Nick Heidfeld über größte Chance: Wäre 2009 fast für Brawn gefahren!

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Nick Heidfeld hat in seiner Formel-1-Karriere nicht die Erfolge erzielt, die er sich selbst erhofft hatte. Der Deutsche stand zwar 13-mal auf dem Podium, allerdings nie auf der obersten Stufe. Und so wirkt die Karriere von "Quick Nick" ein bisschen wie eine Laufbahn der verpassten Möglichkeiten. Die wohl größte Chance ließ Heidfeld dabei in der Saison 2009 aus.

"Ich habe kein Problem damit, weil man es vorher nicht wissen konnte", leitet Heidfeld die Geschichte im Podcast 'Beyond The Grid' ein und verrät: "Der unglücklichste Moment [meiner Karriere] war, als ich nicht [für 2009] bei Honda unterschrieben habe, die dann Brawn wurden. Es gab eine Chance, dorthin zu wechseln. Und später gewannen sie die Meisterschaft."

Die Geschichte von Brawn GP ist legendär. Ross Brawn kaufte die Überreste des Werksteam auf, nachdem sich Honda nach der Saison 2008 aus der Formel 1 zurückgezogen hatte. Mit Jenson Button und Rubens Barrichello gewann er daraufhin 2009 beide WM-Titel. Eines der beiden Cockpits hätte offenbar Heidfeld gehören können, der letztendlich aber bei BMW blieb.

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"Es war knapp. Wir haben verhandelt, aber BMW hatte eine Option auf mich", erklärt Heidfeld und verrät: "Sie haben etwas gepokert, also sah ich mich [nach Alternativen] um. Wir haben gesprochen, und ich denke, dass die Chance ziemlich hoch war." Während Brawn anschließend beide WM-Titel holte, erlebte Heidfeld bei BMW ein Katastrophenjahr.

Die Münchener stürzten in der WM nach den Plätzen zwei und drei in den Vorjahren auf Rang sechs ab und zogen sich nach der Saison aus der Königsklasse zurück. Dabei glaubte Heidfeld zunächst, mit dem Verbleib bei BMW die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Denn lange war nicht klar, ob der Rennstall nach dem Honda-Rückzug überhaupt überleben würde.

Zweimal fast im McLaren gelandet

"Als im Winter die Nachricht kam, dass Honda sich [aus der Formel 1] zurückzieht, habe ich nur gedacht: 'Gott sei Dank bin ich nicht dorthin gegangen!'", verrät Heidfeld mit einem Lachen. Aber: "Ein paar Wochen später begannen die Tests, und Brawn war ganz oben auf der Zeitenliste. Da dachte ich mir dann: 'Oh, vielleicht hätte ich doch unterschreiben sollen ...'"

"Wir konnten es alle nicht glauben. Wir dachten, dass sie [bei den Tests] mit Untergewicht und so weiter fahren", so Heidfeld, dem erst später dämmerte, welche Chance er da verpasst hatte. "Dann haben sie ein Rennen nach dem anderen gewonnen. Das war eine ziemliche Achterbahn", so der Deutsche. Brawn gewann zu Saisonbeginn sechs der ersten sieben Rennen.

Nick Heidfeld stand 13-mal auf dem Podium - aber nie ganz oben

Nick Heidfeld stand 13-mal auf dem Podium - aber nie ganz oben <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Nick Heidfeld stand 13-mal auf dem Podium - aber nie ganz oben Motorsport Images

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"Es ist hart", erklärt Heidfeld im Hinblick auf die Möglichkeiten, die er im Laufe seiner Karriere verpasst hat. Ende des Jahres 2010 fuhr er noch fünf Rennen für Sauber, Anfang 2011 weitere elf für Lotus. Dann war Schluss in der Formel 1. "Natürlich wäre ich gerne für ein Team gefahren, das um die Weltmeisterschaft kämpfen konnte", so der mittlerweile 42-Jährige.

"Aber dann spricht man mit anderen Rennfahrern, die auch sehr nah dran und sehr gut waren und nicht einmal die Chance bekommen haben, in der Formel 1 zu fahren. Ich versuche immer, es aus dieser Perspektive zu sehen", verrät Heidfeld.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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