Vorbild Reus? Das passiert, wenn Sie trotz Erkältung Sport treiben

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Husten, Schnupfen, Halsweh - eine Erkältung oder ein Infekt machen so manchem Sportler einen Strich durch die Rechnung. Besonders wenn man ausnahmsweise seinen inneren Schweinehund überwunden hat.

Sportler, die trotzdem weiter Sport treiben, wie das am Samstagabend bei Dortmunds Kapitän Marco Reus der Fall war, setzen ihren Körper einem enormen gesundheitlichen Risiko aus. Aber bei welchen Symptomen ist das Training unbedenklich? Und wann ist eine Pause unbedingt notwendig?

SPORT1 hat die wichtigsten Infos zu Sport trotz einer Erkältung zusammengefasst und beantwortet die Frage, was mit Ihrem Körper dabei passiert.

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Sport bei Erkältung: Krankheitserreger werden verteilt

Bei einer Erkältung sind meistens die Schleimhäute der oberen Atemwege von Viren befallen. Das Immunsystem muss diese Viren bekämpfen, wodurch der Körper insgesamt geschwächt wird - man fühlt sich schlapp und müde. 


Treibt man in diesem Zustand Sport, wird der Körper noch mehr gefordert - Herz und Muskeln arbeiten stärker, der Körper ist Stress ausgesetzt. Das kann bewirken, dass das Immunsystem nicht die volle Leistung bringen kann und die Krankheitsbekämpfung darunter leidet. Es dauert folglich länger, bis man wieder komplett gesund ist und die Erkältung wird verschleppt.

Aber damit nicht genug: Wenn beim Training der Kreislauf in Schwung kommt und die Durchblutung angeregt wird, verteilen sich die Krankheitserreger schneller im gesamten Körper und die Gefahr einer Herzmuskelentzündung entsteht. 

Je nach Schwere des Infekts gelten allerdings unterschiedliche Empfehlungen. Zudem ist Sport nicht gleich Sport - es kommt also auch auf die Intensität der sportlichen Aktivität an.

Sport bei leichter Erkältung unbedenklich

Bei einer leichten Erkältung oder einem leichten Schnupfen ist Sport oft unbedenklich. Handelt es sich beispielsweise nur um eine laufende Nase und liegen sonst keine weiteren Beschwerden vor, kann Sport trotz Erkältung getrieben werden. Trotzdem sollte es sich beim Training um moderaten Sport handeln. Auf Intervalltraining und zu lange Belastungen sollte man verzichten.

Außerdem sollte man darauf achten, in den Pausen nicht auszukühlen und nach dem Training so schnell wie möglich trockene Kleidung anzuziehen.


Selbst bei einer leichten Erkältung ist es bei einigen Symptomen ratsam, auf Sport zu verzichten. Dazu gehören unter anderem Halsschmerzen, da sie nicht nur ein Anzeichen für eine Erkältung sein können, sondern auch Vorboten einer Mandelentzündung. Diese wird in der Regel von Bakterien verursacht. Die Bakterien gelangen bei einer Erkältung schneller in den Körper, können sich dort relativ zügig ausbreiten und auch auf andere Organe wie Nieren, Leber oder Herz übergreifen.

Ähnlich sieht es bei Fieber aus: Zwar ist Fieber meist ein Anzeichen eines grippalen Effekts, kann aber auch als Folge einer bakteriellen Infektion auftreten. Dann besteht ebenfalls das Risiko, dass die Bakterien auf andere Organe übergreifen.

Die größte Gefahr bei Sport trotz Erkältung ist allerdings, dass Bakterien bei einer Sekundärinfektion den Herzmuskel infizieren. Eine solche Herzmuskelentzündung - auch Myokarditis genannt - kann bleibende Schäden hinterlassen und sogar lebensbedrohlich sein.

Eine Herzmuskelentzündung ist eine vergleichsweise häufige Folge, wenn trotz einer Erkältung eine sportliche Betätigung ausgeübt wird. Betroffene leiden oft an Müdigkeit, verringerter Leistungsfähigkeit und Atemnot. Die Myokarditis kann aber genauso auch ohne Symptome auftreten, was sie noch gefährlicher macht. Denn unbehandelt kann sie zu einer Herzschwäche oder Herzrhythmusstörung führen. 

Sport nach der Erkältung: Wann darf man einsteigen?

Nach einer Erkältung sollte man mindestens zwei Tage medikamentenfrei sein, bevor man wieder mit dem Sport anfängt. Wurden keine Medikamente eingenommen, gilt die Faustregel: Sport ist erlaubt, sobald alle Symptome wie Husten oder Schnupfen vollkommen verschwunden sind. Außerdem sollte man zunächst mit leichtem Training beginnen und die Intensität langsam steigern. Steigt man direkt mit dem alten Trainingspensum wieder ein, riskiert man einen Rückfall.

Nach einer Erkrankung mit Fieber ist es ratsam, nach etwa einer Woche wieder Sport zu treiben, da der Körper dann länger zur Erholung braucht.

Zwar lässt sich die Dauer, bis man nach einer Erkältung wieder mit dem Training einsteigen darf, nicht verkürzen, allerdings gibt es einige Hausmittel, die Beschwerden lindern können. Das einfachste Mittel ist ausreichend Trinken. Die Flüssigkeit sorgt dafür, dass aufgespaltener Schleim, zum Beispiel durch entsprechende Medikamente, aus den Atemwegen abtransportiert wird.

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