Olympische Sommerspiele: Der 7. Wettkampftag am 30. Juli im Überblick

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Vom 23. Juli bis zum 8. August finden im japanischen Tokio die Olympischen Sommerspiele statt. In 50 Disziplinen aus 33 Sportarten finden 339 Wettkämpfe statt. Wir haben die wichtigsten Nachrichten des Tages zusammengefasst.

TOKYO, JAPAN - JULY 23: The Olympic flame burns over Tokyo during the Opening Ceremony of the Tokyo 2020 Olympic Games at Olympic Stadium on July 23, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Xavier Laine/Getty Images)
Vom 23. Juli bis 8. August 2021 finden in Tokio die Olympischen Sommerspiele statt. (Bild: Getty Images)

Olympia-News vom 30. Juli im Überblick

Medaillen für das deutsche Olympia-Team:

+++ Rudern: Deutschland-Achter verpasst Gold +++

Schlagmann Hannes Ocik kippte voller Erschöpfung rückwärts ins Boot, der Rest des Deutschland-Achters verharrte regungslos auf dem Wasser. Nach dem verpassten Griff nach der olympischen Goldmedaille überwog beim deutschen Paradeboot zunächst nicht der Stolz über Silber, sondern die Enttäuschung. Wie schon 2016 reichte es für das von einem Mythos umwehte deutsche Flaggschiff knapp nicht zum großen Triumph.

Bis die erste Enttäuschung verflogen war, dauerte es etwas. “Wir haben alles geopfert. Unser Gesichter sind noch ein bisschen leer. Aber wir haben auf jeden Fall Silber gewonnen. Ich bin super stolz”, sagte Ocik. Nebenmann Torben Johannesen gab aber auch zu, “am Anfang etwas enttäuscht” gewesen zu sein.

TOKYO, JAPAN - JULY 30:  Silver medalists Johannes Weissenfeld, Laurits Follert, Olaf Roggensack, Torben Johannesen, Jakob Schneider, Malte Jakschik, Richard Schmidt, Hannes Ocik and Martin Sauer of Team Germany pose with their medals during the medal ceremony for the Men's Eight Final A on day seven of the Tokyo 2020 Olympic Games at Sea Forest Waterway on July 30, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Leon Neal/Getty Images)
Unter den Triumph über Silber mischte sich Enttäuschung über das verpasste Gold (Bild: Leon Neal/Getty Images)

Vor den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach und DOSB-Präsident Alfons Hörmann musste sich das deutsche Team auf dem Sea Forest Waterway Neuseeland geschlagen geben und muss weiter auf den ersten Gold-Triumph seit 2012 warten. Bronze ging in Tokio an Großbritannien.

+++ Tischtennis: Ovtcharov holt Bronze +++

Spannender geht es nicht: Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov hat nach einem erneuten Drama über sieben Sätze die Bronzemedaille gewonnen.

Ovtcharov sank nach dem Matchball ungläubig auf die Knie, auf der Tribüne klatschte Timo Boll begeistert Beifall: Mit Nerven aus Drahtseilen hat der 32-Jährige wie schon 2012 in London Olympia-Bronze im Tischtennis gewonnen. Ovtcharov bezwang den erst 19 Jahre alten Lin Yun-Ju aus Taiwan nach vier abgewehrten Matchbällen mit 4:3, einen Tag nach der bitteren Halbfinal-Niederlage gegen Ma Long durfte er doch noch jubeln.

TOKYO, JAPAN - JULY 30: Dimitrij Ovtcharov of Team Germany celebrates after defeating Lin Yun-ju of Team Chinese Taipei in Men's Table Tennis Singles Bronze Medal match on day seven of the Tokyo 2020 Olympic Games at Tokyo Metropolitan Gymnasium on July 30, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Ni Minzhe/CHINASPORTS/VCG via Getty Images)
Dimitrij Ovtcharov hat nach einem erneuten Drama über sieben Sätze die Bronzemedaille gewonnen (Bild: Ni Minzhe/CHINASPORTS/VCG via Getty Images)

Mit dem zweiten Bronze-Coup seiner Karriere stieß Ovtcharov in einen erlauchten Kreis vor. Der frühere Weltranglistenerste ist erst der zweite Nicht-Chinese mit zwei olympischen Einzelmedaillen in seiner Sammlung. Vor ihm hatte dieses Kunststück nur der Schwede Jan-Ove Waldner (Gold 1992 und Silber 2000) geschafft.

Ovtcharov kann im am Sonntag beginnenden Mannschaftswettbewerb sogar seine sechste Olympia-Medaille holen. Dann steht auch wieder Timo Boll an der Platte, der im Einzel bereits im Achtelfinale gescheitert war.

+++ Aigner holt die nächste deutsche Medaille im Kanuslalom +++

Hannes Aigner hat mit Bronze die nächste deutsche Medaille im Kanuslalom bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen.

Für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) ist es in Japan bereits das vierte Edelmetall. Erstmals seit der olympischen Premiere im Kanuslalom im Jahr 1972 sichern sich die Deutschen wieder in allen vier Rennen eine Medaille.

Ricarda Funk (Bad Kreuznach) krönte sich am Dienstag zur Olympiasiegerin im Kajak-Einer, Sideris Tasiadis (Augsburg) und Andrea Herzog (Meißen) holten jeweils Bronze im Canadier.

TOKYO, JAPAN - JULY 30: Bronze medalist Hannes Aigner of Team Germany poses with his medal following the Men's Kayak Slalom Final on day seven of the Tokyo 2020 Olympic Games at Kasai Canoe Slalom Centre on July 30, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Naomi Baker/Getty Images)
Hannes Aigner gewann schon die vierte Medaille im Kanuslalom (Bild: Naomi Baker/Getty Images)

News über deutsche Sportler:

+++ Tennis-Sensation: Zverev bezwingt Djokovic im Halbfinale +++

Alexander Zverev blickte nach einem der größten Siege seiner Karriere überwältigt gen Himmel, dann vergrub er das Gesicht in beiden Händen, sackte in die Knie und konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Die deutsche Nummer eins hat im Halbfinale des olympischen Tennisturniers den scheinbar unbezwingbaren Novak Djokovic aus dem Weg geräumt und dessen Traum von Golden Slam wie eine Seifenblase platzen lassen. Für Zverev ist die ersehnte Medaille sicher - und Gold nur noch zwei Sätze entfernt.

“Das ist einer der emotionalsten Siege meiner Karriere. Ich habe jetzt eine Medaille für Deutschland gesichert, das ist ein wahnsinniges Gefühl, weil ich weiß, dass ich nicht nur für mich selber oder meine Familie spiele, sondern für alle, die hier im Dorf sind”, sagte Zverev im ZDF: “Wir haben eine unglaubliche Gruppe von Athleten. Am Ende ist es das größte Sportevent, was wir auf der Welt haben. Ich bin froh, dass ich jetzt im Finale bin.”

TOKYO, JAPAN - JULY 30: Alexander Zverev of Team Germany celebrates victory after his Men's Singles Semifinal match against Novak Djokovic of Team Serbia on day seven of the Tokyo 2020 Olympic Games at Ariake Tennis Park on July 30, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)
Alexander Zverev reagierte ungewohnt emotional auf seinen Sieg gegen Djokovic (Bild: Clive Brunskill/Getty Images)

+++ Rudern: Emotionales Interview nach deutschem Drama +++

Einen Tag nach dem überraschenden Aus im Halbfinale hat sich Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler aus Ingolstadt mit einem emotionalen Interview unter Tränen aus Tokio verabschiedet.

Der 25-Jährige gewann das B-Finale im Einer souverän und beendete die Olympischen Spiele auf dem siebten Platz.

“Ich glaube, das dauert noch, bis ich das verkraftet habe, das gestern, diese Zusammenkunft von diesen unglücklichen Umständen”, haderte Zeidler im ZDF: “Eine Welle und dann noch eine Böe drin zu haben und dann einfach nicht mehr in der Lage zu sein, dieses Rennen zu Ende zu fahren in einem Stil, in dem ich es sonst hätte fertig fahren können, ist einfach niederschmetternd.” Es sei daher “wirklich ein sehr schwacher Trost, jetzt hier nur das B-Finale zu gewinnen”.

+++ Schwimmen: Wellbrock locker im Finale über 1500 Meter Freistil +++

Auch mit angezogener Handbremse hat Schwimmstar Florian Wellbrock bei seiner olympischen Gold-Mission souverän das Finale über 1500 m Freistil erreicht. Der Doppel-Weltmeister sparte im Vorlauf ein paar Kräfte und zog als Dritter in den Kampf um die Medaillen am Sonntagmorgen ein.

Einen Tag nach seinem vierten Platz im 800-m-Rennen blieb der Magdeburger in 14:48,53 Minuten etwa zwölf Sekunden über seinem deutschen Rekord. "Ich bin zufrieden, alles ist wie geplant gelaufen", sagte der 23-Jährige.

Das Final-Ticket verpassten auch die beiden Lagenstaffeln des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV): Die Frauen und Männer belegten jeweils den elften Platz.

+++ Hockey: Siege für Damen und Herren +++

Die deutschen Hockey-Frauen haben mit dem vierten Sieg im vierten Spiel ihre starke Verfassung beim olympischen Turnier in Tokio bestätigt. Die Mannschaft von Bundestrainer Xavier Reckinger ließ dem Tabellenschlusslicht Südafrika beim 4:1 (3:0) kaum eine Chance und sparte nebenbei ein paar Körner für das Gruppenfinale am Samstag gegen Weltmeister und Turnierfavorit Niederlande.

Auch die Männer feierten einen wichtigen Prestige-Erfolg. Den Viertelfinal-Einzug bejubelten Tobias Hauke und Co. auf dem Sofa, dann spielten sich die deutschen Hockey-Männer befreit vom großen Druck gegen den Erzrivalen in einen Rausch. Mit einem verdienten 3:1 (1:0)-Prestigesieg gegen Vize-Weltmeister Niederlande hat die Mannschaft von Bundestrainer Kais al Saadi eine durchwachsene Gruppenphase eindrucksvoll abgeschlossen - und ist den starken deutschen Frauen in die K.o-Runde gefolgt.

+++ Leichtathletik: Ex-Weltmeisterin Schwanitz verpasst Finale +++

Christina Schwanitz stand verloren in den Katakomben des Olympiastadions, aus ihren Augen kullerten dicke Tränen. Nach dem tristen Ende ihrer langen olympischen Reise wirkte die berühmte sächsische Frohnatur wie der einsamste Mensch der Welt. “Tut mir leid, dass ich nichts Schönes sagen kann”, presste die Ex-Weltmeisterin nach ihrem Qualifikations-Aus in Tokio hervor: “Ich bin sehr aufgewühlt, sehr enttäuscht.” 

Kommentar: Endlich mal Cancel Culture bei Olympia

Dass der Traum von einer Olympia-Medaille auch bei den vierten Sommerspielen der 36-Jährigen unerfüllt bleiben würde, hatte sich abgezeichnet. Schwanitz hatte Anfang des Jahres einen Bandscheibenvorfall erlitten, war spät in die Saison eingestiegen, in Corona-Quarantäne gelandet, die Form weit von besten Tagen entfernt.

Das Abschneiden am Freitag - Platz 14 mit 18,08 m, fast einen halben Meter am Finale der besten Zwölf vorbei gestoßen - traf Schwanitz dennoch wie ein Keulenschlag. “Es sind meine letzten Spiele, und dann muss ich so vom Platz schleichen”, sagte die zweimalige Europameisterin: “Das habe ich mir ganz anders vorgestellt.”

+++ Deutsche Handballer schlagen Norwegen +++

Ein Top-Team besiegt, die K.o.-Phase im Blick: Angeführt von einem überragenden Torhüter-Gespann haben die deutschen Handballer Kurs auf das olympische Viertelfinale genommen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason bezwang den EM-Dritten Norwegen mit 28:23 (14:11) und feierte ihren zweiten Sieg im vierten Spiel.

Entscheidende Faktoren waren Andreas Wolff und Johannes Bitter, die ihrem Team mit etlichen Paraden die nötige Sicherheit gaben. Wolff hielt vor allem in der ersten Halbzeit weltklasse, Bitter zeigte eine ganz starke Schlussphase und entschärfte zudem zwei Siebenmeter.

Beste deutsche Torschützen waren Rechtsaußen Timo Kastening mit fünf Treffern und Kapitän Uwe Gensheimer mit sechs verwandelten Siebenmetern.

+++ Hochsprung: Quali-Aus für deutschen Europameister +++

Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko aus Leverkusen ist bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio sang- und klanglos in der Qualifikation ausgeschieden - und verschaffte seinem Frust mit deutlichen Worten Luft.

“Ich hab’ keinen Bock mehr auf die Scheiße”, grantelte der 29-Jährige, als er sich nach seinem Aus daran machte, seine Sachen zu packen.

TOKYO, JAPAN - JULY 30: Mateusz Przybylko of Team Germany reacts after competing in the Men's High Jump Qualification on day seven of the Tokyo 2020 Olympic Games at Olympic Stadium on July 30, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Michael Steele/Getty Images)
Mateusz Przybylko war nach seinem Aus sichtlich und hörbar entnervt (Bild: Michael Steele/Getty Images)

Der 29-Jährige kam am Freitagmorgen im Olympiastadion nicht über 2,21 m hinaus und blieb deutlich unter den für das Finale am Sonntag geforderten 2,30 m. Auch zu den zwölf Besten, die unabhängig von der Höhe die Entscheidung erreichen, gehörte er nicht.

+++ Medaillen-Traum für deutschen Boxer geplatzt +++

Schwergewichtler Ammar Riad Abduljabbar hat beim olympischen Box-Turnier in Tokio den Einzug ins Halbfinale und damit eine Medaille verpasst. Der 25-Jährige (Hamburg) verlor am Freitag in der Runde der letzten Acht gegen den topgesetzten Weltmeister Muslim Gadschimagomedow (ROC) klar mit 0:5 nach Punkten.

“Es war ein harter Kampf, er war einen Tick besser”, sagte Abduljabbar. Auch DBV-Sportdirektor Michael Müller attestierte dem gebürtigen Iraker eine “hervorragende Leistung”, aber tatsächlich hatte der Spätstarter gegen den russischen Favoriten keine Chance.

Damit geht der Deutsche Box-Verband (DBV) bei den Spielen in Japan leer aus. Nadine Apetz hatte im Weltergewicht (bis 69 kg) das Viertelfinale verpasst und war ebenso wie Hamsat Shadalov im Federgewicht (bis 57 kg) im ersten Kampf gescheitert.

Weitere Olympia-News:

+++ Schwimmen: Nächster Weltrekord bei Olympia +++

Bei ihrem Sieg über 200 m Brust hat die Südafrikanerin Tatjana Schoenmaker den dritten Schwimm-Weltrekord bei den Olympischen Spielen in Tokio aufgestellt.

In 2:18,95 Minuten blieb die Vize-Weltmeisterin 16 Hundertstelsekunden unter der bisherigen Bestmarke der Dänin Rikke Möller Pedersen von 2013. Über die halbe Distanz hatte die 24-Jährige bereits Silber gewonnen.

TOKYO, JAPAN - JULY 30: Tatjana Schoenmaker of Team South Africa celebrates after winning the gold medal and breaking the world record after competing in the Women's 200m Breaststroke Final on day seven of the Tokyo 2020 Olympic Games at Tokyo Aquatics Centre on July 30, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Ian MacNicol/Getty Images)
Bei ihrem Sieg über 200 m Brust hat die Südafrikanerin Tatjana Schoenmaker den dritten Schwimm-Weltrekord bei den Olympischen Spielen in Tokio aufgestellt (Bild: Ian MacNicol/Getty Images)

Es war der erste Weltrekord in einem Einzelrennen im Tokyo Aquatics Centre. Zuvor hatten China über 4x200 m Freistil und Australien über 4x100 m Freistil in den Frauenstaffeln neue Bestmarken aufgestellt.

+++ Schwere Stürze überschatten BMX-Rennen +++

Zwei schwere Stürze haben die BMX-Rennen bei den Olympischen Spielen in Tokio überschattet. In den Halbfinal-Läufen am Freitag verletzten sich Rio-Olympiasieger Connor Fields aus den USA und die Australierin Saya Sakakibara offenbar schwerer. Beide mussten mit einer Trage weggebracht werden.

Fields, der zu den Stars der Szene gehört, kam in seinem dritten Halbfinal-Lauf im Ariake Urban Sports Park kurz nach dem Start zu Fall. Der Franzose Sylvain André und Twan van Gendt aus den Niederlanden konnten nicht mehr ausweichen und krachten in Fields hinein. Zum Finale trat der 28 Jahre alte Fields nicht mehr an.

Nach dem schweren Sturz hat das US-Team leichte Entwarnung gegeben. “Wir können bestätigen, dass Connor Fields wach ist und auf weitere medizinische Untersuchungen wartet. Wir werden weitere Updates veröffentlichen, sobald sie verfügbar sind”, wird der Team-Arzt auf der offiziellen Olympia-Webseite zitiert.

Den Olympiasieg sicherte sich der Niederländer Niek Kimmann, der vor einigen Tagen beim Training heftig mit einem Streckenposten kollidiert war.

+++ US-Schwimmer Murphy prangert Olympia-Sieger Rylow an +++

Nach seiner Niederlage im Finale über 200 m Rücken hat US-Schwimmer Ryan Murphy Dopingvorwürfe gegen den Doppel-Olympiasieger Jewgeni Rylow erhoben.

“Ich schwimme in einem Rennen, das wahrscheinlich nicht sauber ist”, sagte der Goldmedaillengewinner von Rio und meinte damit seinen russischen Nachfolger. Auf die Frage, ob das Finale fair gewesen sei, antwortete Murphy: “Ich habe etwa 15 Gedanken, 13 davon würden mir jede Menge Ärger einbringen.”

Rylow, der zuvor bereits über 100 m triumphiert hatte, tritt wie seine 328 Landsleute in Tokio aufgrund der Sperre durch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA offiziell für das Russische Olympische Komitee (ROC) an. Bei der Siegerehrung hörte er statt der russischen Hymne das Klavierkonzert Nr. 1 von Peter Tschaikowsky.

Rylow, Weltmeister von 2019, reagierte “überrascht” auf die “seltsame Unterstellung”. Später in der Pressekonferenz betonte der Olympiadritte von Rio: “Ich bin immer sauber gewesen. Ich wurde immer getestet. Ich bin für sauberen Sport. Ich habe mein ganzes Leben dem Sport gewidmet.”

Das ROC stellte sich mit deutlichen Worten hinter seinen Athleten und wehrte sich gegen einen Generalverdacht. “Ja, wir sind hier, bei den Olympischen Spielen. Wir haben jedes Recht. Ob es jemandem gefällt oder nicht. Man muss auch mal verlieren können. Aber nicht jeder weiß, wie das geht”, schrieb das ROC bei Twitter: “Die kaputte Schallplatte spielt wieder einmal das Lied über das russische Doping und jemand drückt fleißig auf den Knopf der englischsprachigen Propaganda.”

+++ Star-Turnerin Simone Biles von höchster Stelle gewürdigt +++

IOC-Präsident Thomas Bach hat sich tief beeindruckt über US-Turnerin Simone Biles geäußert. “Sie gibt offen zu, dass sie (psychische) Probleme hat, das ist schon mutig. Gleichzeitig feuert sie ihre Teamkolleginnen an und unterstützt sie vor Ort, wenn ihre Nachfolgerin gekrönt wird. Das ist eine menschliche Qualität und olympischer Spirit der besten Sorte”, sagte Bach. 

Der Chef des Internationalen Olympischen Komitees hatte nach Biles' Rückzug aus dem Teamwettbewerb am Dienstag noch in der Halle mit dem Superstar gesprochen. "Wir sind bei ihr und wünschen Simone alles Gute", sagte Bach am Freitag: "Ich bewundere sie dafür, wie sie mit der Situation umgeht."

Biles (24) hatte auch auf den olympischen Mehrkampf verzichtet, von der Tribüne aus aber angefeuert und verfolgt, wie ihre Teamkollegin Sunisa Lee in Tokio die Goldmedaille gewann. Ob Biles zu den Gerätefinals vom 1. bis 3. August antreten wird, ist offen. "Ich musste tun, was richtig für mich ist und mich auf meine mentale Gesundheit fokussieren und nicht mein Wohlbefinden gefährden", hatte sie nach ihrem Rückzug gesagt.

Mit Material von dpa, Sport 1 und SID

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