Phoenix mit Thiim und van der Linde in die asiatische Le-Mans-Serie

Heiko Stritzke
·Lesedauer: 3 Min.

Die asiatische Le-Mans-Serie hat für ihre Saison 2021, die komplett in Abu Dhabi stattfindet, ein Starterfeld von 36 Fahrzeugen verkündet. Der spektakulärste Entry: Phoenix Racing setzt mit Kelvin van der Linde und Nicki Thiim zwei Top-Profis auf seinen neuen Oreca 07.

Das Nürburgring- und Ex-DTM-Team von Ernst Moser wird versuchen, bei den vier 4-Stunden-Rennen auf dem Yas Marina Circuit ein Ticket für die 24 Stunden von Le Mans zu ergattern. An den Fahrern sollte es jedenfalls nicht scheitern.

Allerdings fahren Thiim und van der Linde nicht zusammen, denn das geben die Regeln nicht her. Sie treten stattdessen bei jeweils zwei Rennen an. Ihre Teamkollegen sind Simon Trummer und der bisherige LMP3-Pilot Matthias Kaiser.

Trotz des großen Starterfeldes kämpfen nur sieben LMP2 um den Gesamtsieg. Die größten Konkurrenten von Phoenix sind die amtierenden Meister Algarve Pro Racing (G-Drive Racing) mit Ferdinand Habsburg, Rene Binder und Euroformula-Open-Meister Ye Yifei, und Jota Sport mit den Fahrern John Falb, Franco Colapinto und Rui Andrade.

Kelvin van der Linde holte zwei GT-Masters-Titel, jetzt LMP2

Kelvin van der Linde holte zwei GT-Masters-Titel, jetzt LMP2<span class="copyright">ADAC Motorsport</span>
Kelvin van der Linde holte zwei GT-Masters-Titel, jetzt LMP2ADAC Motorsport

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"Mein Traum ist, auch bei den Prototypen erfolgreich zu sein", sagt van der Linde, der im GT3-Sport äußerst erfolgreich gewesen ist. Nach zwei Titeln im GT-Masters (2014 und 2019) sowie einem Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (2017) orientiert sich der Südafrikaner wieder international.

Nicki Thiim lässt zwischen den Zeilen erneut durchblicken, dass das GTE-Pro-Engagement von Aston Martin Racing in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) trotz des WM-Titels 2020 vor dem Aus stehen könnte. Zwar bleibe er seiner Marke treu, doch "es kommen interessante, neue Projekte, die wir hoffentlich genauso erfolgreich bestreiten können wie dieses Jahr."

Manager will es wie bei Rene Rast machen

So sieht es auch sein Manager Dennis Rostek: "Der Motorsport ist im Wandel. Vor allem der Prototypensport wird interessanter. Wir haben in den vielen negativen Mitteilungen, die wir in den vergangenen Monaten erlebt haben, auch positive Neuigkeiten gehabt: Dass sich immer mehr Werke in Richtung Le Mans orientieren."

"Deshalb haben wir uns entschlossen, dass wir mit einem unserer ältesten Partner, Phoenix Racing, eine Kooperation zu schließen. Wir entsenden mit Nicki und Kelvin zwei Fahrer in die Asian Le Mans Series. Da freuen wir uns drüber. Es ist ein Reinschnuppern für die Zukunft."

Rene Rast fuhr 2014 mit Sebastien Loeb Racing die 24 Stunden von Le Mans

Rene Rast fuhr 2014 mit Sebastien Loeb Racing die 24 Stunden von Le Mans<span class="copyright">LAT</span>
Rene Rast fuhr 2014 mit Sebastien Loeb Racing die 24 Stunden von Le MansLAT

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Er schildert dabei auch, wie die LMP2-Szene die Karriere von Rene Rast befeuert hat. Dieser engagierte sich ab 2014 bei den Prototypen und fand so doch noch den Weg in den Werkssport.

"Unser letzter Rettungsanker war der Einstieg in den Prototypensport", erinnert sich Rostek, der bis heute selbst Motorsport betreibt. "Wir haben mit Sebastien Loeb Racing damals in der LMP2 angefangen. Das war unser Einstieg. Rene hat gute Leistungen gezeigt und ist über G-Drive ins LMP1-Auto gekommen."

Ähnlich soll es nun mit van der Linde und Thiim laufen, die bislang mit starken Leistungen in GT-Autos auf sich aufmerksam gemacht haben. Der Le-Mans-Boom mit Le-Mans-Hypercars (LMH) und LMDh-Prototypen bringt zahlreiche Teams und Fahrer dazu, umzusatteln.

Phoenix Racing hat auch einen LMP3 gemeldet. Informationen von 'Motorsport.com' zufolge ist Wochenspiegel-Pilot Leonard Weiss einer der Fahrer. Die vier Rennen in Abu Dhabi finden zwischen dem 4. und 20. Februar 2021 statt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.