Nico Hülkenberg bei ServusTV: Vertrag unterschrieben? "Ja, hab' ich!"

Christian Nimmervoll
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Wenn Nico Hülkenberg am Hangar-7 in Salzburg zu Gast ist, bei der Talkshow von Red Bulls hauseigenem Sender 'ServusTV', dann führt das fast unweigerlich zu Spekulationen. Doch Moderator Andreas Gröbl bringt die Kuh am Montagabend gleich zu Beginn der Show vom Eis und fragt den 33-Jährigen das, was alle wissen wollen: "Hast du jetzt schon unterschrieben?" Worauf Hülkenberg ganz cool antwortet: "Ja, hab' ich in der Tat!"

Spätestens jetzt sind alle Zuschauer hellhörig - aber die vermeintliche Sensation wird sofort mit einem Augenzwinkern aufgelöst. Unterschrieben habe er nämlich keinen Red-Bull-Vertrag als Teamkollege von Max Verstappen für 2021, sondern "einen neuen Bausparvertrag", von dem er sich "eine ordentliche Rendite" verspricht, grinst Hülkenberg.

"Sonst gibt's nichts zu berichten. Es ist sehr, sehr ruhig aktuell", verrät er. "Die Berichte haben sich ein bisschen beruhigt, und ich glaube, es wird noch eine Weile dauern, bevor es dann wirklich endgültig Klarheit gibt."

Wenn 'ServusTV' ruft, das ist auch klar, kann Hülkenberg aktuell schlecht nein sagen. Selbst wenn es mit dem erhofften Formel-1-Cockpit nicht klappt, steht er bei Red Bull nämlich hoch im Kurs. Plan B wäre ein neuer Job als Experte bei 'ServusTV'. Der Sender hat sich für 2021 erstmals die österreichischen Liverechte für die Formel 1 gesichert.

Dass Hülkenberg dafür einer der Wunschkandidaten ist, hat Helmut Marko schon vor einiger Zeit verraten. Und wenn er schon bei den Rennen vor Ort ist, könnte er, im Worst Case, zumindest gleich den Ersatzfahrerjob für die beiden Red-Bull-Teams übernehmen. Mutmaßlich nicht sein Wunschszenario, aber trotzdem eine attraktive Karriereperspektive.

Nachdem Red-Bull-Teamchef Christian Horner in Istanbul angedeutet hat, dass die Entscheidung über den zweiten Fahrer möglicherweise erst nach dem Saisonfinale am 13. Dezember in Abu Dhabi fallen könnte, lässt Hülkenberg die Entwicklung aktuell "auf mich zukommen". Anders als Sergio Perez, der bereits anklingen hat lassen, dass er sich eine baldige Entscheidung wünscht.

"Ich bin da recht entspannt", winkt Hülkenberg ab. "Es liegt nicht in meiner Hand. Von daher halte ich mich einfach bereit. Und hoffe natürlich, dass es nochmal ein Comeback und eine Chance gibt. Wo ich natürlich sehr motiviert und heiß drauf wäre. Aber wir brauchen einfach ein bisschen Geduld, bis es dann die finale Entscheidung gibt."

Daher hält er auch "gar nichts" davon, den Teamchefs, die noch ein Cockpit für 2021 frei haben, hinterherzutelefonieren: "Die Karten sind gelegt", sagt Hülkenberg - und verrät: "Ich hab' natürlich Leute, die mich auch unterstützen, im Hintergrund. Aber diese Sachen, diese Kontakte, die ersten Gespräche, die mach' ich in der Regel selber."

Doch viel gibt's nicht zu bereden. Marko weiß, dass Hülkenberg gern zu Red Bull kommen würde - und bei seinen Gaststarts im Racing Point hat er gezeigt, was er mit den aktuellen Formel-1-Autos kann. "Mit den Leuten, wo was geht, ist man natürlich in Kontakt. Aber jetzt nicht jede Woche, nicht jeden Tag", sagt der Deutsche.

Angesichts der Coronavirus-Pandemie, die zuletzt wieder an Dynamik gewonnen hat, ist nicht auszuschließen, dass beim abschließenden "Tripleheader" im Nahen Osten noch wo unerwartet eine Tür aufgeht. Doch darauf hofft Hülkenberg nicht explizit: "Wenn sie aufgeht, dann ist das sowieso komplett unvorhersehbar und unberechenbar."

"Ich kann natürlich nicht davon ausgehen und rechne auch nicht damit, dass jetzt irgendwie jedes Wochenende was passiert. Aber natürlich kann es passieren. Wir wissen selber, wie unberechenbar die Situation aktuell ist. Von daher muss ich mich einfach fit und bereit halten. Und das tu' ich auch", unterstreicht er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.