Olympische Sommerspiele: Der 8. Wettkampftag am 31. Juli im Überblick

·Lesedauer: 8 Min.

Vom 23. Juli bis zum 8. August finden im japanischen Tokio die Olympischen Sommerspiele statt. In 50 Disziplinen aus 33 Sportarten finden 339 Wettkämpfe statt. Wir haben die wichtigsten Nachrichten des Tages zusammengefasst.

TOKYO, JAPAN - JULY 31: Amur Salim Ramadhan Al-Kanjari of Team Oman competes during the Weightlifting - Men's 81kg Group B on day eight of the Tokyo 2020 Olympic Games at Tokyo International Forum on July 31, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
Vom 23. Juli bis zum 8. August finden die Olympischen Sommerspiele statt. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)

Olympia-News vom 31. Juli im Überblick

Medaillen für das deutsche Olympia-Team:

+++ Judo: Mixed-Team holt sich Bronze +++

Das Mixed-Team hat dem Deutschen Judo-Bund (DJB) bei den Olympischen Spielen in Tokio die dritte Medaille beschert. Im ersten Mannschaftswettkampf der Olympia-Geschichte erkämpfte die Auswahl um Bronzemedaillengewinnerin Anna-Maria Wagner (Ravensburg) mit einem 4:2 gegen die Niederlande erneut Bronze.

Im Nippon Budokan holten Dominic Ressel, Wagner, Theresa Stoll und Sebastian Seidl die nötigen Punkte zum Sieg. Im Viertelfinale hatte das deutsche Team gegen Weltmeister und Topfavorit Japan eine Überraschung verpasst und nach einer 2:0-Führung noch 2:4 verloren. In der Hoffnungsrunde folgte ein 4:2 gegen die Mongolei.

Das erste deutsche Judo-Edelmetall in Tokio hatte Eduard Trippel (Rüsselsheim/90 kg) am Mittwoch mit der Silbermedaille gewonnen.

Die Auswahl um Bronzemedaillengewinnerin Anna-Maria Wagner erkämpfte mit einem 4:2 gegen die Niederlande erneut Bronze (Bild: Jack GUEZ / AFP)
Die Auswahl um Bronzemedaillengewinnerin Anna-Maria Wagner erkämpfte mit einem 4:2 gegen die Niederlande erneut Bronze (Bild: Jack GUEZ / AFP)

News über deutsche Sportler:

+++ Liebessturm für Zverev +++

Alexander Zverev hat schon die ATP-Finals und vier Masters-Turniere gewonnen. Er stand schon einmal im Finale der US Open. Doch noch nie hat man den gebürtigen Hamburger so emotional nach einem Sieg gesehen wie nach jenem Halbfinale im olympischen Tennisturnier von Tokio.

“Das ist einer der stolzesten Momente meiner Karriere - wenn nicht sogar der stolzeste”, sagte Zverev, vom großen Augenblick übermannt, nachdem er den derzeit als unbezwingbar geltenden Novak Djokovic in drei Sätzen in die Schranken verwiesen hatte. Es war Zverev wichtig zu betonen, dass nicht nur die sportliche Tragweite des Triumphs ihn so bewegte. “Ich habe jetzt eine Medaille für Deutschland gesichert, das ist ein wahnsinniges Gefühl”, sagte er im ZDF: “Ich weiß, dass ich nicht nur für mich selber oder meine Familie spiele, sondern für alle, die hier im Dorf sind.”

In den sozialen Medien gab es zahllose begeisterte Reaktionen, nicht nur von prominenten Fans wie den Fußball-Stars Mats Hummels (“Ganz starker Zweiter, weiter!”) und Thomas Müller (”Das gemeinsame harte Training hat sich ausgezahlt!”). Zahlreiche Fans dankten Zverev dafür, dass Steffi Graf dank ihm weiter einzige Golden-Slam-Siegerin ist - und zeigten sich generell von seiner Vorstellung in Tokio begeistert.

+++ Jetzt doch Finale! Happy End nach deutschem Staffel-Drama +++

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat erfolgreich um den Final-Start seiner Mixed-Staffel über 4x400 m bei den Olympischen Spielen in Tokio gekämpft. Einem erneuten Protest wurde am Samstagmorgen stattgegeben, der Endlauf in der olympischen Premiere dieser Disziplin findet nun am Samstag (14.35 Uhr MESZ) mit neun Teams statt. Dies teilte der DLV mit.

"Wir haben jetzt nochmal den Protest auf einer anderen Ebene begründet. Wir sind gespannt, wie das Thema ausgeht”, hatte der DLV-Vorstandsvorsitzende Idriss Gonschinska zuvor in der ARD gesagt.

Die USA hatten am Freitag ihren Vorlauf, in dem auch die Deutschen am Start waren, souverän gewonnen. Wegen eines vermeintlichen Wechselfehlers waren sie zwischenzeitlich aus der Wertung genommen worden. Auch die Dominikanische Republik stand wegen eines Regelverstoßes vor dem Aus. Beide Nationen legten erfolgreich Protest ein und begründeten dies mit organisatorischen Abläufen.

+++ Geschke darf heim +++

Der deutsche Radprofi Simon Geschke darf nach zwei negativen Coronatests die Quarantäne in Tokio vorzeitig verlassen und soll am Sonntag die verspätete Heimreise nach Deutschland antreten. Das teilte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Samstag mit.

"Wir haben im intensiven Austausch zwischen unserem Leitenden Olympiaarzt Prof. Dr. Bernd Wolfarth, den Behörden und der Medizinischen Kommission des IOC die Rückreise um zwei Tage beschleunigen können", sagte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig.

Dennoch bleibe großes Bedauern und Mitgefühl für Geschke, "der durch die Infektion um sein olympisches Erlebnis gebracht wurde. Wir haben ihm die Wartezeit mit Trainingsgerät und besonderer Ernährung zu erleichtern versucht, dennoch wurde seine Geduld in der Quarantäne auf eine harte Probe gestellt", sagte Schimmelpfennig.

Simon Geschke (Bild: REUTERS/Benoit Tessier)
Simon Geschke (Bild: REUTERS/Benoit Tessier)

+++ Frust bei Köhler! Medaillenhoffnung im Finale chancenlos +++

Freistilschwimmerin Sarah Köhler hat bei den Olympischen Spielen in Tokio ihre zweite Medaille deutlich verpasst.

Drei Tage nach Bronze über 1500 m schlug die 27-Jährige im Finale über 800 m nach 8:24,56 Minuten als Siebte an, zum zweiten Edelmetall fehlten sechs Sekunden.

Gold ging an die Weltrekordlerin Katie Ledecky, die ihren insgesamt siebten Olympiasieg feierte, vor der Australierin Ariarne Titmus und der italienischen Europameisterin Simona Quadarella.

“Ich bin ein bisschen sprachlos über eine 8:24, da bin ich über 1500 schon deutlich schneller durchgegangen”, sagte Köhler in der ARD: “Jetzt haben andere ihre Chance genutzt, und ich habe meine verpasst.”

+++ Triathlon-Staffel verpasst Medaille +++

Das deutsche Triathlon-Quartett um Laura Lindemann hat bei der olympischen Premiere der Mixed-Staffel eine Medaille verpasst.

Lindemann, Jonas Schomburg, Anabel Knoll und Justus Nieschlag kamen am Samstagmorgen in Tokio auf Platz sechs. Gold ging nach 1:23,41 Stunden im Supersprint-Format an Großbritannien vor den USA (+14 Sekunden) und Weltmeister Frankreich (+23).

“Das war heute ein versöhnlicher und guter Abschluss für unser Team”, sagte Sportdirektor Jörg Bügner und blickte nach vorne: “Wir haben immer gesagt, dass wir einen Mehrjahresplan verfolgen und wir in Paris in die Medaillenränge kommen wollen. Ich denke, da sind wir auf einem guten Weg.”

In Tokio sollte es noch nichts werden mit einer deutschen Medaille, das Team hatte auf einen “Super-Sahne-Tag” gehofft, an einem schwül-heißen Morgen hielt aber nur die Einzel-Achte Lindemann (Potsdam) in der Spitze mit.

Weitere Olympia-News:

+++ Leichtathletik: Zweiter positiver Dopingtest bei Sprintern +++

Nach dem positiven Test bei der nigerianischen Topsprinterin Blessing Okagbare ist am Samstag ein weiterer afrikanischer Sprinter wegen einer verbotenen Substanz in einer Dopingprobe aus dem Verkehr gezogen worden. Der Kenianer Mark Odhiambo wurde kurz vor dem Vorlauf über 100 m vorerst gesperrt.

Wie die International Testing Agency mitteilte, sei beim 28-Jährigen das anabole Steroid Methasteron festgestellt worden. Mit einer Bestzeit von 10,05 Sekunden gehört Odhiambo nicht zur Weltspitze. Kenias Leichtathletik hatte in den vergangenen Jahren ein großes Dopingproblem, betroffen waren dabei aber vor allem Mittel- und Langstreckler.

Bei Okagbare war zuvor ein Test auf Wachstumshormon positiv ausgefallen. Die 32-Jährige wurde vor dem Halbfinale am Samstag ebenfalls provisorisch gesperrt.

+++ Nächster Tiefschlag: Djokovic verpasst auch die Bronze-Medaille +++

Novak Djokovic hat beim olympischen Tennisturnier nach der Niederlage im Halbfinale gegen Alexander Zverev nun auch die Bronzemedaille verpasst. Gegen den Weltranglisten-Elften Pablo Carreno Busta aus Spanien setzte es ein 4:6, 7:6 (8:6), 3:6.

2008 in Peking hatte Djokovic, der in diesem Jahr alle drei bisherigen Grand-Slam-Turniere gewonnen hat, Bronze gewonnen.

TOKYO, JAPAN - JULY 31: Novak Djokovic of Team Serbia reacts after a point during his Men's Singles Bronze Medal match against Pablo Carreno Busta of Team Spain on day eight of the Tokyo 2020 Olympic Games at Ariake Tennis Park on July 31, 2021 in Tokyo, Japan. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)
"Ich fühle mich im Moment in jeder Hinsicht schrecklich": Nach der Chance auf den Golden Slam verpasste Novak Djokovic nun auch Bronze (Bild: Clive Brunskill/Getty Images)

“Ich fühle mich im Moment in jeder Hinsicht schrecklich, aber ich kann mich hoffentlich erholen und mindestens eine Medaille für mein Land gewinnen”, hatte der 34-Jährige nach dem überraschenden Aus im Goldrennen gegen Zverev am Freitag gesagt - das ihm die Chance raubte, sich als Gewinner des Golden Slam in eine Reihe mit Steffi Graf (1988) zu stellen.

+++ Sperre kurz vor Finale! Sprint-Star positiv auf Doping getestet +++

Wenige Stunden vor dem olympischen 100-m-Finale von Tokio ist die nigerianische Mitfavoritin Blessing Okagbare positiv auf Doping getestet und vorerst gesperrt worden. Dies gab die Athletics Integrity Unit des Weltverbandes World Athletics am Samstagmorgen bekannt.

Demnach sei bei der 32-Jährigen, Olympiazweite im Weitsprung von 2008, bei einer Trainingskontrolle am 19. Juli ein Wachstumshormon nachgewiesen worden. Das Ergebnis habe erst am Freitag vorgelegen, deswegen konnte Okagbare noch den Vorlauf bestreiten. Halbfinale und Finale finden am Samstagabend statt.

Nach den weitreichenden Dopingskandalen um Russland und Kenia könnte damit die westafrikanische Nation Nigeria zum nächsten großen Problemfall geworden sein.

Blessing Okagbare in Tokio (Bild: REUTERS/Aleksandra Szmigiel)
Blessing Okagbare in Tokio (Bild: REUTERS/Aleksandra Szmigiel)

+++ US-Star sorgt für nächsten Weltrekord +++

Erst schnappte sich der neue US-Schwimmstar Caeleb Dressel in Weltrekordzeit in seinem dritten Olympia-Finale in Tokio seine dritte Goldmedaille, dann verpasste er Nummer vier mit der gemischten Staffel deutlich.

75 Minuten nach seinem Erfolg über 100 m Schmetterling schlug der 13-malige Weltmeister als Schlussschwimmer des amerikanischen 4x100-m-Lagen-Quartetts als Fünfter an.

Zunächst ließ der 24-Jährige aus Florida in 49,45 Sekunden den 200-m-Olympiasieger Kristof Milak aus Ungarn hinter sich und unterbot seine alte Bestmarke von der WM 2019 um fünf Hundertstelsekunden.

Dann musste er zusammen mit Ryan Murphy, Lydia Jacoby und Torri Huske gleich vier Teams den Vortritt lassen, die Briten um ihren Star Adam Peaty siegten in Weltrekordzeit von 8:24,56 Minuten - es war die fünfte Bestmarke in Tokio.

+++ Olympia-Superstar Biles trifft nächste Entscheidung +++

Rekord-Weltmeisterin Simone Biles hat auch ihre Starts im Sprung und am Stufenbarren bei den Olympischen Spielen in Tokio abgesagt. Dies teilte der US-Verband einen Tag vor den Entscheidungen am Sonntag mit.

Ob die 24-Jährige am Boden (Montag) und Schwebebalken (Dienstag) starten wird, ist noch offen.

“Wir haben weiterhin allergrößten Respekt vor Simone, die diese Situation mit Mut und Würde meistert, sowie vor allen Athleten, die ihr in diesen ungewöhnlichen Umständen zur Seite gestanden haben”, teilte der Verband mit. Für Biles wird MyKayla Skinner in der Sprung-Entscheidung starten.

Auf Instagram hatte Biles am Freitag von “Twisties” berichtet - so werden in den USA mentale Blockaden im Turnen genannt.

Mit Material von dpa, Sport 1 und SID

VIDEO: Michael Phelps: Zuspruch für Simone Biles

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.