Premier League: So lief die Mou-Vorstellung bei Tottenham

Er ist wieder da! Jose Mourinho kehrt nach fast einem Jahr Abstinenz als Trainer von Tottenham Hotspur in die Premier League zurück. Am Donnerstag hat sich der neue Coach der Spurs den Pressevertretern auf seiner ersten Pressekonferenz im Norden Londons vorgestellt.

Ehrliche Selbstkritik und eine tiefe Verbeugung vor dem Vorgänger: Jose Mourinho hat sich bei Tottenham Hotspur als "The Humble One" (der Demütige/Guardian) vorgestellt. "Ich bin demütig. Demütig genug, um meine Karriere und die Probleme zu analysieren", sagte der neue Teammanager bei seiner Präsentation am Donnerstag.

Für seine Fehler in der Vergangenheit sei er "allein verantwortlich", betonte er. Die alten Patzer würden ihm aber nicht mehr unterlaufen: "Ich werde neue Fehler machen."

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Mourinho (56) hat beim Champions-League-Finalist einen Vertrag bis 2023 unterschrieben. Er beerbt den am Dienstagabend entlassenen Mauricio Pochettino. "Er wird sein Glück wieder finden. Er wird wieder einen großen Klub finden und eine großartige Zukunft haben", sagte Mourinho über seinen Vorgänger, der unter anderem bei Bayern München gehandelt wird.

Er selbst habe seit zwei Tagen ein Lächeln im Gesicht, betonte Mourinho - dabei war er erst am Mittwochmorgen offiziell als neuer Trainer bestätigt worden. "Dieser Klub ist groß, und das ist potenziell ein großartiger Job", sagte er. Die elfmonatige Pause nach seiner Entlassung bei Manchester United habe ihm gut getan, obwohl er sich anfangs etwas "verloren" gefühlt habe.

Zuletzt hatte Mourinho als TV-Experte gearbeitet. "Ich weiß, dass ihr mich gerne behalten hättet", rief er einem Fernsehreporter zu, "aber das hier ist mein Leben!" Sein großes Ego stellte Mourinho komplett hinten an. "Ich kann hier nicht herkommen und sagen, alles drehe sich nur um mich. Es geht um den Klub und die Spieler", sagte er. Auch werde er nicht auf Transfers drängen: "Ich brauche keine neuen Spieler, ich brauche Zeit."

Jose Mourinho neuer Trainer von Tottenham Hotspur: Die Pressekonferenz zum Nachlesen im LIVE-TICKER

16.16 Uhr: Das war die erste Pressekonferenz mit Jose Mourinho als Trainer von Tottenham Hotspur.

16.14 Uhr: Mourinho auf dem Transfermarkt im Januar und was auf seiner Weihnachtsliste steht: "Weihnachtsliste? Ich denke da an Geschenke, die ich den Menschen, die ich liebe, machen muss. Ich versuche immer, analytisch zu sein und die besten Geschenke zu geben. Ich brauche keine anderen Spieler. Ich bin zufrieden mit denen, die ich habe. Ich sage immer, man kennt einen Spieler nur, wenn man mit ihm zusammenarbeitet. Mein Geschenk ist diese Truppe."

16.12 Uhr: Mourinho über die Meisterschaft: "Wir können die Meisterschaft in diesem Jahr nicht gewinnen. Ich sage nicht, dass wir sie nächstes Jahr gewinnen werden, aber wir können das schaffen."

16.10 Uhr: Mourinho über die auslaufenden Verträge von Vertonghen, Alderweireld und Eriksen: "Ich habe keine Zeit für Einzelfälle. Mr. Levy hatte keine Zeit, das zu klären. Das erste, was wir tun müssen, ist, dass sich die Spieler gut fühlen. Wenn sie im Januar, Juni oder im Juni abreisen oder einen neuen Vertrag abschließen, muss sich alles gut anfühlen. Sich gut zu fühlen bedeutet, für September bereit zu sein, für das Team bereit zu sein - was Jan wegen Verletzungen nicht kann - aber grundsätzlich muss man glücklich sein. Lasst uns kurzfristig weitermachen, das heißt wir müssen in den nächsten Spielen Ergebnisse erzielen."

16.07 Uhr: Mourinho weiter über Kontakte mit seinem Ex-Klub: "Gestern habe ich 50 SMS von Leuten von Manchester United erhalten. Das ist das Wichtigste nach den Medaillen und Trophäen."

16.06 Uhr: Mourinho, ob er während seiner freien Zeit Kontakt zu Real Madrid hatte: "Ich habe bei Real Madrid viele Freunde. Der erste ist der Präsident, er liebt mich und ich liebe ihn. Ich bin sehr stolz darauf, immer noch diese Freundschaften zu haben."

16.03 Uhr: Mourinho über das Glücklich sein: "Wenn ich nicht gewinne, kann ich nicht glücklich sein. Ich kann das in meiner DNA nicht ändern. Wenn du glücklich bist, Spiele zu verlieren, dann ist es schwierig, ein Gewinner zu sein. Die Menschen, die von mir lernen, müssen lernen: Manchmal muss man mit Menschen arbeiten, die man nicht liebt, und gut arbeiten. Und das andere ist, dass die Menschen, die mit dir arbeiten, meine Prinzipien teilen müssen. Ich habe Prinzipien, die ich nicht ändern kann, und eine davon ist, dass ich nicht gerne verliere."

16.00 Uhr: Mourinho erklärt, warum er sich für Tottenham entschieden habe: "Das Potenzial in diesem Klub ist enorm, sogar riesig. Die Vision, die mir Mr. Levy erläutert hat und die Qualität der Spieler, der Mannschaft waren die Hauptgründe für meine Entscheidung."

15.55 Uhr: Ein kleiner Seitenhieb auf Ex-Klub Manchester United darf natürlich nicht fehlen. Bei Tottenham habe er eine "wundervolle Struktur" im Klub und müsse sich "keine Sorgen um Dinge drumherum" machen.

15.50 Uhr: Mourinho wird angesprochen auf seine Aussage von 2005, dass er niemals Tottenham-Trainer werde: "Ja das habe ich gesagt, kurz bevor ich bei Chelsea entlassen werde. So ist das im modernen Fußball. Als mein Vater spielte, haben alle Spieler 15 bis 20 Jahre für den gleichen Klub gespielt. Heutzutage ist alles viel schneller, auch die Beziehungen zu Menschen und Dingen. Als ich zu Manchester United gegangen bin, tat sich das mit freiem Herzen und freiem Geist. Ich habe die Fans dort geliebt und auch die Menschen, mit denen ich dort arbeiten durfte. Jetzt bin ich bei den Spurs und es gibt keinen größeren Fans als mich. Niemand wünscht sich Tottenham-Siege mehr als ich."

15.47 Uhr: Der nächste Schenkelklopfer vom Selbstdarsteller aus Setubal. Hat die Niederlage im Champions-League-Finale gegen Liverpool die Spurs negativ beeinflusst? "Das weiß ich nicht. Ich habe noch nie ein Champions-League-Finale verloren", sagt Mourinho. Tatsache: 2004 gewann er mit dem FC Porto, 2010 mit Inter Mailand. Die Bayern-Fans werden sich ärgern. Aber: Hatte Mourinho nicht noch vor wenigen Minuten betont, wie bescheiden er sei?

15.44 Uhr: Aha, nun bekommen die Spurs-Fans das, was sie hören wollen von Mourinho. "Wir können die Meisterschaft in diesem Jahr nicht gewinnen. Ich sage nicht, dass wir sie nächstes Jahr gewinnen werden, aber wir können das schaffen."

15.40 Uhr: Mourinho über den Spielstil, den er bei den Spurs pflegen will: "Der wird ganz ähnlich zu dem vor mir. Natürlich werde ich versuchen, einige Details hinzuzufügen. Manchmal sind es diese Details, die den Unterschied ausmachen." Mit zunehmender Zeit werde er seinen Fingerabdruck hinterlassen. Aber: Der Spielstil müsse sowohl zur Klubkultur und den Spieler passen.

15.38 Uhr: "Ich brauche keine neuen Spieler", stellt Mourinho angesprochen auf seine Vergangenheit als sehr kauffreudiger Trainer klar: "Die Spieler, die jetzt gerade hier sind, sind das beste Geschenk. Ich habe ihnen gesagt, dass ich nur wegen ihnen hier bin. Einige von ihnen habe ich ich versucht, zu kaufen. Bei einigen von ihnen habe ich es nicht einmal versucht, weil ich wusste, dass das eher schwierig wird. Ich muss sie jetzt noch besser kennenlernen. Ich kenne sie alle, aber man lernt sie erst richtig kennen, wenn man sie trifft."

15.33 Uhr: Jetzt wird's interessant. Mourinho wird gefragt, ob er sich dem FC Chelsea immer noch verbunden fühle. Seine Antwort: "Ich fühle mich dem Klub verbunden, bei dem ich arbeite. Ich trage den Pyjama dieses Klubs und schlafe in ihm. Ich bin ein Klub-Mensch, aber auch ein Mensch mit vielen Klubs.

15.31 Uhr: Haben Sie Ihr Mojo wiedergefunden, Herr Mourinho? "Ich muss erstmal googlen, was das heißt." Da ist er wieder, der klassische Mourinho. Oder ist es vielleicht doch Jürgen Klopp?

15.29 Uhr: Mourinho über seine Auszeit nach der Entlassung bei Manchester United im Dezember 2018: "Ich bin niemand, der Ratschläge erteilen möchte, aber diese Auszeit war für mich sehr positiv. Im Sommer, als ich das erste Mal keine Arbeit hatte, habe ich mich nicht so gut gefühlt. Ich war etwas verloren. Aber auch das hat mir letztendlich gut getan. Ich habe sogar gelernt, wie man ein Experte ist."

15.26 Uhr: "Ich war immer bescheiden. Das Problem war, dass ihr das nicht verstanden habt", sagt Mourinho. Er sei außerdem bescheiden genug, seine Karriere offen und ehrlich zu analysieren und in dieser Analyse sei es nicht darum gegangen, anderen die Schuld zu geben: "Ich denke, dass ich mich geändert habe. Du bist, wer du bist, aber ich hatte Zeit, über viele Dinge Nachzudenken."

15.24 Uhr: Angesprochen auf Fehler, die er in der Vergangenheit gemacht habe, auch in seiner Zeit bei Manchester United, zeigt sich Mourinho ungewohnt einsichtig: "Ich habe Fehler in meiner Karriere gemacht. Diese werde ich nicht noch einmal machen. Ich werde neue Fehler machen."

15.19 Uhr: Auf einer Skala von eins bis zehn, wie glücklich ist er mit dem Job als Spurs-Trainer? "Eine klare Zehn. Ich könnte nicht glücklicher sein", sagt Mourinho überzeugt: "Ich lächle seit zwei Tagen durch. Ich hatte das Gefühl, dass ich einen neun Klub Mitte der Saison haben werde. Ich wusste, dass ich in die Situation kommen werde, dass ich vor meinem ersten Spiel mit meinem neuen Verein nur ein oder zwei Tage Zeit haben werde. Es geht hier nicht um mich, sondern um die Spieler und darum, eine stabile Basis zu schaffen."

15.17 Uhr: Mourinho beginnt mit einer Ode an den entlassenen Mauricio Pochettino: "Dieser Klub wird immer sein Zuhause sein. Er kann kommen, wann er will. Wenn er die Spieler vermisst, wenn er die Mitarbeiter vermisst, ist er jederzeit willkommen. Die Tür ist immer offen für ihn. Er wird einen großartigen Klub und sein Glück wiederfinden. Er hat eine großartige Zukunft."

15.15 Uhr: Da haben wir uns doch glatt von den Sky-Kollegen verschaukeln lassen. Mourinho ist bereits da und gibt seine erste PK als Spurs-Trainer.

Vor Beginn: Wir sehen: der gute Jose kann ordentlich austeilen, muss aber auch immer wieder einstecken. Gerade von den gegnerischen Fans. Ein kleines Beispiel...

Vor Beginn: Wir korrigieren uns an dieser Stelle. Offensichtlich hat sich der Beginn der Pressekonferenz auf 15.30 Uhr verschoben. Wir sagen: Herzlichen Dank und empfehlen Euch in sehnlichster Erwartung, dass auch heute der ein oder andere legendäre Satz fällt, die besten Sprüche von The Special One. Guckst du hier...

Vor Beginn: Was aber kann Mourinho den Spurs unter diesen Voraussetzungen geben? "Leidenschaft, echte Leidenschaft", sagte Mourinho in seinem ersten Interview als Spurs-Trainer auf der vereinseigenen Homepage: "Leidenschaft für meinen Job und für meinen Klub. So war ich während meiner ganzen Trainerkarriere und ich werde alles daran setzen, jedem Freude zu bereiten, der diesen Verein liebt."

Vor Beginn: Wie der Guardian berichtet, wurde Mourinho bereits von Vereinsseite darüber in Kenntnis gesetzt, dass es kein Geld für etwaige Wintertransfers geben werde. Mourinho sei sich allerdings der finanziellen Realität der Spurs bewusst gewesen und habe angekündigt, auch auf die eigene Jugend der Spurs und Spieler aus der Akademie zu setzen.

Vor Beginn: Warum so viele das Engagement Mourinhos bei den Spurs als schwierig ansehen? Nun ja, das liegt an den grundsätzlich verschiedenen Philosophien. Mourinho genießt den Ruf, ein Trainer zu sein, der sofort Ergebnisse liefern kann. Ergebnisse, die Tottenham auf Platz 14 liegend dringend benötigt. Aber: Tottenham ist auch ein Klub, der sich auf dem Transfermarkt seit Jahren zurückhält, finanziell vorsichtig geführt wird und stattdessen bevorzugt auf Spieler aus der eigenen Jugend setzt. Mourinho hingegen ist dafür bekannt, in jeder Transferperiode kräftig einkaufen zu wollen. Allein das birgt Konfliktpotenzial.

Vor Beginn: Seine Zeit bei Manchester United hat Mourinho nicht unbedingt einen guten Ruf auf der Insel verschafft. Sein Spielstil sei zu defensiv, zu zerstörerisch, sagen Kritiker. Auch sein Umgang mit den eigenen Spielern sei nicht ideal. Einige gehen gar so weit zu behaupten, dass seine beste Zeit als Trainer von Top-Klubs vorbei sei. Das alles wird Mourinho selbstverständlich herzlich egal sein, sollte aber im Kontext durchaus erwähnt werden.

Vor Beginn: Aber was interessiert uns schon Mourinhos Geschwätz von gestern? Nun: Geht es nach den Spurs-Fans immerhin eine ganze Menge. Kurz nachdem der Klub die Verpflichtung von Mourinho bekanntgab, trendete auf Twitter bereits der #MourinhoOut. Hier eine kleine Zusammenstellung der besten Reaktionen auf den neuen Spurs-Trainer Mourinho. "Er wird das Leben, die Freude und die Seele aus der Mannschaft saugen", hieß es beispielsweise.

Vor Beginn: Und genau das wollen sie im Norden Londons endlich:Tafelsilber für die Vereinsvitrinen. Seit 2008 haben die Spurs keinen Titel mehr gewonnen. Damals schlugen die Spurs den FC Chelsea im League-Cup-Finale. Ein ganz nettes Zitat von Mourinho aus dem Jahr 2005 in dieser Thematik: "Tottenham ist ein mittelmäßiger Verein. Sie sind keine Gewinner und werden immer in Chelseas Schatten sein."

Vor Beginn: Am Dienstag nahm das Trainerkarussell bei den Spurs Fahrt auf, jedoch nur für kurze Zeit. Am Abend teilte der Klub mit, dass man sich von Erfolgstrainer Mauricio Pochettino getrennt habe. Kurz darauf folgten erste Berichte darüber, dass der neue Trainer sehr wahrscheinlich Jose Mourinho heiße. Die Gerüchte bestätigten sich schon am Mittwochmorgen und plötzlich war er wieder da - der Besondere unter den Trainern, der Sprüche klopft, gegen Medien, Gegner, eigene Spieler ätzt, aber auch Titel holt.

Vor Beginn: Herzlich willkommen zur großen Rückkehr des Jose Mario Felix Dos Santos Mourinho auf die große Fußballbühne. Um 15 Uhr soll in Nordlondon die ersten Pressekonferenz von The Special One als Trainer von Tottenham beginnen. Wie "special" das wird, erfahrt Ihr hier im LIVE-TICKER.

Jose Mourinho in der Premier League: Nur vier Trainer sind besser

Was erwarten sich die Spurs von ihrem neuen Trainer Jose Mourinho? Ganz klar: Titel und Ergebnisse. Kaum ein Trainer in Europa hat mehr nationale und internationale Titel gewonnen als The Special One. Insgesamt steht Mourinho bei 25 Trophäen mit Real Madrid, Manchester United, dem FC Chelsea und dem FC Porto. In der Premier League gibt es jedoch noch den einen oder anderen Trainer, der eine bessere Statistik aufweist als der Portugiese.

Platz

Name

Verein

Spiele

Spielzeiten

Punkte

Punkte/Spiel

1

Pep Guardiola

Manchester City

126

4

301

2,39

2

Sir Alex Ferguson

Manchester United

810

21

1.752

2,16

3

Antonio Conte

Chelsea

76

2

163

2,14

4

Jürgen Klopp

Liverpool

156

5

330

2,12

5

Jose Mourinho

Chelsea, Manchester United

304

10

640

2,11

Tottenham Hotspur: Wann und gegen wen ist das erste Mourinho-Spiel?

Das erste Spiel von Jose Mourinho als neuer Trainer von Tottenham Hotspur ist fast schon ein Kellerduell. Am kommenden Samstag (23. November) gastieren die Spurs (14.) bei West Ham United (16.). Anstoß der Begegnung ist um 13.30 Uhr.

Von 16 Spielen als Trainer des FC Chelsea und von Manchester United gewann Mourinho gegen die Hammers elf Stück, lediglich zwei Partien verlor The Special One gegen West Ham bei einem Torverhältnis von 32:10 (2,25 Punkte/Spiel).

  • Wettbewerb: Premier League

  • Spiel: West Ham United - Tottenham Hotspur

  • Datum: 23. November 2019

  • Uhrzeit: 13.30 Uhr

  • Ort: London Stadium

  • Hier geht's zum Live-Ticker des Spiels

Mehr bei SPOX: Wann kehrt Mourinho als Spurs-Trainer zu Manchester United zurück? | Kommentar: Mourinho wird viel kaputtmachen

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