NFL: NFC South: Feuerwerk mit Brees, Brady und Co.

SPOX

Mit dem Draft und dem größten Teil der Free Agency im Rückspiegel wird das Bild der 32 Teams klarer: Wie könnten die offensiven und defensiven Startformationen aussehen? Und wo sind dort potenzielle Stärken und Schwächen? SPOX blickt in der Offseason-Starter-Serie auf alle acht Divisions, los geht's mit der NFC South.

Seite 1: Die Atlanta Falcons

Auf die Atlanta Falcons könnte eine turbulente Saison warten. Mit einer unerwartet starken zweiten Saisonhälfte retteten Head Coach Dan Quinn und Co. ihre Jobs - doch entsprechend groß ist der Druck schon jetzt für 2020.

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Ein weiterer Fehlstart könnte das endgültige Aus bedeuten - und die Falcons könnten tatsächlich vor einer sportlich schwierigen Saison stehen. Trotz noch immer mehrerer exzellenter Spieler auf Schlüsselpositionen.

Atlanta Falcons: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Matt Ryan

Left Tackle:

Jake Matthews

Running Back:

Todd Gurley

Left Guard:

James Carpenter

Wide Receiver:

Julio Jones

Center:

Alex Mack

Wide Receiver:

Calvin Ridley

Right Guard:

Chris Lindstrom

Slot-Receiver:

Russell Gage

Right Tackle:

Kaleb McGary

Tight End:

Hayden Hurst

Atlanta Falcons: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Takkarist McKinley

Cornerback:

A.J. Terrell

Defensive Tackle:

Grady Jarrett

Cornerback:

Isaiah Oliver

Defensive Tackle:

Tyeler Davison

Slot-Cornerback:

Damontae Kazee

Edge:

Dante Fowler

Safety:

Keanu Neal

Linebacker:

Deion Jones

Safety:

Ricardo Allen

Linebacker:

Foyesade Oluokun

Falcons-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Wenn die Falcons 2020 um die Playoffs mitspielen wollen, brauchen sie ihre Offense auf Top-Level. Oberes Mittelmaß wie in der vergangenen Saison (Platz 12 nach Passing DVOA) wird nicht reichen. Damit Atlanta das schafft, steht maßgeblich ein Aspekt im Fokus: die Offensive Line, insbesondere die rechte Seite der Offensive Line.

  • Chris Lindstrom und Kaleb McGary, die beiden Vorjahres-Erstrunden-Picks, kommen noch als große Fragezeichen daher. Lindstrom absolvierte verletzungsbedingt nur fünf Spiele und hinterließ dabei zumindest einen guten Eindruck. McGary spielte die gesamte Saison, allerdings mit noch sehr viel Luft nach oben. Das Kernrpoblem dabei? Matt Ryan hatte seine schlechteste Saison gegen Pressure seit Jahren, warf hier acht Touchdowns und fünf Interceptions und kam auf gerade so über sechs Yards pro Passversuch (6,3).

  • Ryan besser zu schützen wird ein zentraler Faktor sein. Im gleichen Atemzug gilt es dann auch, ihm die Arbeit weiter zu erleichtern. Etwa mit mehr Play Action, hier hatte Ryan - auch bedingt durch häufig notwendige Aufholjagden aufgrund der schlechten Defense - in der vergangenen Saison seine niedrigste Quote seit 2014. Oder auch was via Scheme ermöglichte Yards nach dem Catch angeht: Kein Quarterback hatte in der vergangenen Saison weniger Yards nach dem Catch pro Completion als Ryan (4,0).

  • Die einzig wirklich spannende Starting-Position in der Offense ist die des dritten Wide Receivers. Die Falcons spielten in der vergangenen Saison mehr als 60 Prozent 11-Personnel (ein Running Back, ein Tight End, drei Wide Receiver) und hätten auch nicht die Tight-End-Tiefe, um etwa signifikant mehr 12-Personnel zu spielen. Sprich: Atlanta braucht drei gute Receiver, die einzige nennenswerte Verpflichtung hinter Jones und Ridley aber ist Laquon Treadwell. Und der war schon in Minnesota in der Rolle als Nummer-3-Receiver überfordert.

  • Die Offense muss umso stärker sein, weil die Defense mit gigantischen Fragezeichen daher kommt - allen voran in der Secondary. Desmond Trufant ist weg und wird durch A.J. Terrell ersetzt. Ein Erstrunden-Pick, aber vor allem erstmal ein Rookie. Damit rückt Isaiah Oliver wohl in die Rolle des Nummer-1-Corners, Kazee, der letztes Jahr im Slot begann und dann verletzungsbedingt auf Safety geschoben wurde, könnte wieder im Slot starten. Doch keiner dieser Spieler ist in Coverage über Durchschnitt, mit Terrell als größte Variable. Und das ist eine alarmierende Ausgangslage, gerade in der Division.

  • Spannend was die Besetzung angeht sind in der Front zwei Positionen: Wer besetzt den zweiten Linebacker-Spot neben Deion Jones? Foyesade Oluokun kam im Laufe der vergangenen Saison auf mehr Snaps, er dürfte De'Vondre Campbell ersetzen. In diese Rolle könnte alternativ auch der neu verpflichtete Deone Bucannon rutschen.

  • Der Bereich, der defensiv wirklich besser sein sollte, ist der Pass-Rush. Atlanta war 2019 einmal mehr eines der ineffizientesten Teams, wenn es darum ging, den Quarterback unter Druck zu setzen. Dante Fowler sollte hier ein klares Upgrade gegenüber Adrian Clayborn und Vic Beasley darstellen, die beide weg sind. Im Verbund mit Grady Jarrett und idealerweise auch Takk McKinley sollte Atlanta so etwas Druck von der Secondary nehmen können.

Seite 2: Die Carolina Panthers

Der Umbruch ist in vollem Gange! Mit Matt Rhule ist ein neuer Head Coach in Charlotte, dessen Siebenjahresvertrag als Hinweis darauf verstanden werden darf, dass hier kein blitzartiger Rebuild gefordert ist.

Die Panthers befinden sich zweifellos zumindest in einem Übergangsjahr, mit Cam Newton, Luke Kuechly und Greg Olsen sind die drei Gesichter dieses Teams über die letzten Jahre weg. Carolina steht also vor einer Neuausrichtung. Wie schnell kann diese Früchte tragen?

Carolina Panthers: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Teddy Bridgewater

Left Tackle:

Russell Okung

Running Back:

Christian McCaffrey

Left Guard:

Dennis Daley

Wide Receiver:

D.J. Moore

Center:

Matt Paradis

Wide Receiver:

Robby Anderson

Right Guard:

Michael Schofield

Slot-Receiver:

Curtis Samuel

Right Tackle:

Taylor Moton

Tight End:

Ian Thomas

Carolina Panthers: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Yetur Gross-Matos

Cornerback:

Donte Jackson

Defensive Tackle:

Derrick Brown

Cornerback:

Eli Apple

Defensive Tackle:

Kawann Short

Slot-Cornerback:

Troy Pride

Edge:

Brian Burns

Safety:

Tre Boston

Linebacker:

Shaq Thompson

Safety:

Jeremy Chinn

Linebacker:

Tahir Whitehead

Panthers-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Der Schritt von Cam Newton zu Teddy Bridgewater ist stilistisch nahezu eine 180-Grad-Drehung. Auf der einen Seite der physisch imposanteste Quarterback der letzten zehn Jahre, der aber oftmals mit seiner Accuracy zu kämpfen hatte, auf der anderen Seite ein klassischer Pocket-Passer mit einem schnellen Release, der wenige gravierende Fehler in puncto Accuracy oder Decision-Making macht.

  • Für Bridgewater ist es essenziell ein zweijähriger Probelauf. Nach seiner schweren Knieverletzung war er über Jahre eine Art Wildcard, niemand wusste genau, wie viel Prozent seiner Leistungsfähigkeit er noch aufs Feld bringen kann. Die fünf Spiele im Vorjahr für die Saints, als Brees verletzt ausfiel, brachten ihm jetzt die Chance in Carolina - und die ist durchaus interessant.

  • Die Panthers mögen nämlich im Umbruch sein, doch sind sie keineswegs ein Team, das den Kader bis auf die Grundfeste runter gebrochen hat und neu aufbauen will; gerade offensiv nicht. Der von den Chargers verpflichtete Russell Okung sowie Taylor Moton sollten ein solides Tackle-Duo sein, Moore, Anderson und Samuel geben dem neuen Offensive Coordinator Joe Brady die Möglichkeit, konstant mit drei Wide Receivern attackieren zu können. Moore und Anderson ergänzen sich gut und sollten ein gutes 1A/1B-Duo bilden.

  • Stichwort Brady: Es wird spannend sein zu sehen, wie viel von seiner LSU-Passing-Offense er mitbringt nach Charlotte. Unverändert groß sollte die Rolle des Running Backs im Passspiel sein, mit McCaffrey sind die Panthers hier bestens aufgestellt. Selbst auf Receiver gibt es ein wenig Tiefe hinter den drei Startern. Das vielleicht größte Fragezeichen ist Tight End, wo Ian Thomas ohne Olsen der klare Starter sein dürfte. Thomas kam letztes Jahr auf 16 Catches, damit steht er in seiner NFL-Karriere bei 52 für 469 Yards. Eine Wildcard, bei aller Athletik, die er mitbringt.

  • Die größte potenzielle Schwachstelle offensiv ist die Interior Line, wo Daley wohl nach innen rückt und Neuzugang Schofield direkt starten könnte - doch es ist die Defense, die mit deutlich mehr Fragezeichen daherkommt.

  • Es ist alles andere als unrealistisch, dass - wie in der Prognose oben - vier Rookies Day-1-Starter in der Panthers-Defense sind. Brown und Chinn dürften nahezu gesetzt sein, Gross-Matos ist ebenfalls ein heißer Kandidat für einen frühen Startplatz. Und dann wäre da Troy Pride, der Viertrunden-Corner. Pride könnte direkt im Slot starten, und er könnte sich auch schnell als der beste Starter dieser Cornerback-Gruppe entpuppen - was eher eine Aussage über die Cornerback-Gruppe ist. Eli Apple, Donte Jackson, Corn Elder; hier sind die Panthers sehr, sehr wacklig aufgestellt, selbst falls Pride eine exzellente Rookie-Saison spielt. Jackson ist maximal eine Nummer 2, Apple ebenfalls, und das ist mutmaßlich schon der Best Case.

Seite 3: Die New Orleans Saints

Die Saints gehen als einer der großen Titelfavoriten in die kommende Saison. Es sieht zumindest auf dem Papier wie der kompletteste Kader der Liga aus, und selbst falls Drew Brees einbrechen sollte, hätte man mit Jameis Winston abermals den besten Backup der Liga in seinen Reihen.

Es ist tatsächlich schwierig, zumindest rein sportlich betrachtet konkrete Schwachstellen bei diesem Team zu finden. Einen der größten Problempunkte der vergangenen Jahre hat New Orleans inzwischen auch geschlossen.

New Orleans Saints: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Drew Brees

Left Tackle:

Terron Armstead

Running Back:

Alvin Kamara

Left Guard:

Andrus Peat

Wide Receiver:

Michael Thomas

Center:

Erik McCoy

Wide Receiver:

Emmanuel Sanders

Right Guard:

Cesar Ruiz

Slot-Receiver:

Tre'Quan Smith

Right Tackle:

Ryan Ramczyk

Tight End:

Jared Cook

New Orleans Saints: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Cameron Jordan

Cornerback:

Marshon Lattimore

Defensive Tackle:

Sheldon Rankins

Cornerback:

Janoris Jenkins

Defensive Tackle:

David Onyemata

Slot-Cornerback:

Patrick Robinson

Edge:

Marcus Davenport

Safety:

Malcolm Jenkins

Linebacker:

Demario Davis

Safety:

Marcus Williams

Linebacker:

Kiko Alonso

Saints-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Für zu lange Zeit war die Saints-Offense eine 3-Men-Show. Brees und Thomas als Zugpferde, Alvin Kamara als Matchup-Waffe. Und das machte sich auch immer wieder mal bemerkbar; wenn Teams Thomas halbwegs in den Griff bekamen, stotterte der Motor der Saints-Offense häufiger mal. Damit soll jetzt Schluss sein: Die Verpflichtung von Emmanuel Sanders gibt New Orleans endlich eine zweite legitime Waffe im Passspiel, welche die Aufmerksamkeit der Coverage auf sich ziehen wird.

  • Das könnte sich auch auf die Personnel Groupings im Big Easy auswirken. Letztes Jahr spielte New Orleans nur 55 Prozent seiner Offense-Snaps aus 11-Personnel heraus, also mit drei Wide Receivern auf dem Feld. Damit lag man unter dem Liga-Schnitt. Stattdessen operierten sie sehr viel mit zwei Backs sowie mit zwei Tight Ends. Mit Sanders könnte Tre'Quan Smith, der sich als Nummer 2 bislang nicht hervortat, in die Nummer-3-Rolle rutschen, womit er bessere Matchups erhalten sollte.

  • Gleichzeitig aber hat New Orleans auch die Mittel, um etwa 12-Personnel (ein Running Back, zwei Tight Ends, zwei Wide Receiver) weiter voranzutreiben, sollte das mehr der eigenen Philosophie entsprechen. Hinter Cook gibt es nicht nur Josh Hill, sondern jetzt auch Adam Trautman als weitere Option. Der Drittrunden-Pick hatte vielversprechendes College-Tape und bringt die Tools mit, um ein kompletter Tight End zu werden.

  • Garniert wird das mit der potenziell besten Offensive Line der NFL. Die Saints haben das wohl beste Tackle-Duo der Liga, Erik McCoy hatte eine sehr starke Rookie-Saison und Erstrunden-Pick Cesar Ruiz wechselt von Center wieder auf Guard und ersetzt dort Larry Warford, von dem sich die Saints trennten. Einzig Andrus Peat bleibt hier als Schwachstelle.

  • Tendenziell eher findet man Schwachstellen in der Defense, wobei es auch hier eng wird. In der Defensive Line fällt am ehesten David Onyemata auf, der primär ein Run-Stopper ist und viel rotieren dürfte, auch um in Nickel- und Dime-Formationen zu kommen. Cam Jordan ist einer der Besten seines Fachs, Rankins ist ein rundum kompletter Tackle und Davenport hat sich schrittweise gesteigert und zu einem veritablen Nummer-2-Rusher entwickelt.

  • Konkret ansetzen könnte man einmal auf dem Linebacker-Level. Demario Davis ist hier die Säule, doch daneben wird es mit Alonso und Alex Anzalone deutlich wackliger.

  • Ansonsten fällt in der Secondary auf, dass Marshon Lattimore auch 2019 hinter den Erwartungen zurück blieb. Mit dem Verbleib von Janoris Jenkins und Patrick Robinson womöglich als besserer Antwort im Slot als PJ Williams könnte New Orleans ein sehr gutes Corner-Trio stellen - sofern Lattimore wieder an sein Elite-Level ran kommt.

  • Und auch die Safety-Gruppe mit Rückkehrer Malcolm Jenkins gefällt. Hinter den beiden Startern gibt es den flexibel einsetzbaren Chauncey Gardner-Johnson, der nach einer guten Rookie-Saison auf mehr Snaps drängt, sowie Routinier D.J. Swearinger. Selbst in der Tiefe sind die Saints hier glänzend aufgestellt.

Seite 4: Die Tampa Bay Buccaneers

Kein Team hat sein Gesicht in dieser Offseason drastischer verändert als Tampa Bay. Tom Brady, Rob Gronkowski - die Buccaneers haben sich zumindest jede Menge Glanz und Glamour eingekauft, was auch gleich mit mehreren Primetime-Spielen belohnt wurde.

Aber ist der Kader auch stark genug, um sportlich für Furore zu sorgen?

Tampa Bay Buccaneers: Starter-Projection Offense

Position

Spieler

Position

Spieler

Quarterback:

Tom Brady

Left Tackle:

Donovan Smith

Running Back:

Ke'Shawn Vaughn

Left Guard:

Ali Marpet

Wide Receiver:

Mike Evans

Center:

Ryan Jensen

Wide Receiver:

Chris Godwin

Right Guard:

Alex Cappa

Tight End:

O.J. Howard

Right Tackle:

Tristan Wirfs

Tight End:

Rob Gronkowski

Tampa Bay Buccaneers: Starter-Projection Defense

Position

Spieler

Position

Spieler

Edge:

Jason Pierre-Paul

Cornerback:

Carlton Davis

Defensive Tackle:

Ndamukong Suh

Cornerback:

Jamel Dean

Defensive Tackle:

Vita Vea

Slot-Cornerback:

Sean Murphy-Bunting

Edge:

Shaquil Barrett

Safety:

Justin Evans

Linebacker:

Lavonte David

Safety:

Antoine Winfield Jr.

Linebacker:

Devin White

Buccaneers-Kader: Stärken, Schwächen und Beobachtungen

  • Von Jameis Winston zu Tom Brady zu gehen ist stilistisch ein krasser Richtungswechsel. Es wird enorm spannend sein zu sehen, wie Brady und Coach Bruce Arians ihre Offense-Gewohnheiten zusammen mischen können - beide werden aufeinander zugehen müssen. Doch ohne Zweifel ist klar, dass Brady ein derartiges Waffenarsenal schon lange nicht mehr zu seiner Verfügung hatte.

  • Mit Godwin und Evans hat er das derzeit beste Wide Receiver Duo der Liga, dazu eine tiefe Tight-End-Gruppe. Und hier wird es sehr spannend sein zu sehen, ob auch aus Personnel-Sicht ein Kompromiss stattfindet. Bruce Arians spielte letztes Jahr schon mehr 2-Tight-End-Sets als man normalerweise von ihm kennt; Arians setzte zuletzt meist primär auf drei Wide Receiver. Mit Brady könnte sich das nochmals intensivieren. 12-Personnel mit einer Quote jenseits der 25 Prozent ist alles andere als unwahrscheinlich.

  • Das könnte auch durch das Receiver Corps hinter Evans und Godwin bedingt werden. Perriman ist weg, Fünftrunden-Pick Tyler Johnson ist ein potenzieller Sleeper und könnte im Slot starten. Aber zumindest für den Start der Saison sind die Buccaneers auf den Tight-End-Positionen zwei und drei besser aufgestellt als auf den Receiver-Positionen drei und vier.

  • Und die O-Line? Viel solide Qualität, allen voran die linke Seite der Line. Center Ryan Jensen ist mehr als solide, die rechte Seite ist die Wildcard. Cappa war bereits im Vorjahr die klare Schwachstelle, Erstrunden-Pick Tristan Wirfs ist ein athletischer Freak - aber agiert bisweilen durchaus roh. Die beiden größten Fragezeichen werden also nebeneinander agieren, was gerade früh in der Saison zu einigen Problemen führen könnte.

  • Doch es ist nicht nur die glitzernde Offense, die rund um die Bucs für berechtigten Optimismus sorgt - in diese Argumentation muss man definitiv auch die Defense mit einbeziehen. Die nämlich steigerte sich im Laufe der vergangenen Saison bereits merklich, und mit Ndamukong Suh, Jason Pierre-Paul und Shaquil Barrett hat man seine drei wichtigsten Free Agents gehalten.

  • Vor allem aber der Stil von Defensive Coordinator Todd Bowles trägt Früchte. Die Bucs blitzten mehr als jedes andere Team in der NFL abgesehen von den Ravens, was wiederum nur mit einer starken Coverage funktioniert. Und hier machen sich zahlreiche junge Spieler mehr und mehr bemerkbar. Davis, Murphy-Bunting, Dean - das ist eine physische Man-Cover-Secondary, alle drei wurden 2018 oder 2019 gedraftet und passen perfekt zu Bowles' Ansatz.

  • Zu dieser Defense kommt jetzt noch Winfield dazu, der mit seiner Spielintelligenz und seiner Aggressivität ebenfalls ideal ins Scheme passen sollte. Die Bucs sollten Offenses attackieren können und in Kombination mit einer Offense, die es dieser Defense mutmaßlich häufiger erlauben wird, mit eigener Führung im Rücken zu agieren, ist Tampa Bay ein Kandidat, um die gewünschte Aggressivität auch voll umsetzen zu können.

Mehr bei SPOX: Kommentar zu Brees: Mit gefährlicher Ignoranz am Thema vorbei

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