Perez verliert Podium: Zweiter Boxenstopp "die falsche Entscheidung"

Maria Reyer
·Lesedauer: 2 Min.

Sergio Perez hatte im Grand Prix der Emilia-Romagna die Chance, auf das Podium zu fahren. Ein später Boxenstopp während der Safety-Car-Phase stellte sich jedoch als falsche Entscheidung heraus. Der Mexikaner realisierte noch am Boxenfunk nach der Zieldurchfahrt: "Wieder haben wir ein Podium hergeschenkt."

Perez startete vom elften Startplatz, er hatte als erster Pilot im Feld den Vorteil der freien Reifenwahl. Er wählte den Medium aus und konnte sich dadurch an sechs Rivalen durch einen langen ersten Stint vorbeischieben. Nach seinem Stopp in Runde 27 war er (bereinigt) Vierter.

Er konnte sich vor dem Renault von Daniel Ricciardo behaupten und sukzessive einen Vorsprung gegenüber dem Australier herausfahren - bis zur Safety-Car-Phase in Runde 51. Aufgrund des Ausfalls von Max Verstappen lag Perez plötzlich auf Podestkurs, doch Racing Point holte den Mexikaner an die Box.

Auch Daniil Kwjat und Carlos Sainz folgten ihm in die Boxengasse, während Ricciardo, Charles Leclerc und Alexander Albon auf einen zweiten Stopp verzichteten. Dadurch wurde Perez auf den sechsten Platz zurückgeworfen.

Zwar profitierte er vom Dreher von Albon, allerdings konnte er sich nicht gegen Kwjat im AlphaTauri behaupten. In den letzten Runden biss sich Perez außerdem die Zähne an Leclerc aus, weshalb er nur enttäuschender Sechster wurde.

Sein zweiter Boxenstopp habe "keinen Sinn ergeben", resümiert Perez enttäuscht. "Die Ansage kam sehr spät, aber es ist nach dem Rennen immer einfach, die richtige Entscheidung zu kennen." Da das Überholen auf der schmalen Strecke in Imola "extrem schwierig" war, konnte er am Ende nichts mehr ausrichten.

"Das Team wird Gründe [für den zweiten Stopp] haben. Das ist einfach schmerzhaft, weil wir das Podium in der Tasche hatten. Das ist sehr hart zu verdauen. Ich glaube, das Team ist ebenso enttäuscht wie ich." Als Mannschaft gewinne und verliere man eben gemeinsam.

"Im Nachhinein gesehen, war es die falsche Entscheidung", weiß Perez. Nach diesem Rückschlag findet er aber auch noch positive Aspekte. "Der erste Stint war gewaltig, großartige Strategie vom Team. Wir haben uns erst selbst in die Position gebracht, um das Podium zu holen."

Trotzdem sei das ein "schmerzhafter Tag". Auch beim Blick auf die Weltmeisterschaft hat sich Racing Point mit dem Strategiepatzer keinen Gefallen getan, schließlich hat das Team dem direkten Konkurrenten Renault "praktisch das Podium geschenkt".

Racing Point ist vom dritten auf den fünften Rang in der Konstrukteurs-Wertung zurückgefallen, hinter Renault und McLaren. Es steht 135:134:134 vor den letzten vier Rennen, nur ein Punkt trennt die Teams vom Titel "Best of the Rest". Übrigens: Perez wartet seit Baku 2018 auf sein nächstes Podium.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.