Olympiaarzt warnt vor Reisen in Risikogebiete

Sportinformationsdienst
Sport1

Vor dem Hintergrund des sich ausbreitenden Coronavirus rät der leitende deutsche Olympiaarzt Dr. Bernd Wolfarth von Reisen in Risikogebiete ab. In seiner jüngsten Bewertung der Gefahrenlage, die der Mediziner am Mittwoch auf der Homepage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) veröffentlichte, stufte er neben China vor allem Südkorea mit aktuell rund 1200 Infektionsfällen und Italien (ca. 350) als "besonders besorgniserregend" ein.

Als Risikoländer nannte Wolfarth zudem Japan (ca. 190 Fälle), Singapur (ca. 90) und den Iran (ca. 100 Fälle und "eine vermutlich hohe Dunkelziffer"). Es gebe, so Wolfarth, "eine Reihe von Gründen, aktuell Wettkämpfe und Trainingslager in diesen Gebieten auszusetzen. Nicht nur wegen der gesundheitlichen Gefahren, die teilweise noch überschaubar zu sein scheinen, sondern vor allem auch wegen zahlreicher logistischer Probleme und völlig unklarer Rückreiseoptionen bzw. Quarantänerisiken."


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Reisende aus China oder anderen Risikogebieten müssten damit rechnen, in den Zielländern in Quarantäne genommen zu werden. Mehrere Länder, darunter auch Deutschland, würden ähnliche Maßnahmen für Menschen, die aus Risikogebieten in China zurückkehren, umsetzen. Auch dadurch sei mit "erheblichen Einschränkungen der persönlichen Freiheit und damit auch der Trainingsmöglichkeiten im Bereich des Sports zu rechnen", schrieb Wolfarth.

Tischtennis-WM wird verlegt

Deutsche Sportler sind in ihren Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele zunehmend betroffen. So wurde am Dienstag, 150 Tage vor der Eröffnungsfeier in Tokio, die Team-WM in Busan/Südkorea vom Tischtennis-Weltverband ITTF vorerst von Ende März auf Ende Juni (21.-28.) verlegt. Damit würden für Timo Boll und Co. zwei Höhepunkte binnen sechs Wochen auf dem Programm stehen, eine extreme Belastung für die Spieler.

Auch die Ruderer müssen umplanen. Das ursprünglich am Sonntag beginnende Trainingslager des Deutschland-Achters in der norditalienischen Region Lombardei (Gavirate) wurde abgesagt, stattdessen wird das deutsche Paradeboot vom 6. bis 23. März in Lago Azul (Portugal) trainieren. "Die Situation vor Ort und die Unsicherheit über die Entwicklung lassen nur einen Schluss zu: Dort können wir nicht hinfahren, das können wir nicht verantworten", sagte Bundestrainer Uwe Bender.

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