Nick Heidfeld über Michael Schumacher: "Skrupellos, aggressiv, unfair"

Stefan Ehlen
motorsport.com

"Außerhalb des Autos ist er der netteste Mensch", sagt Nick Heidfeld. Doch das sei eben nur eine Facette von Formel-1-Rekordchampion Michael Schumacher. Wie dessen deutscher Landsmann Heidfeld im Formel-1-Podcast 'Beyond The Grid' erklärt, habe er Schumacher auch auf ganz andere Art und Weise erlebt.

"Er ist auf der Rennstrecke ein ganz anderer Mensch: skrupellos, extrem aggressiv, manchmal unfair", meint Heidfeld, ohne konkrete Beispiele zu nennen. Worauf er aber mit seinen Aussagen anspielen könnte: zweifelhafte Szenen, von denen es in Schumachers Karriere gleich mehrere gab.

Das WM-Finale 1994 in Adelaide etwa, als Schumacher im direkten Duell mit seinem Titelkonkurrenten Damon Hill kollidierte und so erstmals Weltmeister wurde. Oder Jerez 1997 mit dem berühmten "Rammstoß" gegen Jacques Villeneuve, wofür Schumacher nachträglich aus der WM-Wertung genommen wurde. Schließlich Monte Carlo 2006 mit dem "Parkmanöver" im Qualifying und der Zurückversetzung in der Startaufstellung.

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Für Situationen wie diese ist Schumacher immer wieder kritisiert worden. Auch Heidfeld meint dazu: "Auf der Rennstrecke hat [Schumacher] einige dumme Dinge angestellt, die inakzeptabel waren."

Dabei sei Schumacher außerhalb des Autos und im Privaten "einfach eine nette Person", so Heidfeld weiter. Er attestiert dem 51-Jährigen ein "so warmes Herz" und meint, Schumacher sei vor allem ein liebevoller Familienmensch. Ganz im Kontrast also zum Auftreten auf der Rennstrecke.

Letzteres hat Heidfeld übrigens selbst miterlebt: Er stieß 2000 zur Formel 1 dazu, als Schumacher bereits ein zweimaliger Weltmeister war. Heidfeld erzielte in seiner Laufbahn bis 2011 zwar insgesamt 13 Podestplätze, aber keinen Sieg. Seine persönliche Bestleistung ist Platz fünf in der Fahrerwertung 2007.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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