NFL: Starter-Serie NFC North: Das Ende einer Ära in Green Bay?

SPOX

Mit dem Draft und dem größten Teil der Free Agency im Rückspiegel wird das Bild der 32 Teams klarer: Wie könnten die offensiven und defensiven Startformationen aussehen? Und wo sind dort potenzielle Stärken und Schwächen? SPOX blickt in der Offseason-Starter-Serie auf alle acht Divisions. Heute steht die weit offen erscheinende NFC North an.

 

 

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Seite 1: Die Chicago Bears

Wer ist in Woche 1 der Starting Quarterback der Chicago Bears? Und wer in Woche 8? Und in Woche 15? Die Debatte um die wichtigste Position auf dem Feld wird die Bears vermutlich die ganze Saison über begleiten.

Über schlechte Mitspieler auf dieser Seite des Balles können Mitchell Trubisky und Nick Foles sich nicht beschweren, auch wenn General Manager Ryan Pace dort im Draft eine fragwürdige Entscheidung getroffen hat.

Chicago Bears: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Nick Foles

Left Tackle:

Charles Leno Jr.

Running Back:

David Montgomery

Left Guard:

James Daniels

Wide Receiver:

Allen Robinson

Center:

Cody Whitehair

Wide Receiver:

Anthony Miller

Right Guard:

Rashaad Coward

Tight-End:

Cole Kmet

Right Tackle:

Bobby Massie

Tight End:

Jimmy Graham

Chicago Bears: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Defensive Line:

Akiem Hicks

Edge:

Robert Quinn

Defensive Line:

Eddie Goldman

Cornerback:

Kyle Fuller

Defensive Line:

Bilal Nichols

Cornerback:

Artie Burns

Edge:

Khalil Mack

Safety:

Deon Bush

Linebacker:

Danny Trevathan

Safety:

Eddie Jackson

Linebacker:

Roquan Smith

Bears-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Die Defensive der Chicago Bears hat mit Khalil Mack, Eddie Jackson, Kyle Fuller und Akiem Hicks weiterhin viele Stars in der ersten Einheit, hat danach aber nicht mehr die Tiefe wie im Vorjahr. Linebacker Nick Kwiatkowski und Cornerback Prince Amukamara standen 2019 insgesamt für knapp 1400 Snaps auf dem Feld, spielen künftig aber beide für die Las Vegas Raiders.

  • In der Secondary hat Chicago mit Zweitrundenpick Jaylon Johnson stark nachgerüstet. Viele Experten hatten den Cornerback der Utah Utes vor dem Draft als Erstrundentalent eingeschätzt. Johnson könnte schon früh in der Saison mehr als Artie Burns spielen.

  • Die einzig nennenswerte Addition in der Free Agency ist Edge-Verteidiger Robert Quinn, der ein konstanterer Passrusher ist als Superathlet Leonard Floyd, der zu den Los Angeles Rams gegangen ist.

  • Zuvor hatten die Bears mit der Selektion von Tight End Cole Kmet allerdings für einige Fragezeichen unter NFL-Experten und -Fans gesorgt. Dass Nagy gerne häufig zwei Tight Ends aufs Feld schicken möchte, ist mittlerweile bekannt, ob ein 33-jähriger Jimmy Graham und Kmet auf der Position konstant Separation kreieren können, bleibt jedoch zu beobachten. Die Bears haben aktuell ganze neun Tight Ends im Roster.

  • Mit Allen Robinson haben die Bears allerdings einen Receiver im Team, der mit einem besseren Quarterback im Team vielleicht schon die ein oder andere All-Pro-Auszeichnung erhalten hätte. Anthony Miller ist wie auch schon vor der vergangenen Saison ein Breakout-Kandidat.

  • In der Offensive Line werden vermutlich mindestens vier Starter der Vorsaison auch im kommenden September wieder das Feld nehmen. Kontinuität ist gerade in der O-Line zu begrüßen, bedeutet in diesem Fall aber auch: Dort kann nur Neuzugang Germain Ifedi ein Upgrade gegenüber Rashaad Coward auf Right Guard darstellen. Die positive Regression zurück zur starken Form von 2018 muss in der O-Line also hauptsächlich von Charles Leno Jr., James Daniels, Cody Whitehair und Bobby Massie kommen.

  • Auch im Backfield kehren mit David Montgomery, Tarik Cohen und Ryan Nall drei bekannte Gesichter zu den Bears zurück.

  • Die Entscheidung der Bears, Nick Foles nach Chicago zu holen, könnte während und nach der Saison heftig kritisiert werden, falls die Offensive der Mannschaft von Head Coach Matt Nagy keine Verbesserungen zum Vorjahr zeigt. Mit Jameis Winston, Andy Dalton und Cam Newton waren und sind andere attraktive Optionen auf der Quarterback-Position verfügbar, die in der kommenden Spielzeit nicht so teuer sein werden wie Foles.

  • Langfristig laufen die Bears seit dem Trade für Khalil Mack weiterhin Gefahr, den Nachschub an Elite-Talenten im Draft zu verpassen. Dass Pace zuletzt mehrfach aus einer schwierigen Ausgangslage hinaus auch noch verhältnismäßig früh im Draft einen Running Back (David Montgomery) und einen Tight End (Kmet) auswählte, hat die Situation noch verschärft. Die Jobs von Nagy und Pace, der noch 2018 durch Sporting News zum Executive of the Year gewählt wurde, könnten in der kommenden Saison schon auf dem Spiel stehen.

Seite 2: Die Detroit Lions

Die vergangene Saison der Detroit Lions lässt sich einfach in zwei Hälften aufteilen: Mit einem gesunden Matthew Stafford im Team - und ohne. Die zweite, komplett sieglose Hälfte kann man aus analytischer Sicht getrost ignorieren, denn für die Lions hat sich nur bestätigt, was für fast alle anderen Mannschaften in der NFL auch gilt. Ohne ihren ersten Quarterback hat das Team kaum eine Chance.

Wie stark die Lions mit Stafford in den ersten acht Wochen der Saison spielten, ist jedoch mittlerweile in Vergessenheit geraten.

Detroit Lions: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Matthew Stafford

Left Tackle:

Taylor Decker

Running Back:

D'Andre Swift

Left Guard:

Joe Dahl

Wide Receiver:

Kenny Golladay

Center:

Frank Ragnow

Wide Receiver:

Marvin Jones

Right Guard:

Jonah Jackson

Slot-Receiver:

Danny Amendola

Right Tackle:

Halapoulivaati Vaitai

Tight End:

T.J. Hockenson

Detroit Lions: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Romeo Okwara

Cornerback:

Desmond Trufant

Defensive Tackle:

Danny Shelton

Cornerback:

Jeffrey Okudah

Defensive Tackle:

John Atkins

Slot-Cornerback:

Justin Coleman

Edge:

Trey Flowers

Safety:

Duron Harmon

Linebacker:

Jamie Collins

Safety:

Tracy Walker

Linebacker:

Jarrad Davis

Lions-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Vor allem in der Defensive der Lions sind eindeutig Tendenzen der Patriots zu erkennen, die Head Coach Matt Patricia aus New England mit nach Detroit gebracht hat. Allein drei Ex-Pats in Duron Harmon, Jamie Collins und Danny Shelton werden in der kommenden Saison für die Lions starten.

  • Außerdem wurde beim Konstruieren dieser Einheit die Verstärkung der Secondary dem Pass Rush vorgezogen. Auch wenn selbst ein Top-3-Pick nicht garantiert, dass Jeff Okudah sofort die Rolle als konstanter Nummer-1-Cornerback von Darius Slay (zu den Eagles getradet) übernehmen kann, wurde die Secondary der Lions vielversprechend verbessert.

  • Desmond Trufant hat über viele Jahre hinweg gut gegen die besten Receiver der Gegner abgeliefert und sollte dementsprechend auch ein exzellenter Nummer-2-Cornerback sein. Justin Coleman im Slot sowie Tracy Walker und Harmon als Safety-Duo sollten auch mindestens durchschnittlich verteidigen können. Zudem stehen Jayron Kearse, Darryl Roberts und Will Harris als solide Alternativen für bestimmte Rollen bereit.

  • Der Pass-Rush der Lions wird, ähnlich wie bei den Patriots, vermutlich auch viel durch Blitzes entstehen müssen. Mit den athletischen Linebackern Jarrad Davis, Jamie Collins und Jahlani Tavai ist Detroit dafür gut ausgestattet. Allerdings hatte gerade Davis in der Vorsaison, wie auch schon in seinem Rookiejahr, große Probleme in der Pass Coverage.

  • Wo abseits von Trey Flowers konstant Pressures seitens der Lions ausgeübt werden sollen, bleibt weiterhin das größte Fragezeichen dieser Defense. Falls Romeo Okwara oder sein jüngerer Bruder Julian dort nicht überraschen, könnte Flowers schon wie im Vorjahr regelmäßig an Double Teams der Offensive Line scheitern.

  • Die größte Überraschung in der Offseason der Lions kam früh in der zweiten Runde des Drafts, als Detroit Running Back D'Andre Swift auswählte. Kerryon Johnson hatte zwar bisher viel mit Verletzungen zu kämpfen, zeigte jedoch im gesunden Zustand gute Leistungen. Swift überzeugt neben seiner Explosivität und Agilität mit seinen Fähigkeiten als Passfänger, die Johnson fehlen.

  • Dabei könnte es für Detroit ein Fehler sein, wieder vermehrt auf kurze Pässe zu setzen. Schließlich war die Offensive der Lions zu Beginn der vergangenen Saison mit einem aggressiven, vertikalen Passspiel sehr erfolgreich. Stafford warf seine Pässe mit einer durchschnittlichen Target-Tiefe von 11,4 Yards. So weit das Feld runter warf 2019 kein anderer Quarterback seine Receiver an, nur Jameis Winston (10,9) und Ryan Tannehill (10,1) erreichten dort auch einen Wert von über 10 Yards.

  • Mit dem Receiver-Duo Kenny Golladay und Marvin Jones sowie den Tight Ends T.J. Hockenson, Jesse James und Rookie Hunter Bryant haben die Lions weiterhin genug Anspieloptionen, um auch in der kommenden Saison das vertikale Passspiel wieder aufzunehmen. Danny Amendola ist auch im Alter von 34 noch eine verlässliche Option im Kurzpassspiel.

  • Eine weitere Voraussetzung für diesen aggressiven Spielstil ist jedoch auch, dass die Offensive Line Stafford genügend Zeit in der Pocket verschafft. Dort könnte potenziell die rechte Seite der Line für größere Schwierigkeiten sorgen. Vaitai wurde als solider Starter bezahlt, hat sich bei den Eagles jedoch nie über längere Zeit als solcher bewiesen. Auf der Position des rechten Guards wird es vermutlich einen Wettkampf zwischen Oday Aboushi, Kenny Wiggins, Logan Stenberg und Jonah Jackson geben. Ein verkürztes Training Camp wäre ein Nachteil für die Rookies Jackson und Stenberg.

Seite 3: Die Green Bay Packers

Die Green Bay Packers haben Jordan Love in der ersten Runde des Drafts auf der Suche nach ihrem Quarterback der Zukunft ausgewählt, anschließend aber Spieler für eine Football-Philosophie aus der Vergangenheit gedraftet.

Haben die Verantwortlichen in der Tundra Aaron Rodgers trotz einer Teambilanz von 13-3 im Vorjahr schon abgeschrieben? Zumindest haben sie seine Chancen auf weiteren Erfolg zum Ende seiner Karriere nicht verbessert.

Green Bay Packers: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Aaron Rodgers

Left Tackle:

David Bakhtiari

Running Back:

Aaron Jones

Left Guard:

Elgton Jenkins

Wide Receiver:

Davante Adams

Center:

Corey Linsley

Wide Receiver:

Allen Lazard

Right Guard:

Billy Turner

Wide Receiver:

Devin Funchess

Right Tackle:

Rick Wagner

Tight End:

Jace Sternberger

Green Bay Packers: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Defensive Line:

Dean Lowry

Edge:

Za'Darius Smith

Defensive Line:

Kenny Clark

Cornerback:

Jaire Alexander

Defensive Line:

Tyler Lancaster

Cornerback:

Kevin King

Edge:

Preston Smith

Safety:

Darnell Savage Jr.

Linebacker:

Oren Burks

Safety:

Adrian Amos

Linebacker:

Christian Kirksey

Packers-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Die Green Bay Packers haben insgesamt weiterhin ein gutes Roster mit wenig gravierenden Schwächen. Die mit Abstand größte Schwachstelle der Mannschaft liegt jedoch in einer der wichtigsten Positionsgruppen im American Football, Wide Receiver.

  • Davante Adams ist aktuell vermutlich einer der zehn besten Receiver in der NFL. Der Qualitätsunterschied zum zweitbesten Receiver im Team, egal ob Allen Lazard, Devin Funchess oder Marquez Valdes-Scantling, ist bei den Packers jedoch so groß wie bei keiner anderen Mannschaft in der NFL.

  • Lazard hat für einen ungedrafteten Spieler in seinem zweiten Jahr sehr gute Ansätze gezeigt. Die Packers haben in der jüngeren Vergangenheit jedoch auch schon nach guten Ansätzen von Geronimo Allison (jetzt Lions) oder Valdes-Scantling zu viel darauf gesetzt, dass einer der beiden seinen Durchbruch als konstante Nummer-2-Option hinter Adams schafft.

  • Dass Green Bay in einem als historisch tief besetzt geltenden Receiver-Jahrgang keinen einzigen Receiver, aber einen Power-Runner (AJ Dillon) und einen H-Back (Josiah Deguara) in Runde zwei und drei gedraftet haben, sorgte im NFL-Kosmos kollektiv für so viel Unverständnis für den Draft-Prozess einer Mannschaft wie selten zuvor.

  • Als Erklärung für diese Entscheidungen wurde häufig spekuliert, dass Head Coach Matt LaFleur im Idealfall die Outside-Zone-Offensive der San Francisco 49ers und Offensiv-Genie Kyle Shanahan nachbauen möchte. Dass Deguara die Rolle von Kyle Juszczyk auch nur ansatzweise so gut ausführen kann wie der variable Fullback der Niners ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Außerdem setzte San Francisco in jüngerer Vergangenheit immer wieder auf agile, explosive Running Backs und kaum auf behäbige Dampfwalzen wie Dillon.

  • Außerdem scheint Rodgers nicht unbedingt geeignet für das System Shanahans zu sein. Der Hall-of-Famer kann zwar weiterhin deutlich mehr Plays durch Improvisation kreieren als beispielsweise Jimmy Garappolo, ist in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder negativ dafür aufgefallen, dass er offene Receiver im Kurz- und Mediumpassspiel zu häufig nicht anwirft. An diesem Punkt wäre vermutlich die Frage berechtigt, ob die Entscheidungstreffenden in Green Bay vielleicht Love schon in der Saison 2022 als Quarterback der Packers sehen.

  • Offensiv stehen hinter der rechten Seite der Offensive Line noch zwei Fragezeichen. Billy Turner schien in der vergangenen Saison mehrfach das schwächste Glied der O-Line zu sein und hat mit Rick Wagner nun auch einen schlechteren Right Tackle als Bryan Bulaga neben sich. Lane Taylor könnte auf der rechten Seite aushelfen, da Elgton Jenkins ihn mit seiner extrem guten Rookie-Saison wohl endgültig von der Position des Left Guards verdrängt hat.

  • Ähnlich wie in der Offensive (Funchess) ist auch der prominenteste Free-Agency-Neuzugang auf der defensiven Seite maximal unspektakulär. Linebacker Christian Kirksey kommt aus Cleveland und soll die Rolle von Blake Martinez übernehmen, hat aber seit 2017 nur noch unterdurchschnittliche Leistungen gezeigt.

  • Die Secondary sowie der Pass Rush der Packers ist allerdings weiter stark besetzt. Im defensiven Backfield hat Green Bay mit Josh Jackson auch zumindest eine gute Alternative, auf den Edges fehlt hinter Za'Darius Smith und Preston Smith nach der enttäuschenden Rookie-Saison von Rashan Gary aktuell noch eine dritte Option, falls der Superathlet in seinem zweiten Jahr keine Fortschritte macht.

  • Dabei werden konstante Pressures von Gary als Rotations-Passrusher in der kommenden Saison vermutlich mehr als noch im Vorjahr benötigt werden, denn Za'Darius ist ein Kandidat für einen großen Rückschritt in Richtung seiner vorherigen Karriereleistungen. In Baltimore hat der 27-Jährige nie ansatzweise so dominiert wie 2019 für die Packers.

Seite 4: Die Minnesota Vikings

Den Minnesota Vikings waren in der Free Agency finanziell die Hände gebunden, so dass die Franchise viele langjährige Starter ziehen lassen musste und kaum nennenswerte Neuzugänge vermeldete.

Dafür hat Minnesota im Draft einen neuen Rekord mit ganzen 15 Selektionen aufgestellt. Mit diesem Influx an jungem Talent hat die Franchise offenbar den Plan, einen Rebuild zu umgehen und stattdessen nur einen kurzweiligeren "Reload" durchzuführen und damit im Angriffsmodus zu bleiben.

Minnesota Vikings: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Kirk Cousins

Left Tackle:

Riley Reiff

Running Back:

Dalvin Cook

Left Guard:

Pat Elflein

Wide Receiver:

Adam Thielen

Center:

Garrett Bradbury

Wide Receiver:

Justin Jefferson

Right Guard:

Dru Samia

Tight End:

Kyle Rudolph

Right Tackle:

Brian O'Neill

Tight End:

Irv Smith Jr.

Minnesota Vikings: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Danielle Hunter

Cornerback:

Holton Hill

Defensive Tackle:

Michael Pierce

Cornerback:

Jeff Gladney

Defensive Tackle:

Shamar Stephen

Slot-Cornerback:

Mike Hughes

Edge:

Ifeadi Odenigbo

Safety:

Harrison Smith

Linebacker:

Anthony Barr

Safety:

Anthony Harris

Linebacker:

Eric Kendricks

Vikings-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Die Offensive der Vikings hatte in den vergangenen Monaten nur wenige nennenswerte Abgänge, dafür wird der Verlust von Stefon Diggs der Mannschaft noch lange anzumerken sein. Mit Erstrundenpick Justin Jefferson kam ein etwas anderer Spielertipp, der bei LSU fast ausschließlich im Slot gespielt hat.

  • Diggs' Abgang sollte im Kollektiv kompensiert werden, dafür fehlt im Receiver-Raum hinter Thielen und Jefferson jedoch wie schon im Vorjahr ein bewiesener Nummer-3-Receiver. Olabisi Johnson, der in seinem Rookiejahr positiv überrascht hat, und Neuzugang Tajae Sharpe werden in der Saisonvorbereitung vermutlich um diese Rolle kämpfen. Chad Beebe und Rookie KJ Osborn haben Außenseiterchancen.

  • Im Passspiel sehen die Vikings vermutlich eher Irv Smith Jr. und Kyle Rudolph als dritte und vierte Option. Smith hat in der vergangenen Saison im Alter von gerade einmal 21 Jahren schon vielversprechende Leistungen für einen Rookie-Tight-End geliefert.

  • Auch in der Offensive Line gibt es weiterhin Baustellen, mit denen sich die Franchise nun schon seit mehreren Saisons rumplagt. Pat Elflein war als linker Guard noch schlechter als auf der Center-Position und könnte aus Mangel an Alternativen und deren beschränkter Zeit, um sich in dieser ungewöhnlichen Offseason beweisen zu können, trotzdem wieder als Starter ins erste Saisonspiel gehen.

  • Die unerwartete Entlassung von Josh Kline bedeutet wohl dass die Coaches in Minnesota in der kommenden Saison Dru Samia, Aviante Collins oder Dakota Dozier als Starter auf Right Guard sehen.

  • Falls Zweitrundenpick Ezra Cleveland früher als erwartet bereit ist, auf Left Tackle zu starten, könnte Riley Reiff sich auch als Guard versuchen.

  • Dalvin Cook hat kürzlich einen Holdout angedroht, falls er keinen neuen langfristigen Vertrag zum richtigen Preis angeboten bekommt. Alexander Mattison und Mike Boone sind zwar fähige und teilweise sogar spektakuläre Runner, haben aber keineswegs Cooks Fähigkeiten als Passempfänger.

  • In der Defense der Vikings ist bei dem Verlust von Xavier Rhodes, Trae Waynes, Mackensie Alexander, Linval Joseph und Everson Griffen leicht zu vergessen, dass Minnesota mit Eric Kendricks, Danielle Hunter, Harrison Smith und Anthony Harris weiterhin absolute Elite-Spieler in seinen Reihen weiß.

  • Auf den Edges fehlt allerdings klar ein dritter Pass-Rusher. Dass Ifeadi Odenigo als Starter genauso so produktiv sein kann wie als Rotationsspieler, bleibt zu beobachten. Griffen hat zwar seinen Abscheid aus Minnesota schon verkündet, hat aber noch kein neues Team.

  • Anthony Barr könnte, was in den vergangenen Jahren schon mehrfach angedeutet wurde, vermehrt als Pass-Rusher spielen. Der 28-Jährige hat bei UCLA am College hauptsächlich Edge-Verteidiger gespielt. Zudem ist Barr in der Pass Coverage nicht annähernd so gut wie sein Nebenmann Eric Kendricks, der die beste Saison seiner Karriere hinter sich hat.

  • Michael Pierce könnte Joseph übergangslos als Nose Tackle ersetzen, der in Mike Zimmers Scheme noch eine größere Rolle spielt als in manch anderer Defensive. Sein Nebenmann Shamar Stephen ist allerdings höchstens solide.

  • Gerade auf den Cornerback-Positionen werden zwangsläufig viele junge Vikings auf dem Feld stehen müssen. Da Zimmer seine Defensive Backs traditionell lieber etwas später ins Feuer wirft, könnte Holton Hill zu Beginn der Saison den Vorzug vor Drittrundenpick Cameron Dantzler erhalten. Selbst Erstrundenpick Jeff Gladney wird vielleicht auf Nickel-Packages warten müssen, in denen Mike Hughes in den Slot wandert.

  • Das langjährige Versagen ihrer Kicker scheinen die Vikings in den Griff bekommen zu haben. Dan Bailey traf in der vergangenen Saison 27 seiner 29 Field-Goal-Versuche in Zusammenarbeit mit Punter und Holder Britton Colquitt und Longsnapper Austin Cutting.

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