Norwegen veralbert Will Ferrell: Viraler Lachs-Battle

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Der Super Bowl ist auch die Bühne für die aufwändigsten, kreativsten und witzigsten Werbespots. Doch in einer Auto-Werbung legte sich Komiker Will Ferrell mit Norwegen an und bekommt jetzt die Quittung.

Mit den Falschen angelegt: Will Ferrell provozierte Norwegen mit einem Werbeclip und bekam urkomische Antworten. (Bild: REUTERS/Lucas Jackson)
Mit den Falschen angelegt: Will Ferrell provozierte Norwegen mit einem Werbeclip und bekam urkomische Antworten. (Bild: REUTERS/Lucas Jackson)

Ferrell, bekannt aus Hollywood-Comedys wie "Anchor Man" und "Eurovision" spielt in dem Werbeclip für den Automobilkonzern GM sich selbst auf der Mission, Norwegen als Weltmarktführer beim Verkauf von Elektroautos abzulösen. Dabei sammelt er die Comedy-Kollegen Kenan Thompson und Awkafina ein und begibt sich auf den Weg nach Norwegen. "Wir werden diese Loser zerstören", kündigt Ferrel an, landet dann aber aus Versehen in Schweden.

Doch die Norweger waren nicht um eine Antwort verlegen. Zunächst antwortete Audi Norwegen mit einer Reihe von witzigen Clips, die sich auf Ferrell beziehen. Der norwegische "Game of Thrones" Star Kristofer Hivju findet in einer Schneelandschaft den von Ferrell zurück gelassenen Globus und ist sichtlich entgeistert über die falschen Vorurteile der US-Amerikaner über sein Land. "Wie könnt ihr dies hier hassen? Wie könnt ihr uns hassen? Mich?" fragt der Schauspieler hinter dem Steuer.

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In einem weiteren Clip klärt der Hüne über die "wahren" Traditionen seines Landes auf. Zum Beispiel die, dass man in Norwegen Konflikte löse, in dem man sich mit Lachs ins Gesicht haut. Nicht mit Makrelen, wie Ferrel in seinem Clip behauptet hatte.

Die Botschaft des Auto-Herstellers: "Don't hate. Imitate". Übersetzt: Hasst uns nicht, kopiert uns. Die ultimativ beste Antwort auf die Provokation der US-Amerikaner gab aber die Universität von Agder. Deren Rektorin Sunniva Whittaker produzierte mit Studierenden ein längeres "Entschuldigungs-Video". Darin erklärt sie, man werde sich nun bemühen, möglichst schnell alles zu entfernen, was den Schauspieler neidisch machen könnte. "Wenn er schon so sauer wird wegen unsere Elektroautos, kann ich mir kaum vorstellen, wie er auf all die anderen Dinge reagieren wird", befürchtet die Rektorin. Nur, um diese dann fröhlich aufzuzählen.

Sie lässt eine US-amerikanische Studentin den Satz einüben: "Ich zahle Studiengebühren." Das fällt dieser aber schwer, weil die Ausbildung anders als in den USA in Norwegen frei ist, selbst für die Austauschstudentin. Eine Studentin, die mit ihr über die neuesten Forschungsergebnisse zu Wasserstoff und recyclebaren Batterien sprechen will, scheucht die Rektorin schnell wieder aus der Tür. Und "unglücklicherweise" ruft genau da eine Studentin an, die sich in ihre einjährige bezahlte Elternzeit verabschiedet, ein in den USA undenkbarer Vorgang. Der Running-Gag ist übrigens eine Anchovis-Pizza, die Ferrell angedroht hat für ganz Norwegen zu bestellen.

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Der augenzwinkernde Antwort-Clip wurde seit dem Super Bowl schon 100.000 mal angeschaut. Ob auch Will Ferrell zu den Zuschauern gehörte, ist nicht bekannt. Der Schauspieler, bekannt für seine albernen Rollen, dürfte sich aber mit Sicherheit über die ironischen Repliken gefreut haben.

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