Premier League: Van Gaal: "Hatte meinen Kopf in einer Schlinge"

SPOX

Louis van Gaal hat sich in einem Interview mit der englischen Zeitung Mirror zu seiner Entlassung bei Manchester United geäußert. Seinem Nachfolger Jose Mourinho, der bereits Anfang 2016 in die Planungen des Vereins eingeweiht war, hat der niederländische Trainer bis heute nicht verziehen.

"Das Härteste war, bei Manchester United als Trainer zu überleben, als ich meinen Kopf sechs Monate lang in der Schlinge hatte", erinnerte sich der 68-Jährige an seinen Rausschmiss beim englischen Rekordmeister, der trotz laufenden Vertrages bereits zur Rückrunde beschlossen gewesen sei.

"Von Januar bis zum Ende der Saison hat mich meine Frau Truus gewarnt", so van Gaal, der erklärte, die Hinweise, dass der Verein hinter seinem Rücken mit potenziellen Nachfolgern spricht, ignoriert zu haben: "Ich habe nicht gesehen, was Woodward [Vorsitzender von Manchester United, Anm. d. Red.] vorhatte. Ich habe nicht gemerkt, dass sie etwas planten."

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Die Trennung vor vier Jahren habe ihn aus heiterem Himmel getroffen: "Ich war völlig davon überzeugt, dass ich meinen Vertrag erfüllen und eine dritte Saison haben kann", machte van Gaal deutlich und betonte: "Es war die größte Überraschung meines Lebens, als Woodward mich entlassen hat."

Deshalb habe der ehemalige niederländische Nationaltrainer auch auf seine Entschädigung bestanden: "Ich war vorher schon internem Widerstand bei Vereinen und Verbänden ausgesetzt, aber das war nichts im Vergleich zu dem, was ich bei Manchester United ertragen musste", so van Gaal.

Louis van Gaal über seine Zeit beim FC Barcelona

Beim FC Barcelona hatte sich van Gaal 2003 auf freien Stücken entschieden, seinen Posten zu räumen. "Dort bin ich aus Loyalität zum Präsidenten gegangen. Ich habe fünf Millionen Pfund in den Wind geschossen. Aber bei United waren meine Prinzipien wichtiger - ich hatte dort so viel erreicht", erklärte van Gaal die Unterschiede.

"Das, was ich bei Manchester United erreicht habe, ist für mich die größte Leistung in meiner gesamten Karriere", betonte der 68-Jährige und fügte hinzu: "Größer als jeder Titel oder als das, was ich bei der WM in Brasilien mit den Niederlanden [der dritte Platz, d. Red.] erreicht habe."

Auch vom Verhalten Mourinhos, der einst beim FC Barcelona als sein Co-Trainer gearbeitet hatte und ihn schließlich bei Manchester United beerben sollte, zeigte sich van Gaal enttäuscht. "Meiner Meinung nach sollte es Mourinho sein, der darüber spricht, was passiert ist - wenn er dazu bereit wäre."

Die Chance auf eine persönliche Aussprache habe Mourinho jedoch inzwischen vertan: "Mourinho muss mich nicht mehr anrufen", machte er deutlich: "Ich hatte meinen Kopf in einer Schlinge und habe seit Januar die ganze Zeit darauf gewartet, gehängt zu werden."

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