NHL: Draisaitl und Co. machen Jagd auf den Champ

Die Jagd auf die Pittsburgh Penguins ist eröffnet. Nach der Flaute im vergangenen Jahr greifen auch einige kanadische Teams nach dem Stanley Cup. Auch Leon Draisaitl, Philipp Grubauer und Tom Kühnhackl rechnen sich für die Playoffs einiges aus. SPOX schaut dabei zunächst auf die Matchups der ersten Runde.

Seite 1: Capitals vs. Maple Leafs, Penguins vs. Blue Jackets

Eastern Conference

Washington Capitals (M1) - Toronto Maple Leafs (WC)

Direktes Duell: 2:4, 6:5 (OT), 4:1

Ausgangslage: Zum zweiten Mal in Serie haben die Caps die meisten Punkte aller Teams geholt. Die President's Trophy gibt's als Belohnung wieder obendrauf. Seit dem Lockout hat kein Team in einer Spanne von zwei Jahren mehr Spiele gewonnen als die Caps (111). Groß gefeiert wird in der Hauptstadt allerdings nicht. Einzig und allein der Stanley Cup zählt. Nach zahlreichen Enttäuschungen in der Postseason ist es vielleicht die letzte Chance für lange Zeit für Alex Ovechkin und die Capitals.

Die Voraussetzungen dafür sind gut. Der Kader ist unglaublich ausgeglichen und tief besetzt. Fast alle Spieler strahlen Torgefahr aus. Die Abhängigkeit von Ovechkin und Nicklas Bäckström ist nicht mehr so gravierend. Zudem ist das Team von Mike Trotz defensiv gut aufgestellt, auch dank starken Leistungen von Goalie Braden Holtby, weswegen Backup Philipp Grubauer wenig Eiszeit sieht.

Washington Capitals: Jetzt oder nie!

Die Leafs haben ihr großes Ziel dagegen schon erreicht. Nach Jahren voller Enttäuschungen ist das Mitglied der Original Six wieder in der Postseason dabei. Erstmals seit 2004 gelang dies in einer 82-Spiele-Saison. Das extrem junge Team spielte sich dabei mit großem Offensiv-Drang zurück in die Herzen der Fans. Somit ist jedes Spiel in den Playoffs ein Bonus sowie eine wichtige Erfahrung für die kommenden Jahre.

Players to watch: Denn bei Toronto drehte sich diese Saison alles um deren Rookies. An der Spitze stand dabei natürlich Auston Matthews, der in seiner Premieren-Saison gleich 40 Tore erzielen konnte. Verteidiger Mitch Marner steuerte weitere 42 Assists hinzu. Beide Marken sind Rekorde für die so stolze Franchise.

Auston Matthews: Ein Wüstenjunge als Heilsbringer

Bei den Caps werden viele Augen auf Evgeny Kuznetsov gerichtet sein. Der Center der zweiten Reihe enttäuschte letztes Jahr in den Playoffs (nur 4 Assists), nachdem er in der Hauptrunde noch Topscorer war. Die Hauptstadt erwartet deutlich mehr Input in diesem Jahr vom Russen. Mit Kevin Shattenkirk holte Washington zur Trading-Deadline aus St. Louis einen weiteren Verteidiger. Vor allem seine Qualitäten im Powerplay könnten im Zusammenspiel mit Ovechkin von großer Bedeutung sein.

Prognose: Die Caps sind heiß und werden gleich in der ersten Serie ein Statement setzen wollen. Torontos Verteidigung wird mit gegen eine der besten Ofenses der Liga große Probleme haben. Dazu sind die Leafs noch zu grün hinter den Ohren. Capitals in 5.

Pittsburgh Penguins (M2) - Columbus Blue Jackets (M3)

Direktes Duell: 1:7, 4:3 (OT), 1:2 (OT), 4:1

Ausgangslage: Der Champion hinkte über die Ziellinie der Regular Season. Zahlreiche Verletzungen im März machten den Pens das Leben schwer. Vor allem die Verteidigungsreihen waren arg ausgedünnt. Ende des Monats setzte es so vier Pleiten am Stück, wodurch die Caps im Rennen um den Topseed enteilten. Kris Letang wird gar sechs Monate ausfallen und ist ein riesiger Verlust für die Pens.

Auch die Verletzung von Center Evgenj Malkin macht dem amtierenden Champion zu schaffen. Die Tormaschine Pittsburgh geriet merklich ins Stocken. Ist er allerdings fit, ist mit den Pens auch in dieser Saison zu rechnen. Auch weil der Kader weitgehend zusammengehalten wurde und mit Mark Streit ein weiterer guter Defender geholt wurde, sollte auch dieses Jahr Pittsburgh schwer zu schlagen sein.

Gegner wird der Aufsteiger der Saison sein. Die Blue Jackets waren im Jahr zuvor noch das schlechteste Team der Metro, in dieser Spielzeit kann die Franchise aus Ohio als ernsthafter Contender genannt werden. Wer auf den Roster blickt, wird merken, dass kein großer Star im Roster zu finden ist. Stattdessen ist die Unberechenbarkeit der Jackets ihr großes Plus. Columbus hat gleich elf Spieler, die mindestens zehn Tore erzielt haben. Gleichzeitig hat die Defense schwer angezogen und so kassierten die Blue Jackets fast 100 Tore weniger als in der Vorsaison.

Players to watch: Wenn Columbus einen großen Trumpf hat, dann ist es ihr russischer Keeper. Sergej Bobrovsky spielt erneut eine überragende Saison und war ein großer Grund für den Umschwung in Ohio. Mit 93,3 Prozent abgewehrten Schüssen (Ligabestwert) ist er ein heißer Anwärter auf die Vezina Trophy. Ebenfalls essentiell war Zach Welenski, der wegen einer Schulterverletzung noch fraglich ist. Der Verteidiger, der im Schatten von Matthews und Patrick Laine ebenfalls eine starke Rookie-Saison spielte. Vor allem das Umschaltspiel der Blue Jackets funktioniert großartig, wenn der Youngster auf dem Eis steht.

Bei den Pens steht und fällt natürlich vieles mit Sidney Crosby. Der Superstar lieferte eine weitere bärenstarke Spielzeit ab 44 Tore sind die zweitbeste Ausbeute seiner Karriere und brachte ihm zudem die Rocket Richard Trophy ein. Davon ist Tom Kühnhackl natürlich ein ganzes Stück entfernt. Der 25-Jährige ist aber inzwischen wieder regelmäßig dabei und wird zumeist mit der vierten Reihe eingesetzt. In 57 Spielen kam der Landshuter auf 16 Punkte (4 Tore, 12 Assists).

Prognose: Es ist wohl die beste Serie der ersten Runde mit zwei Teams, welche beide mit Verletzungssorgen zu kämpfen haben. Zwar haben die Jackets in Bobrovsky wohl den besseren Goalie, doch am Ende könnte sich die größere Erfahrung des Champions durchsetzen. Penguins in 7.

Seite 2: Canadiens vs. Rangers, Senators vs. Bruins

Montreal Canadiens (A1) - New York Rangers (WC)

Direktes Duell: 5:4, 3:2 (SO), 4:1

Ausgangslage: Es war eine kleine Achterbahnfahrt für die Habs. Nach einem furiosen Start kam schnell die Ernüchterung. Dafür musste im Februar Coach Michael Therrin den Kopf hinhalten, nachdem er zwölf seiner letzten 18 Spiele verlor. Unter Claude Jullien fand das Team aber wieder in die Spur und letztlich gewann Montreal sogar die Division. Kontrovers war zudem der Move der Habs vor der Saison, als man Fan-Liebling P.K. Subban für Shea Weber nach Nashville schickte. Geschadet hat der Move dem Team aber wohl nicht.

Für die Rangers ist es dagegen bereits die siebte Teilnahme an den Playoffs in Serie. Aufgrund der starken Metro Division reichten 102 Punkte aber nur für einen Wildcard-Spot. Im Madison Square Garden wird man darüber aber nicht traurig sein, da man so den Divisionsrivalen erst einmal aus dem Weg geht. Mit gleich sieben 40-Punkte-Scorern ist die viertbeste Offensive der Liga gut aufgestellt.

Players to watch: Im Fokus dieser Serie stehen speziell die beiden Goalies. Mit Hendrik Lundqvist und Carey Price hüten zwei absolute Könner die Käfige. Für die Habs ist ein diesmal gesunder Price von großer Bedeutung, da das Team offensiv nicht so tief wie andere besetzt ist. Seit Julien die Geschicke der Canadiens leitet, wehrt Price satte 94,4 Prozent aller Schüsse ab.

Auf der anderen Seite muss Schwede Lundqvist gegen seinen Angstgegner diesmal liefern, wenn die Rangers nicht schon früh die Segel streichen wollen. Auch auf Rick Nash werden die Rangers große Hoffnungen setzen. In der Regular Season konnte er die Erwartungen nicht ganz erfüllen, doch die Mannen aus dem Big Apple werden seine Produktion benötigen.

Prognose: Auch in dieser Serie wird es verdammt eng zugehen, wie schon die Punktausbeuten der beiden Teams andeuten (103 vs. 102). Der Heimvorteil und die starke Defense der Habs könnten hier aber das Pendel Richtung Kanada ausschlagen lassen. Canadiens in 6.

Ottawa Senators (A2) - Boston Bruins (A3)

Direktes Duell: 3:1, 4:2, 3:2, 2:1 (OT)

Ausgangslage: Die Senators sind zurück in der Postseason. Geschafft wurde dies durch das neue System von Coach Gary Boucher, der das Tempo der Gegner Ottawas drosselte. So haben die Sens zwar die schwächste Offense aller Playoff-Teilnehmer, doch die Franchise aus der kanadischen Hauptstadt konnte viele knappe Spiele für sich entscheiden.

Dabei mussten auch einige Hürden übersprungen werden. Clarke MacArthur kehrte erst nach 18 Monaten zurück, nachdem er nach einer Gehirnerschütterung an einem postkommotionellen Syndrom litt. Die Frau von Craig Anderson erkrankte an Krebs, dazu schwächten zahlreiche Verletzungen die Sens. Umso erstaunlicher ist es, dass Ottawa nun Playoff-Hockey zu sehen bekommt.

Auch in Beantown war dies im Februar nicht unbedingt zu erwarten. Dann erfolgte aber der Wechsel auf der Trainerbank von ihrem langjähriger Coach Claude Jullien zu Bruce Cassidy und plötzlich lief es wieder bei den Bruins. Mit einer Bilanz von 18-8-1 stürmte Boston in die Playoffs. Allerdings haben die Bruins nun große Verletzungssorgen, weswegen wohl der gerade erst verpflichtete Verteidiger Charlie McAvoy sein Debüt an der Seite von Zdeno Chara geben wird.

Players to watch: Ohne Torey Krug und Brandon Carlo wird in der Defense der Bruins viel von Kapitän und Veteran Chara abhängen. Der 40-Jährige ist der älteste Verteidiger der Playoffs und wird seine jungen Mitspieler führen müssen. Vorne wird Boston auf die Tore von Brad Marchand (85 Punkte) und David Pastrnak hoffen, die jeweils die beste Saison ihrer Karriere absolviert haben.

Bei den Sens wird vor allem Erik Karlsson dies verhindern wollen. Der Schwede produzierte nicht nur starke 71 Punkte als Defenseman, sondern blockte über die Saison auch satte 201 Schüsse, was ihn in die Konservation um die Norris Trophy brachte. Mit Goalie Anderson weiß der Captain aber ebenso einen starken Goalie hinter sich. Anderson legte nach seiner Rückkehr von der Krebsbehandlung seiner Frau starke Stats auf und wehrte knapp 93 Prozent der Schüsse ab.

Prognose: Zwar dominierten die Sens das Matchup, während der regulären Saison, doch Boston ist nun im April ein ganz anderes Team, welches vor allem in der Offensive deutlich mehr Waffen anbieten kann. Die Spiele werden enge Anlegenheiten, in denen sich die größere Erfahrung Bostons in den Playoffs auszahlen wird. Bruins in 6.

Seite 3: Blackhawks vs. Predators, Wild vs. Blues

Western Conference

Chicago Blackhawks (C1) - Nashville Predators (WC)

Direktes Duell: 2:3, 5:3, 3:2, 5:2, 5:3

Ausgangslage: Mit der besten Ausbeute seit sieben Jahren haben die Hawks den Westen für sich entschieden. Durch einen späten Push für den ersten Platz grüßen Patrick Kane und Co. vom Platz an der Sonne. Der Kern des Teams, welches drei Stanley Cups in sieben Jahren holte, spielt immer noch zusammen, worin auch die Gefahr für die Veteranentruppe besteht. Wie viel haben die Jungs noch im Tank? Alleine der Playoff-MVP aus dem Jahr 2015, Duncan Keith, stand über 25 Minuten pro Partie auf dem Eis.

Beim Gegner lief dagegen nicht alles wie gewünscht. Nachdem im vergangenen Jahr erst Spiel 7 in Runde zwei gegen die San Jose Sharks das Aus bedeutete, kämpften sich die Predators durch die Saison und sicherten sich ihr Ticket für die Postseason mit einem 9-5-1-Run. Dabei erhoffte man sich in Tennessee einiges, nachdem mit P.K. Subban ein weiterer Veteran in der Offseason ertradet wurde.

Players to watch: Eine wichtige Personalie Chicagos ist Artem Anisimov. Wie fit ist der Center nach seiner Verletzung? Sollte der Russe seine Form finden, zählt die offensive Reihe mit Kane und Artemi Panarin zur absoluten Elite. Gleichzeitig wird es für die Blackhawks wichtig sein, auch Produktion von anderen Spielern zu bekommen. In der Saison tat sich dabei Richard Panik hervor, der im Schatten der Stars 22 Tore verbuchen konnte.

Für Nashville soll es dagegen das schwedische Duo aus Filip Forsberg und Viktor Arvidsson richten, die zusammen 62 Tore erzielten. Gleichzeitig zählen die Predators zu den gefährlichsten Teams von der blauen Linie, wo man sich vor allem von Subban einiges erhofft.

Prognose: Chicago ist der Favorit, doch die Predators überzeugen vor allem durch die Tiefe ihres Kaders. So wird es alles andere als ein Spaziergang für das beste Team im Westen. Am Ende des Tages haben die Blackhawks aber zu viele offensive Waffen. Blackhawks in 6.

Minnesota Wild (C2) - St. Louis Blues (C3)

Direktes Duell: 2:3, 3:4 (SO), 3:1, 5:1, 1:2

Ausgangslage: Bis in den März dominierte die Franchise aus St. Paul die Western Conference, doch nach der Trading-Deadline, in welcher sich die Wild im Angriff noch mit Martin Hanzal und Ryan White verstärkten, ging nicht mehr viel. Nur vier Siege aus 16 Spielen konnten eingefahren werden, Platz eins war futsch. Dennoch stand am Ende eine souveräne Postseason-Teilnahme unter dem neuen Coach Bruce Brodreau. Dabei stellen die Wild ein sehr ausgeglichenes Team mit gleich zwölf Spielern, angeführt von Eric Staal (28), die mindestens zehn Tore erzielen konnten.

Ein wenig drunter und drüber ging es dagegen in St. Louis. Coach Ken Hitchcock kündigte bereits an, nach der Saison in Missouri abzuhören, wurde dann aber bereits Anfang Februar entlassen. Unter Hitchcock-Assistent Mike Yeo erfolgte der Umschwung mit einem späten 21-8-2-Push. Dabei waren die Blues das beste Offensiv-Team der Liga, nachdem man zuvor nur auf Platz 28 in der Torproduktion stand. Das war dann doch ein wenig überraschend, da die Blues zur Trading-Deadline Kevin Shattenkirk nach DC tradeten und so einiges an Tiefe einbüßten.

Players to watch: Ein großer Teil des Erfolgs der Wild hat mit deren Goalie zu tun. Devan Dubnyk glänzte einmal mehr und wird sicher auch einige Stimmen bei der Abstimmung zur Vezina Trophy erhalten. 92,3 Prozent der Schüsse wehrte er ab, dazu musste der Kanadier lediglich 2,25 Gegentore pro Partie schlucken. Am vorderen Ende schaffte Mickael Granlund in seiner fünften Saison den Durchbruch. Mit 69 Punkten avancierte der Finne zum Topscorer und entlastet so Veteran Staal.

Bei den Blues ist wieder Vladimir Tarasenko Hauptbeauftragter für Tore. Der Russe verpasste nur knapp seine zweite 40-Tore-Saison am Stück, doch seine schiere Präsenz und Explosivität ist wichtig für St. Louis. Bereits im vergangenen Jahr war er ein wichtiger Faktor, dass die Blues die Conference Finals erreichten. Wichtig für St. Louis wird auch die Performance von Goalie Jake Allen sein. Der 26-Jährige hatte über die Saison Formschwankungen und wurde gar für mehrere Partien aus dem Spielbetrieb genommen. Zum Ende aber stabilisierte sich Allen und hatte ebenfalls großen Anteil am Schlussspurt der Blues.

Prognose: Zwar spricht der Trend für St. Louis, doch die Wild besitzen in Dubnyk den besseren Goalie und haben vor allem auf der Verteidigerposition deutlich mehr anzubieten. Bekommt Minnesota Tarasenko halbwegs in den Griff, werden die Wild weiterkommen. Wild in 6.

Seite 4: Ducks vs. Flames, Oilers vs. Sharks

Anaheim Ducks (P1) - Calgary Flames (WC)

Direktes Duell: 4:1, 3:8, 3:1, 4:3, 3:1

Ausgangslage: Es könnte das Matchup mit den meisten Emotionen werden. Der Grund ist das Spiel vom 4. April, als Calgarys Mark Giordano Cam Fowler hart traf, wodurch dieser den Ducks in dieser Serie fehlen wird. Ungeachtet dessen hat Anaheim zum fünften Mal in Serie die Pacific Division für sich entschieden. Vor allem in der Defense können die Ducks auf ihre Tiefe vertrauen, dazu verbuchten vier Spieler mindestens 20 Buden. Hinzu kommt, dass Calgary seit 25 Spielen der regulären Saison nicht mehr in Anaheim gewinnen konnte.

Dennoch kann man sich Calgary glücklich schätzen, überhaupt dabei zu sein. 5-10-1 starteten die Flames ihre Saison, so schlecht wie kein anderes Team. Es sprach also vieles für einen erneuten frühen Urlaub (nur eine Postseason-Teilnahme in sieben Jahren). Doch das junge Team fand sich im Laufe der Spielzeit und ist bereit, dem mit Veteranen gespickten Ducks einen großen Kampf zu liefern, vor allem da die Flames sowohl in der Exekution von Powerplays und im Penalty Kill zu den fünf besten Teams der Liga zählen.

Players to watch: Ganz speziell wird die Serie für Ducks-Center Ryan Getzlaf. Aus den Zeiten mit den Calgary Hitmen hängt ein Banner des 31-Jährigen unter dem Hallendach des Scotiadank Saddledome. Pünktlich zum Playoff-Start ist Getzlaf in Topform. Weniger erfahren ist Goalie John Gibson. Mit 23 Jahren muss er nun die Erwartungen der Ducks-Fans schultern. Seine Leistungen im letzten Jahr in der Postseason waren zumindest nicht das Gelbe vom Ei. In den letzten sieben Spielen sammelte er elf Punkte.

Auf der anderen Seite wollen sich die jungen Wilden beweisen. Matthew Tkachuk wirkte bereits in seiner ersten Saison mit 19 Jahren unglaublich reif und verbuchte 48 Punkte. So etwas wie eine Rookie Wall schien es für ihn nicht zu geben. Ebenso werden die Flames auf Produktion von der blauen Linie hoffen. Dougie Hamilton überzeugte dabei während der regulären Saison mit 50 Punkten und fünf entscheidenden Treffern.

Prognose: Die Flames werden Anaheim sicher einen großen Kampf liefern, nicht zuletzt da sie mit Rückenwind und Euphorie in die Serie gehen. Allerdings sind die Ducks auch ein ausgebufftes Team und werden sich knapp durchsetzen. Ducks in 7.

Edmonton Oilers (P2) - San Jose Sharks (P3)

Direktes Duell: 2:3 (OT), 3:5, 4:1, 3:2, 4:2

Ausgangslage: Die Oilers sind erstmals seit den Stanley Cup Finals 2006 zurück in den Playoffs! Dank Connor McDavid und Leon Draisaitl erlebte die Franchise aus Augusta eine kleine Rennaissance. Mit geballter Offensiv-Power beendete Edmonton die Durststrecke. McDavid glänzte dabei mit 100 Punkten und sicherte sich die Ross Trophy. An dessen Seite glänzte auch Draisaitl und pulverisierte gleich mehrere deutsche Rekorde. Hinzu kommt, dass Oilers einen starken Frühling hinlegten und 13 der letzten 18 Spiele gewannen.

Connor McDavid: Ein Messias auf Kufen

Die Sharks sind dagegen das komplette Gegenteil, eine erfahrene Truppe, gespickt mit Veteranen (Der gesamte Kader kommt auf 1169 Playoff-Spiele), die gegen Ende der langen Saison immer weiter in den Standings abrutschten. Erschwerend kam hinzu, dass sich Joe Thornton und Logan Conture Verletzungen zuzogen. Ob sie rechtzeitig fit werden, ist fraglich. Erschüttern wird dies San Jose nicht. Zu frisch sind noch die Erinnerungen an den letztjährigen Run, der erst in den Finals gegen die Penguins endete.

Players to watch: Na klar, McDavid und Draisaitl sind die Fixpunkte der Oilers-Offense, doch auch die zweite Reihe um Milan Lucic und Jordan Eberle lieferte groß ab. Zusammen kommen die beiden auf 101 Punkte. Ebenfalls wichtig wird die Leistung von Cam Talbot sein. Der Goalie ist die große Stütze und agierte bislang auf einem konstant hohen Niveau. 73 Mal startete Talbot, so oft wie kein anderer Goaltender in dieser Spielzeit.

Bei den Sharks wird der Fokus auf einer stabilen Defensive liegen. Daher ruhen die Hoffnungen speziell auf Brent Burns, der ein heißer Kandidat auf die Norris Trophy ist. Gerade er wird die Youngster der Oilers hart angehen und versuchen, ihnen die Lust am Spiel zu nehmen. Vorne soll es dann Joe Pavelski richten, der bereits im Vorjahr oft den Unterschied machte und beim Playoff-Run 2016 14 Treffer beisteuerte.

Prognose: Die Sharks gehen angeschlagen in die Serie. Verletzungssorgen und ein schwacher März werden sich nicht wegdiskutieren lassen. Dennoch wird San Jose seine komplette Erfahrung auszuspielen und die Serie so hart wie möglich gestalten. Ob dies gegen den jugendlichen Elan der Oilers reicht? Es wird auf jeden Fall verdammt eng. Oilers in 7.

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