Olympia-Attentat 1972: "Wir sind auf einem sehr guten Weg"

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Olympia-Attentat 1972: "Wir sind auf einem sehr guten Weg"
Olympia-Attentat 1972: "Wir sind auf einem sehr guten Weg"

Der Leiter des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland hält es für angebracht, dass sich die deutsche Regierung bei den Angehörigen der Opfer des Olympia-Attentats von 1972 in München entschuldigt. "Ja", sagte Dr. Ittai Joseph Tamari auf die entsprechende Frage im Gespräch mit dem SID.

Die Opferfamilien der elf ermordeten israelischen Olympia-Sportler und -Trainer verlangen seit Jahrzehnten neben einer vollständigen Akteneinsicht und angemessenen Entschädigungszahlungen auch eine Entschuldigung von deutscher Seite. Deutsche Behörden und Regierungen haben sich dem bislang verweigert.

Tamari sagte im Gespräch mit dem SID, er verstehe die Opferfamilien "voll und ganz, bis jetzt hat sich Deutschland sehr verschlossen verhalten". Die Angehörigen und die Witwen der von einem palästinensischen Terrorkommando ermordeten Israelis hätten "50 Jahre lang vergeblich an die Türen deutscher Behörden geklopft".

Allerdings zeichnet sich nun eine Lösung ab. Wie die Süddeutsche Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf einen Sprecher des Bundesinnenministeriums berichtete, habe sich die Regierung entschieden, "die gravierenden Folgen für die Hinterbliebenen der Opfer in immaterieller und in materieller Hinsicht erneut zu artikulieren".

Es "kommt etwas in Bewegung", sagte Tamari, der die Spiele 1972 als 16-Jähriger mit seinem Vater besucht hatte, unter Berufung auf die Berichterstattung der SZ. Es seien Dinge vorgefallen, "die ich nicht gut verstehen kann", ergänzte er, aber "all das kann man korrigieren. Ich glaube, wir sind auf einem sehr guten Weg".

Am 5. und 6. September 1972 war bei einer missglückten Befreiungsaktion der Geiseln auch ein deutscher Polizist ums Leben gekommen. Die Gespräche mit den Vertretern der Opferfamilien sollen nach SZ-Informationen noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Es sei darüber hinaus eine "vollständige und umfassende Aufarbeitung der damaligen Ereignisse" vorgesehen.

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