Otmar Szafnauer: Racing Point hat in der Coronakrise fast kein Geld ausgegeben

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Normalerweise geht es für die Formel-1-Teams darum, die letzten Zehntel auf der Zeitenjagd zu finden. Doch aktuell ist alles anders. In der Coronakrise stehen keine Zehntel sondern Geld im Mittelpunkt. Es geht darum, möglichst viel zu sparen. Weil die Rennställe ohne Rennen aktuell kaum bis gar keine Einnahmen haben, müssen die Kosten so gut es geht reduziert werden.

"Wir mussten das Geschäft komplett einstellen", erinnert Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer gegenüber 'Formula1.com' und erklärt: "Aktuell befinden wir uns im Shutdown, es wird also nicht entwickelt. Wir haben kein Geld ausgegeben, fast gar nichts, was gut ist. Wir haben den Shutdown verlängert, es gibt jetzt also noch einmal zwei Wochen. Und ich erwarte, dass er noch einmal verlängert wird."

Die Formel 1 befindet sich aktuell in der vorgezogenen Sommerpause. In dieser darf an den Autos - und neuerdings auch an den Motoren - nicht gearbeitet werden. Das hilft den Teams, denn ohne Arbeit lassen sich auch die Ausgaben auf ein Minimum reduzieren. "Es ist praktisch alles stillgelegt", erklärt Szafnauer. Weniger gut ist das dagegen für die zahlreichen Mitarbeiter.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Mehrere Teams, darunter auch Racing Point, haben einen Großteil ihrer Belegschaft in Kurzarbeit geschickt. "Die Moral hat das überhaupt nicht beeinflusst", betont Szafnauer allerdings und erklärt: "Ich denke, die Leute haben Verständnis für die Kurzarbeit. Wir haben es gut erklärt." Es sei ganz normal, dass man gewisse "Sorgen" habe, wenn die Zukunft unklar sei.

Bei Racing Point sei das momentan aber kein Thema. "Wir haben tolles Feedback bekommen, und die Moral ist stark", versichert Szafnauer, für den es darum geht, dass die Formel 1 die richtigen Schlüsse aus der aktuellen Situation zieht. Das Virus habe einen "massiven Einfluss" auf die komplette Serie. Corona zeigt, wie fragil das Finanzkonstrukt der Königsklasse ist.

"Wir müssen [daraus] lernen, dass diese Dinge passieren können", sagt Szafnauer und erklärt: "Wir sollten Vorkehrungen treffen, vielleicht einen vernünftigeren Kostendeckel, damit wir finanziell besser aufgestellt sind, wenn so etwas noch einmal passiert." Aktuell laufen Gespräche darüber, die für 2021 geplante Budgetobergrenze in Höhe von 175 Millionen US-Dollar noch einmal deutlich zu senken.

Mit Bildmaterial von LAT.

Lesen Sie auch