Prognosen für 2020, die sich als falsch herausstellten

Jennifer CaprarellaFreie Autorin

Was haben wir uns vor ein paar Jahrzehnten die Zukunft noch technisch fortschrittlich und visionär vorgestellt. Gerade für das Jahrzehnt, das wir soeben begonnen haben, wurden diverse Prognosen betroffen, die sich nicht selten als phänomenal falsch herausgestellt haben.

Roboter, die denken, fühlen und unsere Arbeit verrichten? Das sagten Experten noch vor wenigen Jahren voraus (Symbolbild: Getty Images)
Roboter, die denken, fühlen und unsere Arbeit verrichten? Das sagten Experten noch vor wenigen Jahren voraus (Symbolbild: Getty Images)

Dass wir bis 2020 längst Urlaub auf dem Mond - wenn nicht sogar dem Mars - machen würden, keine feste Nahrung mehr bräuchten und Roboter sämtliche körperliche Arbeit verrichten würden, wurde indes nicht etwa von Hobby-Astrologen vorhergesagt, sondern Zukunftsforschern und Technik-Experten.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Unsere Arbeit wird weder von Robotern noch von Affen verrichtet

Man muss nicht mal weit zurückschauen, um auf einige der Vorhersagen zu stoßen, die mehr oder weniger weit daneben lagen. 2006 hat die Elon Universität in North Carolina Technik-Experten zitiert, die der Meinung waren, dass “Roboter und künstliche Intelligenz unterschiedlicher Art bis 2020 ein akzeptierter Bestandteil des Alltags sein werden und körperliche Arbeit beinahe vollständig übernehmen werden”.

Verbrechensbekämpfung der Zukunft: Nutzen und Gefahren von KI

Auch der britische Zukunftsforscher Ian Pearson prophereite im “Observer”, dass noch vor diesem Jahr “ein selbstbewusster Computer mit übermenschlicher Intelligenz” existieren würde. Sogar Emotionen sollte er besitzen. Nun teilte er “CNN” mit, dass der Fortschritt nicht so schnell gekommen sei, wie er erwartet habe. KI sei zu Beginn des Jahrtausends sehr schnell entwickelt worden, sei dann jedoch unter anderem von der Rezession aufgehalten worden.

Die namhafte RAND Corporation sah 1994 übrigens nicht nur Roboter in der Rolle des Arbeiters, sondern speziell gezüchtete Tiere, darunter Menschenaffen. Wer keinen Roboter in seinem Besenschrank hätte, so das Unternehmen, sollte einen hauseigenen Affen haben, der nicht nur diverse Arbeiten in Haus und Garten verrichten könne, sondern auch als Chauffeur fungieren könne - und zwar, um die Zahl der Unfälle zu verringern.

Wir nehmen immer noch feste Nahrung zu uns

Der bekannte Zukunftsforscher Ray Kurzweil orakelte in seinem Buch “Fantastic Voyage: Live Long Enough to Live Forever”, dass schon in diesem Jahr das menschliche Verdauungssystem und Blutlaufbahn längst von winzigen Nanorobotern bevölkert sein würde, die reguläre Nahrung obsolet machen würden. Sie würden jederzeit bestimmen, welche Nährstoffe wir brauchen und diese an uns abgeben.

Weniger Agrarflächen, wachsende Bevölkerung: So entsteht die Nahrung der Zukunft

Kurioserweise war eine Vorhersage aus dem Jahr 1913 etwas akkurater. Die US-Fleischindustrie lamentierte damals in einem Artikel der “New York Times”, dass in 100 Jahren alle Menschen gezwungen sein würden, sich vegetarisch zu ernähren. Dies stimmt zwar nicht, jedoch entscheiden sich immer mehr Leute freiwillig für eine vegetarische und vegane Ernährung - und das, angetrieben vom Klimaschutz, in zunehmenden Maß.

Elon Musk will Menschen zur Erholung ins Weltall schicken (Bild: Getty Images)
Elon Musk will Menschen zur Erholung ins Weltall schicken (Bild: Getty Images)

Wir machen noch keinen Urlaub im All

Schon seit Jahrzehnten gehört es zu den beliebtesten Zukunftsvisionen, dass wir eines Tages nicht mehr nach Italien oder auf die Bahamas reisen, um uns zu erholen, sondern auf den Mond - wenn es nach Elon Musk ginge, sogar auf den Mars. Erst vor zehn Jahren zitierte die Website “Space.com” den Tesla- und SpaceX-Chef mit den Worten: “Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass wir bis 2020 ernsthafte Pläne haben werden, mit Menschen auf den Mars zu fliegen.”

Forschung vs. Klimawandel: Alternative Treibstoffe der Zukunft

Nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnte sich Eric Anderson von dem Unternehmen Space Adventures, lag jedoch ebenso falsch. Hätte er Recht behalten, würden Touristen bereits Geld dafür zahlen, um den Mond zu umrunden. Möglicherweise hat er sich um ein paar Jahre geirrt: SpaceX hat Pläne verkündet, 2023 den japanischen Milliardär Yusaku Maezawa eben diesen Trip machen zu lassen.

Teleportation und Telepathie sind weiter Science Fiction statt Realität

Technologie-Experte Michael O'Farrell, Gründer des Mobile Institute, sagte in seinem Buch “Shift 2020” aus dem Jahr 2014 die Ära der Nanomobilität voraus. Im anbrechenden Jahrzehnt, so schrieb er, würden sowohl Telepathie als Teleportation möglich sein würden. Bis 2040 sollten sie sogar alltäglich geworden sein. So fortgeschritten die Nanotechnologie gerade im medizinischen Bereich zwar ist, lag O’Farrell mit seiner Vision eindeutig falsch.

Video: Ein paar simple Aufgaben können Roboter bereits verrichten

Lesen Sie auch