Wieder keine Punkte: Albon nutzt Bewährungschance Imola nicht

Norman Fischer
·Lesedauer: 2 Min.

War das der endgültige Sargnagel in Alexander Albons Red-Bull-Karriere? Auch in Imola blieb der Thailänder ohne Punkte - zum dritten Mal in Folge. In der Schlussphase schmiss Albon mögliche Punkte durch einen selbstverschuldeten Dreher weg, sodass ihm so langsam die Argumente auszugehen drohen.

"Das war ein schwieriges Rennen für Alex", muss auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner eingestehen. Albon hing das gesamte Rennen über hinter Charles Leclerc (Ferrari) und Daniel Ricciardo (Renault) auf Rang sechs und kam nicht vorbei. "Für mich gab es da nicht viel zu tun", sagt er.

Etwas Aufregung brachte noch einmal der Abflug seines Teamkollegen Max Verstappen, der das Safety-Car auf die Strecke schickte. Doch während einige Konkurrenten wie Sergio Perez (Racing Point) und Daniil Kwjat (AlphaTauri) an die Box kamen, um sich frische Reifen zu holen, blieb Albon auf seinen fast 40 Runden alten Hards draußen - ein Fehler.

Denn nach der Freigabe fiel die Konkurrenz über ihn her, und Albon drehte sich ausgangs von Kurve 6. "Rückblickend betrachtet hätten wir wohl reinkommen sollen. Natürlich waren wir das erste Auto auf kalten Reifen, auf das sie aufgelaufen sind. Es wäre daher immer schwierig gewesen, sie hinter uns zu halten."

Beim anschließenden Dreher will Albon einen kleinen Kontakt gespürt haben: "Ich glaube, irgendjemand hat mich getroffen, so fühlte es sich an", sagt er. Doch in der Tat war kein anderer Fahrer für seinen Fehler verantwortlich. "Er hat es einfach verloren", sagt Horner. "Dann waren es kalte Reifen und fehlender Abtrieb", ärgert sich Albon.

Und so bleibt für den Thailänder wieder einmal nur der Konjunktiv: "Wenn wir in die Box gekommen wären, hätten wir ein Podium holen können", glaubt er. Die Realität ist eine andere: "Es ist frustrierend, dass er wieder ohne Punkte nach Hause kommt - für ihn und das Team", so Horner.

Die Chancen auf das Stammcockpit 2021 dürften sich damit nicht erhöht haben, auch wenn er selbst sagt, dass es rückblickend betrachtet "kein schlechtes Wochenende" für ihn war. "Wir versuchen jetzt mit ihm zwischen hier und der Türkei zu arbeiten und ihn wieder aufzubauen", kündigt Horner an.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.