Olympische Sommerspiele: Der 12. Wettkampftag am 04. August im Überblick

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Vom 23. Juli bis zum 8. August finden im japanischen Tokio die Olympischen Sommerspiele statt. In 50 Disziplinen aus 33 Sportarten finden 339 Wettkämpfe statt. Wir haben die wichtigsten Nachrichten des Tages zusammengefasst.

CHIBA, JAPAN - AUGUST 04: (BILD ZEITUNG OUT) Frank Staebler of Germany cheers at the award ceremony in the Men's Greco-Roman 67kg Bronze Medal Wrestling Match on day twelve of the Tokyo 2020 Olympic Games at Makuhari Messe Hall on August 4, 2021 in Chiba, Japan. (Photo by Tom Weller/DeFodi Images via Getty Images)
Frank Stäbler darf sich über Bronze freuen (Bild: Tom Weller/DeFodi Images via Getty Images)

Olympia-News vom 04. August im Überblick

Medaillen für das deutsche Olympia-Team:

+++ Nach Corona und Verletzung: Ringer Stäbler krönt Karriere mit Bronze +++

Mit Tränen in den Augen schickte Frank Stäbler nach seinem ganz besonderen Triumph Grüße an seine Liebsten zuhause.

Der dreimalige Ringer-Weltmeister hat mit dem Gewinn der Bronze-Medaille einen krönenden Abschluss seiner internationalen Karriere gefeiert. In seinem letzten Kampf auf der großen Bühne holte Stäbler die lang ersehnte erste Olympia-Medaille.

Der 32-jährige Schwabe bezwang in der griechisch-römischen Gewichtsklasse bis 67 kg den Georgier Ramaz Zoidze in einem spannenden Kampf mit 5:4.

“Bronze ist das neue Olympiagold”, hatte Stäbler bereits nach dem Einzug in den Bronzekampf über die Hoffnungsrunde gesagt. Stäbler hatte am Dienstag den Einzug ins Goldfinale verpasst.

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News über deutsche Sportler:

+++ Deutsches Olympia-Küken verpasst Finale haarscharf +++

Mutig gefahren, lange gezittert, aber knapp gescheitert: Skateboard-Hoffnung Lilly Stoephasius hat bei ihrem Debüt auf der großen Olympia-Bühne das Finale um Haaresbreite verpasst.

Die 14-Jährige stellte einen guten Lauf in den “Swimmingpool” von Tokio, schaffte jedoch nicht den Sprung ins Park-Finale. Mit 38,37 Punkten landete sie auf dem neunten Platz, die besten acht Fahrerinnen qualifizierten sich für die Medaillenentscheidung am Mittag (Ortszeit).

"Ich bin schon zufrieden, mein erster Run war ganz gut", sagte Stoephasius, jüngste deutsche Tokio-Teilnehmerin, nach ihren drei Läufen: "Ich habe meinen Run hingestellt, das ist das, was zählt." Die Berlinerin zitterte bis zur letzten Quali-Gruppe, am Ende fehlten rund zwei Punkte zum Weiterkommen.

Als dritte Athletin war Stoephasius bei der olympischen Park-Uraufführung in die Bowl gesprungen und zeigte trotz der extrem hohen Rampen eine mutige und fast fehlerfreie Fahrt. Mit der stabilen Ausgangslage im Rücken ging die Schülerin in den übrigen beiden Läufen über 45 Sekunden ins Risiko, konnte ihre Tricks jedoch nicht stehen und stürzte kontrolliert auf den Beton.

+++ Zu schwere Ausrüstung bringt deutsche Segler um Silber +++

Luise Wanser und Anastasiya Winkel aus Hamburg sind am letzten Regattatag in Enoshima als Zweite im finalen Medaillenrennen der 470er auf einen sechsten Platz gesegelt.

Ohne die zweifache Disqualifikation zum Auftakt, als die Trapezweste der Vorschoterin 260 Gramm zu schwer war, hätte der starke Auftritt am Ende Silber bedeutet. 

"Die Regatta ist mit den zwei Disqualifikationen nicht ganz so gelaufen, wie wir es uns vorgenommen haben", sagte Winkel: "Dass wir jetzt Sechste geworden sind, darauf sind wir schon stolz."

So blieb es für das deutsche Segelteam bei drei Medaillen. Tina Lutz und Susann Beucke holten am Dienstag Silber im 49erFX, Erik Heil und Thomas Plößel im 49er sowie Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer im Nacra17 sicherten sich Bronze.

+++ Nach Halbfinal-Krimi! Ovtcharov und Co. spielen um Gold +++

Die nächste Medaille haben die deutschen Tischtennis-Herren nach einem wahren Krimi bereits sicher - nur die Farbe ist noch offen!

TOKYO, JAPAN - AUGUST 04: Timo Boll (L) and Dimitrij Ovtcharov (R) of Team Germany shake hands during their Men's Team Semifinals table tennis match on day twelve of the Tokyo 2020 Olympic Games at Tokyo Metropolitan Gymnasium on August 04, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Steph Chambers/Getty Images)
Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov spielen um eine Medaille (Bild: Steph Chambers/Getty Images)

Nach einem dramatischen 3:2-Sieg im Halbfinale über Japan kämpfen Dimitrij Ovtcharov und Co. am Freitag (12.30 Uhr MESZ) um Gold. Dabei hat das DTTB-Team gegen Topfavorit China um Olympiasieger Ma Long allerdings nur Außenseiterchancen. Der Einzug ins Endspiel ist aber bereits ein riesiger Erfolg, die Silbermedaille ist damit sicher.

Ovtcharov, der den entscheidenden Punkt gegen Japan holte, wird damit zum ersten Spieler der Geschichte mit sechs Olympiamedaillen.

+++ Tränen-Drama um Zehnkämpfer Kaul +++

Der Medaillentraum von Niklas Kaul ist auf bittere Art und Weise geplatzt.

Der Weltmeister erwischte zwar im Olympischen Zehnkampf einen guten Start und setzte mit einer persönlichen Bestleistung im Hochsprung ein Ausrufezeichen. Doch der 23-Jährige verletzte sich dabei.

Nachdem Kaul 2,11 m übersprungen hatte, humpelte er mit einem Blutfleck auf dem rechten Socken aus dem Stadion. Der Start bei der folgenden Disziplin, dem Sprint über 400 m war zunächst offen. Unter Schmerzen ging er dennoch an den Start, doch er schaffte nur die Hälfte der Strecke.

+++ Krauses Medaillentraum platzt: "Weinendes Auge dabei" +++

Völlig entkräftet stützte sich Gesa Felicitas Krause mit den Händen auf ihren zitternden Beinen ab, sie atmete schwer und wischte sich die Spucke vom Mund.

Sie hatte gekämpft und alles gegeben, doch der ganz große Traum von einer Olympia-Medaille ging für den Hindernisstar nicht in Erfüllung. Einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag wurde Krause Fünfte.

“Ich wollte unbedingt um die Medaillen kämpfen, das ist mir nicht gelungen”, sagte Krause: “Natürlich ist da auch ein weinendes Auge mit dabei. Aber am Ende des Tages würde ich trotzdem nicht sagen, dass es irgendwie schlecht war. Ich bin Fünfte bei Olympischen Spielen geworden, das ist definitiv eine gute Leistung.”

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+++ Olympia-Abschied: Hausding verpasst Finale +++

Für Wasserspringer Patrick Hausding sind die letzten Olympischen Spiele einen Tag eher beendet als geplant.

Der Rekord-Europameister scheiterte am Montag überraschend im Vorkampf vom 3-m-Brett - fünf Tage, nachdem er zusammen mit seinem Synchronpartner Lars Rüdiger Bronze gewonnen hatte. Nach drei verpatzten Sprüngen schied der Berliner mit 364,05 Punkten als 21. aus. Der Dresdner Martin Wolfram zog dagegen als Achter (444,50) ins Halbfinale am Dienstag (3.00 Uhr MESZ) ein.

Hausding, der als Fahnenträger die deutsche Mannschaft ins Olympiastadion geführt hatte, fiel nach zwei missglückten Versuchen zwischenzeitlich auf den 25. Rang von 29 Teilnehmern zurück. Mit einem starken Viereinhalb-Salto vorwärts nahm der 32-Jährige noch einmal die ersten 18 Plätze für das Halbfinale ins Visier, patzte aber auch im letzten Durchgang.

Nach vier Sommerspielen mit drei Medaillen - einmal Silber, zweimal Bronze - verabschiedet sich Hausding von der olympischen Bühne. Wolfram, Olympiafünfter 2016 vom Turm, startete stark und lag lange auf dem fünften Rang, ehe er im Schlussdurchgang noch drei Plätze verlor.

+++ Tischtennis-Frauen verpassen Sensation +++

Die deutschen Tischtennis-Frauen haben den erneuten Einzug ins Olympia-Finale erwartungsgemäß verpasst.

Das Trio von Bundestrainerin Jie Schöpp unterlag dem Topfavoriten China in einer Neuauflage des Endspiels von 2016 mit 0:3. Petrissa Solja, Han Ying und Shan Xiaona spielen somit am Donnerstag (4.00 MESZ) gegen Hongkong um Bronze.

+++ Letztes deutsches Beach-Duo raus! Thole/Wickler verpassen Halbfinale +++

Die deutschen Beachvolleyballer Julius Thole und Clemens Wickler haben bei ihrer olympischen Premiere das Halbfinale verpasst.

Das Duo aus Hamburg unterlag den Weltmeistern Oleg Stojanowski/Wjatscheslaw Krassilnikow (ROC) in der Neuauflage des WM-Finals mit 0:2 (16:21, 19:21) und muss den Traum von einer Medaille in Tokio begraben.

Bei den Wettbewerben im Shiokaze Park waren zuvor auch die beiden Frauen-Teams leer ausgegangen.

+++ Olympiasiegerin Funk auch Sportlerin des Monats +++

Olympiasiegerin Ricarda Funk (29) ist von den deutschen Athletinnen und Athleten zur Sportlerin des Monats Juli gekürt worden. 

Die Slalom-Kanutin erhielt bei der Wahl die mit Abstand meisten Stimmen (39,7 Prozent) vor dem Deutschland-Achter (16,6) der Ruderer, der in Tokio Silber holte. Auf Rang drei landete Judoka Eduard Trippel (12,3), ebenfalls mit der Silbermedaille dekoriert. 

Funk hatte am 27. Juli das Rennen im Kajak-Einer gewonnen und damit das erste deutsche Gold in Tokio geholt. Stimmberechtigt waren die rund 4000 Athletinnen und Athleten, die von der Deutschen Sporthilfe gefördert werden.

Weitere Olympia-News:

+++ Polizei wartet am Rollfeld: Flüchtender Olympia-Star in Wien gelandet +++

Die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja, die nach öffentlichen Entführungsvorwürfen gegen ihre eigene Delegation während der Olympischen Spiele weltweit Bekanntheit erlangt hat, ist auf dem Weg in ihre neue Heimat Polen.

Dabei änderte Timanowskaja am Mittwoch kurzfristig ihre Reisepläne und flog aus Tokio nach Wien.

Von dort soll sie noch am Abend nach Warschau weiterreisen, wie ein Sprecher der österreichischen Regierung der französischen Nachrichtenagentur AFP sagte.

Wie Timanowskaja wird auch ihr Ehemann ein humanitäres Visum in Polen erhalten, das bestätigten offizielle Stellen am Nachmittag.

+++ Große Ehre für jüngste Olympia-Teilnehmerin +++

Die erst zwölf Jahre alte Hend Zaza aus Syrien hat nach ihrem Kurz-Auftritt bei den Olympischen Spielen eine Einladung von der Tischtennis-Großmacht China erhalten.

TOKYO, JAPAN - JULY 24: Twelve year old Hend Zaza of Syria, the youngest competitor in the Olympic Games in Tokyo, in action against  Jia Liu of Austria in the Women's Singles  Preliminary Round in the Tokyo Metropolitan Gymnasium at the Tokyo 2020 Summer Olympic Games  on July 24, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Tim Clayton/Corbis via Getty Images)
Hend Zaza aus Syrien ist erst zwölf Jahre alt (Bild: Tim Clayton/Corbis via Getty Images)

“Ich freue mich darauf, dort zu trainieren und zu lernen”, wurde die jüngste Tokio-Teilnehmerin im chinesischen Staatssender CCTV zitiert. Das nationale Olympische Komitee des Landes hatte zuvor die Einladung ausgesprochen.

“Natürlich hoffe ich, das Niveau von chinesischen Spielerinnen zu erreichen. Mein Traum ist es, so stark wie sie zu werden”, sagte Zaza.

+++ Historische Medaille beim Skateboarden +++

Historische Medaille beim Skateboarden der Olympischen Spiele in Tokio.

Noch nie seit dem 2. Weltkrieg hing eine Medaille um einen so jungen Hals. Die Japanerin Kokona Hiraki ist erst zwölf Jahre alt und gewann im Park-Wettbewerb der Skateboarderinnen die Silbermedaille.

So jung war zuletzt eine Medaillengewinnerin bei Olympia bei den Spielen 1936 in Berlin: die Dänin Inge Sörensen, die Bronze über 200 Meter Brust gewonnen hatte.

+++ Transgender-Athletin kündigt Karriereende an +++

Laurel Hubbard, die in Tokio als erste offene Transgender-Athletin bei Olympischen Spielen Geschichte geschrieben hatte, hat ihren Rücktritt vom Gewichtheben angekündigt.

Tokyo 2020 Olympics - Weightlifting - Women's +87kg - Group A - Tokyo International Forum, Tokyo, Japan - August 2, 2021. Laurel Hubbard of New Zealand celebrates after a lift. REUTERS/Edgard Garrido
Lauren Hubbard hat ihren Rücktritt angekündigt (Bild: REUTERS/Edgard Garrido)

“Das Alter hat mich eingeholt. Wenn wir ehrlich sind, hat es mich wahrscheinlich schon vor einiger Zeit eingeholt”, sagte die 43-Jährige.

Die Neuseeländerin hatte im Superschwergewicht (+87 kg) am Montag gleich drei Fehlversuche im Reißen zu Beginn des Wettkampfes hingelegt und schied vorzeitig aus.

Ihr langer Verbleib im Sport sei "wahrscheinlich nicht zuletzt auf gewaltige Mengen an Entzündungshemmern zurückzuführen", ergänzte Hubbard. Es sei an der Zeit, "dass ich darüber nachdenke, die Schuhe an den Nagel zu hängen und mich auf andere Dinge in meinem Leben zu konzentrieren."

+++ Fabel-Weltrekord von Sydney McLaughlin! Nächste unglaubliche Hürden-Show +++

Sydney McLaughlin hat bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio für den nächsten Fabel-Weltrekord gesorgt.

Im Finale über 400 m Hürden verbesserte die 21 Jahre alte Amerikanerin ihre bisherige Bestmarke von Ende Juni um 44 Hundertstel auf 51,46 Sekunden.

Hinter McLaughlin blieb Ex-Weltrekordlerin und Landsfrau Dalilah Muhammad in 51,58 Sekunden ebenfalls noch deutlich unter dem alten Topwert. Bronze mit dem Europarekord von 52,03 Sekunden ging an die Niederländerin Femke Bol.

+++ Sprinterin Timanowskaja aus Tokio abgereist - IOC leitet Untersuchung ein +++

Die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja ist aus Tokio abgereist. Ihr Fall wird das IOC aber weiter beschäftigen. Eine Disziplinarkommission soll Aufklärung bringen.

Die belarussische Sportlerin Kristina Timanowskaja ist auf dem Weg nach Wien. Das bestätigte das österreichische Außenministerium am Mittwoch.

Laut Medienberichten hat die 24-Jährige Tokio in einer Maschine verlassen, die gegen 16.00 Uhr in Wien landen soll. Eigentlich wurde erwartet, dass die Sportlerin nach Warschau fliegt. Polen hatte ihr ein humanitäres Visum ausgestellt. Dort könne sie auch ihre sportliche Karriere fortsetzen, hatte die polnische Regierung versichert.

Das IOC hatte kurz vor der Abreise der belarussischen Sprinterin aus Tokio eine Disziplinarkommission zur Aufklärung des Falls eingesetzt. Das Gremium soll die Tatsachen in der Affäre um die mutmaßlich von belarussischen Behörden versuchte Entführung der Leichtathletin aus Japan feststellen.

Mit Material von dpa, Sport 1 und SID

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