Olympische Sommerspiele: 3. Wettkampftag am 26. Juli im Überblick

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Vom 23. Juli bis zum 8. August finden im japanischen Tokio die Olympischen Sommerspiele statt. In 50 Disziplinen aus 33 Sportarten finden 339 Wettkämpfe statt. Wir haben die wichtigsten Nachrichten des Tages zusammengefasst.

TOKYO, JAPAN - JULY 23: The Olympic flame burns over Tokyo during the Opening Ceremony of the Tokyo 2020 Olympic Games at Olympic Stadium on July 23, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Xavier Laine/Getty Images)
Vom 23. Juli bis 8. August 2021 finden in Tokio die Olympischen Sommerspiele statt. (Bild: Getty Images)

Olympia-News vom 26. Juli im Überblick

Medaillen für das deutsche Olympia-Team

+++ Slalom-Kanute Sideris Tasiadis holt Bronze +++

Vom Herrn der Ringe höchstpersönlich nahm Sideris Tasiadis die Huldigung für seinen wilden Bronze-Ritt entgegen. Erst umarmte der Slalom-Kanute nach seinem zweiten Olympia-Coup Thomas Bach, dann erhielt er vom deutschen IOC-Präsidenten auch noch einen anerkennenden Schulterklopfer. Doch den Erfolg genoss der Augsburger lieber im Stillen.

Innerlich sei „die Freude groß. Ich habe sehr viel Zeit investiert in den letzten Jahren. Ich bin super happy“, versicherte Tasiadis, für den es nach Silber in London 2012 die nächste Medaille bei Olympischen Spielen war. Doch im anspruchsvollen Stangenwald von Tokio wäre sogar der ganz große Wurf möglich gewesen.

„Klar wollte ich nach Gold greifen, aber das ist mir nicht ganz gelungen“, sagte Canadier-Spezialist Tasiadis und dachte dabei wohl noch einmal an den Patzer am entscheidenden Aufwärtstor kurz vor dem Ziel: „Ich bin mit meinem Finallauf nicht ganz zufrieden. Es wäre schon noch etwas drin gewesen.“

Der Deutsche Olympische Sportbund gratulierte dennoch und bezeichnete die Leistung des Kanuten als „einfach fantasiadisch“. Der Slowake Benjamin Savsek erwischte dagegen einen fast perfekten Lauf im Kasai Canoe Slalom Centre und sicherte sich den Olympiasieg. Silber ging an den Tschechen Lukas Rohan.

TOKYO, JAPAN - JULY 26: Sideris Tasiadis of Germany competes in the Gold Medal Finals of the Men's Canoe Slalom C1 event on day three of the Tokyo 2020 Olympic Games at Kasai Canoe Slalom Centre on July 26, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Bradley Kanaris/Getty Images)
Der deutsche Kanute Sideris Tasiadis schaffte es mit Bronze aufs Treppchen (Bild: Bradley Kanaris/Getty Images)

News über deutsche Sportler:

+++ Tennis: Alexander Zverev souverän im Achtelfinale - Niederlage für Struff +++

Wie auch Novak Djokovic, der nach einem Sieg gegen Jan-Lennard Struff den nächsten Schritt in Richtung Golden Slam machte, ist auch Alexander Zverev in Tokio weiter souverän unterwegs. Der Weltranglistenfünfte aus Hamburg hielt den 108 Plätze schlechter klassierten Kolumbianer Daniel Elahi Galan am Montag auf dem Centre Court bestens in Schach und feierte nach 70 Minuten ein ungefährdetes 6:2, 6:2. Zverev ließ keine einzige Breakchance zu und musste nicht einmal großartig glänzen. Koepfer zeigte sich hochkonzentriert und schlug den Australier Max Purcell 6:3, 6:0.

Auf eine dritte Medaillenchance im Mixed-Wettbewerb verzichtete Zverev allerdings. Der Deutsche Tennis Bund (DTB) gab am Montag bekannt, dass er für den Mixed-Wettbewerb die Duos Laura Siegemund/Kevin Krawietz (Metzingen/Coburg) und Anna-Lena Friedsam/Tim Pütz (Neuwied/Frankfurt) gemeldet hat. Ob es die beiden Paarungen tatsächlich in das 16er Feld schaffen, entscheidet sich mit Meldeschluss am Dienstag.

Zverev hatte lange mit einem Start in allen drei möglichen Konkurrenzen geliebäugelt. Doch der DTB erklärte, er habe den Weltranglistenfünften aufgrund der „sehr herausfordernden klimatischen Verhältnisse vor Ort mit enormer Hitze“ nicht im Mixed gemeldet.

+++ Beachvolleyball-Duo Ludwig und Kozuch im Achtelfinale +++

Olympiasiegerin Laura Ludwig und Margareta Kozuch haben in Tokio ihr Achtelfinal-Ticket gelöst. Das Hamburger Duo setzte sich beim olympischen Beachvolleyball-Turnier am Montag gegen die Japanerinnen Miki Ishii/Megumi Murakami mit 2:0 (21:17, 22:20) durch. Karla Borger und Julia Sude müssen nach dem 0:2 (17:21, 14:21) gegen die kanadischen Weltmeisterinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Paredes hingegen weiter das frühe Aus fürchten.

„Die Japanerinnen sind ein spielfähiges Team und haben sehr gute Aufschläge, das wussten wir“, sagte Ludwig im ZDF: „Die Geduld zu haben, da bei uns zu bleiben, nehmen wir mit.“ Auch das ursprünglich für Mittwoch angesetzte letzte Gruppenspiel wird für die Deutschen gewertet werden, weil Marketa Slukova und Barbora Hermannova (Tschechien) nach einer Corona-Infektion nicht antreten können.

+++ Frust bei Hockey-Herren - Damen weiter auf Erfolgskurs +++

Florian Fuchs brüllte seinen Frust im fast leeren Oi Hockey Stadium von Tokio laut heraus, die deutschen Damen verabschiedeten sich gut gelaunt in die Nacht. Mit dem 1:3 (0:2) gegen den starken Weltmeister Belgien kassierten die deutschen Herren im zweiten Vorrundenspiel den ersten olympischen Stimmungsdämpfer. «Wir sind sehr enttäuscht mit der Art und Weise, wie wir das Spiel gestartet haben. Zwei Tore so wegzuschenken, ist fahrlässig», kritisierte Bundestrainer Kais al Saadi angesichts eines 0:2-Rückstands nach bereits sieben Minuten.

Ganz anders war die Stimmungslage bei den Damen, die beim 2:0 (1:0) im Flutlichtspiel gegen Indien ihren zweiten Vorrundensieg feierten und mit sechs Punkten wie Weltmeister Niederlande weiter eine makellose Bilanz aufweisen. Nike Lorenz (12. Minute) und Anne Schröder (35.) trafen für das in allen Belangen überlegene deutsche Team, Torfrau Julia Sonntag (32.) parierte einen Siebenmeter. Am Mittwoch geht es gegen Irland weiter.

TOKYO, JAPAN - JULY 26: Nike Lorenz of Team Germany celebrates with team mates, embracing Cecile Pieper after scoring their team's first goal during the Women's Preliminary Pool A match between Germany and India on day three of the Tokyo 2020 Olympic Games at Oi Hockey Stadium on July 26, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)
Die Hockey-Damen hatten mehr Erfolg als die Herren (Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images)

+++ Erster Sieg für deutsche Handballer +++

Zweites Spiel, erster Sieg: Die deutschen Handballer haben einen ersten Schritt in Richtung olympisches Viertelfinale gemacht.

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason gewann gegen Argentinien am Ende souverän mit 33:25 (14:13) und sammelte Selbstvertrauen für den bevorstehenden Kracher gegen Rekordweltmeister Frankreich. Zum Auftakt hatte das deutsche Team gegen Europameister Spanien mit 27:28 verloren.

„Super, die ersten zwei Punkte sind ganz wichtig, jetzt können wir durchatmen. Es war klar, dass das heute ein Pflichtsieg ist. Wir haben uns am Anfang schwergetan, es am Ende aber super gelöst“, sagte Torhüter Johannes Bitter.

Und Linksaußen Marcel Schiller, der anstelle von Kapitän Uwe Gensheimer spielte und sieben Treffer erzielte, meinte: „Jetzt wollen wir gegen Frankreich gewinnen. Wir haben eine super Truppe zusammen, und ich bin mir sicher, dass wir sehr gute Chancen haben.“

+++ Schwimmen: Starker sechster Platz für Isabel Gose +++

Beim Duell zwischen US-Star Katie Ledecky und der australischen Herausforderin Ariarne Titmus hat Schwimm-Talent Isabel Gose im Finale über 400 m Freistil einen starken sechsten Platz belegt.

Einen Tag nach ihrem deutschen Rekord schlug die 19-Jährige aus Magdeburg in 4:04,98 Minuten an. Die fünffache Junioren-Europameisterin verfehlte ihre neue Bestmarke von 4:03,21 allerdings deutlich.

Titmus besiegte die 15-malige Weltmeisterin Ledecky mit einem starken Schlussspurt in 3:56,69 Minuten. Die Rekordjagd der fünfmaligen Olympiasiegerin ist damit vorerst gestoppt. Der 24-Jährigen fehlen noch vier Siege zur Bestmarke der Turnerin Larissa Latynina, die von 1956 bis 1964 neun Goldmedaillen für die Sowjetunion gewann.

„Ein wahnsinniges Gefühl“, sagte Gose nach ihrem ersten olympischen Finale im ZDF, „über den sechsten Platz kann ich nicht meckern.“

+++ Deutsche Florettfechter ausgeschieden +++

Die deutschen Florettfechter sind bei den Olympischen Spielen in Tokio im Einzel bereits ausgeschieden.

Der 38 Jahre alte Sportsoldat Peter Joppich verlor am Montag sein Achtelfinale gegen den Tschechen Alexander Choupenitch mit 13:15. Benjamin Kleibrink (35), Olympiasieger 2008 in Peking, unterlag dem zweimaligen Afrikameister Alaaeldin Abouelkassem aus Ägypten schon in der Runde der letzten 32 mit 11:15. Andre Sanita war in seinem zweiten Gefecht gegen den italienischen Weltranglistenersten Alessio Foconi chancenlos (8:15).

Damit gehen die Athleten des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) wie schon in Rio 2016 im Einzel leer aus.

Weitere Olympia-News:

+++ Triathlon-Sieger sorgt für Schockmoment +++

Triathlet Kristian Blummenfelt hat Norwegen bei den Sommerspielen in Tokio die erste olympische Goldmedaille seit neun Jahren beschert. Kurz nach dem Zieleinlauf kam jedoch erst einmal zum kurzen Schockmoment.

Der 27-Jährige beendete am Montag die britische Dominanz und setzte sich vor Alex Yee (Großbritannien) und dem Neuseeländer Hayden Wilde in 1:45:04 Stunden durch.

Blummenfelt überquerte nach 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren sowie dem abschließenden 10-km-Lauf elf Sekunden vor Yee die Ziellinie.

Kurz darauf ging der eben noch jubelnde Blummenfelt völlig entkräftet zu Boden und musste sich wenige Sekunden später sogar zweimal übergeben. Der Sieger musste im Anschluss von einem Helfer und dem Drittplatzierten Wilde gestützt, in einen Rollstuhl gesetzt und aus dem Zielbereich gefahren werden.

+++ 13-Jährige schreibt Skateboard-Geschichte +++

Die erst 13-jährige Momiji Nishiya hat als erste Skateboard-Olympiasiegerin Geschichte geschrieben.

Die Japanerin setzte sich mit 15,26 Punkten gegen die ebenfalls erst 13 Jahre alte Brasilianerin Rayssa Leal (14,64) und die 16-jährige Funa Nakayama (Japan/14,49) durch.

Nishiya sicherte sich wie Landsmann Yuto Horigome am Sonntag den Street-Olympiasieg, es ist Japans bereits sechstes Gold bei den Spielen von Tokio.

TOKYO, JAPAN - JULY 26:  Momiji Nishiya of Team Japan celebrates during the Women's Street Final on day three of the Tokyo 2020 Olympic Games at Ariake Urban Sports Park on July 26, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Patrick Smith/Getty Images)
Die erst 13-jährige Momiji Nishiya hat als erste Skateboard-Olympiasiegerin Geschichte geschrieben (Bild: Patrick Smith/Getty Images)

Leal verpasste es knapp, die jüngste Olympiasiegerin der Geschichte zu werden. Mit ihren 13 Jahren und 116 Tagen hätte sie US-Schwimmerin Marjorie Gestring abgelöst, die 1936 in Berlin im Alter von 13 Jahren und 269 Tagen Gold gewann. Nishiya wird am 30. August 14 Jahre alt.

+++ Kunstturnen: Gold für die Russen +++

Stark angefangen, aber am Ende noch viel stärker nachgelassen: Die deutschen Kunstturner sind in der olympischen Mannschaftsentscheidung in Tokio über eine Nebenrolle nicht hinausgekommen. Die Schützlinge von Trainer Waleri Belenki belegten bei acht Teams nur auf den achten Platz und verließen enttäuscht die Halle.

Der Sieg ging im Ariake Gymnastics Center an das ROC-Team, das erste olympische Team-Gold für russische Turner seit 25 Jahren. Die Plätze zwei und drei belegten Japan und China. Mit der allerletzten Übung von Nikita Nagorny fiel die Entscheidung mit einem Minimalvorsprung von etwas mehr als einem Zehntelpunkt.

Mit Material von dpa, Sport 1 und SID

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