Offiziell: McLaren nimmt nicht am Australien-Grand-Prix teil!

Christian Nimmervoll
motorsport.com

Einen Tag vor Trainingsbeginn im Albert Park von Melbourne hat das erste Team seine Teilnahme am Grand Prix von Australien Formel 1 2020 live im Ticker! zurückgezogen. McLaren hat am späten Donnerstagabend offiziell bekannt gegeben, dass man nicht am Saisonauftakt teilnehmen wird.

Stand Donnerstagnachmittag (Ortszeit) standen fünf Formel-1-Mitarbeiter (ein Ingenieur und drei Mechaniker des Haas-Teams sowie ein Angestellter von McLaren) unter Verdacht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Während die Haas-Mitarbeiter negativ getestet wurden, hat sich der Verdacht im Falle des McLaren-Angestellten inzwischen bestätigt.

Das Team zog daraus seine Konsequenzen und teilte der Formel 1 und der FIA mit, dass man das Rennwochenende auslassen werde.

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Die Entscheidung haben McLaren-Boss Zak Brown und Teamchef Andreas Seidl ebenso "aus Verantwortung gegenüber McLaren-Mitarbeitern und McLaren-Partnern" getroffen wie "gegenüber Mitarbeitern anderer Teams, Formel-1-Fans und allen anderen Formel-1-Stakeholdern".

"Das Team hat sich auf diese Eventualität vorbereitet", schreibt McLaren in einer offiziellen Stellungnahme. Der Mitarbeiter müsse sich nun in Australien in Quarantäne begeben und wird vor Ort behandelt. Mit den Gesundheitsbehörden werde man vollumfänglich kooperieren.

Vor Bekanntwerden des McLaren-Rückzugs hatten bereits Fahrer wie Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel in den Raum gestellt, dass der Grand Prix abgesagt werden sollte. Vettel deutete sogar an, notfalls "die Handbremse ziehen" zu wollen, was von Beobachtern als Streikdrohung interpretiert wurde.

Seitens der Formel-1-Verantwortlichen wurde ein Grand Prix mit weniger als zehn Teams bisher stets ausgeschlossen. Allerdings ging man dabei von behördlichen Schwierigkeiten aus, etwa wenn ein Team nicht in ein Land einreisen würde können. Für den Fall eines freiwilligen Verzichts wie jenen von McLaren stand eine Absage bisher nicht im Raum.

Der öffentliche Druck auf die Entscheider der Formel 1, den Saisonauftakt abzusagen, wächst damit weiter. Bereits zuvor war die Stimmung im Paddock in Melbourne am Donnerstag in Richtung Unverständnis gekippt. Eine Entscheidung, wie es nun weitergeht, steht aber noch aus.

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Mit Bildmaterial von LAT.

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