Olympische Rekorde: Olympiasieger und Höchstleistungen

SPORT1
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Olympische Rekorde: Olympiasieger und Höchstleistungen
Olympische Rekorde: Olympiasieger und Höchstleistungen

Die Teilnahme an den Olympischen Spielen ist das Ziel jedes Sportlers. Nicht nur die besten stellen olympische Rekorde auf. Auch die ältesten, jüngsten und konstantesten sorgen für Bestmarken.

Welche spektakulären Weltrekorde wurden bei den Olympischen Spielen aufgestellt?

Bei den Olympischen Spielen treten die besten Sportler der Welt an. Daher kommt es geradezu zwangsläufig dazu, dass Weltrekorde gebrochen werden. Ein Highlight der olympischen Geschichte war beispielsweise das 100-Meter-Rennen bei den Spielen von 1988. Im Finale von Seoul lieferten sich der Kanadier Ben Johnson, der US-Amerikaner Carl Lewis und der Brite Linford Christie das bis dato schnellste Rennen aller Zeiten. Johnson verbesserte mit 9,79 Sekunden den Weltrekord über 100 m. Allerdings wurde drei Tage später festgestellt, dass er gedopt war. Somit wurde Carl Lewis nachträglich zum Olympiasieger erklärt. Seine Zeit von 9,92 Sekunden bedeutete zudem einen neuen Weltrekord über 100 m.

Im Juli 2003 verbesserte die Russin Jelena Issinbajewa erstmals den Stabhochsprung Weltrekord auf die damalige Bestmarke von 4,82 Metern. Bei Olympia 2004 in Athen stellte sie mit 4,91 Metern einen neuen Weltrekord auf. Auch 2008 in Peking war sie für die neue Rekordhöhe von 5,05 Metern verantwortlich. Zehn Tage später verbesserte sie den Stabhochsprung Weltrekord erneut um einen Zentimeter auf die bis heute gültige Bestmarke von 5,06 Metern.

Wer ist der erfolgreichste Olympiateilnehmer aller Zeiten?

Der US-amerikanische Schwimmer Michael Phelps hält verschiedene olympische Rekorde. So wurde er zwischen 2004 und 2016 insgesamt 23 Mal Olympiasieger. Zusammen mit seinen drei silbernen und zwei bronzenen Medaillen kommt er auf 28 olympische Medaillen – auch das ist eine unerreichte Bestmarke. In besonderer Erinnerung bleiben die Spiele von 2008 in Peking. Dort siegte Phelps in allen acht Wettbewerben, an denen er teilnahm. Damit ist er der einzige Sportler der olympischen Geschichte, der acht Goldmedaillen bei einer Veranstaltung holte.

Wer sind die jüngsten Olympiateilnehmer aller Zeiten?

Neben 251 anderen Athletinnen und Athleten nahm an den Olympischen Winterspielen 1932 in Lake Placid auch die englische Eiskunstläuferin Cecilia Colledge teil. Am 10. Februar 1932, dem Tag der Kür, war sie erst elf Jahre und 74 Tage alt. Bis heute ist sie damit die jüngste Person, die je bei Olympia an den Start gegangen ist. Bei den Herren hält Jan Hoffmann den Rekord. Der Eiskunstläufer aus der DDR war bei den Spielen 1968 in Grenoble gerade einmal zwölf Jahre und 113 Tage alt.

Die jüngste Person, die Olympiasieger wurde, war die Südkoreanerin Kim Yoon-mi. Sie holte 1994 in Lillehammer Gold mit der Shorttrack-Staffel und war dabei 13 Jahre und 83 Tage alt.

Wer sind die ältesten Olympiateilnehmer aller Zeiten?

Den olympischen Rekord als ältester Teilnehmer hält seit den Spielen von 1924 in Chamonix der Schwede Carl August Kronlund. Er nahm im Alter von 58 Jahren und 155 Tagen am Curling-Wettbewerb teil und gewann mit seiner Mannschaft Silber. Bei den Damen ist Anne Abernathy Rekordhalterin. Die Sportlerin von den Amerikanischen Jungferninseln qualifizierte sich 2006 für den Rennrodel-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen in Turin. Allerdings stürzte sie beim Training und brach sich das Handgelenk. Mit 52 Jahren und 307 Tagen war sie dennoch die älteste Frau, die je an Olympia teilnahm. Kurioserweise stieg sie 2013 auf Bogenschießen um, scheiterte jedoch an der Qualifikation für die Sommerspiele 2016.

Welcher Athlet hat an den meisten Olympiaden teilgenommen?

Der japanische Skispringer Noriaki Kasai war von 1992 bis 2018 bei sämtlichen Olympischen Winterspielen am Start. Damit ist er der einzige Sportler, der acht Mal an Olympia teilnahm. Dabei gewann er 1994 Silber mit der Mannschaft und 2014 Silber auf der Großschanze sowie Bronze im Mannschaftswettbewerb.

Weitere vier Sportler schafften es, in ihrer Karriere sieben Mal an Olympischen Spielen teilzunehmen. Dabei handelt es sich um:

  • Albert Demtschenko (Rennrodler aus Russland): 1992 bis 2014

  • Claudia Pechstein (Eisschnellläuferin aus Deutschland): 1992 bis 2006 sowie 2014 und 2018

  • Janne Ahonen (Skispringer aus Finnland): 1994 bis 2018

  • Sjarhej Dalidowitsch (Skilangläufer aus Weißrussland): 1994 bis 2018

Pechstein ist somit die einzige Frau, die mindestens sieben Olympische Spiele als Sportlerin mitgemacht hat. Bei den Spielen von 1994, 1998, 2002 und 2006 wurde sie zudem fünf Mal Olympiasiegerin.

Welcher Sportler weist den größten Abstand zwischen zwei Olympiateilnahmen auf?

Der mexikanische Skirennfahrer Hubertus von Hohenlohe ging 1984 in Sarajevo erstmals bei Olympia an den Start. Sein letzter Auftritt fand 2014 in Sotschi statt. Somit liegen zwischen seinem ersten und seinem letzten Antreten bei Olympia ganze 30 Jahre – mehr als bei jedem anderen Sportler.

Welche Sportler wurden in verschiedenen Sportarten Olympiasieger?

Insgesamt 14 Sportlern gelang es, in unterschiedlichen Sportarten olympisches Gold zu gewinnen. Der erste war der Engländer John Derbyshire. Er wurde 1900 im Wasserball und 1908 mit der 200-Meter-Freistil-Staffel Olympiasieger. Bei Olympia 1904 gewannen die US-Amerikaner Louis Handley, Leo Goodwin und Joseph Ruddy sowohl im Wasserball als auch mit der 50-Yards-Freistil-Staffel Gold.

Aus heutiger Sicht kurios sind die beiden Disziplinen, in denen der Amerikaner Walter Winans seine Olympiasiege holte. Bei den Spielen 1908 gewann er im Wettbewerb Laufender Hirsch Doppelschuss, 1912 in Bildhauerkunst. Der Engländer Paul Radmilovic siegte 1908, 1912 und 1920 im Wasserball sowie 1908 mit der 200-Meter-Freistil-Staffel. Der Amerikaner Morris Kirksey wurde 1920 sowohl in der 100-Meter-Staffel als auch im Rugby Olympiasieger.

Zuletzt gelang es der Tschechin Ester Ledecká, in zwei verschiedenen Disziplinen Olympiasiegerin zu werden. Bei den Spielen 2018 in Pyeongchang gewann sie sowohl im Snowboard-Parallel-Riesenslalom als auch im Super G.

Welche Sportler gewannen sowohl bei den Sommer- als auch den Winterspielen Medaillen?

In der Geschichte der Olympischen Spiele gab es bislang lediglich fünf Sportler, die sowohl bei den Sommerspielen als auch bei den Winterspielen eine Medaille gewinnen konnten. Der erste war der US-Amerikaner Edward Eagan. Er holte 1920 im Boxen und 1932 im Viererbob Gold. Damit ist er der einzige Athlet der Sportgeschichte, der im Sommer und im Winter Olympiasieger wurde.

Der Norweger Jacob Tullin Thams wurde 1924 Olympiasieger im Skispringen und gewann 1936 Silber im Segeln. Die Deutsche Christa Luding-Rothenburger holte 1984 Gold im Eisschnelllaufen über 500 Meter und 1988 über 1.000 Meter. Ebenfalls 1988 gewann sie Silber beim Bahnrad-Sprint. Neben ihr gibt es keinen Sportler, der im gleichen Jahr sowohl im Sommer als auch im Winter eine olympische Medaille gewann.

Die Kanadierin Clara Hughes holte 1996 zwei Bronzemedaillen im Radsport, erreichte 2002 Silber im Eisschnelllauf und wurde 2006 schließlich Olympiasiegerin im Eisschnelllauf. Die US-Amerikanerin Lauryn Williams wurde 2004 Zweite im 100-Meter-Lauf und gewann 2012 mit der 100-Meter-Staffel Gold. Bei den Winterspielen 2014 holte sie Silber im Zweierbob.

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