Sergio Perez: Wieso Racing Point den dritten Platz im Rennen aufgab

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 3 Min.

Eigentlich hätte in Imola nicht Renault-Fahrer Daniel Ricciardo als Dritter auf dem Podest stehen sollen, sondern Racing-Point-Fahrer Sergio Perez. Zumindest, wenn es nach Andrew Green geht. Der Technische Leiter des Perez-Rennstalls nämlich räumt ein: "Rückblickend hätten wir besser anders entschieden."

Worauf sich Green bezieht? Auf den zusätzlichen Boxenstopp von Perez unter Gelb, den er in Runde 51 an P3 liegend ableistete. Damit schenkte Racing Point seine Position auf der Strecke her.

Green begründet diese Entscheidung mit Reifensorgen: "Wir waren auf den harten Reifen unterwegs und unser Auto war spezifisch auf Long-runs ausgerichtet. Im Rennen sorgten wir uns sehr darum, auf harten Reifen einen Re-Start hinter dem Safety-Car hinlegen zu müssen. Da hätten wir Probleme gekriegt."

Worst-Case-Szenario trifft ein

Eine Safety-Car-Phase sei aus Racing-Point-Sicht "das denkbar Schlechteste, was passieren konnte", so Green weiter. Er räumt ein: Sein Team sei "leider nicht auf Zack gewesen", als diese Safety-Car-Phase tatsächlich eintrat.

Aus dem Bedenken, Perez könnte nicht dazu in der Lage sein, mit seinen gebrauchten harten Reifen einen soliden Re-Start hinzulegen, wurde der Mexikaner an die Box geholt.

"Wir glaubten, es wäre die sicherste und logische Wahl, Sergio mit weichen Reifen auszustatten, damit er sich darüber keine Sorgen machen müsste", sagt Green. "Wir glaubten, auch andere Teams würden so handeln. Es kommt aber immer darauf an, wie man die Autos abgestimmt hat für das Rennen."

Und dann der Unfall von Russell

Im Gegensatz zu Perez blieben Renault-Fahrer Daniel Ricciardo, Ferrari-Fahrer Charles Leclerc, AlphaTauri-Fahrer Daniil Kwjat und McLaren-Fahrer Lando Norris (zunächst) auf der Strecke, und Perez fiel hinter die Genannten zurück.

Dieses Handicap war man bei Racing Point gewillt, noch aufzuholen, und zwar auf der Strecke. "Dann aber kam es noch zu einem weiteren Zwischenfall hinter dem Safety-Car, den man nicht vorhersehen konnte", sagt Green und verweist auf den Abflug von Williams-Fahrer George Russell in Runde 51.

Sergio Perez, Racing Point RP20

Sergio Perez, Racing Point RP20<span class="copyright">Glenn Dunbar / Motorsport Images</span>
Sergio Perez, Racing Point RP20Glenn Dunbar / Motorsport Images

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Sergio Perez, Racing Point RP20Mark Sutton / Motorsport Images

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Sergio Perez, Racing Point RP20

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Sergio Perez, Racing Point RP20 Glenn Dunbar / Motorsport Images

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Sergio Perez, Racing Point RP20, Lance Stroll, Racing Point RP20

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Sergio Perez, Racing Point RP20, Lance Stroll, Racing Point RP20Charles Coates / Motorsport Images

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Sergio Perez, Racing Point RP20, leaves his pit box

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Sergio Perez, Racing Point RP20, leaves his pit boxMark Sutton / Motorsport Images

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Sergio Perez, Racing Point RP20, leaves the garage

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Sergio Perez, Racing Point RP20

Sergio Perez, Racing Point RP20<span class="copyright">Andy Hone / Motorsport Images</span>
Sergio Perez, Racing Point RP20Andy Hone / Motorsport Images

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Es folgten sechs Runden unter Gelb. "Das hat nicht geholfen", meint Green, "weil die verbliebene Renndistanz so noch einmal kürzer wurde, und zwar deutlich."

Der Soft-Effekt verpufft

In der Tat: Nur sechs Runden fuhr die Formel 1 nach dem Re-Start unter Grün. Perez fuhr dann an sechster Stelle - und blieb Sechster.

Sehr zum Ärger von Technikchef Green, der sagt: "Es hätte so oder so ausgehen können." Und er lobt Perez für dessen Einsatz in Imola: "Er ist wirklich gut gefahren und auch das Auto war klasse." Das Happyend aber blieb aus.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.