Pierre Gasly: "Nicht normal", dass Sebastian Vettel nicht auf Instagram ist

Stefan Ehlen
motorsport.com

Nur einer verweigert sich den sozialen Netzwerken: Von allen Formel-1-Fahrern ist es der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel, der seinen Fans online außer der eigenen Homepage keine weitere Anlaufstelle bietet. Sein Fahrerkollege Pierre Gasly findet das "nicht normal", wie er im Gespräch mit 'Racer' erklärt.

Seine Begründung: "In unserer Generation ist heute jeder in den sozialen Netzwerken vertreten. Seb ist die einzige Ausnahme." Und bisher sträube sich Vettel hartnäckig gegen Social Media, obwohl "wir ihn immer wieder auffordern, sich Instagram zuzulegen", so Gasly weiter.

Er selbst bewege sich ganz natürlich in den sozialen Netzwerken und habe gelernt, mit der dort geäußerten Kritik umzugehen. Überhaupt seien außenstehende Bedenkenträger ständige Begleiter seiner bisherigen Karriere gewesen.

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Kritik als ständiger Begleiter

O-Ton Gasly: "Die Leute haben mir schon von klein auf gesagt: 'Du schaffst es nicht in die Formel 1. Das ist unmöglich. Es gibt nur 20 Cockpits, warum also überhaupt erst versuchen?' Es ist mir aber stets gelungen, solche negativen Gedanken in etwas Positives umzuwandeln, noch mehr Energie daraus zu schöpfen, noch motivierter zu sein."

Der Motorsport und speziell die Formel 1 seien ein betont schnelllebiges Geschäft. "[Gerade] als Spitzensportler wirst du immer für alles, was du machst, bewertet. Die Leute vergessen sehr leicht, was du in der Vergangenheit erreicht hast. Du bist immer nur so gut wie deine jüngste Leistung", meint Gasly.

Die Formel-1-Fahrer 2020

Die Formel-1-Fahrer 2020 <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Die Formel-1-Fahrer 2020 Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Welcher Formel-1-Fahrer steht in den sozialen Netzwerken auf der Pole-Position? Wir haben uns die Follower-Zahlen auf Facebook, Instagram und Twitter angesehen (Stand: 2. März 2020) und präsentieren die "Gesamtwertung" mit gerundeten Daten in dieser Fotostrecke!

#20: Sebastian Vettel (Ferrari)

#20: Sebastian Vettel (Ferrari) <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#20: Sebastian Vettel (Ferrari) Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel ist eigentlich "außer Konkurrenz", weil er die sozialen Netzwerke komplett verweigert. Ergo: null Follower. Der Vollständigkeit halber aber taucht er in unserem Ranking auf - an letzter Stelle!

#19: Nicholas Latifi (Williams) - 80.000 Follower

#19: Nicholas Latifi (Williams) - 80.000 Follower <span class="copyright">Williams </span>
#19: Nicholas Latifi (Williams) - 80.000 Follower Williams

Williams

Der Formel-1-Neueinsteiger ist in den sozialen Medien noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt und auf allen Plattformen das Schlusslicht.

#18: Lance Stroll (Racing Point) - 250.000 Follower

#18: Lance Stroll (Racing Point) - 250.000 Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#18: Lance Stroll (Racing Point) - 250.000 Follower Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Er stand schon mal auf dem Podium, zählt aber nicht zu den populären Formel-1-Fahrern in den sozialen Netzwerken.

#17: Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) - 410.000 Follower

#17: Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) - 410.000 Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#17: Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) - 410.000 Follower Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Der Italiener holt die meisten seiner Fans auf Instagram ab, ist wie Stroll gar nicht mit einem offiziellen Account auf Twitter vertreten.

#16: Alexander Albon (Red Bull) - 570.000 Follower

#16: Alexander Albon (Red Bull) - 570.000 Follower <span class="copyright">Franco Nugnes</span>
#16: Alexander Albon (Red Bull) - 570.000 Follower Franco Nugnes

Franco Nugnes

In unserem Ranking schneidet der unter thailändischer Fahne antretende Albon im Vergleich zu seinen Kollegen aus dem Red-Bull-Kader am schlechtesten ab. Aber: Er ist der erste Fahrer in unserer "Social-WM" mit über einer halben Million Follower.

#15: Daniil Kwjat (AlphaTauri) - 590.000 Follower

#15: Daniil Kwjat (AlphaTauri) - 590.000 Follower <span class="copyright">Andrew Hone / Motorsport Images</span>
#15: Daniil Kwjat (AlphaTauri) - 590.000 Follower Andrew Hone / Motorsport Images

Andrew Hone / Motorsport Images

Der einzige aktuelle Formel-1-Fahrer aus Russland ist vor allem bei Fans aus seinem Heimatland beliebt.

#14: George Russell (Williams) - 630.000 Follower

#14: George Russell (Williams) - 630.000 Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#14: George Russell (Williams) - 630.000 Follower Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Sitzt er eines Tages im Mercedes-Silberpfeil? Russell jedenfalls hat eine gewisse Fangemeinde, obwohl er mit Williams 2019 nur hinterhergefahren ist.

#13: Esteban Ocon (Renault) - 690.000 Follower

#13: Esteban Ocon (Renault) - 690.000 Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#13: Esteban Ocon (Renault) - 690.000 Follower Mark Sutton / Motorsport Images

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Nach einem Jahr als Mercedes-Testfahrer ist er zurück als Stammfahrer in der Formel 1. Der Rückkehrer schafft es auf Anhieb ins breite Mittelfeld unserer Rangliste.

#12: Kevin Magnussen (Haas) - 930.000 Follower

#12: Kevin Magnussen (Haas) - 930.000 Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#12: Kevin Magnussen (Haas) - 930.000 Follower Mark Sutton / Motorsport Images

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Der Däne ist bekannt für seine markigen Sprüche und haut hin und wieder auch in den sozialen Medien entsprechende Äußerungen raus.

#11: Pierre Gasly (AlphaTauri) - 960.000 Follower

#11: Pierre Gasly (AlphaTauri) - 960.000 Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#11: Pierre Gasly (AlphaTauri) - 960.000 Follower Mark Sutton / Motorsport Images

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Mit Gasly auf P11 steht fest: AlphaTauri ist das einzige Team ohne einen Fahrer in den Top 10 unserer Auflistung. Und nach dem Ex-Red-Bull-Fahrer kommt ein durchaus großer Sprung ...

#10: Lando Norris (McLaren) - 1,65 Millionen Follower

#10: Lando Norris (McLaren) - 1,65 Millionen Follower <span class="copyright">Zak Mauger / Motorsport Images</span>
#10: Lando Norris (McLaren) - 1,65 Millionen Follower Zak Mauger / Motorsport Images

Zak Mauger / Motorsport Images

Norris war schon bekannt für seine Social-Skills, da fuhr er noch gar nicht in der Formel 1. Beliebt ist er besonders aufgrund seiner witzigen Memes - und Lachflashs im Live-TV!

#9: Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) - 1,70 Millionen Follower

#9: Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) - 1,70 Millionen Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#9: Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) - 1,70 Millionen Follower Mark Sutton / Motorsport Images

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Der erste Formel-1-Weltmeister in unserer Liste. Und einer, der sich rein auf Instagram konzentriert: Räikkönen unterhält keine offiziellen Accounts auf Twitter oder Facebook.

#8: Romain Grosjean (Haas) - 1,86 Millionen Follower

#8: Romain Grosjean (Haas) - 1,86 Millionen Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#8: Romain Grosjean (Haas) - 1,86 Millionen Follower Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Grosjean ist auf allen Social-Plattformen im vorderen Mittelfeld zu finden und punktet vor allem mit seiner Twitter-Präsenz.

#7: Carlos Sainz (McLaren) - 1,87 Millionen Follower

#7: Carlos Sainz (McLaren) - 1,87 Millionen Follower <span class="copyright">Zak Mauger / Motorsport Images</span>
#7: Carlos Sainz (McLaren) - 1,87 Millionen Follower Zak Mauger / Motorsport Images

Zak Mauger / Motorsport Images

Der ehemalige Red-Bull-Kaderfahrer hat sich in den sozialen Netzwerken gut etabliert und punktet speziell auf Instagram bei den Fans.

#6: Valtteri Bottas (Mercedes) - 2,17 Millionen Follower

#6: Valtteri Bottas (Mercedes) - 2,17 Millionen Follower <span class="copyright">Mercedes AMG</span>
#6: Valtteri Bottas (Mercedes) - 2,17 Millionen Follower Mercedes AMG

Mercedes AMG

Der WM-Zweite der Saison 2019 kann in den sozialen Medien nicht ganz mit der absoluten Formel-1-Spitze mithalten, hat aber trotzdem eine stattliche Follower-Anzahl.

#5: Sergio Perez (Racing Point) - 3,12 Millionen Follower

#5: Sergio Perez (Racing Point) - 3,12 Millionen Follower <span class="copyright">Glenn Dunbar / Motorsport Images</span>
#5: Sergio Perez (Racing Point) - 3,12 Millionen Follower Glenn Dunbar / Motorsport Images

Glenn Dunbar / Motorsport Images

Twitter bildet die Basis für den Social-Media-Erfolg des Mexikaners, der in unserer Rangliste der bestplatzierte Fahrer ohne Grand-Prix-Sieg ist.

#4: Charles Leclerc (Ferrari) - 3,34 Millionen Follower

#4: Charles Leclerc (Ferrari) - 3,34 Millionen Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#4: Charles Leclerc (Ferrari) - 3,34 Millionen Follower Mark Sutton / Motorsport Images

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Der Ferrari-Shootingstar setzt sich vor allem auf Instagram in Szene, verfehlt in unserer "Social-WM" das Podium aber recht deutlich, denn ...

#3: Max Verstappen (Red Bull) - 4,74 Millionen Follower

#3: Max Verstappen (Red Bull) - 4,74 Millionen Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#3: Max Verstappen (Red Bull) - 4,74 Millionen Follower Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Er gilt als kommender Weltmeister, fährt in den sozialen Netzwerken aber schon jetzt auf der Überholspur. Bei Instagram toppt ihn nur ein Fahrerkollege.

#2: Daniel Ricciardo (Renault) - 5,48 Millionen Follower

#2: Daniel Ricciardo (Renault) - 5,48 Millionen Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#2: Daniel Ricciardo (Renault) - 5,48 Millionen Follower Mark Sutton / Motorsport Images

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Der "Honey Badger" gilt als klassische Frohnatur und nimmt seine Formel-1-Kollegen schon mal aufs Korn. Das kommt gut an bei den Fans, reicht hier aber nur für Platz zwei - und das ziemlich abgeschlagen ...

#1: Lewis Hamilton (Mercedes) - 24,2 Millionen Follower

#1: Lewis Hamilton (Mercedes) - 24,2 Millionen Follower <span class="copyright">Glenn Dunbar / Motorsport Images</span>
#1: Lewis Hamilton (Mercedes) - 24,2 Millionen Follower Glenn Dunbar / Motorsport Images

Glenn Dunbar / Motorsport Images

Noch Fragen? Mit alleine 5,6 Millionen Followern auf Twitter wäre Hamilton schon die Nummer eins, mit seinen weiteren 14,4 Millionen von Instagram pulverisiert er die Konkurrenz. 4,2 Millionen Fans auf Facebook kommen noch dazu. Der Weltmeister dominiert auch in den sozialen Medien!

#1: Lewis Hamilton (Mercedes) - 24,2 Millionen Follower

#1: Lewis Hamilton (Mercedes) - 24,2 Millionen Follower <span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
#1: Lewis Hamilton (Mercedes) - 24,2 Millionen Follower Mark Sutton / Motorsport Images

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Um seinen Vorsprung noch zu illustrieren: Seine 19 Fahrerkollegen kommen zusammen auf 31,04 Millionen Follower in den sozialen Netzwerken. Das schafft Hamilton fast alleine!

Viele Facetten einer Leistung aber blieben auf der Strecke, weil die Öffentlichkeit trotz vieler Plattformen eben nicht alles erfahre. "Als professioneller Sportler", sagt Gasly, "kann ich nicht [alles] sagen. Es gibt Dinge, die müssen vertraulich bleiben."

Die "Degradierung" zurück zu Toro Rosso

"Deshalb liegen die Leute [mit ihrer Einschätzung] manchmal falsch, weil ihnen nicht alle Informationen vorliegen. Das ist dann aber ihre Meinung und das akzeptiere ich."

Mit diesen Äußerungen spielt Gasly auch auf seine "Degradierung" von Red Bull zu Toro Rosso an. Zu Saisonbeginn 2019 war er vom B- ins A-Team befördert, zur Jahresmitte aber zurück in Ausgangssituation versetzt worden.

Von Vorwürfen nimmt Gasly aber betont Abstand und sagt: "Es gab unterschiedliche Gründe, warum es bei Toro Rosso funktioniert hat und ich einen guten Saisonabschluss hatte. Manche dieser Gründe wurden genannt, andere nicht."

Wird nicht öffentlich diskutiert

"Was auch immer in diesen sechs Monaten passiert ist, ändert nicht meine Beziehung zu Red Bull. Ich bin weiter ein Red-Bull-Fahrer. Es gab Probleme, es gab Schwierigkeiten. Manches hätte man lösen können. Würden wir die Situation noch einmal haben, einiges wäre anders."

Red-Bull-intern hätte eine Aufarbeitung des Ganzen stattgefunden. "Es ist aber nicht meine Aufgabe, das in den Medien zu diskutieren. Das wäre nicht richtig", erklärt Gasly. "Deshalb mache ich es auch nicht."

Mit Bildmaterial von LAT.

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