Rallye Dakar 2021: Peterhansel festigt mit erstem Etappensieg seine Führung

Gerald Dirnbeck

"Monsieur Dakar" Stephane Peterhansel (Mini Buggy) ist auf dem Weg zu seinem 14. Gesamtsieg. Der Franzose eroberte auf der neunten Etappe seinen ersten Tagessieg in diesem Jahr. Damit vergrößerte Peterhansel seinen Vorsprung auf Nasser Al-Attiyah (Toyota) auf 17:50 Minuten.

Die neunte Etappe wurde in einer Schleife rund um Neom gefahren. Das Terrain im Norden Saudi-Arabiens war sehr abwechslungsreich. Insgesamt mussten 579 Kilometer bewältigt werden. Die gezeitete Speziale betrug 465 Kilometer.

Es entwickelte sich zu einem wahren Härtetest. Carlos Sainz hatte bereits nach 98 Kilometern einen Reifenschaden. Dabei verlor er schon 21 Minuten. Später gab es einen weiteren Reifenschaden. Zudem musste der Titelverteidiger an den Bremsen seines Mini Buggy arbeiten.

Auch für Al-Attiyah lief es schwierig. Nach rund 157 Kilometern hatte er schon knappe sechs Minuten auf Peterhansel eingebüßt. Nach 271 Kilometern betrug sein Zeitverlust schon zehn Minuten. Al-Attiyah attackierte, um den Rückstand nach zwei Reifenschäden in Grenzen zu halten.

Zunächst sah es danach aus, dass Matthieu Serradori der Mann des Tages sein würde. 100 Kilometer vor dem Ziel übernahm er erstmals die virtuelle Führung von Peterhansel. Aber nach 385 Kilometern blieb der Century stehen und Serradori musste sich vom Etappensieg verabschieden.

Somit ging der Tagessieg an Peterhansel. Es war sein erster in diesem Jahr. Al-Attiyah büßte am Dienstag zwölf Minuten auf den Franzosen ein. Das bedeutet, dass sich der Vorsprung von Peterhansel in der Gesamtwertung auf knapp 18 Minuten vergrößert hat.

"Es war eine komplizierte Etappe", berichtet Peterhansel. "Wir haben gesehen, dass es ein langer Tag wird. Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden, nicht voll zu attackieren sondern uns auf die Reifen und die Navigation zu konzentrieren."

"Es war eine echte Dakar-Stage, wie früher in Afrika. Es ging nicht um den reinen Speed, sondern auch um die Strategie. Man muss seinen Speed auf die Umstände anpassen.". Das steinige Terrain kam diesmal den Buggy-Fahrzeugen entgegen.

"Die Navigation", sagt Al-Attiyah, "war kein Problem, aber wir hatten drei Reifenschäden. Da wir keine Ersatzreifen mehr hatten, mussten wir das Ziel erreichen. Stephane hat uns noch überholt. Es war nicht einfach für uns. Aber was sollen wir machen? Wir können diese Reifen nicht ändern."

Timo Gottschalk trotz Zeitverlust weiterhin Vierter

Drei Etappen sind in Saudi-Arabien noch zu absolvieren. Sainz hat als Dritter schon mehr als eine Stunde verloren. Die Vorentscheidung könnte somit gefallen sein. Jakub Przygonski und sein deutscher Beifahrer Timo Gottschalk büßten heute mit ihrem Toyota 37 Minuten ein.

Trotzdem verteidigte das Duo in der Gesamtwertung den vierten Platz. Fünfter ist weiterhin Nani Roma im neuen BRX1-Prototypen. Eine starke Etappe hatte Giniel de Villiers (Toyota) als Dritter. Auch Yazeed Al-Rajhi und Dirk von Zitzewitz (Toyota) waren als Vierte wieder vorne mit dabei.

Einen guten Tag hatte auch das südafrikanische Duo Bryan Baragwanath und Taye Perry (Century). Sie mussten sich an den vergangenen beiden Tagen mit technischen Problemen über die Marathon-Etappe schleppen und verloren dadurch zwölf Stunden. Mit dem heutigen fünften Platz untermauerten sie ihren Speed.

Morgen geht es von Neom weiter in südlicher Richtung nach Al-'Ula. 583 Kilometer durch eine hügelige, abwechslungsreiche Landschaft stehen auf dem Programm. Die Navigation wird wieder schwierig werden.

Ergebnis der 9. Etappe (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto

Zeit

1

France

Stephane Peterhansel

France

Edouard Boulanger

Mini Buggy

4:50.27 Stunden

2

Qatar

Nasser Al-Attiyah

France

Mattieu Baumel

Toyota

+12:00 Minuten

3

South Africa

Giniel de Villiers

Spain

Alex Haro Bravo

Toyota

+12:19

4

Saudi Arabia

Yazeed Al-Rajhi

Germany

Dirk von Zitzewitz

Toyota

+12:44

5

South Africa

Brian Baragwanath

South Africa

Taye Perry

Century

+13:51

6

Czech Republic

Martin Prokop

Czech Republic

Viktor Chytka

Ford

+16:37

7

France

Cyril Despres

Switzerland

Michael Horn

Peugeot

+18:45

8

United Arab Emirates

Khalid Al-Qassimi

France

Xavier Panseri

Peugeot

+19:40

9

Brazil

Marcelo Tiglia Gastaldi

Brazil

Lourival Roldan

Century

+19:41

10

Lithuania

Benediktas Vanagas

Portugal

Filipe Palmeiro

Toyota

+19:56

Gesamtwertung nach 9 von 12 Etappen (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto

Zeit

1

France

Stephane Peterhansel

France

Edouard Boulanger

Mini Buggy

34:26.16 Stunden

2

Qatar

Nasser Al-Attiyah

France

Mattieu Baumel

Toyota

+17:50 Minuten

3

Spain

Carlos Sainz

Spain

Lucas Cruz

Mini Buggy

+1:02.25 Stunden

4

Poland

Jakob Przygonski

Germany

Timo Gottschalk

Toyota

+2:16.30

5

Spain

Nani Roma

France

Alexandre Winocq

BRX

+2:42.38

6

United Arab Emirates

Khalid Al-Qassimi

France

Xavier Panseri

Peugeot

+3:01.13

7

Russian Federation

Wladimir Wasiljew

Russian Federation

Dmitro Tsyro

Mini 4x4

+3:10.17

8

Czech Republic

Martin Prokop

Czech Republic

Viktor Chytka

Ford

+3:36.01

9

South Africa

Giniel de Villiers

Spain

Alex Haro Bravo

Toyota

+3:40.09

10

France

Christian Lavieille

France

Jean-Pierre Garcin

Optimus

+4:10.32

Mit Bildmaterial von X-raid.