Racing Point: Corona-Protokolle können gar nicht streng genug sein

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Beim Saisonauftakt der Formel 1 an diesem Wochenende in Spielberg wird sich zeigen, ob die strengen Verhaltensprotokolle und Abstandregeln jene Sicherheit bieten, die man sich erhofft, um die Saison ohne Corona-Zwischenfälle zu meistern.

Die Maßnahmen sind umfangreich: Es gilt das Gebot des Social Distancing für den Garagen- und Boxenbetrieb. Außerdem werden im Laufe des Wochenendes umfangreiche COVID-19-Tests im Fahrerlager durchgeführt. Die Zahl der Vor-Ort-Mitarbeiter pro Team wurde von vornherein auf 80 beschränkt.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Otmar Szafnauer, Teamchef von Racing Point, hält das für richtig und wichtig. "Die Teams, die FIA und die FOM haben große Anstrengungen unternommen", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Ich denke, wir haben gute Verfahren und ein sehr stabiles Protokoll." Das sei aber nur so stark wie seine Ausführenden.

Corona-Ausbruch "könnte die gesamte Saison gefährden"

Deshalb mahnt der Formel-1-Teamchef: "Wir müssen uns alle daran halten, und vor allem am Anfang müssen wir dafür sorgen, dass wir sicher fahren und alle gesund bleiben. Ein Ausbruch im Fahrerlager könnte die gesamte Saison gefährden, und das ist das Letzte, was wir wollen. Das können wir uns nicht leisten."

"Auf der sicheren Seite zu sein, ist das Richtige. Zu viel des Guten ist auch das Richtige", urteilt Szafnauer. Denn gerade jetzt zum Start könne man nicht vorsichtig genug sein. Zu viel hänge davon ab, dass alles funktioniert und reibungslos ablaufen kann.

"Wir müssen dafür sorgen, dass Sicherheit und unsere Gesundheit an erster Stelle stehen. Wenn wir beweisen können, dass wir dazu in der Lage sind, dann können wir mehr als die acht Rennen fahren, die ursprünglich geplant sind." Denn bisher wurden nur die ersten acht Grands Prix in Europa terminlich festgelegt.

Szafnauer trotz ungewisser Saisonplanung zuversichtlich

Weitere Rennen inner- und außerhalb Europas sollen folgen. Doch noch herrscht große Ungewissheit, die die Arbeit der Teams nicht leichter macht. "Es wird eine Herausforderung sein", weiß Szafnauer, "aber ich denke, wir müssen uns der Herausforderung stellen, und wenn es jemand schafft, dann die Formel 1."

Szafnauer muss wie alle Teamchefs mit der derzeitigen Unsicherheit leben

Szafnauer muss wie alle Teamchefs mit der derzeitigen Unsicherheit leben <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Szafnauer muss wie alle Teamchefs mit der derzeitigen Unsicherheit leben Motorsport Images

Motorsport Images

"Ich kann mir vorstellen, dass wir ein paar Rennen in Bahrain und Abu Dhabi fahren. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir nach Russland gehen. Bis dahin wird sich die Situation auf der Welt hoffentlich verbessert haben, und sogar einige andere Rennen könnten in den Vordergrund rücken", so der Racing-Point-Teamchef.

Mit der Gefahr, dass ein Fahrer im Verlauf der Saison positiv getestet werden könnte, müsse man als Mannschaft dabei immer rechnen. Racing Point hat für diesen Fall Zugang zu den Mercedes-Reservefahrern Stoffel Vandoorne und Esteban Gutierrez.

Racing Point: Ersatzfahrer stehen für den Notfall bereit

Die Wahrscheinlichkeit, dass sie zum Einsatz kommen, sei "höher" als sonst, sagt Szafnauer. "Aber wir testen jeden im Fahrerlager, also könnte man annehmen, dass es der sicherste Ort ist. Wir werden alle paar Tage auf das Virus testen, und wenn wir nur 16 statt 22 Rennen fahren, senkt das auch die Wahrscheinlichkeit."

Sollte es dennoch Bedarf an einem Ersatzfahrer geben, reisen diese sicherheitshalber mit: "Es ist wichtig, jemanden im Fahrerlager zu haben, denn es könnte ja sein, dass jemand einen positiven Test hat und am nächsten Tag im Auto ersetzt werden muss."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

Lesen Sie auch