Radsport: Giro d'Italia: Kritik an Preisgeld wird größer

Der Veranstalter des am Freitag beginnenden 100. Giro d'Italia hat mit der geplanten Einführung einer Preiskategorie für den schnellsten Abfahrer einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Der Veranstalter des am Freitag beginnenden 100. Giro d'Italia hat mit der geplanten Einführung einer Preiskategorie für den schnellsten Abfahrer einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Es ist noch nicht lange her", schrieb der deutsche Radprofi Marcus Burghardt (Bora-hansgrohe) bei Twitter, "dass wir unseren Freund und Kollegen Wouter Weylandt bei einem Sturz in der Abfahrt verloren haben. Soll das wieder passieren?! NEIN!!!." Weylandt war beim Giro vor sechs Jahren tödlich verunglückt.

Andere Fahrer wählten noch drastischere Worte. "Ernsthaft?! Ihr solltet euch schämen, wenn das stimmt. Gibt es nicht schon genug Stürze? Euch geht es nur um das Spektakel", schrieb der Belgier Jasper Stuyven, bei Trek-Segafredo Teamkollege von John Degenkolb.

"Eine wirklich dumme Idee"

"Lebensgefährliche Idee, dem besten Abfahrer beim Giro einen Preis zu geben? Ich hoffe, das ist ein Witz? Was ist mit der Sicherheit?", fragte der Niederländer Wout Poels (Sky).

Sein Landsmann Stef Clement (LottoNL-Jumbo) nannte es "eine wirklich dumme Idee", die man am besten ignorieren solle. "Wer hat sich diesen Scheiß ausgedacht?", meinte der US-Amerikaner Joe Dombrowski (Cannondale-Drapac).

Belgiens Verbandschef Tom van Damme bezeichnete den Vorschlag als "unakzeptabel" und verlangte ein sofortiges Verbot.

5000 Euro für Gesamtsieger geplant

Die geplante Kategorie soll zehn Abfahrten zwischen der achten und 20. Etappe umfassen, darunter die vom Dach der diesjährigen Italien-Rundfahrt, dem Stilfser Joch. Dem jeweils Schnellsten würde ein Preisgeld von 500 Euro winken.

Am Ende des Giro soll auch ein Gesamtsieger gekürt werden, der 5000 Euro bekäme. Erst vor wenigen Tagen war der junge Amerikaner Chad Young (21) bei der Tour of Gila in einer Abfahrt tödlich zu Sturz gekommen.

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