Quartararos Frust noch größer: "Können sehen, dass nichts funktioniert"

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 3 Min.

Am Freitag, dem Trainingstag zum Grand Prix von Valencia in Valencia, hatte sich Petronas-Yamaha-Pilot Fabio Quartararo bitterlich beklagt, dass seine M1 überhaupt nicht lag und dass er trotz größerer Veränderungen an der Abstimmung keinen Unterschied spürte. Am Samstag nach dem Qualifying muss der aktuelle WM-Zweite feststellen, dass sich dieser schlechte Eindruck sogar noch verstärkt hat.

Dass er es am Samstag mit "noch extremeren" Veränderungen an der Abstimmung probieren wolle, hatte Quartararo schon am Freitag angekündigt. Ergebnis? Auch im dritten Freien Training verpasste er den direkten Q2-Einzug. In Q1 zog er zusammen mit KTM-Werkspilot Brad Binder zwar nachträglich ins Q2 ein. Dort aber war nicht mehr als der elfte Startplatz zu holen. Petronas-Teamkollege Franco Morbidelli fuhr auf die Pole-Position. Die Ernüchterung ist groß.

"So viel wie wir an diesem Wochenende am Bike verändert haben, haben wir in der gesamten vergangenen Saison nicht verändert", bemerkt Quartararo und schüttelt den Kopf: "Allein heute haben wir so viel verändert, dass es schon höchst seltsam ist, dass ich nicht einmal etwas Negatives spüre. Leider ist es so, dass ich überhaupt nichts spüre."

Krasser Gegensatz zu 2019

Dieses Gefühl ist neu für Quartararo: "Eine meiner Stärken im vergangenen Jahr war es auch, dass ich jede kleine Veränderung spüren konnte. Jetzt haben wir hier an zwei Tagen mehr verändert als in der gesamten vergangenen Saison, aber ich spüre überhaupt keinen Unterschied. Das ist es, was so frustrierend ist. Denn wir können sehen, dass nichts funktioniert."

Quartararo beklagt, dass die Basis der 2020er-Yamaha nur selten funktioniert

Quartararo beklagt, dass die Basis der 2020er-Yamaha nur selten funktioniert<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Quartararo beklagt, dass die Basis der 2020er-Yamaha nur selten funktioniertMotorsport Images

Motorsport Images

Auf Nachfrage, ob er in seinem Rookie-Jahr 2019 die gesamte Saison mit einer einzigen Basisabstimmung absolviert hat, antwortet Quartararo: "Es war ein Klick hier, zwei Klicks da, mal eine andere Feder. Aber das alles war minimal. Wir hatten eine beeindruckende Basis, die es mir erlaubte, gegen Ende der Saison in allen Rennen um das Podium zu kämpfen. In diesem Jahr haben wir überhaupt keine Basis."

Und wie erklärt sich der Franzose dann, dass er in diesem Jahr in Jerez 1, Jerez 2 und Barcelona trotzdem drei Saisonsiege eingefahren hat? "Diese Basis war in Jerez, Le Mans und Barcelona sehr gut, aber hier funktioniert sie überhaupt nicht. Das ist der Grund, weshalb wir etwas verändern müssen. Leider ist es so, dass das Motorrad nicht funktioniert, wenn die Basis nicht funktioniert."

"Abgesehen von Franco alle schlecht unterwegs"

Und noch etwas ist Quartararo aufgefallen. "Abgesehen von Franco [Morbidelli], der ein anderes Bike fährt, sind wir alle schlecht unterwegs", sagt er und verweist damit darauf, dass sich die beiden Yamaha-Werkspiloten Maverick Vinales und Valentino Rossi mit der 2020er-M1 ebenso schwertun wie er selbst.

Der angesprochene Morbidelli hingegen frohlockt, weil er seine Kombination aus 2019er- und 2020er-M1 auch in der Saison 2021 fahren wird. Ursprünglich hatte sich der Italiener die sogenannte A-Spec-Yamaha, die Quartararo, Vinales und Rossi fahren, zu Weihnachten gewünscht. Jetzt aber will er davon nichts mehr wissen und ist mit dem, was er hat, ausgesprochen glücklich.

Morbidelli fährt eine andere Spezifikation der Yamaha M1 als Quartararo, Vinales, Rossi

Morbidelli fährt eine andere Spezifikation der Yamaha M1 als Quartararo, Vinales, Rossi<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Morbidelli fährt eine andere Spezifikation der Yamaha M1 als Quartararo, Vinales, RossiMotorsport Images

Motorsport Images

Weitere Co-Autoren: Lewis Duncan. Mit Bildmaterial von MotoGP.com.