Radsport: DOH: Geipel fordert konsequente Dopingaufarbeitung im Westen

Ines Geipel, Vorsitzende des Dopingopfer-Hilfevereins (DOH), hat eine konsequente Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit in Westdeutschland gefordert. "Die gegenwärtige Spitzensportreform macht nur Sinn, wenn sie sich den bitteren historischen Hypotheken des organisierten deutschen Sports endlich stellt. Hier darf nichts mehr hinter einer Nebelwand verschwinden, weder in Ost noch in West. Das sind wir den vielen Opfern schuldig", sagte Geipel.

Ines Geipel, Vorsitzende des Dopingopfer-Hilfevereins (DOH), hat eine konsequente Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit in Westdeutschland gefordert. "Die gegenwärtige Spitzensportreform macht nur Sinn, wenn sie sich den bitteren historischen Hypotheken des organisierten deutschen Sports endlich stellt. Hier darf nichts mehr hinter einer Nebelwand verschwinden, weder in Ost noch in West. Das sind wir den vielen Opfern schuldig", sagte Geipel.

Eine unveröffentlichte Doktorarbeit an der Universität Hamburg gibt Hinweise auf flächendeckendes Doping in der bundesdeutschen Leichtathletik zwischen Ende der 60er- und den späten 80er-Jahren. Demnach sollen 31 ehemalige männliche Top-Athleten zugegeben haben, während ihrer aktiven Zeit zum Teil über viele Jahre anabole Steroide eingenommen zu haben.

Die Dissertation stammt vom Pharmazeuten Simon Krivec, die ARD-Dopingredaktion hatte am Samstag in der Sportschau darüber berichtet. Von 121 angeschriebenen Leichtathleten haben laut Krivec 61 geantwortet. Die bevorzugten Medikamente waren demnach Dianabol und Stromba.

Damit sei die Dopingvergangenheit des Westens "in nie dagewesener Dimension ein Fakt und kann nicht mehr als Schwarze-Schafe-Phänomen wegmoderiert werden", hieß es in einer DOH-Mitteilung. Das Ziel müsse eine "konsequente, gesamtdeutsche Aufarbeitung der Dopingrepublik Deutschland sein. Unter dem Label einer chaotischen, indolenten Spitzensportreform haben sich in den Augen des DOH die Risiken im Unternehmen Elitesport eher verschärft."

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