Rallye Dakar 2020: Peterhansel holt sich den Etappensieg

André Wiegold

Für Stephane Peterhansel lief es in der vierten Etappe der Rallye Dakar 2020 in Saudi Arabien wie am Schnürchen. Der Franzose gewann die 676 Kilometer lange Etappe - von der 453 Kilometer gezeitet waren - und katapultiert sich damit zurück in den Kampf um den Sieg in der Autowertung. Carlos Sainz musste Schadensbegrenzung betreiben, Alonso hat seine Probleme.

In der vierten Etappe ging es von Neom nach Al-'Ula im Norden von Medina, also von der Küste rein ins Landesinnere - dabei mussten 676 Kilometer zurückgelegt werden. Die gezeitete Speziale hatte eine Distanz von 453 Kilometer und bestand hauptsächlich aus sandigen Fahrbahnen.

Peterhansel trotz Fehler auf Platz eins

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Peterhansel, der vor dem Start der vierten Etappe auf Gesamtrang sieben gelegen hatte, ging von Beginn an äußert aggressiv zu Werke. Der Franzose dominierte vom ersten Kilometer an das Geschehen und fuhr sich Schritt für Schritt einen Vorsprung auf die Konkurrenz heraus.

Bei Kilometer 286 gab es aber einen Schreckmoment: Peterhansel bog falsch ab und verlor so kostbare Zeit. Letztlich schaffte es aber niemand mehr, den Dakar-Spezialisten noch einzuholen, weshalb der Franzose die Etappe für sich entschied.

"Nach den Problemen an den ersten Tagen fühlt sich das jetzt richtig gut an", sagt Etappensieger Peterhansel. "Wir hatten einen Platten und haben uns einmal verfahren. Es war keine problemlose Etappe, aber es ist toll, wieder gewonnen zu haben. Carlos hat etwas Zeit verloren, aber er hat dennoch einen tollen Job gemacht."

Nasser Al-Attiyah landete mit 2:26 Minuten Rückstand auf den Mini-Piloten auf Platz zwei. Der Rennfahrer aus Katar hatte noch in Etappe drei eine 3-Minuten-Strafe bekommen, weil er trotz der Signale einen Konkurrenten nicht durchgelassen hat. Er schaffte es, mit Platz zwei den Schaden zu begrenzen.

Sainz verteidigt Gesamtführung

Für den Führenden der Rallye Dakar in der Autowertung, Sainz, ging es in der vierten Etappe darum, seine Gesamtführung zu verteidigen. Der Spanier ist in Topform und hat bisher das Geschehen an der Spitze dominiert. In der vierten Etappe kam er aber nicht richtig in Fahrt, weshalb er Schadensbegrenzung betreiben musste.

Sainz war letztlich 7:18 Minuten langsamer als Etappensieger Peterhansel, was für Platz drei reichte. In der Gesamtwertung führt der 57-Jährige nach der Fahrt nach Al-'Ula mit 3:03 Minuten vor Toyota-Pilot Al-Attiyah. Peterhansel schiebt sich auf Platz drei und hat nur noch 11:42 Minuten Rückstand auf den Gesamtführenden. Es scheint, als würde es auf einen Kampf zwischen dem Top-Trio hinauslaufen.

Lokalmatador Yazeed Al Rajhi beendete die vierte Etappe auf Platz vier hinter Sainz. Der Toyota-Fahrer liegt damit in der Gesamtwertung ebenfalls auf Rang vier mit einem Rückstand von 23:10 Minuten auf die Spitze. Die Top 5 der vierten Etappe komplettierte Mathieu Serradori mit 13:17 Minuten Abstand auf Peterhansel. Er liegt in der Gesamtwertung hinter Orlando Terranova (Platz neun in Etappe vier) auf Rang sechs.

Alonso mit Problemchen

Mit Platz vier in der dritten Etappe hat Ex-Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso ein Ausrufezeichen bei seiner ersten Rallye Dakar gesetzt. Die Leistung vom Vortag konnte der Spanier auf der schwierigen Fahrt von Neom nach Al-'Ula aber nicht bestätigen. Schon auf den ersten 100 Kilometern verlor Alonso acht Minuten auf Peterhansel.

Im Laufe der Etappe wuchs der Rückstand immer weiter an. Letztlich fehlten dem Toyota-Piloten 26:21 Minuten auf die Bestzeit. Die Top 10 rutschen für Alonso in weite Ferne, denn er hat bereits rund 1,5 Stunden Rückstand auf den zehnplatzierten Yasir Seaidan.

Ergebnis der 4. Etappe (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto

Zeit

1

France
France

 Stephane Peterhansel

Portugal
Portugal

 Paulo Fiuza

Mini Buggy

04:04:34 Stunden

2

Qatar
Qatar

 Nasser Al-Attiyah

France
France

 Mattieu Baumel

Toyota

+02:26 Minuten

3

Spain
Spain

 Carlos Sainz

Spain
Spain

 Lucas Cruz

Mini Buggy

+07:18

4

Saudi Arabia
Saudi Arabia

 Yazeed Al-Rajhi

Russian Federation
Russian Federation

 Konstantin Schiltsow

Toyota

+11:30

5

France
France

 Mathieu Serradori

Belgium
Belgium

 Fabian Lurquin

SRT Buggy

+13:17

6

South Africa
South Africa

 Giniel de Villiers

Spain
Spain

 Alex Haro Bravo

Toyota

+18:16

7

Netherlands
Netherlands

 Bernhard ten Brinke

Belgium
Belgium

 Tom Colsoul

Toyota

+18:35

8

Poland
Poland

 Jakub Przygonski
 Timo Gottschalk

Germany
Germany

Mini 4x4

+19:23

9

China
China

Wei Han

China
China

Min Liao

Mini 4x4

+19:58

10

Argentina
Argentina

 Orlando Terranova

Argentina
Argentina

 Bernardo Graue

Toyota

+16:43

Gesamtwertung nach 4 von 12 Etappen (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto

Zeit

1

Spain
Spain

 Carlos Sainz

Spain
Spain

 Lucas Cruz

Mini Buggy

15:12:12 Stunden

2

Qatar
Qatar

 Nasser Al-Attiyah

France
France

 Mattieu Baumel

Toyota

+03:03 Minuten (3min. Strafe)

3

France
France

 Stephane Peterhansel

Portugal
Portugal

 Paulo Fiuza

Mini Buggy

+11:42

4

Saudi Arabia
Saudi Arabia

 Yazeed Al-Rajhi

Russian Federation
Russian Federation

 Konstantin Schiltsow 

Toyota

+23:10 (2min. Strafe)

5

Argentina
Argentina

 Orlando Terranova

Argentina
Argentina

 Bernardo Graue

Toyota

+23:13

6

France
France

 Mathieu Serradori

Belgium
Belgium

 Fabian Lurquin

SRT Buggy

+26:55 (2min. Strafe)

7

South Africa
South Africa

 Giniel de Villiers

Spain
Spain

 Alex Haro Bravo

Toyota

+34:40

8

Netherlands
Netherlands

 Bernhard ten Brinke

Belgium
Belgium

 Tom Colsoul

Toyota

+44:40

9

Czech Republic
Czech Republic

 Martin Prokop

Czech Republic
Czech Republic

 Viktor Chytka

Ford

+01:09,41 Stunden

10

Saudi Arabia
Saudi Arabia

  Yasir Seaidan

Russian Federation
Russian Federation

Kuzmich Alexy

Mit Bildmaterial von A.S.O.

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