Olympia-Organisatoren verteidigen Corona-Schutzkonzept bei zunehmenden Infektionen

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Hygienemaßnahme am Rande der Olympischen Spiele

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlenim Umfeld der Olympischen Spiele und in Japan insgesamt haben die Olympia-Organisatoren ihre Schutzmaßnahmen verteidigt. Nichts deute darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen den Olympischen Spielen und der Zunahme der Neuinfektionen in der Bevölkerung gebe, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Donnerstag. Nach seinen Informationen gebe es bislang keinen einzigen Fall, in dem das Virus von Athleten oder durch olympisches Personal auf Einwohner Tokios übertragen wurde.

Nach Angaben des Organisationskomitees wurden bislang 193 Sportler, Medienvertreter und Helfer der Sommerspiele positiv auf das Coronavirus getestet, mehrere positive Tests am Flughafen oder in Trainingslagern nicht mit eingerechnet. Mit 24 positiven Tests wurde am Donnerstag die bisher höchste Zahl im Umfeld der Spiele gemeldet.

Landesweit wurden am selben Tag laut Medienberichten mehr als 10.000 Neuinfektionen verzeichnet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Allein mehr als 3800 Fälle davon wurden in Tokio registriert.

Der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) betonte, die Teilnehmer und Helfer der Olympischen Spiele seien "die vermutlich am meisten getestete Gemeinschaft auf der Welt", zudem herrschten im Olympischen Dorf "einige der strengsten Lockdown-Regeln" weltweit. Bei rund 310.000 bisher vorgenommenen Corona-Tests liege die Rate der positiven Resultate bei 0,02 Prozent.

Adams wies zudem Befürchtungen zurück, die Spiele könnten den Druck auf das japanische Gesundheitssystem erhöhen. Nur zwei Menschen aus dem Umfeld der Spiele seien im Krankenhaus. Alle anderen Betroffenen würden von ihren eigenen Ärzteteams betreut, sagte Adams.

Viele Japaner hatten sich wegen der Corona-Pandemie im Vorfeld gegen die Olympischen Spiele ausgesprochen. Bislang sind erst 25 Prozent der japanischen Bevölkerung vollständig geimpft.

Der Chef des Tokioter Ärzteverbands, Haruo Ozaki, betonte, die Corona-Infektionen im Zusammenhang mit Olympia und in der japanischen Bevölkerung seien "unterschiedliche Dinge". Gleichzeitig hätten die Spiele aber "indirekte Auswirkungen": Den Menschen falle es schwer, "an Selbstbeschränkung zu denken, während wir dieses Fest haben".

gt/dja

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