Ralf Schumacher über Kostendeckel: "Es muss einen Kompromiss geben"

Ruben Zimmermann
motorsport.com

In der Formel 1 greift ab dem kommenden Jahr die neue Budgetobergrenze in Höhe von 145 Millionen US-Dollar. Doch wird diese wirklich dazu führen, dass das Feld enger zusammenrückt? Denn die 145 Millionen existieren zwar auf dem Papier als Kostendeckel. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen, die nicht darunter fallen.

In der Realität wird die Summe, die die Topteams ab 2021 investieren, also deutlich höher liegen. "Das ist ja das große Problem", weiß auch Ex-Pilot und TV-Experte Ralf Schumacher. Bei 'Sky' erklärt er im Hinblick auf die Obergrenze: "Es ist sicherlich möglich, ein Formel-1-Jahr zu bestreiten mit einer Obergrenze von 100 Millionen Dollar."

"Man darf aber nicht vergessen: Wir sind jetzt auch in einer wichtigen Zeit, um alternative Energien zu erforschen", erinnert er und erklärt: "Wenn man den Motor und das ganze Paket mal sieht, die Wärmerückgewinnung, die Energieaufladung durch die Batterien, das ist ja schon unglaublich effizient und leicht. Was man da gebaut hat, sucht seinesgleichen."

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"Da wird man auch ein bisschen Geld brauchen, und da finde ich ist es auch richtig angebracht", erklärt Schumacher, der allerdings auch erinnert: "Als ich angefangen habe, Formel 1 zu fahren, hatten wir ein Budget von 40 Millionen US-Dollar - und sind auch um die Welt gefahren und hatten genug Zuschauer, und hatten 18 Rennen seinerzeit."

"Irgendeinen Kompromiss wird es auf Dauer geben müssen, um den Fortbestand zu sichern", so der sechsmalige Grand-Prix-Sieger im Hinblick auf die Zukunft der Formel 1. "Aber klar, wir reden immer noch von einer freien Marktwirtschaft", erinnert er im Hinblick auf die Ausnahmen bei der Budgetobergrenze und insbesondere die Fahrergehälter.

Er nennt den Fußball als Beispiel und erklärt, dass man "Riesenprobleme kriegen" könnte, wenn man auch dort einen Gehaltsdeckel einführen würde. "Auf der anderen Seite, siehe Charles Leclerc, da kommt ein Rohdiamant, jung, gut ausgebildet, und der wird sicherlich keine 50 Millionen verdient haben und wird sie auch noch nicht verdienen bei Ferrari."

"Aber er wird auch kein armer Mann sein nach seiner Phase [bei Ferrari]. Also das geht schon. Aber klar. Das darf man nicht vergessen, dass da einige Millionen dazukommen.", so Schumacher.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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