Primera Division: Barca: Gunshows Hund lässt grüßen // This is fine

Der FC Barcelona könnte innerhalb weniger Tage zwei Titel endgültig verspielen. Es brennt hinter den Kulissen, so die allgemeine Meinung. Doch ein Flächenbrand hilft in der jetzigen Situation niemandem.

Der FC Barcelona könnte innerhalb weniger Tage zwei Titel endgültig verspielen. Es brennt hinter den Kulissen, so die allgemeine Meinung. Doch ein Flächenbrand hilft in der jetzigen Situation niemandem.

Erst Juventus Turin (20.45 Uhr im LIVETICKER), dann Real Madrid (So., 20.45 Uhr live auf und im LIVETICKER). Innerhalb von wenigen Tagen könnte der FC Barcelona den Titel in der Champions League ebenso verspielen wie in der spanischen Meisterschaft. Es sind entscheidende Tage, die auf die Katalanen warten.

Die Situation ist dabei - wie soll man sagen - ausbaufähig. K.C. Green malte im Januar 2013 in seiner Serie Gunshow einen Hund, der in einem brennenden Haus sitzt. Er dachte dabei sicherlich nicht an den FC Barcelona, dürfte aber Jahre später den Nagel auf den Kopf getroffen haben.

"This is fine", sagt sich der Hund, auf einem Stuhl sitzend, während die Flammen um ihm herumlodern. "Ich bin okay mit den Ereignissen, die sich derzeit entwickeln", sagt er im nächsten Bild und nimmt lächelnd einen kräftigen Schluck. "Es ist okay, die Dinge werden alle okay sein", sind seine letzten Worte, ehe er unter Einwirkung der Hitze schmilzt.

Neuanfang gewünscht

Nun brennt es im Camp Nou. Doch sitzt dort kein Hund auf einem einsamen Stuhl, sondern Verantwortliche eines der größten Klubs der Welt im Mittelkreis und sehen zu, wie die Flammen mehr und mehr um sich schlagen. So zumindest beobachtet der gemeine Fan des FC Barcelona die Situation von außen.

Vieles läuft derzeit schief bei den Katalanen, das ist unbestritten. Der Trainer geht im Sommer, ein Nachfolger wurde noch nicht präsentiert. Im Fanlager wünschte man sich Jorge Sampaoli vom FC Sevilla, bekommen wird man wohl Co-Trainer Juan Carlos Unzue.

Einen Neustart wünschen sich viele nach den wechselhaften Jahren unter Enrique. Mit Unzue wird die Ära Enriques auch in den kommenden Jahren wirken. Das Gleiche gilt für die zahlreichen Neueinkäufe aus dem Sommer. Manch einer von ihnen könnte jenen Neuanfang gut gebrauchen.

Eigene Spieler ausgepfiffen

Andre Gomes etwa, in Turin mit Pfiffen von den eigenen Fans zur Halbzeit empfangen, oder Paco Alcacer. Beide sind jung, etwas mehr als ein halbes Jahr im Verein und doch schon ungeliebt auf den Rängen. Das zeigt, welche Situation sich im Klub entwickelt hat und wie die Fans nach alten Zeiten gieren.

Es ist ein wenig der Fluch des Pep Guardiola. Kein Trainer wird in naher Zukunft wieder an den Mann aus Santpedor heranreichen, um den Vergleich kommt aber niemand herum. Nicht Tito Vilanova, nicht Gerardo Martino und auch nicht Luis Enrique. Dabei war dieser sogar nahe dran mit dem Titelgewinn in Berlin.

Doch selbst das 6:1, die Remontada, das größte Comeback der Geschichte der Champions League, konnte dessen Ruf nicht mehr retten. Enrique ist nicht mehr akzeptiert im Fanlager und muss trotzdem in seinen letzten Monaten noch ein Schiff mit zahlreichen Lecks und zerfetzten Segeln in den sicheren Hafen manövrieren.

"Barca ist derzeit ohne Trainer"

"Taktisch habe ich keinen Fehler gemacht", gab Enrique nach der Turin-Pleite zu Protokoll und sorgte damit an mancher Stelle für Kopfschütteln. Erstmals seit langem nahm der Trainer die Spieler in die Verantwortung, wenngleich er in den nächsten auch sich selbst kritisierte. Das ging aber bereits im Tosen unter.

Javier Mascherano und Gerard Pique, so Medienberichte, mussten später zum Rapport antreten, Neymar soll ihnen gefolgt sein. Unzufriedenheit mit den Spielern. Das passt eigentlich nicht in die Weltanschauung der katalanischen Fans, für die stets nur die Trainer aus elf Genies einen wirren Haufen basteln, nicht andersherum.

"Barca ist derzeit ohne Trainer", ließen auch die Experten nicht lange auf sich warten. Luciano Moggi, von der FIFA wegen Wettbetrugs lebenslang gesperrte, stellte fest: "Die Mannschaft ist unmotiviert, ohne Ideen, ohne Kraft. Das macht sich auf dem Platz bemerkbar."

Ein letztes Bündnis

"Wir müssen doppelt so viel laufen wie wir es sonst tun", stellte Neymar fest. Der Brasilianer dürfte dem Team mit seiner Frohnatur gut tun. Gegen Paris wuchs er über sich hinaus, Gleiches will er gegen Juventus probieren: "Alles ist verloren. Deshalb haben wir nichts zu verlieren und können nur gewinnen."

Gegen Madrid werden allerdings andere Spieler gefordert sein, der Ligaverband sperrte Neymar nach ironischem Klatschen in Richtung des Schiedsrichtergespanns für drei Spiele.

Neuer Brennstoff für die Theorie des FC Barcelona, bewusst benachteiligt zu werden. Schiedsrichter, Verband, Gegner in La Liga - alle sind gegen den Klub. Mindestens.

Es wird also Zeit für ein letztes Bündnis zwischen Mannschaft und Trainer. Denn, und das ist das gute an einer derartigen Woche, Barca kann rein theoretisch auch als der große Gewinner aus beiden Partien gehen. Dafür muss jedoch vieles passieren.

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