US-Politiker postet gefaktes Bild von Obama mit Rohani

Moritz PiehlerFreier Autor
Der republikanische Kongressabgeordnete Paul Gosar postete dieses gefakte Foto auf seinem Twitter-Account und erntete dafür ziemlich viel Spott. (Quelle: Screenshot Twitter)
Der republikanische Kongressabgeordnete Paul Gosar postete dieses gefakte Foto auf seinem Twitter-Account und erntete dafür ziemlich viel Spott. (Quelle: Screenshot Twitter)

Photoshop-Fail: Der Republikaner Paul Gosar wollte mit einem gefälschten Foto ein bisschen Öl ins Feuer um die Iran-Krise gießen. Doch die Aktion ging mächtig nach hinten los.

“Die Welt ist ein besserer Ort ohne diese beiden Typen an der Macht.” twitterte der republikanische Kongressabgeordnete Paul Gosar. Dazu postete er ein Bild, auf dem der ehemalige US-Präsident Barack . Obama beim Händeschütteln mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani zu sehen ist. Einziges Problem an der Sache: Das Foto ist ein Fake und zwar ein ziemlich offensichtlicher. Es dauerte dementsprechend nicht lange, bis das Originalfoto auftauchte, auf dem Obama tatsächlich bei einem Treffen mit dem früheren indischen Premier Manmohan Singh zu sehen ist.

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Gosar, der für den US-Bundesstaat Arizona im Kongress sitzt, musste zurückrudern und tat dies in mehreren Tweets mit eher fadenscheinigen Begründungen. Er habe nie behauptet, dass das Foto nicht bearbeitet sei, schrieb Gosar dort. Es müsse selbst den Dümmsten klar sein, dass es ihm nur darum gegangen sei, zu zeigen, dass Obama den “ersten Sponsor des Terrorismus” verhätschelt und beschützt habe, so Gosar.

Die halbherzigen nachgeschobenen Attacken Gosars aber schützten ihn nicht vor Spott. Denn es war deutlich zu sehen, dass es sich bei dem Foto um ein eher schlecht gemachtes Fake handelt. Beim Heranzoomen lässt sich eindeutig ein zusätzlicher Daumen erkennen, den der Fälscher nicht sorgfältig entfernt hatte.

Im Internet reagierten User schnell auf die Fake-Blamage. Washington Post Journalist Dave Jorgenson zeigte sich gespielt empört über ein Foto von Obama, auf dem er sich selbst die Ehrenmedaille verleiht.

Ein anderer User “zeigte” Donald Trump gemeinsam mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein.

Oder sie fügten Gosar einfach kurzerhand selbst in ein Foto zusammen mit Rohani oder gleich der gesamten iranischen Führungsriege ein:

Allerdings fanden die User als Erwiderung auf die künstliche Erregung Gosars vor allem Fotos, die Donald Trump bei seinen tatsächlichen Treffen mit autoritären Figuren wie dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un zeigen.

Auch mit dem ägyptischen Präsidenten Sisi und dem saudischen König Salman hat Trump sich schon in Weltbeherrscher-Pose ablichten lassen, ganz ohne Photoshop.

Paul Gosars Versuch, die Debatte um Trumps aggressive Iran-Politik zugunsten der Republikaner zu beeinflussen, ist also mehr als schief gegangen. Bedenklich bleibt aber, dass ein US-Abgeordneter - bewusst oder unbewusst- ungeprüft gefakte Fotos als Propagandamittel einsetzt. Daran ändern auch die teils lustigen Reaktionen im Internet nichts.

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