Staubsauger und Rakete: Vettel verrät seine Lieblingsflitzer

Ralf Bach
·Lesedauer: 3 Min.

Sebastian Vettel ist ein bekennender Fan der Formel 1. Und ihrer Autos. Dass der 33-Jährige schon jetzt diverse seiner eigenen Rennwagen in der Garage stehen hat, ist kein Geheimnis. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Aber der Deutsche, der ab der kommenden Saison für Aston Martin fahren wird, steht vor allem auf historisches Material. Deshalb ersteigerte er kürzlich einen alten Williams FW14B aus der Saison 1992. In diesem Auto gewann Nigel Mansell seinen einzigen Weltmeistertitel.

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Der FW14B ist einer der spektakulärsten Formel-1-Rennwagen aller Zeiten, gewann 1992 mit Mansell und Riccardo Patrese am Steuer zehn von 16 Rennen. An Bord waren diverse elektronische Helferlein. Aktive Aufhängung und Traktionskontrolle machten den Briten zum gutmütigen Monstrum.

"Der Red 5 war sehr interessant für mich", begründet Vettel seinen Kauf in der Bild: "Das Auto ist für mich eine absolute Ikone und hat, genau wie ich, die Startnummer 5." Schätzungen zufolge hat Vettel für den Renner um die drei Millionen Euro ausgegeben. Dabei ist der Williams gar nicht Vettels Lieblings-Formel-1-Auto.

Den SPORT1-Reportern hat der Ferrari-Star seine zehn klassischen F1-Favoriten auf vier Rädern verraten. Die meisten wurden gebaut, bevor der 33-Jährige auf der Welt war. Und der Williams ist auch dabei.

10. Brabham BT52B – 1983

"Damit gewann BMW seinen letzten WM-Titel mit Nelson Piquet. Das Auto mit Turbomotor soll im Qualifying 1500 PS gehabt haben, war also mehr Rakete als Auto. Wahnsinn, besonders im Regen. Wäre ich gern gefahren."

9. Mercedes W196 – 1954

"Eine Legende: Mercedes kehrte in den GP-Sport zurück und landete auf Anhieb mit diesem 'Silberpfeil' in Frankreich einen Doppelsieg. Juan Manuel Fangio wurde in diesem Jahr logischerweise Weltmeister."

8. Williams FW14 – 1992

"Noch so ein fantastisches Auto aus der Feder von Newey. Nigel Mansell wurde damit überlegen Weltmeister. Es hatte, glaube ich, eine aktive Radaufhängung. Das Auto fuhr damit wohl wie auf Schienen."

7. McLaren MP4/13 – 1998

"Damals kamen die Rillenreifen, darum erinnere ich mich noch so gut. Es war eines der Wunderautos, die Adrian Newey baute. Es schien Mika Häkkinen wie auf den Leib geschnitten. Er gewann dann ja auch den Titel."

6. Ferrari 312T2 – 1977

"Bei Niki Laudas Ferrari von 1977 sticht der Flach-Zwölfzylinder hervor. Der Sound des Motors war einfach überragend, da hörte man die Power richtig. Für damalige Verhältnisse war der Drei-Liter-Motor mit seinen 500 PS bei 12.200 U/min gewaltig. Die Aerodynamik war noch nicht so perfekt wie heute. So war es alles andere als einfach, die Kraft auf den Boden zu bringen und das Zwölfzylinder-Monster zu bändigen. Aber genau das wollen wir Formel-1-Fahrer doch am meisten. Überhaupt: Für mich ist ein Zwölfzylinder die Mutter aller Rennmotoren. Ich bin deshalb auch ein wenig neidisch auf Niki Lauda, der dieses Auto nicht nur fahren durfte, sondern auch noch die WM damit gewann."

5. Ferrari F2002 – 2002

"Dieser Ferrari war ein Hammer. Michael Schumacher schien mit der Konkurrenz zu spielen. Kein Wunder, dass er schon in Frankreich Weltmeister wurde."

4. Lotus 72 – 1970

"Schön und tragisch zugleich. Mit ihm wurde Jochen Rindt Weltmeister, mit ihm verunglückte er beim Training in Monza tödlich."

3. Brabham BT46B – 1978

"Laudas Auto mit einem Riesenpropeller hinten. Nach dem Sieg in Schweden wurde der 'Staubsauger' verboten."

2. Ferrari F2004 – 2004

"Michael Schumachers Ferrari von 2004 ist für mich der schönste Ferrari. Nicht nur, weil es der erfolgreichste Ferrari aller Zeiten ist. Es ist schwierig, ein einzelnes Teil vom F2004 hervorzuheben, für mich war es ein in seiner Gesamtheit einfach perfektes Formel-1-Auto. Michael gewann 13 der 18 Saisonrennen, sein Teamkollege Rubens Barrichello zwei."

1. McLaren MP4/8 – 1993

"Mein absolutes Lieblingsauto. Es war eines meiner ersten F1-Modelle und hatte einen Ehrenplatz in meiner Vitrine. Der McLaren war nicht das beste Auto in dieser Saison, aber trotzdem gewann Senna fünf Rennen damit. Besonders legendär: das Regenrennen in Donington. Senna startete im strömenden Regen als Vierter, kam als Führender mit Vorsprung aus der ersten Runde und gewann."