Pierre Gasly enttäuscht: "Wir haben seit Samstag geschlafen"

Maria Reyer
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Als "peinlich" und "dürftig" bezeichnete Pierre Gasly die Leistung von AlphaTauri in der Türkei. Die Red-Bull-Schwestertruppe kam mit den regnerischen Bedingungen nicht zurecht. Am Ende belegten Daniil Kwjat und der Franzose nur die Ränge 12 und 13.

"Was für ein Scheißrennen", funkte Gasly direkt nach der Zieldurchfahrt. "Das gesamte Wochenende. Ich bin sehr enttäuscht." Sein Renningenieur versuchte ihn aufzubauen, indem er entgegnete: "Ich denke nicht, dass Freitag so schlecht war."

Doch damit ließ sich Gasly nicht beruhigen: "Niemanden interessiert Freitag. Wir haben jetzt so viele Punkte verloren, weil wir nirgendwo waren. Seit Samstag haben wir geschlafen." Sein Tag hatte schon am Morgen schlecht begonnen, da die FIA eine Untersuchung gegen das Team aufgrund eines Motorwechsels einleitete.

Gasly musste deshalb vom vorletzten Platz ins Rennen gehen. Es gelang ihm am Start der Sprung bis auf Platz 13, viel mehr war aber am Ende nicht drin. "Nicht erst Sonntag, das ganze Wochenende war wirklich schlecht. Wir hatten eine sehr dürftige Performance im Nassen, ehrlich gesagt war es ein wenig peinlich."

Das Grundübel: AlphaTauri hatte Probleme, die Intermediates zum Laufen zu bringen. "Wir brachten sie nicht auf Temperatur. Das war schon im Quali so." Dazu kam die Strafe. "Wir müssen das wirklich besser machen, weil das war wirklich schlecht."

Zwar seien die Bedingungen "einzigartig" gewesen, die das Team so nicht erwartet hatte, doch andere Mannschaften seien damit besser zurechtgekommen. "Jetzt müssen wir verstehen, was schiefgelaufen ist und was nicht funktioniert hat."

Ein paar Antworten habe das Team schon aus dem Qualifying am Samstag erhalten. Doch kurzfristig seien keine Änderungen möglich. "Dennoch hätten wir auf alles vorbereitet sein müssen und hätten einen besseren Job machen können. Aber jetzt ist es vorbei und wir blicken auf die nächsten drei Rennen."

Teamkollege Kwjat war ähnlich bedient nach dem Rennen. "Ich bin frustriert, nur Zwölfter zu sein. Keine Punkte und so viele Probleme", fasste er seinen Sonntagnachmittag zusammen. Er habe das gesamte Rennen über mit dem Auto gekämpft, Belohnung gab es dafür am Ende keine.

"Wir konnten nicht wirklich viel machen, das Auto war bei diesen Bedingungen einfach nicht im richtigen Fenster. Wir müssen jetzt analysieren, warum das so war." Zum Schutz seines Teams warf er noch ein: "Es ist auch ein wenig verständlich, da wir solche extremen Bedingungen sehr selten vorfinden."

Dafür würden Formel-1-Boliden nicht gebaut werden. Immerhin fand er auch etwas Positives in seiner Analyse: "Ich habe sehr wenige Fehler gemacht heute, zum Glück. Ich habe mich einmal gedreht, aber es war auch sehr knifflig da draußen."

Es fühlte sich gut an, das Auto sicher ins Ziel zu bringen. "Es war also nicht alles schlecht. Das war ein gutes Training für meine Konzentration!" Bitter: Aufgrund der Nullnummer und der starken Leistung von Ferrari hat AlphaTauri nun bereits 41 Punkte Rückstand auf Platz sechs in der Konstrukteurs-WM.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.