Power-Ranking zur Champions League: Bayern, Bayern, Bayern!

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Champions-League-Viertelfinale – der Wahnsinn kann beginnen! Die starken Bayern erwarten im ewigen Klassiker Real Madrid, der wacklige BVB bekommt es mit Monacos Super-Angriff zu tun. Wie sind die acht letzten Teams drauf? Was machen die angeschlagenen Spieler? Die Yahoo-Analyse im großen Power-Ranking zum Viertelfinale.

Duell auf Augenhöhe: Real Madrid mit Cristiano Ronaldo und Bayern mit Arjen Robben

Platz 8: Leicester City

Formkurve: FC Everton (2:4), Sunderland (2:0), Stoke City (2:0), West Ham (3:2), FC Sevilla (2:0), Hull City (3:1)

Personal: Die Foxes haben wenig Verletzungssorgen, ein Ausfall von Innenverteidiger und Kapitän Wes Morgan (Rückenprobleme) würde aber deutlich ins Gewicht fallen. Zudem drohen mit Robert Huth, Wilfred Ndidi, Islam Slimani und Jamie Vardy gleich vier Spielern Gelb-Sperren.

Situation: Der Rauswurf von Meister-Coach Claudio Ranieri schlug hohe Wellen, doch seit dem Amtsantritt von Craig Shakespeare läuft’s wieder bei den Foxes. Der Run in der Premier League mit fünf Siegen in Folge wurde erst durch die 2:4-Pleite beim FC Everton gestoppt. Prunkstück bleibt die Defensive, die in acht Champions-League-Spielen nur zwei Gegentore zuließ. Hinsichtlich Erfahrung und spielerischer Stärke ist Leicester unter den letzten Acht aber ganz hinten anzusiedeln.

Yahoo-Tipp: Die Leidenschaft, die Leicester gegen Sevilla ins Viertelfinale getragen hat, wird gegen Atletico nicht ausreichen. Die Foxes gehen weitgehend chancenlos raus.

Platz 7: Borussia Dortmund

Formkurve: Bayern München (1:4), HSV (3:0), Schalke 04 (1:1), Ingolstadt (1:0), Sportfreunde Lotte (3:0), Hertha BSC (1:2)

Personal: Das BVB-Lazarett lichtet sich. Julian Weigl, Shinji Kagawa und Lukasz Piszczek werden gegen Monaco wieder dabei sein. Zudem liebäugelt Marco Reus mit einer Jokerrolle. “Es werden Spieler zurückkommen. Wir wissen aber nicht in welcher Verfassung. Aber wir brauchen sie mit Kraft, Form und Energie”, sagte Trainer Thomas Tuchel.

Situation: Beim 1:4 in München wurde ein ersatzgeschwächter BVB übel abgewatscht. Auch wenn Tuchel und Klubchef Watzke erklärten, mit dem FC Bayern ohnehin nicht mithalten zu können, war der Qualitäts-Unterschied beider Teams bemerkenswert. Dortmund kämpft nach wie vor gegen die eigene Inkonstanz, sowohl mannschaftlich als auch individuell. Der Angriff ist immer für magische Dinge fähig, doch gerade gegen Monacos Super-Sturm ist eine klare Steigerung in der Defensive unumgänglich.

Yahoo-Tipp: Dortmund gegen Monaco – das werden zwei Spiele mit offenem Visier. Für den BVB wird es knapp nicht reichen.

Welches Gesicht zeigt Pierre-Emerick Aubameyang gegen Monaco?

Das Champions-League-Viertelfinale bei Yahoo Sport

Platz 6: AS Monaco

Formkurve: SCO Angers (1:0), OSC Lille (2:1), PSG (1:4), SM Caen (3:0), Manchester City (3:1), Gir. Bordeaux (2:1)

Personal: Bauchschmerzen für Trainer Leonardo Jardim: Jung-Nationalspieler Tiemoue Bakayoko fehlt gelb-gesperrt, zudem wurde Außenverteidiger Djibril Sidibe am Sonntag mit einer akuten Blinddarmentzündung ins Krankenhaus eingeliefert. Joao Moutinho und Benjamin Mendy stehen als Ersatzleute bereit.

Situation: Sechs Tore im Achtelfinale gegen Manchester City, 88 in 31 Ligaspielen – Monacos Angriff ist atemberaubend. Mit dem 18-jährigen Kylian Mbappe haben die Monegassen einen kommenden Superstar im Sturm, an dessen Seite Kapitän Radamel Falcao immer mehr zu alter Form zurückfindet. Das Duo Mbappe/Falcao ist über 90 Minuten niemals ganz auszuschalten. Die sechs Gegentreffer gegen City legen aber auch das Problem des ASM offen: Die Abwehr ist verwundbar, der Ausfall des Sechsers Bakayoko macht Monaco noch anfälliger. Eines hat der Klub aus dem Fürstenstaat alle anderen Teams im Viertelfinale voraus: Die pure Lust am Offensiv-Fußball und null Druck.

Yahoo-Tipp: Monaco wird im Offensiv-Spektakel gegen den BVB in zwei Spielen ein Tor mehr erzielen und deshalb ins Halbfinale einziehen.

Monacos Kapitän Radamel Falcao

Platz 5: FC Barcelona

Formkurve: FC Malaga (0:2), FC Sevilla (3:0), FC Granada (4:1), FC Valencia (4:2), La Coruna (1:2), PSG (6:1)

Personal: Sergio Busquets fehlt gelb-gesperrt. Der Sechser ist als Mittelfeld-Stabilisator kaum zu ersetzen. Vermutlich wird Ivan Rakitic Busquets’ Rolle übernehmen. Der Kroate ist wie Neymar, Rakitic und Gerard Pique von einer Gelb-Sperre bedroht. Im Angriff fehlt der verletzte Rafinha, das Trio Neymar/Suarez/Messi ist aber dabei.

Situation: Pure Achterbahn-Saison für Barca. Der magischen Nacht gegen Paris folgte eine Pleite in La Coruna und vergangenen Samstag waren die Katalanen nicht in der Lage, Reals Remis gegen Atletico zu nutzen, um den Königlichen in der Tabelle von La Liga auf die Pelle zu rücken. Das 0:2 in Malaga ist ein schwerer Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft. Was Barca aber vor allem in der Champions League zu leisten im Stande ist, ist nicht erst seit dem 6:1 gegen PSG bekannt. Die magischen Drei da vorne können jederzeit explodieren.

Yahoo-Tipp: Auch Messi, Neymar und Suarez werden das Aus gegen Juventus nicht verhindern.

Der Super-Sturm des FC Barcelona: Neymar, Lionel Messi und Luis Suarez

Platz 4: Juventus Turin

Formkurve: Chievo (2:0), SSC Neapel (2:3), SSC Neapel (1:1), Samp. Genua (1:0), FC Porto (1:0), AC Milan (1:0)

Personal: Hinter dem Einsatz von Mario Mandzukic steht ein Fragezeichen, ansonsten kann die Alte Dame in Bestbesetzung gegen Barca antreten. Sollte der Kroate ausfallen, würde Pjanic auf links und Marchisio neben Sami Khedira auf die Doppelsechs rücken.

Situation: Juve hat den Abgang von Paul Pogba gut verkraftet und ist in dieser Saison eher noch einen Tick stärker geworden. Der Mega-Transfer von Gonzalo Higuain hat sich ausgezahlt, der Argentinier traf in 42 Spielen 27 Mal. Und nach Paulo Dybala schlecken sich sämtliche Top-Klubs in Europa die Finger. Dybala über das Duell mit dem FC Barcelona: “Unser Kader steht Barca in nichts nach und unsere Qualität verpflichtet, an einen Finaleinzug zu glauben.”

Yahoo-Tipp: Juve-Coach Allegri hat eine schlimme Bilanz gegen Barca: 3 Remis und 5 Niederlagen in 9 Spielen. Das wird sich ändern. Juve kommt weiter!

Paulo Dybala gehört zu Juves unberechenbarer Offensive

Platz 3: Real Madrid

Formkurve: Atletico Madrid (1:1), CD Leganes (4:2), Alaves (3:0), Athletic Bilbao (2:1), Betis Sevilla (2:1), SSC Neapel (3:1)

Personal: Alarm bei den Königlichen! Mit Raphael Varane (Achillessehne) und Pepe (Rippenbruch) fallen zwei Innenverteidiger für beide Spiele gegen die Bayern aus. Kapitän Sergio Ramos, der bei der nächsten Gelben Karte gesperrt ist, bekommt Nacho Fernandez an die Seite. Der 27-Jährige hat in dieser Saison zwar mehr Pflichtspielminuten als Pepe, aber keinerlei Erfahrung mit Gegnern vom Kaliber des FC Bayern. Definitiv ein Risiko für Real. Neben Ramos droht auch Mittelfeld-Genie Luka Modric ein Spiel Pause bei der nächsten Gelben Karte.


Situation: Real ist schwierig einzuschätzen. Die Qualität, vor allem in der Offensive, reicht allemal aus, um erneut das Finale zu erreichen. Doch den Aderlass in der Abwehr kann auch der Titelverteidiger nicht kompensieren. Zudem wirkt Cristiano Ronaldo nicht so spritzig und wartet seit vier Ligaspielen auf ein Tor – sehr ungewöhnlich für die Tormaschine. Im Derby gegen Atletico war Real in der ersten Halbzeit klar unterlegen, zeigte nach der Pause aber viel Herz. Für Kapitän Ramos ist das auch der Schlüssel für München: “Wir müssen dort bereit sein, zu sterben.” 

Yahoo-Tipp: Real Madrid wird in einem epischen Duell mit dem FC Bayern den Kürzeren ziehen.

Platz 2: Atletico Madrid

Formkurve: Real Madrid (1:1), Real Sociedad (1:0), FC Malaga (2:0), FC Sevilla (3:1), Bayer Leverkusen (0:0), FC Valencia (3:0)

Personal: Für Stürmer Gameiro (Oberschenkelprobleme) und Mittelfeldspieler Gaitan (Fußverletzung) kommt das Hinspiel zu früh. Für die Startelf gegen Leicester wären beide aber eh nicht in Frage gekommen. Trainer Diego Simeone hat eine klare erste Elf, die auch im Derby gegen Real Madrid begonnen hat.

So sieht Atleticos Stammelf aus

Situation: Atletico ist seit Jahren ein Phänomen. Die Saison kann noch so krumm verlaufen, spätestens im April ist die Mannschaft in Top-Form. Zwei Champions-League-Finalteilnahmen 2014 und 2016 sind kein Zufall. Simeone schafft es, seine Rojiblancos so hinzubiegen, dass sie eine echte Gefahr für jeden Gegner sind, wenn es in die Crunchtime geht. Das Team um Kapitän Diego Godin und Superstar Antoine Griezmann ist eingespielt, erfahren und extrem schwer zu bespielen. Das ist in diesem Frühjahr nicht anders als in den letzten Jahren.

Yahoo-Tipp: Atletico vs. Leicester wird die klarste Nummer im Viertelfinale. Die Rojiblancos sind – positiv ausgedrückt – wieder so eklig, dass ein drittes Finale in vier Jahren locker möglich ist.

Atletico Madrid mit Antoine Griezmann (Bildmitte) ist wieder alles zuzutrauen

Platz 1: FC Bayern München

Formkurve: Borussia Dortmund (4:1), TSG Hoffenheim (0:1), FC Augsburg (6:0), Bor. Mönchengladbach (1:0), Eintracht Frankfurt (3:0), FC Arsenal (5:1)

Personal: Die gute (und gleichzeitig schlechte) Nachricht: Manuel Neuer trainierte am Montag erstmals wieder mit der Mannschaft. Bayerns Nummer eins wohl wird gegen Real spielen können, allerdings kann er nach einer dreiwöchigen Pause nicht 100 Prozent fit sein. Neuer hat nur zwei Tage Zeit, sich richtig vorzubereiten – eine sehr kurze Zeit.

Die schlechte (und gleichzeitig gute) Nachricht: Robert Lewandowski war am Montag nur in zivil am Bayern-Trainingsgelände zu sehen. Der Pole will nichts riskieren und seine Schulterprellung lieber vernünftig auskurieren. Im Gegensatz zu Neuer kann Lewy einen Tag Trainingspause locker verkraften. Er versicherte schon am Samstag direkt nach dem 4:1 gegen Dortmund: “Ich werde gegen Real Madrid 100 prozentig fit sein.”

Für den verletzten Mats Hummels wird wie schon gegen den BVB Jerome Boateng neben Javi Martinez in der Innenverteidigung spielen.

Situation: Die aktuelle Form spricht klar für Bayern. Martinez, Thiago, Ribery, Robben und Lewandowski sind in bestechender Verfassung. Insbesondere in den Heimspielen sind die Münchner nicht aufzuhalten, der Druck wird irgendwann für jede andere Mannschaft zu groß, auch für Real Madrid. Die Spieler sind extrem fokussiert, die Gier nach dem Titel in der Königsklasse ist nach drei Halbfinalpleiten in Folge riesig. Wenn nicht jetzt, wann dann?!

Yahoo-Tipp: Der FC Bayern wird Real im Hinspiel ordentlich einheizen und vorlegen. Der Gang im Estadio Bernabeu wird nochmal brutal, aber am Ende steht Bayern im Halbfinale.

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