Nigel Mansell: Warum Lewis Hamilton nicht zu Ferrari wechseln sollte

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Noch ist die "Silly Season" der Formel 1 zwar nicht zu Ende. Doch eines steht fest: Aus dem von Formel-1-Orakel Eddie Jordan beschworenen Megatransfer von Lewis Hamilton zu Ferrari wird auf absehbare Zeit nichts. Schließlich hat sich die Scuderia mit Charles Leclerc (bis 2024) und Carlos Sainz (bis 2022) bereits festgelegt.

Die offizielle Verkündung von Hamiltons Vertragsverlängerung bei Mercedes steht noch aus, gilt aber als reine Formsache. Einer, der von Anfang an nicht viel von der Ferrari-Theorie gehalten hat, ist Nigel Mansell. "Für mich war Ferrari eine Utopie", erklärt der Weltmeister von 1992 im Gespräch mit der 'Mail on Sunday'.

"Es ist unglaublich, für Ferrari zu gewinnen, und ich liebe das Team von ganzem Herzen", sagt Mansell, der 1989/90 selbst drei Siege mit der Scuderia feiern konnte. "Aber wenn Lewis Geschichte schreiben will, wird er wahrscheinlich feststellen, dass Mercedes zum jetzigen Zeitpunkt die beständigere Wahl ist."

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Hamilton als "größter Fahrer in der Geschichte unseres Landes"

Aus Mansells Sicht hätte Ferrari in den vergangenen Jahren durchaus Weltmeisterschaften gewinnen können, aber es seien zu viele unglückliche Fehler gemacht worden. Diese warfen das Team mindestens hinter Konkurrent Mercedes zurück, der seit 2014 keinen Titelsieg verpasste. Fünf gehen auf das Konto von Hamilton.

Was ihn betrifft, hält Mansell fest: "Wie Michael Schumacher hat er die unglaubliche Unterstützung der Hersteller gehabt, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Er gewann seine erste Weltmeisterschaft mit McLaren und ging dann direkt zu einem Team, wo er weitere fünf gewann." 2020 kann er den Schumi-Rekord einstellen.

"Die Geschichte wird ihn als einen der größten Fahrer, wenn nicht sogar als den größten Fahrer in der Geschichte unseres Landes darstellen", glaubt Mansell. "Es gibt keinen Grund, warum er nicht eine siebte oder achte Weltmeisterschaft gewinnen kann, bevor er sich zur Ruhe setzt." Als den Größten aller Zeiten sieht er ihn aber nicht.

Nigel Mansell: Piloten der 50er "die wahren Helden" der Formel 1

"Ich sage immer Fangio, weil diejenigen, die in dieser Ära fuhren - und ich denke, Lewis würde dem zustimmen - die wahren Helden waren, weil sie keine Sicherheitsgurte, keine richtigen Helme, keine richtigen Brillen und manchmal auch keine Handschuhe hatten", ruft Mansell die Bedingungen der 50er Jahre in Erinnerung.

Der Brite weiß: "Wenn man einen Unfall hatte, stand es 50:50, ob man davonkam oder starb." Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. "Lewis geht es gut. Jeder, der so sehr bewundert wird, erhält viele Ratschläge. Er muss nur mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben, seine eigenen Entscheidungen treffen und mit ihnen zufrieden sein."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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