Offener Brief von Turntrainerin Frehse an Sportausschuss-Mitglieder

SID
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Zwei Tage vor der Sitzung des Bundestagssportausschusses am Mittwoch (14.00 Uhr) in Berlin hat sich die derzeit freigestellte Kunstturn-Trainerin Gabi Frehse mit einem Offenen Brief an die Ausschuss-Mitglieder gewandt. Erster Tagesordnungspunkt der Sitzung ist die aktuelle Situation am Bundesstützpunkt Chemnitz.

"Ich möchte Sie wissen lassen, dass es nie in meiner Absicht stand, mit den von mir trainierten Turnerinnen in einer Weise zu kommunizieren, welche diese als "psychische Misshandlung" hätten wahrnehmen können. Wenn einzelne der Turnerinnen das gleichwohl dennoch so wahrgenommen haben, so tut mir das aufrichtig leid, und ich bitte die entsprechenden Personen um Entschuldigung", heißt es in dem zweiseitigen Schreiben.

Frehse ist derzeit suspendiert, die ehemalige Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer sowie weitere frühere Schützlinge hatten der 61-Jährigen im Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter anderem eine permanente mentale Erniedrigung, Training über die Schmerzgrenze hinaus und die Verabreichung von Medikamenten ohne Rücksprache mit einem Arzt oder den Eltern vorgeworfen.

Juristische Ermittlungen einer Frankfurter Anwaltskanzlei im Auftrag des Deutschen Turner-Bundes (DTB) hatten in 17 Fällen entsprechende Anhaltspunkte ergeben. Der Olympiastützpunkt Chemnitz sieht derzeit aber noch keinen Anlass zu einer Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses. Laut DTB-Präsident Alfons Hölzl wird aktuell auch ein Entzug der Trainerlizenz juristisch geprüft.