Im Protokoll: So lief Nübels trauriges Schalke-Ende

Patrick Berger
Sport1

"Alternativlos" - mit diesem Wort beschrieb David Wagner seine Entscheidung auf der Torhüter-Position. "Wir hatten nicht den Eindruck, dass Alex uns in seiner aktuellen Verfassung helfen kann", führte der Schalke-Trainer weiter aus.

Nach den Patzern gegen Leipzig (0:5) und Köln (0:3) sowie den Pfiffen und "Nübel Raus"-Rufen der eigenen Fans hatte der 48-Jährige den zum Sommer nach München wechselnden Torwart aus dem Kasten genommen. Seine Entscheidung teilte Wagner Nübel am frühen Abend vor dem Pokal-Viertelfinale gegen Bayern (0:1) mit.


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Wagner: Drei Gründe für den Wechsel

"Es gab drei Gründe", führte Wagner aus. "Zuerst hatten wir mit Schubi, der wieder voll im Training ist, wieder eine Alternative. Der zweite Punkt ist, dass die Leistungen von Alex zuletzt nicht so gut waren, dass wir ein gutes Gefühl hatten. Die ganzen Umstände mit dem Vereinswechsel und den Nebengeräuschen haben uns zuletzt auch nicht das Gefühl gegeben, dass er sein Potenzial auf den Platz bringen kann."

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SPORT1 hat den traurigen Nübel-Abend im Protokoll zusammengefasst:

19:26 Uhr: Die Schalker Mannschaft trifft an der Veltins Arena ein und wird von zahlreichen Fans empfangen, die vor dem Haupteingang ein Spalier bilden. Nübel steigt nach den Routiniers Bastian Oczipka und Guido Burgstaller aus dem Bus aus. Auf dem Weg in die Katakomben klatscht Nübel mit einigen Fans ab. Ein Anhänger versucht, den Bald-Bayern aufzubauen: "Mach dir keinen Kopf, Junge!"

19:57 Uhr: Nübel betritt zum Warmmachen mit den Torwart-Kollegen Markus Schubert und Michael Langer den Rasen. Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann verliest Nübels Namen – es gibt kaum Pfiffe, aber auch nur wenige Fans, die den Namen des Ex-Kapitäns rufen. Lautstark wird dagegen der Name Schubert gerufen.

20:24 Uhr: Neben der neuen Nummer eins, Markus Schubert, wird nun auch Nübel von Torwarttrainer Simon Henzler vor der Nordkurve warmgeschossen. Ein Großteil der blau-weißen Anhänger überschüttet den 23-Jährigen mit Häme. Die Fans jubeln, wenn der Ball an Nübel vorbei ins Tor fliegt.


20:42 Uhr: Dick eingepackt nimmt Alexander Nübel auf der Schalker Bank Platz und verfolgt von dort aus die nächsten 90 Pokal-Minuten.

23:20 Uhr: Trainer David Wagner lobt Schubert für seine starke Leistung im Pokal und bestätigt Meldungen von SPORT1, Sky und Bild, wonach Schubert Nübel jetzt dauerhaft abgelöst hat. "Unser Plan ist, dass er bis zum Saisonende im Tor bleibt." Im selben Atemzug fordert Wagner: "Ich erhoffe mir jetzt auf dieser und auch auf anderen Positionen stabil gute Leistungen."

Über Nübel sagt Wagner: "Alex hat die Entscheidung sehr gefasst aufgenommen. Unsere Erwartungen an ihn sind jetzt, dass er den jungen Markus Schubert unterstützt. So, wie es Ralf Fährmann auch bei ihm gemacht hat. Da habe ich aber keine Bedenken, unsere Torwartgruppe ist Eins A."

23:38 Uhr: Frisch geduscht verlässt Alexander Nübel die Kabine, läuft in der Mixed Zone an den Journalisten vorbei und grüßt wie immer höflich. Ob er was sagen möchte, wurde er gefragt: "Nee, sorry!"

Bei diesem traurigen Schalke-Ende absolut verständlich.

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