Nach Rüffel für Kovac: Steht Sané-Deal vor dem Aus?

Stefan Kumberger, Florian Plettenberg
Sport1

"Was ich gesagt habe, stimmt. Das hat seine Richtigkeit. Das ist absolut verifiziert."

So deutlich, so präzise und so unaufgeregt verteidigte Niko Kovac am späten Dienstagabend auf der Pressekonferenz nach der 6:1-Gala gegen Fenerbahce Istanbul sein offensives Werben um Leroy Sané vor einigen Tagen am ZDF-Mikrofon. Wenige Minuten zuvor hatte er eingeräumt, "zu offensiv" gewesen zu sein und sich bei Manchester-City-Trainer Pep Guardiola telefonisch entschuldigt zu haben.


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Vor dem Anpfiff hatte er sich für seine klaren Worte allerdings eine überraschende Rüge von Karl-Heinz Rummenigge eingefangen, der beim ZDF klarmachte, dass ihm Kovacs Aussagen "nicht gefallen" hätten. Am Abend pflichtete auch Hasan Salihamidzic seinem Boss bei, indem er betonte, dass er auch in seinem Namen sagen könne, "dass das nicht gut war", man "Ruhe bewahren" und "Respekt vor dem Klub, vor dem Besitzer von City und dem Trainer" haben müsse.

Warum reagierten die Bayern-Bosse derart kritisch, zumal auch sie in den vergangenen Wochen ihr Interesse an Sané öffentlich bestätigt haben?

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Kovac verärgert ManCity - Bayern reagiert

Nach SPORT1-Informationen kam die forsche Kovac-Ansage vereinsintern unerwartet. Der Trainer wurde im Vorfeld des Interviews nicht darüber gebrieft, was er bei der zu erwartenden Frage zum Bayern-Wunschspieler sagen soll. Es wurde ihm damit selbst überlassen, also sagte der Kroate selbstbewusst über Sané (Vertrag bis 2021): "Den möchten wir. Unser Klub und die Vereinsführung sind da sehr engagiert (...) Ich bin sehr zuversichtlich, und ich gehe davon aus, dass wir ihn bekommen können."

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Seitens der Engländer soll es daraufhin erstmal keine Reaktion gegeben haben - bis gestern. Die Citizens sollen gegenüber den Münchnern zum Ausdruck gebracht haben, dass man die Kovac-Aussagen kritisch sehe, da es ein öffentliches Werben um einen bei ihnen unter Vertrag stehenden Spieler sei.

Daraufhin reagierten die Bayern: Zunächst in Form von Rummenigges Aussagen, wenig später, während des laufenden Spiels gegen Fenerbahce, mit einem ungewöhnlichen Tweet über den offiziellen Vereinskanal. Darin wiederholten die Bayern Teile der Aussagen Rummenigges, die er in Folge der Kovac-Aussagen traf, was Manchester als Form der offiziellen Entschuldigung bewerten sollte - auf Kosten des Standings von Kovac.


Sané-Deal vom Tisch - oder vor Abschluss?

Entschuldigten sich die Bayern deshalb so kleinlaut, weil der Deal um Sané kurz vor dem Scheitern steht und sie noch versuchen zu retten, was zu retten ist?

Oder ist der Transfer möglicherweise kurz vor dem Abschluss und sie wollen deshalb nichts mehr riskieren?


Ob Sané tatsächlich zum deutschen Rekordmeister wechselt, ist immer noch offen. Offiziell hat sich der Spieler auch noch immer nicht erklärt. Dass er das bis heute nicht getan hat und der seit Wochen im Raum stehende Transfer noch immer nicht perfekt ist, hängt damit zusammen. Sané scheint noch unentschlossen, was seine Zukunft anbelangt - und schweigt weiter.

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Dafür reden andere. Die Bayern-Verantwortlichen, aber auch Guardiola. Der will den 23 Jahre alten Flügelstürmer mal behalten und am liebsten seinen Vertrag verlängert sehen. Dann wiederum teilt Guardiola bei der BBC mit, Sané könne gehen, dass man in diesem Fall aber traurig sei.

Sané-Deal wird zur Chef-Sache

Nach SPORT1-Informationen hat in der Causa Sané Uli Hoeneß nun das Heft des Handelns in die Hand genommen. Der Noch-Präsident gilt intern fortan als die treibende Kraft hinter dem Sané-Deal. Er ist es auch, der als Vertrauter und Hauptansprechpartner für Kovac gilt, was dafür gesorgt haben könnte, dass Kovac derart optimistisch ist.


Zur Erinnerung: Selbst als Ende der Vorsaison eine vermeintliche Exklusiv-Meldung die Runde machte, wonach der Kovac-Abschied nach Saisonende beschlossene Sache sei, blieb Kovac cool. Er vertraute darauf, dass man ihm hinter den Kulissen zusagte, dass er Trainer der Münchner bleiben werden. Sein größter Fürsprecher im Verein: Hoeneß.

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Möglich also, dass der wohl scheidende Präsident den Sané-Transfer als seinen letzten großen Deal über die Bühne bringen möchte und wird - und Kovac darüber informiert hat.

Allerdings: Am Dienstagabend vermeldete die renommierte spanische Tageszeitung As, dass Guardiola gegenüber Sané klargestellt haben soll, dass ihn der Verein nicht in Richtung München abgeben werde.

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