Als Nowitzki aus der Dusche gezerrt werden musste

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Als Nowitzki aus der Dusche gezerrt werden musste
Als Nowitzki aus der Dusche gezerrt werden musste

Einfach nur allein sein, das war alles, was Dirk Nowitzki wollte.

Doch das ging natürlich nicht. "Ich schickte sogar unseren PR-Mann weg und sagte: Ich will nicht raus, ich will die Trophäe nicht! Lass' mich in Ruhe", erzählt der Basketballheld, als er in seinen Erinnerungen kramt: "Er musste mich regelrecht aus der Dusche zerren." (Alles zur NBA)

Zehn Jahre ist es nun her, dass Nowitzki Sportgeschichte schrieb. Am 12. Juni 2011 führte der Würzburger die Dallas Mavericks zum NBA-Titel, er triumphierte als erster und bis heute einziger Deutscher in der NBA.

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Es war ein großer Tag, nicht nur für ihn, sondern auch die Franchise. (Ergebnisse und Spielplan der NBA)

In der Dusche fließen bei Nowitzki die Tränen

Durch ein 105:95 bei Miami Heat gewannen die Texaner die Finalserie 4:2, mit 32 Jahren war Nowitzki am Ziel - und stürmte danach sofort mit dem Händen vor dem Gesicht vom Feld, Tränen flossen. Überwältigt von seinen Emotionen sprang der Würzburger über eine Werbebande und rannte in die Kabine.

"Ich habe erst einmal eine Minute für mich selbst gebraucht, war ein bisschen emotional, habe ein bisschen geheult. Ich wollte kurz für mich allein sein, war in der Umkleide in der Dusche und habe mich dann wieder gefangen", erklärte Nowitzki diesen Moment wenig später.

Nowitzki dachte zurück, an das harte Training früher, aber auch den verpassten Titel 2006 gegen die Heat trotz einer 2:0-Führung in den Finals, das Erstunden-Aus als topgesetztes Team gegen die Golden State Warriors 2007, die vielen vergeblichen Titel-Anläufe sowie die Zweifel an seinen Fähigkeiten.

All dies hatte Nowitzki nun beiseite gewischt und sich endgültig ein Denkmal in der NBA gesetzt. Als zweiter Europäer nach dem Franzosen Tony Parker (2007) bekam er zudem den Titel des Finals-MVP zugesprochen.

Nowitzki bestraft LeBron und Wade für Spott

Ein Spiel der Serie gegen Miami hat nach wie vor eine spezielle Bedeutung, das vierte. Nowitzki, den schon ein Sehnenriss im linken Mittelfinger plagte, wachte am Spieltag "nachts zwischen vier und fünf schweißgebadet auf. Mir ging es überhaupt nicht gut."

Nowitzki stand dennoch 39 Minuten auf dem Parkett, Stunden nachdem 39 Grad Fieber gemessen worden waren. Der schwer angeschlagene Nowitzki erzielte in der Schlussminute sogar noch den entscheidenden Korb zum 86:83-Sieg und dem damit verbundenen 2:2-Ausgleich in der Serie.

"Spiel 4 war das wichtigste meiner Karriere. Mir war klar: Wenn wir das vergeigen, ist die Serie so gut wie gelaufen für uns", sagte Nowitzki rückblickend über sein persönliches "Flu Game".

Die damaligen Heat-Superstars LeBron James und Dwyane Wade machten sich nach der Partie über seine Erkältung lustig, ihre Respektlosigkeit sollten sie teuer bezahlen. Mit 29 Punkten führte Nowitzki die Mavs zum nächsten Sieg.

Mavs gewinnen seit 2011 keine Playoff-Serie

Nach dem Coup der Mavericks, die seither keine Playoff-Serie mehr gewonnen haben, durfte Nowitzki mit der "Art Veteranen-Truppe", wie er das Team heute nennt, ins Weiße Haus zu US-Präsident Barack Obama ("ein tolles Erlebnis").

Er wurde beim Empfang in seiner Heimatstadt von Zehntausenden gefeiert und spielte acht Jahre weiter. Einen weiteren Titel gab es nicht, und die Knochenmühle NBA hinterließ ihre Spuren.

"Dem linken Knöchel geht es nicht so richtig gut. Mit meinem kaputten Fuß muss ich jetzt für den Rest meines Lebens klarkommen", sagt Nowitzki der Sport Bild: "Basketball spielen geht leider nicht mehr. Zum Glück kann ich Tennis spielen, das mache ich oft."

Eine neue Aufgabe sucht der Dreifach-Vater weiterhin nicht. "Ich bin immer noch in der Phase, wo ich Abstand vom Basketball gewinnen und viel mit meiner Familie reisen möchte", erklärt das deutsche Sportidol. "Irgendwas bei den Dallas Mavericks" werde er wohl mal machen, "eher im Management" statt im Trainerbereich. "Aber das hat noch Zeit."

Doch egal, was noch folgt. Der 12. Juni 2011 wird immer der Fixstern seiner sportlichen Karriere bleiben.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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