Nicht nur Götze: Diese Spieler verabschieden sich

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München - Am letzten Bundesliga-Spieltag heißt es Abschied nehmen von einigen Profis, die ihre Vereine geprägt haben. Für einige von ihnen ist nach der Saison ganz Schluss.

Der letzte Bundesliga-Spieltag einer Saison bedeutet nicht nur Spannung, Jubel und Drama.

Für manche Spieler heißt es an diesem Tag auch Abschied zu nehmen von Freunden, Kollegen, Trainern, Betreuern und Fans.

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Das gilt auch für diese Spielzeit - bis auf die Fans natürlich, die aufgrund der Corona-Hygienevorschriften der DFL auch zu den letzten Spielen der Saison nicht in die Stadien dürfen.

Mit Mario Götze verabschiedet sich nach dieser Saison auch ein Weltmeister, zumindest von seinem Verein Borussia Dortmund. Während der Siegtorschütze aus dem Finale 2014 von Rio nach der Sommerpause für einen anderen Klub auflaufen dürfte, werden andere Profis, wie Claudio Pizarro von Werder Bremen, ihre Karriere beenden.

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SPORT1 listet die bekanntesten Spieler auf, die im Sommer ihren Verein verlassen:

Mario Götze (28), Borussia Dortmund

Sein Name wird bis in alle Ewigkeit eng mit dem WM-Triumph 2014 verbunden sein. Doch danach kam der begnadete Techniker nie mehr so richtig auf die Beine. Nicht bei den Bayern, aber auch nicht beim BVB, zu dem er 2016 zurückkehrte. Dort hatte er nochmal angreifen wollen.

Doch Verletzungen, Krankheiten und Formschwächen warfen ihn immer wieder zurück. Auch hatte Trainer Lucien Favre für ihn nie wirklich einen Platz im System. Weil er vor ein paar Tagen erstmals Vater wurde, verzichtet er freiwillig auf einen möglichen Einsatz im letzten Spiel. Wohin es ihn jetzt zieht, ist ungewiss.

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Claudio Pizarro (41), Werder Bremen

Der Peruaner wurde zwar nie Weltmeister, dafür aber gewann er auf Klub-Ebene fast alle wichtigen Trophäen. Die meisten davon mit dem FC Bayern, mit dem er Weltpokalsieger, Champions-League-Sieger und mehrfacher Deutscher Meister wurde.

Aber auch mit Werder gewann er einen Titel, wurde 2009 DFB-Pokalsieger. Elf Jahre später kämpft er mit den Hanseaten gegen den Abstieg, auch wenn er nur noch sehr selten eingesetzt wird. Steigt Bremen tatsächlich ab, wäre es für ein trauriger Abschied, der nicht so recht zu seiner ruhmreichen Karriere passt.

Thomas Kraft (31), Hertha BSC

Kraft ist elf Jahre jünger als Pizarro - und wird aller Voraussicht nach dennoch schon jetzt seine Karriere beenden. In einem Alter, in dem andere Torhüter erst in ihr bestes Alter kommen, hat Kraft offensichtlich die Lust am Profi-Dasein verloren.

Der Double-Gewinner mit den Bayern von 2010 kam in dieser Bundesliga-Saison nur auf vier Einsätze für die Hertha, die er nach neun Jahren verlässt.

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Marco Russ (34), Eintracht Frankfurt

Wenige Spieler erleben im Laufe ihrer Karrieren so viele Höhen und Tiefen - im sportlichen und privaten Bereich - wie das Urgestein der Frankfurter Eintracht. 2011 stieg er in die 2. Bundesliga ab, acht Jahre später wurde er Pokalsieger. Und das zwei Jahre nach seiner Krebserkrankung.

Im letzten Spiel wird der Innenverteidiger noch einmal im Kader stehen, "aus Respekt", wie Trainer Adi Hütter sagte. Russ wird den Hessen aber auch nach dem Ende der Karriere erhalten bleiben, er wird mit einem Anschlussvertrag im Bereich Analyse ausgestattet.

Raffael (35), Borussia Mönchengladbach

Auch die "Fohlen" verlieren eine treue Seele. Stürmer Raffael wird nach sieben Jahren bei der Borussia keinen neuen Vertrag erhalten. Er wird den Fans nicht nur wegen seiner vielen Tore in Erinnerung bleiben.

Was vielen Anhängern mindestens genauso wichtig ist: Er ist einer der wenigen Profis, die den Verlockungen der Top-Klubs Bayern und Dortmund offenbar widerstanden haben und beim Verein geblieben sind.

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Thomas Kessler (34), 1. FC Köln

60 Einsätze in 13 Profi-Jahren, ein einziges Spiel in den vergangenen drei Jahren. Es gibt wahrlich beeindruckendere Statistiken für einen Profi-Torwart. Doch Kessler brauchte keine Spiele, um im gesamten Verein respektiert und anerkannt zu werden.

Der langjährige Ersatztorhüter, der das Kölner Auf und Ab der vergangenen Jahre mitgemacht hatte, war auch aufgrund seiner Loyalität als Mitglied des Mannschaftsrates eine feste Größe beim FC. Er soll dem Klub aber erhalten bleiben und auf verantwortliche Positionen vorbereitet werden.

Salomon Kalou (34), Hertha BSC

Ginge es rein nach Zahlen, wäre auch der Ivorer mit viel Applaus und Dankbarkeit verabschiedet worden. 48 Tore in 151 Liga-Spielen für die Berliner können sich wirklich sehen lassen.

Doch Kalou ist eben in Zeiten von Corona auch zum Symbol dafür geworden, wie ignorant und realitätsfern zumindest ein Teil der Profi-Branche mit gesellschaftlichen Problemen umgeht. Sein Video, in dem er sich über das Virus lustig macht und sämtliche Hygienevorschriften ignoriert, wird ebenso hängen bleiben wie seine Tore und der Champions-League-Sieg mit Chelsea 2012.

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