Safety:

Kareem Jackson

Linebacker:

Alexander Johnson

Safety:

Justin Simmons

Edge:

Von Miller

Broncos-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Im Draft bereits holten die Broncos in den ersten beiden Runden zwei Receiver: Jeudy in Runde 1, Hamler in Runde 2. Beide dürften neben Nummer-1-Receiver Sutton starten und Lock damit drei erstklassige Anspielstationen bieten, wobei Jeudy auf Sicht sogar das Zeug zur Nummer 1 hat und mit seinem Speed und seiner Wendigkeit auch nach dem Catch für einige Yards gut sein dürfte. Hamler wieder ist der ideale Slot-Receiver - klein, spektakulär explosiv und wendig.

  • Die Ankunft der beiden hat zudem zur Folge, dass Spieler wie Tim Patrick oder auch DaeSean Hamilton ins zweite Glied rücken, und damit auch raus aus dem unmittelbaren Fokus einer gegnerischen Defense. Beiden könnte dies enorm helfen.

  • Spannend wird generell zu sehen sein, wie der neue Offensive Coordinator Pat Shurmur das Team in der Regel aufs Feld schicken wird - denn wenn diese Offense eines ist, dann unberechenbar und extrem variabel. Nicht nur 11-Personnel lässt sich hier locker spielen, sondern auch Gruppierungen mit zwei Tight Ends etwa. Neben Starter Noah Fant stehen auch noch vielversprechende Leute wie Rookie Albert Okwuegbunam sowie Jeff Heuerman und Nick Vannett zur Verfügung, die sicherlich nicht nur im Goal-Line-Package imposant wirken.

  • Im Backfield wiederum kam mit Gordon ein eher klassischer Runner für die Early Downs, der zudem mit Phillip Lindsay um Einsatzzeit kämpfen wird. Seine Verpflichtung ist namhaft, wirft aber auch Fragen auf: Er ist ein überschaubarer Faktor im Passspiel, was aber der Fokus sein sollte, nicht nur aufgrund von Lock.

  • Gerade die Receiver kamen, um die Situation für Lock bestmöglich zu verbessern. Im Draft wurde schließlich mit Cushenberry auch noch ein neuer Center bereits in Runde 3 geholt, um den Abgang von Connor McGovern (Jets) bestmöglich aufzufangen. Zusätzlich verpflichteten die Broncos in der Free Agency Graham Glasgow, der Guard und Center spielen kann, während Ja'Wuan James nach einer verletzungsgeplagten Vorsaison wieder fit sein sollte. Lock muss also im Grunde nur sein Spiel spielen, der Rahmen sollte passen.

  • Defensiv galt es zunächst, die Lücke zu schließen, die Derek Wolfes Wechsel nach Baltimore hinterließ. Dies gelang durch einen Trade für Casey nachhaltig. Die Titans wollten ihre langjährige D-Line-Säule wohl aus finanziellen Gründen loswerden, Denver schlug zu.

  • Ansonsten setzt das Team defensiv auf Konstanz. In Sachen Pass-Rush hofft man in erster Linie, dass Miller nach für seine Verhältnisse eher schwächerer Saison zu alter Stärke findet und zudem seine Corona-Infektion keine nachhaltigen Folgen hat. Bradley Chubb verpasste den Großteil der vergangenen Saison verletzt, mit Chubb, Miller und Casey haben die Broncos ein starkes Trio an der Line of Scrimmage.

  • In der Secondary könnte auch Callahan nach außen rücken und Dawson im Slot starten, sollte Yiadom wackeln. Ebenso darf sich De'Vante Bausby Hoffnungen auf zahlreiche Snaps machen. Zu beachten ist jedoch auch Drittrundenpick Michael Ojemudia, der ebenfalls ein Kandidat ist.

  • Simmons wurde per Franchise Tag gehalten und ist damit per se jemand, den man beobachten muss. Ein Trade vor der Saison ist unwahrscheinlich, nach einer Verlängerung sieht es bislang aber auch nicht aus.

Seite 2: Die Kansas City Chiefs

Nachdem die Chiefs schier unwiderstehlich durch die Playoffs marschiert sind und dann auch noch durch ein spätes Comeback den Super Bowl gegen die San Francisco 49ers gewannen, stellt sich in Missouri nur eine Frage: Wie verbessert man einen Champion, der offensiv kaum zu stoppen war?

Kansas City Chiefs: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Patrick Mahomes

Left Tackle:

Eric Fisher

Running Back:

Clyde Edwards-Helaire

Left Guard:

Nick Allegretti

Wide Receiver:

Tyreek Hill

Center:

Austin Reiter

Wide Receiver:

Sammy Watkins

Right Guard:

Laurent Duvernay-Tardif

Slot-Receiver:

Mecole Hardman

Right Tackle:

Mitchell Schwartz

Tight End:

Travis Kelce

Kansas City Chiefs: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Alex Okafor

Cornerback:

Charvarius Ward

Defensive Tackle:

Chris Jones

Cornerback:

Bashaud Breeland

Defensive Tacke:

Derrick Nnadi

Slot-Cornerback:

Rashad Fenton

Edge:

Frank Clark

Safety:

Tyrann Mathieu

Linebacker:

Damien Wilson

Safety:

Juan Thornhill

Linebacker:

Anthony Hitchens

Chiefs-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Die Chiefs zogen mit ihrem Erstrundenpick im Draft mit Edwards-Helaire einen Running Back, der einfach perfekt ins Anforderungsprofil dieser Offense passt. Edwards-Helaire ist schnell, wendig und hat gute Hände. Er wird ideal ins aufs Passspiel ausgerichtete Angriffssystem von Andy Reid und Offensive Coordinator Eric Bieniemy passen und die Qualität im Backfield nochmal deutlich steigern. Damien Williams wiederum rückt somit wieder ins zweite Glied.

  • Ansonsten sind Mahomes' Top-Targets allesamt zurück. Watkins wurde letztlich gehalten, nachdem er mit einem Rücktritt kokettiert hatte, während Hill und Hardman ohnehin noch längerfristig gebunden sind. Letztlich wird die Gruppe variabel aufgestellt sein, wobei alle drei im Grunde auch gefährlich im Slot spielen können. Der vierte im Bunde ist Demarcus Robinson, der ebenfalls mit seinem Speed gut ins Konzept passt.

  • Was die Personnel-Gruppierungen angeht, sei erwähnt, dass die Chiefs anders als viele andere Teams gern auch auf einen Fullback zurückgreifen. Dieser wäre dann Anthony Sherman, der selbst kein ganz schlechter Passempfänger ist. Auch 2-Tight-End-Sets sind für Andy Reid fester Bestandteil der Offense - neben Kelce könnte der athletisch Ricky Seals-Jones hier eine Rolle spielen.

  • Sherman ist in puncto Pass-Blocking - genauso wie der jeweilige Running Back - umso wichtiger, da Tight End Travis Kelce in aller Regel nicht an der Line spielt, somit also Mahomes meist nur fünf O-Liner zur Protection vor sich hat.

  • Stichwort O-Line: Hier kommt es zu einer entscheidenden Änderung: Left Guard Stefen Wisniewski (Steelers) ist raus und für ihn übernimmt mit Allegretti ein Siebtrundenpick der Vorsaison. Er fungierte 2019 noch als Backup und kam nur sporadisch zum Einsatz. Ist er schon soweit? Spannend wird zudem, inwieweit Drittrundenpick Lucas Niang schon in Aktion treten wird. Er gilt auf Sicht als Nachfolger von Fisher auf Left Tackle. Auf Right Tackle wurde derweil mit Mike Remmers (Giants) ein erfahrener Ersatzmann hinter Schwartz akquiriert.

  • Die Defense, die sich gegen Ende der Vorsaison merklich gesteigert hatte, bleibt derweil geschlossen zusammen, was die Starter betrifft. Hier wurde eher in die Kadertiefe investiert. Zu nennen sich etwa die Rookies Linebacker Willie Gay Jr. (2. Runde) und Cornerback L'Jarius Sneed (4. Runde), die sich Hoffnungen auf Einsatzzeit machen können. Gerade Gay bringt eine Athletik und Cover-Fähigkeiten mit, die man in der Form im Linebacker-Corps der Chiefs ansonsten vergebens sucht. Er dürfte eher früher als Später auf dem Feld stehen.

  • Im Vergleich zum Super Bowl rückt Safety Daniel Sorensen wieder ins zweite Glied, da Thornhill seine Knie-Verletzung bis zum Saisonstart überstanden haben sollte. Ansonsten bleibt in der Secondary aber eher die Cornerback-Gruppe das Thema, die nach dem Abgang von Fuller noch dünner ist.

Seite 3: Die Las Vegas Raiders

Im ersten Jahr der Raiders in Vegas liegt der Fokus auf dem nächsten Entwicklungsschritt unter Head Coach Jon Gruden. In der Offseason wurden beide Mannschaftsteile punktuell verstärkt, wobei besonder die Offense an Skill gewonnen haben dürfte.

Das Ziel ist indes klar: Eine ordentliche Premiere im ersten Jahr in der neuen sportlichen Heimat hinzulegen.

Las Vegas Raiders: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Derek Carr

Left Tackle:

Kolton Miller

Running Back:

Josh Jacobs

Left Guard:

Richie Incognito

Wide Receiver:

Henry Ruggs III

Center:

Rodney Hudson

Wide Receiver:

Tyrell Williams

Right Guard:

Gabe Jackson

Slot-Receiver:

Hunter Renfrow

Right Tackle:

Trent Brown

Tight End:

Darren Waller

Las Vegas Raiders: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Clelin Ferrell

Cornerback:

Prince Amukamara

Defensive Tackle:

Maurice Hurst

Cornerback:

Trayvon Mullen

Defensive Tackle:

Maliek Collins

Slot-Cornerback:

Lamarcus Joyner

Edge:

Maxx Crosby

Safety:

Damarious Randall

Linebacker:

Nick Kwiatkowski

Safety:

Jonathan Abram

Linebacker:

Cory Littleton

Raiders-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Die wohl größte Verstärkung dieser Offense kommt in Person von Wide Receiver Henry Ruggs. Er war zwar keineswegs der Top-Receiver auf dem Board vieler Teams, aber er passt offenbar bestens in die Spielidee der Raiders - er ist ein Speedster mit enormen Qualitäten nach dem Catch und soll dies auch auf den Platz bringen.

  • In puncto Erfahrung legten die Raiders aber auch kräftig nach und holten den langjährigen Cowboy und einstigen Monday-Night-Football-Experten Jason Witten nach Vegas. Seine Ankunft könnte freilich dazu führen, dass die Raiders öfter in 12-Personnel, also mit zwei Tight Ends auflaufen. Im Vorjahr taten sie dies in 16 Prozent ihrer Snaps, was ligaweit eher unter Durchschnitt war.

  • Von Witten als Ergänzung zu Waller könnte indes auch Jacobs im Backfield profitieren, der somit im Idealfall einen Blocker mehr vor sich hätte.

  • Das Backfield ist ohnehin eine interessante Geschichte in diesem Jahr: Während Jacobs eher als klassischer Runner eingesetzt wurde und Neuzugang Devontae Booker (Broncos) auch passable Receiving-Qualitäten mitbringt, ist Rookie-Drittrundenpick Lynn Bowden Jr. ein gelernter Wide Receiver. Er soll Running Back spielen, zumal sein Route-Tree beschränkt ist, doch die Frage wird sein, wie schnell diese Transition umzusetzen ist. Im Übrigen spielte er auf dem College auch Quarterback, seine Übersicht sollte also recht gut sein.

  • Im Receiving Corps sind die Rollen zunächst recht klar verteilt, doch Drittrundenpick Bryan Edwards hat durchaus die Chance auf viel Spielzeit. Speziell Williams muss sich anstrengen, um den Youngster hinter sich zu halten. Auch sonst ist die zweite Reihe mit Zay Jones und Nelson Agholor sehr solide bestückt.

  • Die Offensive Line vor Derek Carr bleibt im Übrigen zusammen. Hier wird auf Konstanz gesetzt.

  • Stichwort Carr: 2020 ist das letzte Jahr, in dem ihm garantiertes Gehalt zusteht, sprich: Er steht nach zuletzt durchwachsenen Saisons auf dem Prüfstand und bekommt Druck von hinten: Als Backup wurde Marcus Mariota geholt, der in Tennessee abgesehen von 2019 durchaus gute Vorstellungen zeigte und nun auf eine ähnliche Chance wie Ryan Tannehill hilft, der Mariota erfolgreich im Vorjahr verdrängte. Eine Situation, die zu beobachten ist in dieser Saison.

  • Was die Defense angeht, sollte sich an den Startern zumindest zunächst weitestgehend nicht viel ändern. Vielmehr erhoffen sich Jon Gruden und Co. eine Leistungssteigerung des vorhandenen Personals durch den Einfluss des neuen Defensive Line Coachs Rod Marinelli. Der erfahrene Assistant Coach war zuletzt von 2014 bis 2019 in Dallas tätig und soll in erster Linie den Pass Rush beleben. Erster Erfolg: Clelin Ferrell hat in der Offseason neun Kilogramm an Muskelmasse draufgelegt und erhofft sich dadurch nach durchwachsener Rookie-Saison eine Leistungssteigerung.

  • Größere Veränderungen gibt es allerdings auf Linebacker. Hier wurden insgesamt mehr als 32 garantierte Millionen in Cory Littleton und Nick Kwiatkowski gesteckt, die das Gesamtkonstrukt stabilisieren sollen.

  • In der Secondary könnte sich im Laufe des Jahres ein Konkurrenzkampf entwickeln - und zwar auf zwei Positionen. Neuzugang Prince Amukamara dürfte letztlich nur ein Platzhalter sein für Rookie Damon Arnette, den die Raiders am Ende der ersten Draftrunde gezogen haben. Zudem könnte Amik Robertson (4. Runde) auf Sicht Lamarcus Joyner im Slot verdrängen. Letzterer verdient allerdings 2020 knapp zehn Millionen Dollar und sollte schon deshalb Vorsprung haben. Ab kommender Saison jedoch endet sein garantiertes Gehalt.

  • Aus deutscher Sicht noch spannend: Mit Dominik Eberle ist ein deutscher Kicker im Camp. Er tritt im internen Duell mit Daniel Carlson an und rechnet sich durchaus Chancen aus.

Seite 4: Die Los Angeles Chargers

Neues Jahr, neues Stadion, neuer Quarterback. Die Chargers beginnen in mehrerlei Hinsicht eine neue Ära. Zum ganz großen sportlichen Umbruch kommt es zwar nicht, die erste Saison nach Philip Rivers jedoch wirkt ein wenig wie ein Übergangsjahr.

Los Angeles Chargers: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Tyrod Taylor

Left Tackle:

Sam Tevi

Running Back:

Austin Ekeler

Left Guard:

Dan Feeney

Wide Receiver:

Keenan Allen

Center:

Mike Pouncey

Wide Receiver:

Mike Williams

Right Guard:

Trai Turner

Slot-Receiver:

K.J. Hill

Right Tackle:

Bryan Bulaga

Tight End:

Hunter Henry

Los Angeles Chargers: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Joey Bosa

Cornerback:

Casey Hayward

Defensive Tackle:

Linval Joseph

Cornerback:

Desmond King

Defensive Tackle:

Justin Jones

Slot-Cornerback:

Chris Harris Jr.

Edge:

Melvin Ingram

Safety:

Derwin James

Linebacker:

Nick Vigil

Safety:

Rayshawn Jenkins

Linebacker:

Kenneth Murray

Chargers-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Die größte Veränderung zum Vorjahr ist freilich die auf der Quarterback-Position. Nach 16 gemeinsamen Jahren hat Philip Rivers das Team verlassen und sich den Colts angeschlossen. Vollends geklärt ist seine Nachfolge aber noch nicht. Ziemlich sicher jedoch wird Taylor zunächst mal als Starter fungieren, obgleich Erstrundenpick Justin Herbert die präferierte Lösung für die Zukunft repräsentiert.

  • Grundsätzlich legen die Chargers von nun an jedoch wert auf einen athletischen, beweglichen Passgeber, wie Head Coach Anthony Lynn kürzlich erst betonte. In diese Kategorie fällt freilich auch die Nummer 3 auf der Depth Chart, Easton Stick, der letztjährige Fünftrundenpick. Die Chargers könnten eine Offense aufbauen, in welcher der Quarterback eine ausgeprägte Rolle im Run Game erhält.

  • Die Großbaustelle des Teams war im Vorjahr die Offensive Line. Das mag sich nicht unbedingt in den Statistiken widerspiegeln - mit einer Adjusted Sack Rate von nur 6,2 Prozent belegte sie Rang 9 in der NFL -, doch Rivers hätte nie wirklich viel Zeit zum Werfen (2,63 Sekunden - die fünftkürzeste Passfenster der Liga), was auch dazu führte, dass er so viele Fehler machte wie lange nicht (20 Interceptions).

  • Um dies zu beheben, gingen die Chargers ungewöhnliche Wege. Zunächst holten sie per Trade Guard Trai Turner aus Carolina und schickten dafür Left Tackle Russell Okung eben dort hin. Die von Okung hinterlassene Lücke wiederum wurde dann mit Free Agent Bryan Bulaga geschlossen. Dieser spielte zwar stets solide in Green Bay, war dort jedoch zumeist der Right Tackle. Muss er sich umstellen, damit Sam Tevi auf der rechten Seite bleiben kann? Oder dürfen Tevi und Trey Pipkins die linke Seite unter sich ausmachen und Bulaga bleibt auf der ihm vertrauten Seite? Helfen wird indes, dass Center Pouncey nach langer Verletzungspause (5 Starts im Vorjahr) zurück ist und damit Scott Quessenberry wieder auf die Bank verdrängt.

  • Etwas unklar stellt sich noch das Receiving Corps auf. Klar ist, dass die Topleute Allen und Williams gesetzt sind. Sie sind das erste Wide-Receiver-Duo der Chargers seit 1980, das zusammen jeweils mindestens 1000 Yards aufgelegt haben. Doch dahinter ist alles offen. Tendenziell ist Siebtrundenpick Hill, den viele für einen Steal halten, der ideale Kandidat für den Slot. Im Vorjahr versuchten sich dort Andre Patton und Jason Moore, aber beide eher schlecht als recht. Fünftrundenpick Joe Reed ist zwar auch ein Kandidat, hat seine Qualitäten aber eher im Return-Spiel.

  • Auf Tight End ist Hunter Henry vor Virgil Green, der hauptsächlich zum Blocken da ist, gesetzt. Henry spielt allerdings mit Franchise Tag und könnte somit im kommenden Frühjahr weg sein.

  • In der Defensive Line ersetzt Neuzugang Joseph (Vikings) den langjährigen Nose Tackle Brandon Mebane, der keinen neuen Vertrag bekam. Die restliche O-Line blieb zusammen, also auch das Pass-Rush-Duo Bosa und Ingram.

  • Dahinter hält man große Stücke auf Erstrundenpick Kenneth Murray, der in große Fußstapfen tritt: Er tritt die Nachfolge des erfahrenen Thomas Davis an, der sich den Redskins angeschlossen hat. Um den Platz daneben streiten sich mit Neuzugang Nick Vigil (Bengals), Uchenna Nwosu und Denzel Perryman gleich mehrere Kandidaten.

  • In der Secondary wiederum gibt es gegenüber von Hayward mehrere Alternativen. Desmond King könnte genauso gut starten wie Michael Davis, während Ex-Bronco Harris im Slot und Outside spielen kann. Die Chargers haben eines der potenziell besten Cornerback-Trios der Liga in ihren Reihen.

  • Auf Safety kommt der so wichtige Derwin James zurück. Nachdem er in seiner Rookie-Saison 2018 bereits zum All-Pro gewählt wurde, absolvierte er 2019 verletzungsbedingt nur fünf Spiele. Seine Präsenz dürfte der Defense deutlich mehr Stabilität verleihen.

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