Open-Source-Projekt: Ferrari baut Prototyp eines Beatmungsgeräts

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Institut für Technologie haben Ferrari-Ingenieure aus der Formel 1, dem GT-Sport und der Straßenwagen-Sparte an einem Projekt mit dem Codenamen "FI5" gearbeitet. Dabei handelt es sich um ein Lungenbeatmungsgerät zur Unterstützung von Patienten, die an COVID-19 leiden.

Die beiden ersten Prototypen des Beatmungsgerätes wurden vergangene Woche zusammengebaut. Seither verliefen alle erforderlichen Funktionstests positiv. Informationen zur Montage werden nun frei zur Verfügung gestellt, sodass Ingenieursgruppen aus aller Welt ihre eigene Version davon herstellen können.

In Europa ist Italien eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Ferrari sucht nun nach örtlichen Partnern für die Produktionsphase. Das Unternehmen selbst beginnt derzeit damit, sein Werk auf die Wiederaufnahme des Formel-1-Betriebs nach dem angeordneten Shutdown durch die FIA vorzubereiten.

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Teamchef Binotto sieht Ferraris Essenz verwirklicht

"Der Kampf gegen COVID-19 war eine Herausforderung, der wir uns stellen wollten", sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto. "FI5 ist der Beitrag, den wir als Scuderia geleistet haben, indem wir die Essenz dessen, was ein Formel-1-Team ausmacht und, noch wichtiger, all die Eigenschaften, die Ferrari auszeichnen, gebündelt haben."

Hier nennt Binotto Leidenschaft, Kreativität und das Streben nach Verbesserung. "Es sind Initiativen wie diese, die 'Essere Ferrari' nicht nur zu einem Slogan, sondern zu einem unverwechselbaren Merkmal unserer Identität machen." Entsprechend groß ist auch das Lob seitens des Italienischen Instituts für Technologie.

"Der Technologietransfer der Forschung ist eines der zentralen Elemente unserer Strategie. Es gibt mehrere Projekte, die in diesem Sinne Gestalt annehmen", erklärt Professor Giorgio Metta. "Aber was wir mit Ferrari gemacht haben, geht noch weiter. Das Projekt wurde aufgrund eines dringenden gesundheitlichen Notfalls initiiert."

Professor lobt Zusammenarbeit mit der Scuderia

Auf diesen habe man dank der Kombination der Scuderia, "die der Stolz unserer Nation und weltweit berühmt ist", und eines Forschungszentrums, das an der Spitze international angesehener wissenschaftlicher Einrichtungen steht, sehr schnell reagieren können. Der erste Prototyp sei in nur fünf Wochen entworfen und gebaut worden.

"Das FI5-Projekt ist ein Beispiel für den Einfallsreichtum, die Technologie und die Entschlossenheit, die einen wesentlichen Teil unserer Verfahren ausmachen. Aber mehr als das zeigt es, dass dies ein Land ist, das funktioniert und am Ende gewinnt", sagt der Professor stolz und dankt Ferrari für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

In der jüngsten Vergangenheit arbeiteten auch Red Bull und Renault gemeinsam an der Entwicklung eines Beatmungsgeräts. Das erwies für die Behandlung von COVID-19-Patienten aber leider als unbrauchbar. Ursprünglich hatte die britische Regierung mehrere Tausend Einheiten kaufen wollen, doch es fehlte die Zulassung.

Mit Bildmaterial von Ferrari.

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