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Chelsea ist das Lachen vergangen

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Chelsea ist das Lachen vergangen
Chelsea ist das Lachen vergangen

Als hätte Hakim Ziyech eine Vorahnung gehabt.

Der Marokkaner erzielte in der 28. Minute mit einem abgefälschten Schuss die Führung für den FC Chelsea im Premier-League-Spiel gegen Brighton & Hove Albion. Doch Jubel wollte beim 28-Jährigen nicht aufkommen. (Alle News und Hintergründe zur Premier League)

Lediglich die angelaufenen Mitspieler, die ihn feiern wollten, hinderten Ziyech daran, direkt zur Mittellinie zurückzulaufen. Ein Lächeln? Fehlanzeige. Auch mit Halbzeitpfiff besserte sich die Laune des Torschützen nicht. Auf dem Weg in die Kabine diskutierte er energisch mit Mitspieler Romelu Lukaku, was der eine oder andere in verschiedenen Situationen besser hätte machen können. (DATEN: Tabelle der Premier League)

Tuchel: „Wir sind mental und körperlich müde“

In der zweiten Hälfte kam dann nicht mehr viel von den Blues, Brightons Adam Webster erzielte nach einer Stunde das 1:1 und sorgte somit für den nächsten Rückschlag für das Team von Thomas Tuchel.

Vier Ligaspiele in Serie sieglos: Für Tuchel selbst gab es das das letzte Mal vor über fünf Jahren - im Oktober 2016 als Trainer des BVB. Insgesamt gelang Chelsea nur ein Sieg in den vergangenen sieben Ligaspielen: Am Boxing Day schlug der Champions-League-Sieger Aston Villa mit 3:1. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Tuchel selbst wollte den erneuten Rückschlag nach dem Spiel nicht überbewerten. „Wir sind mental und körperlich müde und das sieht man an unserer Leistung. So einfach ist das“, erklärte er.

Liga kennt kein Erbarmen mit den Blues

Was er damit meint? Chelsea hat ein straffes Programm hinter sich. Das Spiel gegen Brighton war bereits das sechste Pflichtspiel in diesem Jahr. Seit einem Monat ist die Tuchel-Elf durchgehend im Dreitagesrhythmus gefordert.

Und das zu einer Zeit, in der der englische Fußball wie kaum ein anderer von der Corona-Walze getroffen wurde. Dutzende Spieler infizierten sich, zahlreiche Partien wurden verlegt.

Bei Chelsea jedoch nicht. Dabei hatten auch die Londoner einige Fälle zu beklagen, unter anderem traf es Timo Werner, Kai Havertz und Romelu Lukaku. Doch bei Tuchels Team zeigte die Liga kein Erbarmen, ein Antrag auf Verlegung des Spiels gegen die Wolverhampton Wanderers am 19. Dezember wurde abgelehnt. Havertz und Werner wurden gegen Brighton in der Schlussphase eingewechselt.

Dass bei einer solchen Belastung inklusive verschärfter Personalsituation die Beine irgendwann schwerer werden, ist logisch. Dennoch sind die Auftritte der Blues wohl nicht nur mit Müdigkeit zu erklären. Gegen Brighton gaben die Blues im ganzen Spiel nur drei Schüsse auf das gegnerische Tor ab. Am vergangenen Wochenende im Topspiel gegen Manchester City war es sogar nur einer.

Lukaku weiter ein Fremdkörper

Auch die Stimmung im Team scheint aktuell nicht besonders gut zu sein, was angesichts der aktuellen Misere auch kein Wunder ist. Angesprochen auf den fehlenden Torjubel Ziyechs erklärte Tuchel: „Er kann noch 20 weitere Tore erzielen und nicht feiern, damit habe ich kein Problem.“

Torjubel sind auch bei Romelu Lukaku aktuell kaum zu sehen. Der Belgier machte in den vergangenen Wochen eher abseits des Platzes Schlagzeilen. Sein Ende vergangenen Jahres veröffentlichtes Interview, in dem er erklärte, unzufrieden bei Chelsea zu sein, und gleichzeitig mit einer Rückkehr zu Inter Mailand liebäugelte, hat hohe Wellen geschlagen.

Im Anschluss ruderte der vereinsinterne Rekordtransfer (kam im vergangenen Sommer für 115 Millionen Euro von Inter) zurück. Er entschuldigte sich öffentlich. Dennoch bekam er neben der Suspendierung für die Parte gegen den FC Liverpool eine hohe Geldstrafe aufgebrummt. Diese soll laut italienischen Medien bei einer halben Million Euro liegen.

Auch gegen Brighton war von Lukaku allerdings nicht viel zu sehen, der bullige Mittelstürmer bekam kaum einen Ball, hatte nur einen Abschluss auf das Tor von Robert Sanchez. Lukaku wirkt nach wie vor wie ein Fremdkörper bei Chelsea.

„Ich werde heute nicht über einzelne Spieler sprechen“, stellte Tuchel klar. „Es geht nicht um Romelu, es gibt zu viele Fragen über Romelu und es gibt zu viele Antworten über Romelu. Romelu ist bei weitem nicht das Problem, er ist Teil der Lösung.“

Tuchel reagiert auf extreme Belastung

Auf die Frage, ob es vielleicht Sinn mache, sein System zugunsten des Rekordtransfers umzustellen, entgegnete der 48-Jährige: „Wir tun alles, um ihm zu helfen. Ich denke, dass dies die falsche Frage ist; sie konzentriert sich zu sehr auf einen Spieler.“

Lukaku sei ein wichtiger Spieler. „Und wir wollen, dass er wichtig ist, aber das ist der falsche Ansatz. Fußball ist ein Mannschaftssport. Nicht zehn Spieler, die für einen spielen.“

Ansätze muss Tuchel möglichst schnell finden, um mit seinem Team wieder in die Erfolgsspur zu finden. In der Liga ist Spitzenreiter Manchester City bereits auf 12 Punkte enteilt und hat sogar noch ein Spiel mehr zu absolvieren als der Dritte Chelsea. Der Traum vom Titel dürfte bereits geplatzt sein.

In den Pokalwettbewerben sind die Blues allerdings noch dabei, im League Cup erreichte das Team in der vergangenen Woche durch ein 1:0 im Halbfinalrückspiel gegen Tottenham Hotspur das Finale.

Die Spurs sind auch der nächste Gegner am Sonntag. Und Tuchel? Lässt seine Spieler erst einmal verschnaufen. „Wir müssen die Batterien wieder aufladen. Wir müssen abschalten, das ist mein Gefühl, deshalb geben wir den Spielern zwei Tage frei“, erklärte er. Sein Team solle mit „Hunger und Freude“ zurückkommen.

Denn für Tuchels laufintensives System sind das zwei wichtige Bausteine - neben der körperlichen Verfassung.

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